Meiner Meinung markiert diese Geschichte (Ob des Umfangs eher eine Novelle als ein Roman) den Höhepunkt der schriftstellerischen Arbeit des Autors. Ein Marsroman, der irgendwie ein Zwischending zwischen "Der Marsianer" von Andy Weir und "Roter Mars" von Kim Stanley Robinson ist. Der Mars wird besucht, eine NASA-Expedition mit 4 Personen richtet eine Marsbasis ein, bis nach einem Jahr die Ablösung der Crew stattfinden soll. Außerdem ist die (nach dem Vorbild von Mars One, die von dem holländischen Fernsehkonzern Endemol ins Leben gerufen wurde) private One-Way-Expedition Mars für Alle (MFA) unterwegs zum Mars um ihn zu besiedeln. Allerdings kommt das Raumschiff in Schwierigkeiten, offenbar durch Sabotage, 5 Raumfahrer sterben. Um das Leben der restlichen Besatzung zu retten, müssen die NASA-Leute ihr Raumschiff vom Mars starten und die Leute aus der Raumnot retten, obwohl sie dabei selbst die Möglichkeit zur Rückkehr zur Erde verbauen, weil der Treibstoff dafür nun verbraucht wird. Aber mit ihrer Ablösung sollte sich das Problem lösen lassen. Aber die Erde verstummt. Was genau passiert ist, bleibt bis zum Ende der Geschichte im Dunkel, somit ist auch die NASA-Besatzung auf dem Mars gestrandet. Die MFA-Leute wollen, trotz aller Probleme, den Plan ihre Mars-Station durchführen, auch wenn sie dabei die Resourcen ihrer Retter entwenden müssen, zumindest denkt ihre Anführerin das...
Brandon Q. Morris, bzw. Matthias Matting schafft es, wie seine Vorbilder Andy Weir und Kim Stanley Robinson, die faszinierenden Landschaften des Mars zu beschreiben, eingebettet in einem Thriller mit den unterschiedlichsten Charakteren, einer unbekannten Bedrohung innerhalb der Gruppe, viel glaubhafter Hard Science um das Überleben auf einem lebensfeindlichen Planeten und dem Versuch, ihn zu terraformen. Der Horizont über die nächsten beiden Bände der Trilogie ist gelegt, weil zwei weitere Raumschiffe auf dem Weg zum Mars sind, eine, von Milliardären finanzierte, private Expedition und eine chinesische Expedition, die offenbar in letzter Sekunde die Erde verlassen hat. Warum die Erde schweigt, das wird auch Thema der nächsten Bände sein. Auf jeden Fall hat Morris ein faszinierendes Setting für seine Mars-Trilogie geschaffen, ohne den Humor von Andy Weir und ohne die schriftstellerische Qualität und die politisch-soziologischen Aufarbeitungen von Kim Stanley Robinson, trotzdem aber eine (für deutsche Verhältnisse) herausragende Mars-Besiedelungs-Geschichte...