"Ein praller Schmöker." Gala Als die junge Ma Li von einem Mädchenhändler im Jahr 1919 nach Shanghai gebracht wird, hat sie einen großen Traum. Sie will in einem Jadeplast wohnen, wie ihn ihre Mutter oft beschrieb. Die Wirklichkeit sieht jedoch anders aus: Ma Li gerät an einen Gangsterboß, verliebt sich in einen Revolutionär und heiratet einen reichen Fabrikbesitzer. Doch nie verliert sie ihren Traum aus den Augen. Eine faszinierende Saga um Liebe, Macht und den Glauben an die eigenen Ziele.
Raymond A. Scofield heißt eigentlich Gert Anhalt und ist Reporter beim Zweiten Deutschen Fernsehen. Viele Jahre hat er für das ZDF aus China und Japan berichtet und zahlreiche Romane und Thriller verfasst, darunter »Der Jadepalast« und »Die Tibet-Verschwörung«. Zuletzt erschien von ihm der Bestseller: „Der große Lord“ – eine Fortsetzung des Klassikers „Der kleine Lord“ von Frances Hodgson Burnett.
Ein schwieriges Buch. Ich mochte es zum Teil sehr, zum Teil fand ich es langweilig. Ich habe lange überlegt, wie viele Sterne es von mir bekommen soll, aber letztendlich kann ich nur zwei Sterne vergeben, weil es einfach nicht meine Geschichte war. Der Anfang war sehr interessant und spannend, aber dann hat mich die Geschichte doch immer mal wieder verloren. Zwischendurch wurde es wieder interessant, aber leider hielt das nicht an. Ich glaube, das Problem war für mich, dass mir die Charaktere alle seltsam fremd blieben. Irgendwie waren sie mir egal; ich konnte nicht wirklich mit ihnen fühlen. Sie waren austauschbar. Das tut mir sehr leid, denn man merkt beim Lesen, dass der Autor sich sehr gut mit der Geschichte Chinas auskennt und einiges von seinem Wissen in dieses Buch eingebaut hat. Ich glaube, mir fehlte wirklich einfach der Bezug zu den Protagonisten. Vielleicht war es der falsche Zeitpunkt für dieses Buch für mich...
Drei Mädchen aus der chinesischen Provinz werden Anfang des 20. Jahrhunderts nach Shanghai verkauft. Die beiden Schwestern Ma Li und ihre jüngere kleinwüchsige und geistig behinderte Schwester Lingling werden in den Haushalt eines reichen, wenn auch kriminellen Ehepaars aufgenommen. Das dritte Mädchen, Zhang Yue, wird an ein Bordell weitergegeben, wo es als "Blumenmädchen" arbeiten muss und schwört Ma Li ewige Rache, da sie sich von ihr verraten fühlt.
Die Lebensgeschichte(n) der drei Mädchen bildet den roten Faden durch Chinas Geschichte. Beginnend mit der Zeit kurz nach dem Ersten Weltkrieg, in der Shanghai noch von imperialistischen Ausländern und kriminellen Banden „verwaltet“ wird, über die Revolution der Kuomintang und das Wirken von Chiang Kai-shek bis hin zum Bürgerkrieg und der japanischen Invasion und Besetzung. Anschaulich ist dann auch die Machtübernahme durch Mao Tsetung, die Kulturrevolution und das Massaker vom Tian’anmen-Platz von 1989 geschildert.
Es fällt mir nicht leicht, das Buch zu bewerten. Stellenweise empfand ich es als fesselnd und spannend, mehrmals überlegte ich allerdings auch, es aufzugeben. Die Personen blieben mir - obwohl man die so viele Jahre begleitet - fremd und es gelang mir wenig, mit ihnen zu fühlen. Es ist dem Autor wichtig, alle Erzählstränge immer wieder miteinander zu verbinden und Anknüpfungspunkte zu finden. Für mich wirkte es dadurch an vielen Stellen aber auch unrealistisch. Dennoch packt einen die Geschichte vor allem mit dem Interessanten historischen Hintergrund immer wieder.
In Raymond A. Scofields "Der Jadepalast" geht es um Ma Li, ein junges Mädchen, das mit ihrer kleinen Schwester im Grunde willkürlich auserwählt wird, um von der Straße Shanghais weg und in einer Familie mit reichen Adoptiveltern zu leben. Vielleicht erfüllt sich so der Kindheitstraum, eines Tages in einem Jadepalast zu wohnen für Ma Li?
Keine Frage - Ursula Berlinghof hat eine tolle Stimme und wenn die Geschichte besser gewesen wäre, hätte hier für ein perfektes Hörerlebnis wirklich alles gepasst - Intonation, unterschiedliche Charaktere, Emotionen - ich konnte gut erfassen, welche Charaktere ich hier vor mir habe. Doch was für mich leider viel zu kurz kommt, ist die Charakterentwicklung - hier hat es der Autor Raymond A. Scofield in meinen Augen nicht geschafft, die Handlungen logisch darzustellen. Ich hatte stets das Gefühl, dass für eine bestimmte Reaktion eines Charakters die Vorgeschichte fehlt und daher hatte ich auch recherchiert, ob es sich um die gekürzte Ausgabe handelt - was aber nicht der Fall war. Daher kann ich leider nicht anders, als dem Buch zwei Punkte abzuziehen. Ich bin mir nicht sicher, ob ich von Scofield noch einmal ein Buch lesen würde, die Sprecherin jedoch werde ich mir abspeichern, denn ohne sie hätte ich dem Buch noch einen weiteren Punkt abgezogen.
Von diesem Buch habe ich schon viel Gutes gehört und als es bei der letzten und auch für mich ersten Medimops - Bestellung verfügbar war, habe ich es natürlich mitgenommen. Das Cover hat mich durch das schlichte Auftreten auch recht gut angesprochen, auch wenn es nun wirklich nicht in den Farben gehalten ist, die mich persönlich ansprechen. Aber darum geht es ja eh nicht, lest einfach selbst, was ich von diesem Buch gehalten habe. Wer allerdings nicht zuviel erfahren will, sollte wie immer nicht weiterlesen.
Ma Li und ihre Schwester werden im Jahr 1919 zu einem Mädchenhändler gebracht. Ihre Schwester, die an Zergenwuchs leidet und zudem sehr auf Ma Li fixiert ist, ist ihr das Wichtigste auf der Welt. Ihr und einem anderne jungen Mädchen, welches mit den beiden Schwestern verkauft wurde, erzählt Ma Li die Geschichte vim Jadepalast. Einen Ort, den ihr ihre Mutter oft beschrieb, bevor sie starb. Ma Li und ihre Schwester Ling Ling haben es später besser, als sie von einer reichen und scheinbar liebesnwerten Frau und ihrem Mann aufgenommen werden. Während es ihnen an nichts fehlt, muss das andere Mädchen - Zhang Yue - muss sich ihr Geld als Blumenmädchen verdient, als Prostituierte. Dennoch sind die beiden Mädchen und Schicksale weiterhin miteinander verbunden und keine von ihnen scheint an dem, was sie erlebt, zugrunde zu gehen.
Der Roman von Raymond A. Scofield, von welchem ich bereits Gelber Kaiser gelesen habe, beschäftigt sich hauptsächlich mit der Geschichte Chinas, der sich als sehr weit gefächert entpuppt. Man merkt an einigen Stellen, obgleich sich die Geschichte manchmal durchaus etwas hinsieht, dass sich der Autor Gedanken über das gemacht hat, was er schreibt, dass der Autor bereits selbst mehrere Jahre in China verbracht hat.
Ma Li war ein Charakter, den ich oft genug einfach nicht einschätzen konnte. Manchmal wirkte sie derart kindlich und ihrem Alter in den jeweiligen Passagen angemessen, manchmal jedoch wieder so erwachsen, dass ich nicht wusste, ob sie mir sympatisch sein soll, ob ich eher Respekt oder doch lieber Angst vor ihr haben sollte. Wer mir allerdings wirklich am unsympatischten war, war Zhang Yue. Sie hat Ma Li von Anfang an um ihr Glück, um ihr besseres Leben beneidet und lässt nichts unversucht, um ihr das kaputt zu machen, egal wie weit sie dafür gehen muss. Nichts ist ihr schlimm genug, nichts lässt sie unversucht, um Ma Li zu schaden, welcher - ihrer Meinung nach - das Leben aller in ihrer Umgebung zerstört hat. Sogar den eigenen Sohn ihrer einstigen Freundin versucht sie auf ihre Seite zu ziehen.. mit Erfolg. Ohne Rücksicht auf Verlust nimmt sie sich das, was sie will und was, ihrer Meinung nach, das Beste ist.
Gerade der geschichliche Aspekt, auf welchen sich das Buch bezieht, hat mir recht gut gefallen. Auch wenn man sich mit der Thematik nicht auskennt, fühlt man sich nicht ganz fehl am Platz. Ab der Mitte hin hat das Buch deutlich an Fahrt aufgenommen und ich konnte mich viel besser in die einzelnen Protagonisten hineinversetzen. Ich konnte nachvollziehen, warum sie in der Vergangenheit so gehandelt haben, warum sie die Dinge anders sahen. Einzig und allein bei Zhang Yue und ihrem Streben nach Macht konnte ich so manches Mal nur mit dem Kopf schütteln. Das Ende jedoch hat mich zwar nicht wirklich richtig überrascht, aber ich fand es passend und auch ein Stück weit berührend. Für jeden, der sich für die Geschichte Chinas und eine kleine Romanze mit ein wenig, viel Drama interessiert, ist Der Jadepalast ein zu empfehlendes Buch.
Spannend und ergreifend - auf jeden Fall lesenswert. Neben der Haupthandlung - der Geschichte von Ma Li und ihrer Familie erfährt man so ganz nebenbei viel über den Kommunismus in China. Der Autor hat lange Jahre als Asien-Korrespondent gearbeitet und er konnte seine fundierten Kenntnisse über die Zustände in China sehr authentisch in die Story einbauen.
Die deutsche Hörbuchausgabe wird gelesen von Ursula Berlinghof. An ihre Stimme musste ich mich erst etwas gewöhnen, sie spricht sehr verhaucht und zischelnd. Aber sie liest mit sehr guten Betonungen und mitreissend ... nach einigen Minuten war ich komplett von der Handlung gefangen genommen und die Sprecherin trat in den Hintergrund.