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The Dead of Veere. A Zeeland Mystery / Die Toten von Veere. Ein Zeeland-Krimi

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Ein Vermisstenfall in Zeeland, das gehört eigentlich nicht in den Zuständigkeitsbereich von Liv de Vries, Hoofdinspecteur der Landespolizei. Trotzdem folgt sie der Bitte ihres Vorgesetzten, der sie mit der Ermittlung in Veere nach einem missglückten Einsatz aus der Schusslinie nehmen will. Doch das Verschwinden des Kochs Rob van Loon ist weit mehr als ein Vermisstenfall. Er führt Liv zurück in die Vergangenheit – zu Esmée, einem Mädchen mit surinamischen Wurzeln, das vor vielen Jahren ebenfalls spurlos in Veere verschwand. Was hat Rob van Loon damit zu tun? Und warum ist plötzlich die rechte Szene an seinem Auffinden interessiert? Wo Menschen für gewöhnlich auf die Schönheit von Zeeland treffen – das Meer, kilometerlange Strände, beeindruckende Gebäude und eine bewegte Geschichte – stößt Liv de Vries auf unbequeme Wahrheiten, die auch sie ganz persönlich vor ein ernstes Problem stellen.

576 pages, Paperback

First published July 23, 2024

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Displaying 1 - 15 of 15 reviews
Profile Image for Magnolia .
704 reviews3 followers
July 27, 2024
Fesselnder Zeeland-Krimi

Liv de Vries, Hoofdinspecteur der Landespolizei, gibt stets alles. So auch bei einem Einsatz, der außer Kontrolle gerät. Ihr Vorgesetzter Adriaan Verlaat nimmt sie aus der Schusslinie und betraut sie mit einem, wie es den Anschein hat, banalen Vermisstenfall. Dafür muss sie in die niederländische Provinz Zeeland, ihre neue Kollegin Noemi Bogaard begleitet sie.

Rob van Loon ist von einem Kurztrip nicht zurückgekehrt, seine Freundin macht sich große Sorgen. Die Recherchen zu diesem Fall führen unter anderem zurück zu einem seit zehn Jahren vermissten Mädchen mit surinamischen Wurzeln. Esmée. Gibt es einen Zusammenhang? Liv gräbt tief, dabei kommt sie einer sehr rechten Gruppe ins Gehege. Und nicht genug damit - ein Journalist wird in seinem Haus tot aufgefunden. Er wetterte gegen Flüchtlinge und Asylanten, sein Tod jedoch soll ein häuslicher Unfall gewesen sein. Der Rechtsmedizinerin Ann-Remi fallen Merkwürdigkeiten auf, ihr Chef jedoch verbietet ihr jegliche Einmischung, der von ihm diagnostizierte Herzinfarkt, dem ein Treppensturz folgte, ist unumstößlicher Fakt.

Es kommt noch so einiges mehr ans Tageslicht, der eigentlich profane Vermisstenfall erweist sich als äußerst vielschichtig. Liv und Noemi arbeiten mit der örtlichen Polizei zusammen, auch hat Ann-Remi ihren ermittlerischen Anteil.

„Die Toten von Veere“ führen in einem weiteren Erzählstrang zurück in den Oktober 1944 auf die Halbinsel Walcheren nach Westkapelle. Es war in den letzten Kriegswirren des Zweiten Weltkrieges, die Alliierten bombardierten die Deiche, das einströmende Wasser wurde den Bewohnern zum Verhängnis.

Maarten Vermeers vielschichtig angelegter Zeeland-Krimi lässt die rechtsradikale Szene in all seiner Hässlichkeit mit einfließen. Und es gibt Parallelen zu den Kriegsereignissen von damals und dem offenen Hass den Deutschen gegenüber. Die einzelnen, komplexen Handlungsstränge stehen jeder für sich, jedoch führen sie eher oder später alle zusammen. Zunächst ist unklar, was die damaligen Ereignisse in Westkapelle mit dem Heute zu tun haben. Das ganze Ausmaß dessen wird erst ziemlich zum Schluss in all seiner erschreckenden Gänze sichtbar. Auch wird so manche Figur, die anfangs reell und integer scheint, entzaubert. Allesamt sind sie glaubhaft dargeboten, sie sind sympathisch oder eher das Gegenteil, mit so manchem möchte man nichts zu tun haben.

Ein wenig hineinschnuppern, ein wenig hineinlesen wollte ich in „Die Toten von Veere“ und bin direkt hängen geblieben. Die 575 Seiten lesen sich weg wie nix. Die Ermittlungen stehen im Vordergrund, sie geben auch Raum für das Zwischenmenschliche und den geschichtlichen Hintergrund, die politisch aufgeheizte rechte Szene ist leider allgegenwärtig, auch sie darf und sollte nicht ausgeklammert werden. Es ist ein spannender, extrem fesselnder Krimi vor herrlicher Kulisse – sehr lesenswert.
1,649 reviews8 followers
August 6, 2024
Pageturner

Klappentext:
Malerische Kleinstadt oder Schauplatz eines ungeheuren Verbrechens?
Ein Vermisstenfall in Zeeland, das gehört eigentlich nicht in den Zuständigkeitsbereich von Liv de Vries, Hoofdinspecteur der Landespolizei. Trotzdem folgt sie der Bitte ihres Vorgesetzten, der sie mit der Ermittlung in Veere nach einem missglückten Einsatz aus der Schusslinie nehmen will. Doch das Verschwinden des Kochs Rob van Loon ist weit mehr als ein Vermisstenfall. Er führt Liv zurück in die Vergangenheit zu Esmée, einem Mädchen mit surinamischen Wurzeln, das vor vielen Jahren ebenfalls spurlos in Veere verschwand. Was hat Rob van Loon damit zu tun? Und warum ist plötzlich die rechte Szene an seinem Auffinden interessiert? Wo Menschen für gewöhnlich auf die Schönheit von Zeeland treffen, das Meer, kilometerlange Strände, beeindruckende Gebäude und eine bewegte Geschichte, stößt Liv de Vries auf unbequeme Wahrheiten, die auch sie ganz persönlich vor ein ernstes Problem stellen.

„Die Toten von Veere“ ist ein Zeeland-Krimi von Maarten Vermeer.

Liv de Vries ist Hoofdinspecteur der Landespolize und wird nach einem missglückten Einsatz aus er Schusslinie genommen. Jetzt soll sie in einem Vermisstenfall in Veere ermitteln.
Doch was wie ein gewöhnlicher Vermisstenfall anmutet, entpuppt sich als alles andere als gewöhnlich.
Zusammen mit der neuen Kollegin Noemi Bogaard begibt sich Liv auf die Suche. Doch schnell wird sie mit ihrer Vergangenheit konfrontiert.

Maarten Vermeer hat einen sehr fesselnden Schreibstil. Die Atmosphäre ist von Anfang an bedrückend. Die Spannung setzt schon nach wenigen Seiten ein. Mir fiel es von Seite zu Seite schwerer das Buch aus der Hand zu legen und so habe ich schon mal eine Nacht fast durchgelesen.

Der Autor beschreibt die Ermittlungen in dem Vermisstenfall sehr eingehend. Dabei bekommen die Leser*innen auch ein gutes Bild aus der Vergangenheit von Liv, wo schon einmal ein Mädchen verschwand.

Maarten Vermeer hat interessante Charaktere geschaffen und führt sie intelligent durch die Geschichte.
Der Autor scheut auch nicht davor zurück ein aktuelles Thema in seiner Geschichte zu verarbeiten. Die rechte Gesinnung die in vielen Staaten zur Zeit immer deutlicher zu spüren ist, macht auch von diesem Kriminalroman nicht Halt.

Maarten Vermeer baut geschickt Wendungen ein und hält die Spannung bis zum Ende aufrecht.

Ich würde mir noch viele solch spannender Krimis von Maarten Vermeer wünschen.
Profile Image for summersoul.
582 reviews1 follower
October 12, 2024
Wir steigen direkt in die Geschichte ein und erleben Liv de Vries, Hoofdinspecteur der Landespolizei, direkt bei einem Einsatz, der wegen falscher Informationen schiefgeht. So bekommen wir einen ersten Eindruck von Liv und erfahren, wie sie mit sich und ihrem Handeln bei dem vermasselten Einsatz hadert.

Liv de Vries ist eine vielschichtige Protagonistin, die mir mit der Zeit immer sympathischer wurde. Dabei merkt man immer wieder, was für eine gute Ermittlerin Liv ist, auch wenn sie bei den Ermittlungen einige Fehler macht. Dadurch wirkte sie auf mich aber umso authentischer. Gut an ihr gefallen hat mir, dass sie die Meinung ihrer neuen Kollegin Noemi Bogaard ernst nimmt, ebenso wie die Bedenken der Rechtsmedizinerin Ann-Remi Blom.

Ann-Remi Blom war ebenfalls eine vielschichtige Figur, die mir sofort sympathisch war und der man anmerkt, wie sehr ihr das Fehlverhalten ihres Chefs zusetzen. Ich war wirklich gespannt, wie der Weg von Ann-Remi aussehen wird und wie weit sie in die ganzen Ermittlungen involviert wird.

Die Ermittlungen waren weitestgehend spannend. Da wir nicht nur mit dem Fall des verschwunden Rob van Loon zu tun bekommen, sondern auch einen Blick ins Jahr 1944 werfen, Ann-Remis Bemühungen in dem Fall des verstorbenen Willem de Rams begleiten und versuchen mit Liv herauszufinden, was vor Jahren mit Esmée Vriesde geschah. Ich war gespannt, ob und in welcher Form dies alles zusammenhängt. Dadurch entstand eine gewisse Spannung, die aber leider etwas getrübt wurde, weil ich ehrlich gesagt schon ab der Hälfte des Buches wusste, wer hinter den Taten steckt. Dennoch war ich vor allem neugierig darauf, was wirklich in der Nacht passierte, als Esmée Vriesde verschwand, weswegen ich einfach weiterlesen musste.

Die Figuren und Schauplätze wurden anschaulich beschrieben, sodass ich sie mir alle gut vorstellen konnte. Zudem haben selbst die Nebenfiguren ihre individuellen Charaktereigenschaften erhalten, durch die man sie wunderbar voneinander unterscheiden konnte.

Fazit:
Wir begleiten Liv de Vries, Hoofdinspecteur der Landespolizei, bei einem verzwickten Fall, der bis in die Vergangenheit reicht. Ich habe sie und alle in ihrem Team gern bei den Ermittlungen begleitet, die weitestgehend spannend waren. Zwar wusste ich bereits sehr früh, wer hinter den Taten steckt, dennoch wollte ich unbedingt wissen, was in der Nacht geschah, als Esmée Vriesde verschwand, weswegen ich einfach weiterlesen musst.
124 reviews
July 31, 2024
Kurzweilig, weil spannend

"Da war sie wieder, diese verdammte Neugierde, die ihr keine Ruhe ließ."

Der Zeelandkrimi "Die Toten von Veere"
von Maarten Vermeer startet mit drei parallelen Handlungssträngen, die zunächst scheinbar wenig miteinander verbindet.

Oktober 1944: In Vorbereitung der Landung alliierter Streitkräfte und damit zur Befreiung der Niederlande wird der Deich von Westkapelle bombardiert. Im Chaos des Bombenhagels verschwindet die 16jährige Mareike Cornelisse spurlos. Ihr Bruder Henk macht sich auf die Suche und landet inmitten einer Widerstandsbewegung.

Gegenwart:
Hoofdinspecteur Liv de Vries von der niederländischen Landespolizei reist in ihre alte Heimatstadt Veere um nach einer vermissten Person zu suchen. Für sie wird es auch eine Reise in ihre eigene, unbequeme Vergangenheit.

Gleichzeitig stellt Ann-Remi Blom, eine Rechtsmedizinerin des Gesundheits-dienstes Zeeland, ein Gutachten ihres Chefs in Frage. Sie nimmt eigenmächtig Ermittlungen auf, denn sie will keinesfalls akzeptieren, dass es sich beim Todesfall Willem de Ran um einen tragischen Unfall handeln soll.

Alle drei Geschichten sind für sich schon äußerst interessant und auch abwechslungsreich geschrieben. Den Zusammenhang sieht man lange Zeit nicht, erst nach und nach finden diese Handlungsstränge zusammen. Viele, auch sehr überraschende "AHA, jetzt verstehe ich..."-Momente inklusive.
Dabei erhält der Zeeland-Krimi eine zunehmend politische Dimension. Mehr und mehr offenbaren die Ermittlungen Verbindungen die ins rechtsradikele Milieu führen.

In der Erzählung gibt es zu keiner Zeit unnötige Längen, die Handlung ist dabei vielschichtig und mit zahlreichen Story-Wendungen geschrieben.
Das fast 600 Seiten umfassende Buch ist in vier Teile und insgesamt achtzig Kapitel unterteilt. Obwohl durchgehend fesselnd geschrieben, zieht die Spannung im ereignisreichem vierten Teil mit einem dramatischen Moment nochmals deutlich an.

Die handelnden Charaktere sind allesamt sympathisch bodenständig und detailliert beschrieben, eine Identifikation mit ihnen fällt leicht. Liv und Ann-Remi sind als Ermittlerteam unschlagbar. Ich würde sie gerne wiederlesen; hoffentlich gibt es bald eine Fortsetzung! Ein schockierender und unerwarteter Cliffhanger lässt zumindest darauf schließen.

Uneingeschränkte Leseempfehlung.
557 reviews3 followers
August 19, 2024
Rob van Loon verschwindet und seine Freundin lässt ihn suchen. Das ruft Liv de Vries auf den Plan, die gerade Schwierigkeiten mit der Internen hat, da sie einen Drogendealer erschossen hat und jetzt im medialen Interesse steht. Sie bekommt bei der Landespolizei eine neue Kollegin und die beiden fahren nach Veere, um den Verschwundenen zu finden. Sie stoßen auf einen alten Todesfall, der mit Rob zu tun hat. Allerdings nicht unter diesem Namen, sondern unter David Leinders, der wie sie beide herausfinden, Spitzel in der rechten Szene war. Außerdem hat er mit der spurlos verschwundenen Esmee Vriesde zu tun. Seine Rückkehr treibt zwei Gruppen um, seine alten Freunde von der rechten Seite und die Freunde von Esmee. Als in Veere ein alter Mann zu Tode stürzt wird es für die Ermittlerinnen gefährlich, da sie zwischen den Fronten stehen.
„Die Toten von Veere“ von Maarten Vermeer ist ein Zeeland-Krimi, der auf drei Ebenen spielt, die miteinander verwoben sind. Es handelt sich um die Gegenwart und reicht über einen Zeitabschnitt vor 10 Jahren, bis in das Jahr 1944, unter deutscher Besatzung. Der Autor verbindet diese Ebenen sehr akribisch und nach und nach wird deutlich, wie diese Abschnitte zusammengehören. Es ist ein sehr spannender Rückblick, der hier in die Geschichte eingearbeitet wird. Außerdem ist die Geschichte sehr authentisch, denn die rechten Umtriebe auf Zeeland, und stellvertretend auch für andere Bereiche Europas. Es ist ein Krimi, der auf sehr geschickte Art und Weise, die Spannung hochhält. Die Hauptdarsteller*innen Liv, Noemie, Ruben, der örtliche Polizeichef und Ann-Remi, eine neugierige Rechtsmedizinerin bilden ein sehr interessantes Team. In diesem Krimi werden die drei Zeitebenen sehr gut miteinander in Einklang gebracht und in Beziehung gesetzt. Vor allem der Cold Case, der sich 10 Jahre früher abgespielt hat, ist Mittelpunkt dieses Krimis. Es ist interessant zu sehen, wie der Autor immer wieder geschickt die Szenenwechsel einstreut. Vor allem das Jahr 1944 zeigt die geschichtlichen Ereignisse, aber sie passen auch sehr gut in den Krimi. Schön ist es auch, dass man nebenbei noch etwas von Zeeland und Veere erfährt und das nicht nur vom Cover, dass zu diesem Krimi sehr gut passt.
Ich mag diese Art der Krimis und auch hier ist mein Kopfkino angesprungen und deshalb fällt es mir leicht eine Leseempfehlung auszusprechen.

186 reviews
October 14, 2024
Zeeland-Krimi mit historischem Hintergrund
Nach einem missglückten Einsatz bei der Landespolizei soll Hoofdinspecteur Liv de Vries aus dem Fokus der Journale genommen werden. Auf Wunsch ihres Vorgesetzten fährt sie deshalb nach Zeeland um dort dem Verschwinden seines Bekannten Rob van Loon nachzugehen. Mit Unterstützung ihrer Kollegin Noemi, dem dortigen Polizeichef Ruben und der Rechtsmedizinerin Ann-Remi, stößt Liv schon bald auf Ungereimtheiten.
Bei diesem atmosphärischen Krimi erkennt man sofort die Liebe des Autors zur Landschaft von Zeeland. Detailreiche Beschreibungen lassen beim Lesen sehr schöne Bilder vor Augen entstehen.
Besonders spannend fand ich die immer wieder zwischendurch eingeschobenen Handlungen die uns ins Jahr 1944 zurückgeführt haben. Lange Zeit ist unklar, was diese mit dem aktuellen Fall zu tun haben.
Der aktuelle Fall plätschert allerdings lange Zeit nur vor sich hin. Gestört haben mich die vielen Szenenwiederholungen, dadurch hat mich das Buch irgendwann verloren, da halfen auch die ganzen Verwicklungen und sorgfältig ausgearbeiteten Fährten leider nichts. Schon ziemlich früh haben diverse Hinweise auf den Täter hingewiesen.
Die vom Autor aufgegriffenen unterschiedlichen politischen Themen sind gut recherchiert, hochaktuell und brisant. Obwohl ich nur 3 Sterne vergeben habe, würde ich einen weiteren Fall der Ermittlerinnen lesen, denn der Schreibstil und die Firgurenzeichnung haben mir durchaus gefallen.
Profile Image for Angi.
171 reviews2 followers
August 14, 2024
Der Prolog in der Leseprobe hatte mich so neugierig gemacht, dass ich das Buch unbedingt lesen wollte. Insgesamt betrachtet hat sich das auch gelohnt, in meinen Augen hatte das Buch nur wenig Schwächen.
Was mich am meisten gestört hat, das war das Bedienen von gerade sehr gängigen Klischees bzw. - blöd gesagt - Trends: die bösen "Rechten" überall ... Grundsätzlich ja kein falscher Gedanke, aber die Definition von "rechts" ist heutzutage ein Problem.
Ansonsten hat mir der Schreibstil aber sehr gut gefallen. Er ist lebendig und sehr anschaulich, auch was Schauplätze und Figuren betrifft. Die Gegend, in der das Ganze angesiedelt ist, kenne ich selbst nicht, aber man kann sich ein gutes Bild davon machen.
Sehr gelungen fand ich auch, dass die Krimi-Handlung im Jetzt so geschickt mit der Geschichte aus den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs verknüpft wurde.
Auch die Figuren mochte ich stellenweise sehr gerne, so wie Rechtsmedizinerin Ann-Remi, die - auch gegen Widerstände - über ihren Tellerrand hinausblickt und den Sachen auf den Grund gehen will.
Sehr positiv wahrgenommen habe ich (als absoluter Hundefan) auch die Sache mit dem "Streuner". Wenn Tiere ein Teil der Handlung sind und auch noch ein Happy End erhalten, gibt das immer Zusatzpunkte in der Bewertung! :)
Das Lesen hat mir insgesamt Spaß gemacht, der Krimi ist spannend und die Auflösung war auch gut durchdacht.
49 reviews
August 18, 2024
Im Buch geht es um Rassismus und polizeiliche Ermittlungen in der Hinsicht, sowie darum, wie die Polizei mit verschiedenen Opfern & Tätern umgeht. Sowas als Thema ist immer schwierig umzusetzen, weswegen ich am Anfang ein wenig skeptisch war, zumal Politik bekanntermaßen ein großes Streitthema ist. Umso mehr erstaunt mich die überraschend gute Umsetzung dieses heiklen Themas.

Den Schreibstil finde ich (sowas ist ja immer subjektiv) aus meiner Sicht gut gelungen. Jedenfalls hatte ich keine Lesehänger, was das Lesen angeht und man hatte es relativ schnell durch. Trotzdem war es nicht zu wenig, immerhin konnte ich mir alles bildlich vorstellen.

Die Figuren sind in vielen Büchern hit or miss, hier haben mir die meisten eigentlich ganz gut gefallen. Die Hauptcharaktere sind tiefgründig und die meisten Handlungen konnte ich nachvollziehen (aber nicht alle, man kann es nie jedem recht machen).

Das Buch ist vor allem interessant, weil es rassistische Denkweisen aufzeigt und diese oftmals mit der Zeit im zweiten Weltkrieg verglichen werden. Durch das Buch habe ich ein paar Sachen gelernt, was die niederländische Sichtweise des zweiten Weltkrieges angeht.

Insgesamt würde ich das Buch als gesellschaftskritisch bezeichnen und frage mich durch die Andeutungen im Buch: Wird es einen weiteren Teil geben?
Profile Image for Martina Meyen.
191 reviews4 followers
September 20, 2024
Düster und spannend

Ich mag es, Geschichten zu lesen, die in Orten angesiedelt sind, die ich kenne. So geht es mir mit Veere, in das ich mich schon vor einiger Zeit während eines Zeeland Urlaubs verliebt habe. Aber von dem beschaulichen Örtchen bleibt in dem Kriminalroman „Die Toten von Veere“ nicht viel übrig. Denn es wird richtig düster und spannend. Ich tappe zusammen mit der Ermittlerin Liv de Vries ziemlich lange im Dunkeln. Es bleibt spannend bis zum Schluss! Der Krimi wird sehr vielschichtig erzählt. Besonders gut gefallen haben mir die Rückblenden in die Vergangenheit. Ich erfahre einiges über Zeelands Geschichte zum Ende des Zweiten Weltkrieges hin und auch das sorgte für einige Gänsehautmomente.

Liv de Vries mochte ich von Anfang an! Sie ist taff und trotz einiger Leichen im Keller eine gute Ermittlerin mit Ecken und Kanten, ganz so wie ich das mag.

Die Atmosphäre in Veere wurde so gut und authentisch eingefangen. Sogar mein Lieblingscafe durfte ich kurz mit Liv besuchen. Aber ich konnte gar nicht so intensiv in Urlaubserinnerungen schwelgen, dafür war der Spannungsbogen einfach zu hoch! Es passiert sehr viel Unvorhergesehenes und das macht einen guten Krimi aus. Ich konnte mich teilweise gar nicht los reißen. Und am Ende … ja da gibt es einen fiesen Cliffhanger und das verspricht mir einen weiteren spannenden Krimi mit Liv de Vries!
Profile Image for Elke.
2,002 reviews43 followers
September 24, 2024
Ein Krimi von dieser Länge? Da bin ich eigentlich immer skeptisch, aber die Geschichte - eine Vermischung eines aktuellen Falles mit der Vergangenheit - klang einfach zu interessant, als dass ich an dem Buch hätte vorbeigehen können. Und es hat sich wahrlich gelohnt: von Anfang bis Ende wird die Spannung hochgehalten und es war keine Seite zu viel. Die Charaktere sind eingängig, auch wenn Liv de Vries sich mit ihrer impulsiven Art mehr als einmal in die Bedrouille bringt. Auch dass die Gerichtsmedizinerin ihre Kompetenzen überschreitet und in die Ermittlungen einsteigt, entspricht vielleicht nicht ganz der Realität. Andererseits schafft es diese geballte Frauenpower, Licht ins Dunkel gleich mehrerer ungeklärter Todesfälle zu bringen, daher war ich gewillt ein Auge zuzudrücken, das Buch war einfach zu spannend.
Der Wechsel mit den Kapiteln aus der Vergangenheit hat noch eine zusätzliche inhaltliche Komponente ins Spiel gebracht, die fast wie ein zweiter Bonus-Roman wirkt und durchaus ein eigenes Prequel-Buch ergeben hätte. So wurde der Roman um eine weitere interessante historische Geschichte bereichert, deren Auswirkungen bis in die Gegenwart spürbar waren und wesentlich zum aktuellen Fall dazugehörten.
Fazit: ein sehr verschachtelter, aber gut durchdachter Krimi mit handfesten Charakteren, der Lust auf mehr macht.
47 reviews1 follower
August 2, 2024
Wer hätte das in Veere für möglich gehalten?

Maarten Vermeer hat einen grundsoliden Krimi geschrieben, der den Ansatz für eine Fortsetzung bietet.
Das malerische Veere dient als Kulisse für eine Mordermittlung im rechtsradikalen Millieu.
Die Kommissarin de Vries wird von ihrem Vorgesetzten und Lebenspartner nach Zeeland abgeschoben und wird Mittelpunkt einer ganzen Reihe von Ereignissen, die bis zur Lösung mehrerer Mordfälle kulminieren.

Der Krimi ist spannend, der Ausflug in die deutsch-niederländische Historie interessant, und die Verweise auf den in den Niederlanden florierenden rechtsradikalen Parteienruck glaubwürdig inszeniert.
An manchen Stellen hätte ich mir mehr Verdichtung in der Handlung gewünscht, aber die über 500 Seiten boten kaum Längen.
Protagonisten, soweit sie nicht im Laufe des Romanes aus dem Weg geräumt wurden, sind glaubwürdig und durchaus lebendig.

Wer auch immer hinter dem Pseudonym steckt, versteht sein Handwerk und hat mir mehr als nur ein paar Stunden Lesevergnügen bereitet.

Klare Leseempfehlung.
12 reviews
August 5, 2024
"Die Toten von Veere" ist der erste Band des Pseudonyms Martin Vermeer, der jedoch schon andere Krimis veröffentlicht hat. Trotzdem lässt sich sagen, dass Vermeer ein großartiges Debut gelungen ist.

Mit Liv de Vries und Noemi hat Vermeer ein großartiges, weibliches Ermittlungsduo erschaffen. Die beiden sind tiefgründig gestaltet, genau wie alle anderen Charaktere, was mich positiv überrascht hat.
Liv und Noemi werden auf einen scheinbar unbedeutenden Vermisstenfall angesetzt, welcher jedoch weitreichender ist als man denkt und gibt damit Einblick in die Zeit um 1944. Nichts desto trotz ist der Roman von absoluter Aktualität.

Auch die wunderschönen Beschreibungen der Umgebung lassen sich hervorheben. Man kommt sich vor als wäre man direkt vor Ort.

Der Schreibstil ist locker und so kommt auch nie Langeweile auf. Mit dem letzten Satz hat mich der Autor auch für den zweiten Band gefesselt.
181 reviews11 followers
July 29, 2024
Bitte schneller als schnell die Fortsetzung!

„Die Toten von Veere“, ein Zeeland-Krimi aus der Feder von Maarten Vermeer, erschienen 2024 bei HarperCollins, ist ein Kriminalroman, der es auf unfassbar vielen Ebenen in sich hat und den mensch nicht eine Sekunde aus der Hand legen kann. Eingebettet in ein sehr atmosphärisches düsteres Cover mit geprägter Schrift, das große Beklemmung ausstrahlt, schließt sich beim Lesen ein Ring ums Herz, der so schnell nicht mehr zu sprengen ist.

Es geht los, wie mensch es von Krimis kennt, wobei eigentlich sogar das schon nicht, denn das Eskalationslevel ist direkt maximal: Hoofdinspecteur Liv de Vries trifft bei der übereilten Klärung eines Selbstmordattentatfalls eine unglückliche Entscheidung und wird danach von ihrem Vorgesetzten aus der Schusslinie genommen und zur Aufklärung eines scheinbar harmlosen Vermisstenfalls in die Provinz nach Veere geschickt. Mit ihr zusammen ihre neue Kollegin Noemi Bogaard. Doch was sich dann in Veere entspinnt, ist alles andere als ein harmloser Fall, denn hier führt jede Spur zu einer weiteren Entdeckung, die immer tiefer in die Vergangenheit führen – und ihre Opfer fordern.

Vermeer schreibt unglaublich dicht und packend, sein Plot ist absolut unvorhersehbar und die Abgründe, denen er sich genussvoll widmet, sind Untiefen, gegen die das Meer nur ein flacher Priel ist. Der Handlungsstrang ist so genial, dass ich ihn am liebsten hier wiedergeben würde, um ihn würdigen zu können, aber natürlich soll rein gar nichts verraten werden!
Was verraten werden kann und muss ist aber, dass „Die Toten von Veere“ auch deshalb für alle Preise der Welt nominiert werden sollte, weil Vermeer sich auf beeindruckende Art darin einem Thema widmet, dass die Welt gerade beschäftigt: Der Rechtsruck, der durch fast alle Staaten geht. Wie er dabei einen Bogen von der Vergangenheit bis heute und morgen schlägt und Mechanismen hellsichtig aufdeckt, und das inmitten einer Krimihandlung und ohne aufzutragen mit seiner aktiven politischen Haltung, immer eingebettet in eine Krimihandlung, die sich notwendig damit verbindet und doch so deutlich in dem, was er an Zeitanalyse vermitteln will, das ist ein ganz großer Coup. Selten habe ich einen so politischen Krimi gelesen, der dabei vollkommen unaufgeregt unpolitisch ist auf der Oberfläche. Ein kleines Manko ist, dass Vermeer bei der Behandlung des Charakters von Noemi Bogaard selbst in die Rassismusfalle tritt, indem er diesem Charakter leider nur sehr wenig Fleisch und Backstory gibt im Verhältnis zu den anderen Hauptcharakteren und diese Figur sehr funktional behandelt – etwas, was er unserer Gesellschaft zu Recht vorwirft. Dafür muss es einen halben Stern Abzug geben, aber dennoch kann hier nur empfohlen werden, diesen Zeeland-Krimi (eine viel zu harmlose Kategorie!) unbedingt zu lesen. Ideal an einem Wochenende, an dem mensch nicht viel vorhat. Denn ein Weglegen: Ist kaum möglich.

Und der Cliffhanger am Ende (Böse! Böse böse böse!!!) macht große Hoffnung auf eine Fortsetzung. Bitte schnell. Ich weiß nicht, wie ich das aushalten soll.

Ein großes Dankeschön an vorablesen.de und HarperCollins für das Rezensionsexemplar!
Profile Image for Astrid.
360 reviews2 followers
August 2, 2024
Leseempfehlung!!
Ein Krimi, der in Zeeland spielt, Orte, die mir von vielen Urlauben gut bekannt sind. Grund genug, den mir unbekannten Autor zu testen.
Liv de Vries, wegen wiederholtem Schusswaffengebrauch in die Medien geratene Hoofdinspecteur der Landespolizei, wird auf einen Vermisstenfall angesetzt. Was sich so harmlos anhört, entwickelt sich zu einem brisanten Fall, der bis in das Jahr 1944 zurückreicht. Weitere Zeitebenen sind die Gegenwart und 10 Jahre zuvor. Es ist interessant zu verfolgen, wie die verschiedenen Ereignisse sich miteinander verweben.
Dass in den Niederlanden auch rechte Parteien Zulauf haben und Fremdenfeindlichkeit durchaus verbreitet ist, spielt eine große Rolle in der Handlung. Die Gründe sind teils sehr aktuell, teils reichen sie weit in die Kriegsjahre zurück. Ich kann mich an Urlaube vor über 30 Jahren erinnern, in denen man als Deutscher dort nicht überall gerne gesehen war.
Marten Vermeer versteht es, Land, Leute und Sprache sehr authentisch in die Geschichte einfließen zu lassen.
Die Themen des Buches sind vielfältig und die Charaktere erleben Emotionen, die jeder nachvollziehen kann. Der Krimi ist auf der einen Seite hochpolitisch und auf der anderen Seite sehr menschlich.
Er legt den Finger auf die Ursachen und Folgen des Rechtsruck, ohne dabei belehrend zu wirken.
Marten Vermeer hat hier einen ausgezeichneten Krimi geschrieben, der ohne großartiges Blutvergießen, dafür aber mit viel Spannung daher kommt.
Das Ende lässt den Leser mit nur einem Satz rätselnd zurück und lässt damit auf eine Fortsetzung hoffen.
Von mir 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
2,474 reviews14 followers
July 27, 2024
Zum Inhalt:
Auf Bitten ihres Vorgesetzten untersucht Liv de Vries einen Vermisstenfall auf Zeeland. Das soll auch helfen sie aus der Schusslinie zu nehmen nach einem missglückten Einsatz. Der Koch Rob van Loon ist verschwunden und schnell kommt der Verdacht auf, dass der Verschwundene mit einem früheren Vermisstenfall zu tun hat.
Meine Meinung:
Was mir als erstes an dem Buch gefallen hat ist der Schauplatz, denn Zeeland ist einfach schön und wer schon mal dort war, hat dann auch von den Orten dort eine gute Vorstellung. Die Story war enorm vielschichtig und auch spannend, denn es kamen immer wieder neue Aspekte auf, gerade auch durch die Rückblicke in das Jahr 1944. Was ich persönlich recht witzig fand, war der Protagonist Kok, da ich im Freundeskreis auch Freunde mit dem Nachnamen Kok habe, was bei dem Namen nicht so häufig ist. Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Ganz böse fand ich ja den Cliffhanger, der aber Hoffnung auf ein weiteres Buch mit Schauplatz Zeeland macht.
Fazit:
Tolles Buch
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