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Christus (m/w/d): Eine Geschlechtergeschichte

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Gott ist in Jesus Christus Mensch geworden. Aber warum als Mann? Anselm Schubert zeigt in seiner faszinierenden Darstellung, dass von der Antike bis zur Gegenwart immer auch andere – weibliche oder androgyne – Christusbilder wirkmächtig waren, und führt uns so ein unbekanntes, erstaunlich diverses Christentum vor Augen.

In der Antike war vollkommenes Menschsein gleichbedeutend mit vollkommener Mä Christus musste daher ein Mann sein – und keusch bis hin zur Asexualität. Im Mittelalter waren die Geschlechterordnungen weniger Theologen diskutierten, ob Christus auch als Frau hätte Mensch werden können. Die Mystik feierte Christus als männlichen Bräutigam oder weibliche Inkarnation Gottes. Kabbalisten, Alchemisten und Prophetinnen der Frühen Neuzeit erhofften sich von einem androgynen Christus die Vollendung beider Geschlechter. Erst im 19. Jahrhundert rückte die Frage in den Vordergrund, wie man sich Jesus als „echten“, virilen Mann vorstellen kann. Gegen das betont männliche Bild vom Vater-Gott und seinem Sohn protestierte die feministische Theologie im 20. Jahrhundert mit einem weiblichen Christus. Queere verkünden einen schwulen, bisexuellen, transsexuellen, intersexuellen oder polyamoren Jesus. Die selbstverständliche Männlichkeit Christi gilt als der letzte blinde Fleck der Christentumsgeschichte. Anselm Schubert bringt in seinem längst überfälligen, meisterhaft geschriebenen Buch Licht ins Dunkel der patriarchalisch geprägten Erzählungen.

542 pages, Kindle Edition

Published August 21, 2024

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Profile Image for Antje Schrupp.
363 reviews113 followers
October 9, 2024
Dass das Geschlecht Gottes diskussionsbedürftig ist, ist nachvollziehbar. Aber das von Christus? Jesus von Nazareth war ein Mann, das ist ja wohl klar! Trotzdem haben Theolog:innen von Anfang an kontrovers über das Geschlecht des christlichen Erlösers diskutiert. In der Antike war zum Beispiel umstritten, ob Jesus Geschlechtsorgane hatte. Auch später wurde immer wieder seine Androgynität behauptet. Im Mittelalter diskutierte man über weibliche Inkarnationen Christi. In der bürgerlichen Moderne mit ihren starren Geschlechterbildern stand Jesus dann plötzlich im Verdacht, nicht „männlich“ genug zu sein – mit all seiner Friedfertigkeit und Sanftmut. Anselm Schubert, Kirchengeschichtler an der Universität Erlangen-Tübingen, gibt hier einen materialreichen Überblick über christologische Geschlechterdebatten durch die Jahrhunderte. Das erfordert beim Lesen manchmal Geduld, ist aber ungemein interessant.
Profile Image for Lorah Tink Battisti.
88 reviews1 follower
June 29, 2025
Ansich ein gut fundiertes, wissenschaftliches Buch, welches allerdings so trocken wissenschaftliche Fakten aneinander reiht dass ich es irgendwann nur noch Kapitelweise lesen konnte, weil ich mich nicht mehr dazu durchringen konnte.
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