Was, wenn du die Familie deines neuen Freundes kennenlernst – und dabei auf einmal mit den Schatten deiner eigenen Vergangenheit konfrontiert wirst? Nominiert für den Lovelybooks Award 2025!
Betty Ulrich hat bereits einige Abenteuer hinter sich – von Wien über Teneriffa bis nach Montenegro. Doch diesmal steht sie vor einer Herausforderung, die sie lieber umgehen wü ein ganzes Wochenende mit der Familie ihres Freundes Flo.
Ein Familienbesuch am Bodensee klingt harmlos, aber Betty ahnt, dass alte Muster und ungelöste Konflikte aus Flos Vergangenheit die Idylle schnell ins Wanken bringen könnten. Während sie gemeinsam mit ihm durch malerische Orte streift, sich auf unerwartete Erlebnisse einlässt und sich dem ein oder anderen Fettnäpfchen nicht entziehen kann, wird ihr Nicht nur Flo hat seine Dämonen – auch ihre eigenen Ängste und Zweifel holen sie ein.
Und so stellt sich Betty erneut die großen Fragen des
Wer bin ich, wenn ich mich nicht ständig anpasse?Wie kann ich mich abgrenzen, ohne meine Beziehungen zu verlieren?Was bedeutet es wirklich, einen Menschen so zu lieben, wie er ist?Zwischen tiefgründigen Gesprächen, urkomischen Situationen und bewegenden Momenten wird Betty klar, dass jede Reise, egal wohin sie führt, letztendlich eine Reise zu sich selbst ist.
BILD-Bestsellerautorin Jule Pieper liefert erneut eine humorvolle und tiefsinnige Geschichte, die ihre Leserschaft zum Lachen, Weinen und Nachdenken bringt – und vielleicht dazu, das eigene Leben ein kleines bisschen mutiger zu gestalten.
Man merkt der Autorin an, dass es ihr am Bodensee nicht besonders gut gefallen hat. Es wurden ein paar klassische Touristen-Attraktionen besucht und versucht, diese in ihren Roman zu integrieren, was leider nicht gut gelungen ist. Schade!
**** Mein Eindruck **** In dieser Geschichte begleiten wir Flo und seine Freundin Betty auf dem Weg in seine Heimat zu seinen Eltern. Das Verhältnis scheint zunächst gut zu sein – mehr weiß Betty allerdings nicht. Erst nach und nach wird ihr und uns Lesenden bewusst, welcher Vergangenheit sich Flo stellen muss und wie stark ihn seine Kindheit bis ins Erwachsenenalter hinein geprägt hat. Die Geschichte ist nah am Zahn der Zeit und spiegelt innere Muster wider, die viele von uns kennen: eine Generation, der es schwerfiel, Liebe zu zeigen, und eine nachfolgende Generation, die mehr Liebe gebraucht hätte – und im Erwachsenenalter oft kaum loslassen kann, um wirklich nach vorn zu schauen. Das Buch hält dabei keinen Spiegel mit erhobenem Zeigefinger vor, sondern regt sanft zur Selbstreflexion an. Innerhalb der Erzählung finden sich Gedanken und Impulse, die Selbsterkenntnis fördern und lange nachwirken. Betty und Flo sind sympathische, nahbare Figuren. Wie tief man sich selbst emotional involviert, bleibt den Lesenden überlassen. Dennoch sollte man dieses Buch mit etwas Vorsicht lesen, wenn man sich gerade in einer sehr schweren persönlichen Phase befindet. Es ersetzt keine professionelle Hilfe – erhebt diesen Anspruch jedoch auch zu keiner Zeit. Ich hätte mir stellenweise mehr Zeit mit der Geschichte und den Figuren gewünscht. Der Fokus liegt klar auf der Bedeutsamkeit der Themen und weniger auf einer ausgedehnten Erzählung, wodurch sich das Tempo für mich manchmal etwas ruckelig anfühlte – zu schnell, zu viel auf einmal. Dennoch kommt das, was gesagt werden möchte, sehr klar zur Geltung und hat in mir etwas zum Klingen gebracht.
**** Empfehlung? **** Ein nachdenkliches Buch für Leser:innen, die sich mit Herkunft, Prägung und emotionalem Weitergehen auseinandersetzen möchten. Es lädt zum Innehalten ein und kann wichtige Denkanstöße geben.