Tot sein ist richtig beschissen. Niemand weiß das besser als Ex-Rockstar und Ex-Lebender Cassidy Croaker.
Eben badet der Frontmann der Hardrock-Band Razor Scales noch im Jubel seiner Fans, kurz danach kommt er auf seiner eigenen Trauerfeier zu sich – unsichtbar für die Lebenden und ohne den heiß geliebten Star-Status. Wie das passieren konnte, versteht er selbst nicht. Doch er muss es dringend herausfinden, sonst drohen ihm Konsequenzen schlimmer als jedes gefloppte Album.
Umherirrende Seelen begleiten Cassidy auf seinem Weg zur Aufklärung seines Ablebens – und in seine düstere Vergangenheit vor dem Ruhm.
Ein Gig mit harten Rhythmen, bittersüßen Balladen und finsterem Humor.
‘*‘ Meine Meinung ‘*‘ Der Klappentext hatte mich schon in seinen Bann gezogen und ich war neugierig, was Cassidy bei der Suche nach der Ursache seines Todes alles erlebt. Wurde er umgebracht? Hat er sich, ganz Rockstar-like, eine Überdosis verpasst? Oder wurde einfach seiner ungesunden Lebensweise Tribut gezollt? Als Leserin war ich sofort mitten in der Handlung als ich begann das Buch zu lesen. Ich feierte den Erfolg und erlebte auch negative Seite umgehend mit. Doch schon sehr flott ging es in die Vollen. Cassidy lernt mit seinem Geisterdasein umzugehen, was sehr viel Platz für schwarzen Humor bot. Dann legte Vogltanz richtig los. Nach und nach erfuhr ich parallel zur Handlung in Rückblicken, wie alles begann. Wie es zum Beispiel in der High School damals war, wie sich die Band formierte und und und. Da taten sich manchmal Abgründe auf und die Verhaltensweisen der Figuren waren besser zu verstehen. Nach und nach entwickelte sich ein Gesamtbild und die Puzzlestücke fielen peu à peu an ihren Platz, doch DAS Ende hatte ich nicht erwartet. Sehr guter Schachzug der Autorin, denn natürlich hatte ich die ganze Zeit mitgeraten und vermutet, was denn nun zu Cassidys Ableben geführt hat. Die Spannung steigerte sich kontinuierlich und zog mich subtil in die Story. Da sitze ich auf dem Balkon, will nur noch ein bisschen lesen, bis ich ins Bett gehe und ... schwupps ... war es stockdüster und ich hatte fast zwei Stunden gelesen. Die Charaktere sind prima geschaffen. Diese Mischung aus Klischees und Konterkarierung derselben ist absolut gelungen. Es gab die typischen Rockklischees, aber auch Facetten und Seiten der Figuren, die ich so nicht erwartet hatte. Das machte mal wieder deutlich, der erste Eindruck kann verdammt täuschen. All das wurde in locker-flockigem Schreibstil präsentiert, so dass ich nur so durch die Seiten flog. Eine runde Rockstar-Story, die mit Überraschungen aufwartet und so gibt es von mir 5 Backstage-Sterne. ‘*‘ Klappentext ‘*‘ Tot sein ist richtig beschissen. Niemand weiß das besser als Ex-Rockstar und Ex-Lebender Cassidy Croaker. Eben badet der Frontmann der Hardrock-Band Razor Scales noch im Jubel seiner Fans, kurz danach kommt er auf seiner eigenen Trauerfeier zu sich - unsichtbar für die Lebenden und ohne den heiß geliebten Star-Status. Wie das passieren konnte, versteht er selbst nicht. Doch er muss es dringend herausfinden, sonst drohen ihm Konsequenzen schlimmer als jedes gefloppte Album. Umherirrende Seelen begleiten Cassidy auf seinem Weg zur Aufklärung seines Ablebens - und in seine düstere Vergangenheit vor dem Ruhm. Ein Gig mit harten Rhythmen, bittersüßen Balladen und finsterem Humor.
Was für ein krasses Buch. Es ist eines dieser Bücher, die man allein aufgrund des tollen Schreibstils in einem Rutsch durchlesen könnte, obwohl es ein fast-500-Seiten-Schmöker ist, aber es ist halt durchgehend spannend. Genauso wie die zwei Protagonisten Cassidy und Irene. Beide werden sehr ikonisch vorgestellt, in ihrem Element quasi - wirklich gelungen. Wir wissen sofort, mit wem wir es zu tun haben. Und die Entwicklung, die sie im Laufe der Geschichte nehmen, ist sowohl unglaublich, als auch jederzeit nachvollziehbar und glaubhaft. Es ist aber gleichzeitig ein schweres Buch - mit heftigen Themen und einer fast zweiseitigen Liste an Content Notes am Ende des Buchs, die man unbedingt vor der Lektüre anschauen sollte. Viele sensible Themen sind grafisch beschrieben und sehr emotional. Ich kam damit zurecht, für andere ist es vielleicht problematisch und diese Lesenden sollten vorher Bescheid wissen. Melanie Vogltanz hat es aber geschafft, die Themen angemessen im Text zu verarbeiten. Inbesondere in den schwarz eingefärbten Seiten geht es oft heftig her - diese Szenen muss man erstmal verarbeiten. Es liest sich an vielen Stellen, als hätte die Autorin selbst genau das getan. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass Schreiben oft sehr heilsam ist. Es gibt nur eine Sache, die mich am Ende gestört hat: der Cameo-Auftritt. Nicht die Tatsache, dass es einen gab - für die geringe Bedeutung, die er letztendlich hatte, war er mir einfach deutlich zu lang. Er hat mich aus der Spannung des Showdowns rausgerissen, das war schade. Womöglich hätte ich mehr Spaß daran gehabt, hätte ich das Ursprungswerk des Cameos gelesen.
Trotz des kleinen Mankos empfehle ich wirklich ausnahmslos jedem, dieses Buch zu lesen!!!
Verdammt gutes, rücksichtsloses Buch mit einer der interessantesten, komplexesten Frauenfiguren, die ich seit langem gelesen habe. Irene, my love, always!
Im Rahmen der Arbeit gelesen. Nicht mein privater Geschmack, daher keine Wertung, aber stilistisch gut geschrieben und als Buch, um daran mitzuarbeiten, sehr angenehm und ergiebig.
Die Erfahrung lehrt uns, dass manches entweder 0 oder 1 ist: Das Leben und der Tod ist so etwas. Entweder ist man tot oder eben nicht ... und man lebt. Ein bisschen tot zu sein, geht nicht... wie auch ein bisschen schwanger zu sein eher schwierig ist ... auch wenn man sich manchmal so fühlt, als ob man ein bisschen tot ist ... ist das "nur" der schwere Teil vom Lebendigsein.
Wenn man stattdessen so wirklich tot ist, bekommt man das im Normalfall nicht mehr mit. Aber was ist in der Phantastik (und beizeiten auch in der Realität) schon normal?!
Melanie Vogltanz entführt uns mit "Backstage - Tote geben keine Zugabe" in den Zwischenraum, der sich jenseits des Diesseits und diesseits des Jenseits befindet. Dort, wo man weder tot noch lebendig ist ... oder eben etwas von beidem.
Mit großem Genuss las ich Backstage in wenigen Tagen. Eigentlich waren es für mich eher traurige Tage und ein Buch zu lesen, in dem es um den Tod (und mehr) geht, nachdem ich in der Realität damit konfrontiert wurde, könnte als morbide Neigung deklariert werden. Stattdessen bot es mir eine sehr willkommene und überaus spannend-unterhaltsame Ablenkung, die mehr als an einer Stelle für eine Überraschung sorgte.
Der Schreibstil von Melanie Vogltanz trifft ziemlich genau meinen Geschmack ... also einen meiner Geschmäcker. Ihr witzig-skurriler Humor hat genau die passende Schwärze ... im übertragenen wie auch im Roman umgesetzten Sinn ... und an keiner Stelle wird es langweilig oder stereotyp. Immer dann, wenn man sich an eine noch so skurrile Situation gewöhnt hat, geht unter einem die Falltür auf und man rutscht mit wahnwitziger Geschwindigkeit in die nächste Ebene, die einen zuerst orientierungslos empfängt. Doch nichts in Backstage ist willkürlich oder überflüssiges Beiwerk (merkt euch meine Worte!) und Melanie Vogltanz nimmt die/den Leser_in behutsam an die Hand und versorgt sie/ihn fürsorglich und empathisch mit genau der Menge Informationen, die notwendig sind, um wieder einigermaßen sicheren Stand zu bekommen ... bis einen die nächste Klatsche trifft. Irgendwie hat es etwas von diesem American Gladiator TV-Format ... und man muss schon sehr aufpassen, wieder ins Gleichgewicht zu kommen ... denn sich wegzuducken, hilft bei Melanie Vogltanz nicht wirklich viel.
Es geht um das Leben und Ableben des Rockstars Cassidy Croaker, der kaum etwas von den klassischen Rock-Klischees auslässt. Die Rock-Dreifaltigkeit Sex, Drugs und Rock 'n' Roll lebt er exzessiv aus und konzentriert sich den Großteils seines Lebens hauptsächlich auf sich. Das kommt zwar seiner Karriere zugute, aber dem privaten Glück ist diese Art des Daseins eher weniger zuträglich und so kommt es, dass Cassidy eigentlich nur von denjenigen, die ihn am wenigsten kennen, bedingungslos geliebt wird ... seinen Fans.
Aber neben der rasanten Story und den immer wieder überraschenden Wendungen, ist es vor allem die Tiefe der Charaktere, die mich ans Buch gefesselt hat. Melanie Vogltanz versteht es, den einzelnen Charakteren ... und damit meine ich nicht nur die Hauptfiguren ... eine sehr gut recherchierte fiktionale Tiefe zu verleihen, die sich einerseits in Eigenschaften und andererseits in fiktionalen Lebenserfahrungen widerspiegeln. Ich kann für die Autorin nur hoffen, dass es sich tatsächlich um recherchierte oder frei erfundene Erfahrungen handelt und nicht um autobiografische, denn das, was da den Romanfiguren widerfährt, ist beizeiten ziemlich heftig. Allerdings befürchte ich, dass sich so manche Romanepisode mit der ein oder anderen Lebensepisode der Autorin vermengt hat, denn so detailliert und schlüssig, wie einige Szenen geschildert werden, scheint sich reale Erfahrung und Erinnerung ihren Weg in die fiktionale Ebene zu bahnen. Aber, das soll natürlich das Geheimnis der Autorin bleiben.
In Backstage wird einem ziemlich viel geboten: Es geht um Tod, das ausschweifende Leben eines Rockstars, dem Leben danach, um Reue, Rache, Liebe, Sex, Wut, Freundschaft, Feigheit, Versäumnisse, Lust, Geister, Kampf, Streit, Schmerz und Verzeihen. Und das waren nur die Sachen, die mir gerade spontan eingefallen sind, nachdem ich das Buch soeben beendet habe. Mit viel Witz und Charme werden extreme Situationen in erträgliche Bahnen gelenkt und während beim Lesen so einige Bilder diverser Kinofilme in meinem Kopf auftauchten (u.a. Szenen mit Patrick Swayze und Jack Nicholson ... aber auch die ein oder andere Episode von Supernatural), wurde ich ständig wieder von unerwarteten Wendungen überrascht und bemerkte trotz der Vielfalt der Handlungsstränge, wie sich gegen Ende der Geschichte alles zu einem großen Ganzen fügte.
Backstage ist uneingeschränkt empfehlenswert und ich würde mich überaus freuen, wenn die Geschichte einmal verfilmt werden würde :-)