Schleswig-Holstein, 1977: selle asemel, et oma mära seljas mööda randa galopeerida, peab Gesine tuupima keskkooli lõpueksamiteks. Ootamatult saab noorest venelasest Grigorist, kelle tema isa talli tööle palkab, lootusekiir tüdruku hallis argipäevas. Ent armuõnn saab järsu lõpu, kui Grigori ühel päeval lihtsalt kaob. Alles palju aastaid hiljem saab Gesine jälile põhjusele, mis sundis noormehe nii tegutsema, ning see viib teda kaugele perekonna minevikku ja viimaks Eestisse Hiiumaale. Eesti, 1938: baltisaksa perekond saadab üheksateistkümneaastase Charlotte leseks jäänud onule tema mõisa abiks. Birkenhofis armub too noorde tallmeistrisse Lennartisse. See suhe on lootusetu ‒ vanemad ei lubaks tal iialgi eestlasega abielluda. Kui Charlotte jääb lapseootele, avaldab ta neile oma saladuse, olles kindlalt otsustanud oma õnne eest võidelda. Kuid Teine maailmasõda tõmbab tema plaanidele kriipsu peale ja ähvardab purustada nii tema kui paljude teiste maailma.
Escritora alemana nacida en Würzburg en 1964, Christine Kabus estudió Literatura e Historia en la Universidad de Múnich. Posteriormente, Kabus trabajó como asistente de dirección y directora teatral, además de como guionista para series de televisión.
Gran amante de los paisajes nórdicos gracias a las obras de Astrid Lindgren y Lagerlöf Selma, Kabus decidió aprender noruego y viajar en numerosas ocasiones al norte de Europa.
En 2011 publicó su primera novela, En el corazón de los fiordos, a la que siguieron títulos como La isla de los glaciares azules o Hijas de la luz del norte, donde la naturaleza, la historia y la pasión se combinan casi a partes iguales, rindiendo homenaje a esas tierras que tanto han inspirado a la autora alemana.
Christine Kabus kenne ich bereits durch ihre Norwegen-Romane, die ich gerne lese, weil sie mir dieses Land (das ich schon seit langer, langer Zeit besuchen möchte) in ihren Büchern etwas näher bringt. Diesmal spielt ihr neuer Roman allerdings in Estland, was für mich noch mehr Anreiz war diese Geschichte zu lesen. Wann findet man schon ein Buch, das in Estland spielt?! 2016 habe ich selbst die baltischen Staaten besucht und war verzaubert von der mittelalterlichen Altstadt Tallinn. Zusätzlich habe ich noch eine supernette estnische Brieffreundin, die ich bereits einige Male getroffen habe - so auch bei dieser Urlaubsreise.
Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen. Im Vergangenheitsstrang lernen wir ein Estland in den Jahren 1938-1941 kennen, in dem die Deutschbalten zuerst die Herrschaftsschicht darstellen, aber während des Krieges vertrieben bzw. von Hitler zurück ins Deutsche Reich geholt wurden.
Charlotte von Lilienfeld ist ein junges Mädchen aus gutem Haus, das nach ihrem Abschluss an der wirtschaftlichen Frauenschule, mit ihrer besten Freundin nach Tallinn ziehen und dort arbeiten möchte. Als ihre Tante stirbt, schicken sie ihre Eltern kurzfristig auf die estnische Insel Hiiuma zu ihrem Onkel Julius. Dort soll sie ihm den Haushalt führen. Julius ist im Gegensatz zu Charlottes Eltern ein sehr aufgeschlossener und freundlicher Mann und Charlotte fühlt sich auf seinem Hof sehr wohl. Dazu trägt auch der Este Lennart Landa bei, den sie seit Kindertagen kennt und nun als Stallmeister am Birkenhof von Onkel Julius arbeitet. Bald entwickelt sich eine heimliche Liebesbeziehung zwischen Lennart und Charlotte, die sie vor ihren Eltern verheimlichen muss. Für die deutsche Herrschaftsschicht sind die einheimischen Esten nicht gut genug und eine Verbindung zwischen Charlotte und Lennart würde nie gebilligt werden. Doch dann kommt auch der Krieg nach Estland...
Im zweiten Strang befinden wir uns in Schleswig Holstein in den späten 1970iger Jahren bis hin zu den Anfängen der Neunziger Jahre. Die 17jährige Gesine von Pletten wächst auf dem Gut ihrer Eltern auf, die sich auf Pferdezucht spezialisiert haben. Gesine liebt die Pferde, hat aber mit den Wünschen ihrer Mutter nichts am Hut, die sie schon als gefeierte Springreiterin sieht. Außerdem soll sie einen vorzüglichen Schulabschluss hinlegen, wo Gesine doch viel lieber auf ihrem Pferd durch die Landschaft reitet. Als der estnische Bereiter Grigori auf den Hof kommt, verliebt sich Gesine in den jungen Mann. Doch der schüchterne "Pferdeflüsterer" ist aus seinem jetzigen Heimatland Russland geflohen. Als er plötzlich eines Tages verschwunden ist, ist Gesine verzweifelt. Erst viele Jahre später entdeckt sie Grigoris Geheimnis und das ihrer Familie...
Am Strang aus den Siebziger Jahren hat mir gut gefallen, dass ich einige der genannten Songs, TV Sendungen und Stilrichtungen wiedererkannte und mich an meine Kindheit erinnerte. Auch das politische Geschehen, besonders die Attentate der RAF und die Entführung von Werner Schleyer, nimmt Christine Kabus mit in die Geschichte auf. Jedoch ist vieles zu detailliert beschrieben, was zu kleinen Längen führt. Im Vergangenheitsstrang erfahren wir mehr über den politischen Hintergrund der Baltischen Staaten, die erst 1918 selbstständig wurden. Danach kam Estland durch die Einverleibung des Deutschen Reiches und Russlands wieder in fremden Besitz und erst nach dem Fall der Mauer 1989 wieder selbstständig. Bei meinem Besuch 2016 durch die drei Baltischen Staaten erkannte ich auf den ersten Blick, wie unterschiedlich sich Litauen, Lettland und Estland seitdem entwickelt haben. Die Autorin hat über die Geschichte des landes hervorragend recherchiert.
Die Parallelen zwischen Charlottes und Gesines Schicksal sind sehr schnell erkennbar. Beide entstammen wohlhabenden Familien, erfahren eine sehr strenge Erziehung und sehen sich dem Druck der Familie ausgesetzt, eine standesgemäße Partie zu machen. Beide haben jedoch ganz andere Wünsche und Träume, die sich nicht mit denen der Eltern vereinen lässt. Vorallem Charlottes erlebt, bedingt durch andere Menschen, eine sehr schlimme Zeit. Lange habe ich spekuliert, wie die beiden Zeitstränge zusammenhängen und ich hatte auch einige richtige Ansätze. Doch Christine Kabus hat gekonnt falsche Fährten gelegt und so konnte sie mich am Ende doch sehr überraschen.
Schreibstil: Christine Kabus schreibt teilweise sehr detailreich, aber auch wunderbar flüssig. Ganz besonders liebe ich aber ihre bildhaften Beschreibungen der Landschaft, wie auch die Einbettung politischer und historischer Begebenheiten zu dieser Zeit. Die handelnden Figuren sind sehr gut gezeichnet und als Leser lebt man mit ihnen mit. Am Anfang des Buches gibt es eine Karte von der Insel Hiiumaa und von Estland.
Fazit: Eine gelungene Familiensaga mit einem ganz besonderen Setting. Die Geschichte des kleinesn baltischen Staates war sehr wechselhaft und Christine Kabus hat die historischen Fakten sehr interessant mit der fiktiven Handlung verknüpft. Eine sehr informative Lektüre, die aber auch schöne Unterhaltung bietet.
Der Roman „Die Zeit der Birken“ von Christine Kabus dreht sich um zwei Familien in unterschiedlichen Epochen. Beide vereint die Liebe zu Pferden und ein Gestüt.
Der Auftakt zur Familiensaga hat mich gereizt, da ich historische Romane sehr mag. Doch so richtig hat es zwischen mir und der Geschichte nicht gefunkt.
Der Roman wirkt langatmig und so ruhig, dass meine Gedanken oft auf Wanderschaft gingen. Das lag leider auch an der Erzählstimme von Jasmine Kadisch. Sie liest den Roman vor. Ich vermisste Emotionen, wechselnde Stimmen und Stimmungen.
Und ein kleines Detail trieb mich schier in den Wahnsinn: kaum eine Figur darf ihren Satz zu Ende sprechen. Permanent wird unterbrochen, Gedanken nicht zu Ende formuliert oder losgelassen. Was zunächst realitätsnah wirkte, nervte nach 2 Kapiteln einfach nur noch.
Was mir an Christine Kabus Roman „Die Zeit der Birken“ besonders gefallen hat war, dass ich mir ein paar geschichtliche Details mitnehmen konnte, die mir bislang unbekannt waren. Ich fand es sehr interessant, dass in den 30er Jahren viele Deutsche in Estland lebten, die während des zweiten Weltkriegs nach Deutschland ausgesiedelt wurden und alles hinter sich lassen mussten. Über die Geschichte des Baltikums weiß ich so gut wie nichts und dieser Roman weckte in mir den Wunsch, tiefer in die Materie einzusteigen.
„Die Zeit der Birken“ erzählt zwei verschiedene Geschichten. In den 30er Jahren lebt Charlotte in Estland. Sie fühlt sich oft von ihren Eltern, die sehr auf Konventionen und eine standesgemäße Ehe pochen, eingeengt. Als sie zu ihrem Onkel auf dessen Gestüt zieht, blüht sie in ihrer neuen Freiheit auf, wird selbständig und verliebt sich. Alles scheint wunderbar, bis das Schicksal grausam zuschlägt. Im zweiten Erzählstrang geht es um Gesine, die Ende der 70er Jahre ebenfalls mit der Strenge ihrer Eltern zu kämpfen hat.
Was mir gut gefallen hat, war die große Rolle, die Pferde in der Geschichte spielen, da ich schon als Teenager Pferderomane sehr gerne gelesen habe. Auch fand ich die Namen sowie den Alltag der vornehmen Herrschaften interessant und teilweise amüsant. Die einzelnen Kapitel sind relativ kurz, durchschnittlich um die 10 Seiten. In diesem Fall hätte ich mir längere Kapitel gewünscht. Es sind zwei komplett unterschiedliche Geschichten, die hier erzählt werden und der häufige Wechsel hat mich immer wieder aus meinem Lesefluss gerissen, was mich insbesondere am Anfang gestört hat. Allgemein hätte das Buch für meinen Geschmack etwas kürzer sein können. Durch die fast 600 eng beschriebenen Seiten verliert sich die Erzählung manchmal ein wenig in Nebensächlichkeiten und das Tempo entwickelt sich recht gemütlich. Im direkten Vergleich hat mich Charlottes Handlungsstrang mehr mitgerissen. Die Thematiken fand ich hier sehr vielfältig: Erwachsenwerden, die Suche, nach dem eigenen Platz im Leben, Liebe, Schicksalsschläge... Gesines Geschichte fokussiert sich überwiegend auf die Beziehung zu Pferdetrainer Grigori. Auf den letzten 150 Seiten werden die beiden Erzählstränge miteinander verflochten. Etwas vorhersehbar und unrealistisch, aber trotzdem mitreißend und das Erzähltempo zieht zum Finale auch ordentlich an.
Ich habe es nach meinem Auslandssemester in Estland gelesen oder eher verschlungen. Die Geschichte spielt mit Zeitsprüngen abwechselnd in Schleswig-Holstein und Estland, mir stand zum Teil der Mund offen, wie tief die Infos über Estland gehen und wie viele der Insider ich verstanden habe. Das Buch enthält alles Romantypische: Liebe, Sehnsucht, Trauer, Verrat... Zum Ende ist es etwas unrealistisch in der Geschichtsführung, aber dennoch sehr lesenswert