Die Geschichte dreht sich um William Tapping, der im Haus seiner kränklichen älteren Tante entdeckt wird. Er ist stumm und ungepflegt mit einem langen Bart und Haaren. Die Nachbarn waren sich seiner Existenz nicht bewusst. Sowohl die Tante als auch William werden für psychiatrische Untersuchungen in die Westbury Park Paychiatrie aufgenommen, aber die Tante stirbt kurz darauf und überlässt den anderen das zusammenfügen der einzelnen Puzzleteile von Williams Geschichte.
William wird ermutigt, sich durch Kunst auszudrücken von Helen Hansford, einer Kunsttherapeutin, die entschlossen ist, mehr über den talentierten, aber mysteriösen Mann zu erfahren.
Helen hat unterdessen ihre eigenen Probleme - eine unkluge Affäre, eine steinige Beziehung zu ihren Eltern und wenigen Freunden. Sie ist auch entschlossen, ihrer Nichte zu helfen, die auch eine schwierige Beziehung zu ihren eigenen Eltern hat.
Das Buch ist in zwei Teile unterteilt - die "Gegenwart" (1964), als William in den Westbury Park gebracht wird, und eine clevere Enthüllung von Williams Vergangenheit in einer Reihe von Szenen, die bis 1938 zurückreichen und erklären, wie er zu einem versteckt lebenden Mann wurde.
Wie gesagt, es war meine erste Lektüre von Clare Chambers - und was für eine absolut entzückende Geschichte, inspiriert vom wirklichen Leben. Chambers Prosa überzeugt durch ihre Einfachheit. Ihre Charaktere sind wunderbar real, von der neugierigen Helen über den schüchternen und oft stillen William bis hin zu Gil, dem Psychiater, der jede Grenze überschreitet, die man sich vorstellen kann.
Clare Chambers hat mich dazu gebracht, wissen zu wollen, was mit William passiert ist. Ich denke, meine Lieblingscharaktere waren William, dessen Kampf, Situationen zu verstehen, sich so real anfühlte, und Frau Kenley, die Mutter einer Schulfreundin, die die Art von Frau ist, die jedes Kind in seinem Leben haben sollte.
Vor allem ist „Scheue Wesen“ eine Geschichte, die die Bedeutung von Freundlichkeit und gegenseitigem Respekt in einer Welt bestärkt, in der sich die meisten mehr um
ihr Selbstbild kümmern, und welches Image sie ausstrahlen. Ich liebte es zu sehen, wie Helen und William in der Erzählung an sich selbst wuchsen. Ohne das Ende verraten zu wollen, würde ich „Scheue Wesen“ als eine zutiefst befriedigende Lektüre bezeichnen!