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Toni & Toni

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Toni und Toni entwickelten vor einiger Zeit eine Tanzperformance und standen kurz vor dem großen Durchbruch – bis ein Unfall nach der Generalprobe in einer euphorisierten Nacht in einem Wiener Club alles änderte. Seither suchen die beiden ihren Weg zurück ins gemeinsame Leben.

Toni, ausgebildete Tänzerin, fällt zurück in alte Muster der Selbstverletzung. Sie lebt antriebslos und Serien schauend in den Tag hinein, verlässt nur mehr selten das Bett, während Toni, der Erzähler, sich in Zen-Meditation übt und eine Obsession für buddhistische Lehre und das Erlernen japanischer Schriftzeichen entwickelt. Die gegenseitige Fürsorge und die inneren Konflikte stellen das Paar auf eine schwere Belastungsprobe.

"Toni & Toni" gleicht einer präzise durchkomponierten Choreografie. Mit seiner überwältigenden, rhythmischen Sprache gleitet der Text elegant zwischen Gegenwart und intensiven Erinnerungsbildern.
Von stillen, beinahe meditativen Schilderungen bis hin zum rauschhaften Ausbruch fängt dieser imposante Debütroman die Leidenschaft, Ekstase und die tiefsitzenden Zerrissenheiten von Toni und Toni ein.

94 pages, Kindle Edition

Published August 12, 2024

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Max Oravin

1 book

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5 (4%)
Displaying 1 - 25 of 25 reviews
Profile Image for Meike.
Author 1 book5,033 followers
October 20, 2024
Longlisted for the German Book Prize 2024
This short Austrian debut is one of the very few novels from small publishers that got nominated for the German Book Prize this year. Performance artist Max Oravin tells the story of a co-dependent, toxic love between two drifters, dancer Antonia and philosopher Thomas (we're in Vienna, hence: Toni & Toni). Thirty-ish Thomas holds a Master's, but failed to find a career path that pays his bills - when daddy stops financing him, he becomes a kind of receptionist for a dance studio, where he meets mentally unstable Antonia. Traumatized by her mentally ill mother and prone to self-harm, what keeps Antonia going is her love for artistic movement. Toni & Toni start dating and do copious amounts of K, speed, and MDMA, until an accident happens which takes away Antonia's ability to dance.

This text is a hallucination, key factors remain intentionally oblique or implausible: Why would Antonia perform a dance routine with philosopher-receptionist Thomas and get a stipend for it? It's only there to show them as mirrors moving through and re-arranging stage settings (hello, metaphor). What the hell happened in this accident, and why would Antonia be professionally affected by an injury that doctors see as minor right from the start? This turmoil fuses mind and body, drug-haze and reality, chaos and order, it's not supposed to be a link in a logical chain of events. So when you came for social realist writing about destitute artists or mental illness, that's clearly not what Oravin had in mind. This is a language game, a text that performs possibilities of meaning.

And these kinds of texts tend to walk a thin line, as they can easily become pretentious. Let's take Thomas, a particularly enervating character: Born into a middle-class family and supported by his teacher parents until his thertieth year (my parents would have never!), he fully lacks ambition, and spends his days fleeing reality into Japanese lessons and Zen studies. As we get the whole book from his perspective, his ongoing ramblings are quite the challenge. But the fascination lies in the dynamic that unfolds with Toni, how these two drifters try to escape their immediate surroundings into another sphere, how they fall in love and fail each other, almost constantly. They are both lost, no compass in side.

To let the short book work, readers have to allow for the mesmerizing parts that really evoke the hallucinatory character, and take an interest in the subtle movements of the relationship that we never see from Antonia's perspective. There is a riddle-like quality to it, as yould would normally ask: What drives these people? Here, the tragedy lies in the fact that for these characters, the answer is mostly nothing. And they can't deal with that emptiness, no matter how many drugs they take, or Zen texts they read, or how often they cut themselves.

There is something darkly intriguing about this book, although its will to be lyrical and its own ambition frequently work to its detriment. Still, an interesting effort.

You can listen to our discussion on the podcast here: https://papierstaupodcast.de/podcast/...
Profile Image for Anna Carina.
685 reviews353 followers
abgebrochen
September 2, 2024
Da ich meine mühsam erkämpfte gute Laune nicht gefährden möchte, Abbruch bei 39%.
Kurzum: ich find‘s doof.

Das ist sprachliche Performance, die versucht über Körperbewegung, Formen, Objekte, Philosophie, japanische Zeichen/Sprache und Buddhismus eine Ausdrucksform zu finden.
Dabei wird das Zusammenleben von Toni und Toni geschildert, dem das Thema sozialer Status und eine Verletzung der weiblichen Toni anhaftet.
Sprachlich geht das Ding für mich völlig nach hinten los, da es null in Bewegung kommt. Ein reines Beschreiben und künstliches, steriles Rumexperimentieren mit Ausdrucksformen, die furchtbar schlau klingen und einfach nur sperrig als Distanzträger zum eigentlichen Geschehen wirken.
Das ist ne reine Kopfgeburt.
Aber da sieht man mal, über Bewegung schreiben, heißt noch lange nicht, es auch zu tun.

Sie erklärt mir, wir müssten zunächst unsere Gesten formen, bestimmen, wie unsere Körper sich zum Raum und zueinander verhalten. Wir arbeiten, sagt sie, du merkst es vielleicht nicht, hart, wir üben unsere Räumlichkeit ein. Wir sind, sagt Toni, mit allem im Raum verbunden, wir müssen es lernen, die Fäden zu sehen, müssen, um die Fäden zu dehnen und, bis kurz vorm Zerreißen, mit ihnen zu spielen, die Webung des Raumes entdecken, müssen, zuletzt, uns legen ins Gespinst. Nach der Pause widmen wir uns, ebenso spielerisch, der Struktur unseres Stücks. Wir entdecken Muster in unseren Bewegungen, heben sie hervor, lösen die verwirrten Fäden, bilden, Stunde um Stunde und Tag um Tag, jenes Gespinst, mit dem wir uns, wie selbstverständlich…“
Profile Image for Uralte  Morla.
370 reviews126 followers
January 23, 2025
"Ich weiß damals nicht, dass wir beide nicht gesund sind, weiß nicht, dass man die Ordnung der Gesellschaft, in die ich mich nie, wie Toni doch auf ihre Art, gefügt habe, nicht versteht, wenn man an die Möglichkeit der Gesundheit glaubt." (Seite 80)

Antonia und Thomas - oder Toni und Toni, wie sie sich nennen - geht es nicht gut. Es gelingt ihnen nicht, ihren Platz in der Welt zu finden, sich einzufügen in das System, das sich Leben nennt. Antonia-Toni hatte ihren Platz für eine Weile im Tanz gefunden. Sie hatte Pläne und Träume, arbeitete gemeinsam mit Thomas-Toni an einer großen Performance. Doch kurz vor der Premiere verletzt sie sich durch einen Unfall so stark, dass sie nicht mehr tanzen kann. Sie wird stark depressiv, fällt zurück in alte destruktive Muster und kann an manchen Tagen kaum aus dem Bett aufstehen.
Thomas-Toni sucht seine Ordnung währenddessen im Buddhismus. Er lernt Japanisch, verliert sich in philosophischen Texten und versucht die rasenden Gedanken im Inneren wegzumeditieren.
Dazwischen Drogenrausch, Tanzen, Atmen und irgendwie in den nächsten Tag kommen. Die beiden haben Glück, denn sie haben einander, sind "Toni & Toni" - so nennen sie ihr Duo für die geplante Performance. Doch:

"Was geschieht nun, wenn alle Zeichen zerstäubt sind, auch das Zeichen, das als Toni & Toni, Toni und mich bedeutet, mit Toni und mir?" (Seite 100)

Max Oravin hat mit "Toni & Toni" ein tief berührendes Buch über zwei Menschen geschrieben, die verzweifelt versuchen Halt zu finden und immer wieder scheitern. Denen die Welt zu viel ist und die sich ihr trotzdem immer wieder stellen - bis es nicht mehr geht.

All das schreibt Oravin hoch poetisch aus der Sicht von Thomas-Toni. Seine Gedanken springen von der Gegenwart in die Vergangenheit und zurück, verlieren sich in Nebensätzen und fügen sich nicht selten zu lyrischen Kompositionen zusammen.
Sprachlich ist dieser kurze Roman ein Hochgenuss, inhaltlich tut er weh und ist doch so zärtlich, dass er sich wie eine traurige Umarmung anfühlt. Ich habe mich so oft (zu oft?) in diesem Text wiedergefunden und liebe einfach alles daran!
Und: Noch nie habe ich eine so treffende und gleichzeitig so poetische Beschreibung von selbstverletzendem Verhalten gelesen. (Triggerwarnung an dieser Stelle.)
Überhaupt findet Oravin so grandiose, eindringliche Worte für die psychische Verfassung seiner Figuren, dass sie einen nur schwer wieder los lassen. Es ist, als hätte er einen Kopf aufgeschraubt, die Gedanken direkt daraus gefischt und sie in grandiose Prosalyrik verwandelt. Das ist Literatur, die bleibt!
Eine definitive Leseempfehlung von mir!
Profile Image for Jana C.
56 reviews1 follower
February 19, 2025
2.75/5
Eine Mischung aus stellenweise richtig gut und fast schon zu nah und stellenweise für mich nur augenrollend lesbar und leider überwiegt letzteres. Ich hätte auch einfach lieber Tonis Geschichte gelesen, glaube ich.
Profile Image for Rosa.
80 reviews22 followers
August 25, 2024
#longlistlesen - (7/20)

Ich war im Vorhinein schon sehr gespannt auf das Buch - nicht zuletzt, weil es eines der drei österreichischen Bücher auf der Longlist ist, und ich nicht nur aufgrund meiner österreichischen Nationalität österreichische Literatur sehr hoch schätze.

Vermutlich ist „Toni&Toni“ ein wenig hinter den Erwartungen zurückgeblieben, die ich an es gestellt habe. Es war beileibe nicht schlecht - stellenweise sogar wirklich gut - aber hat mich letztendlich nur halb überzeugen können.

In dem Buch geht es um einen Menschen, den ich nicht unrelatable fand - Toni, der absolut nichts auf die Reihe kriegt und dem sein Leben eigentlich nur als eine Aneinanderreihung von Nischenhobbies besteht, die er irgendwann wieder aufgibt, weil er sie nicht mit der nötigen Ernsthaftigkeit verfolgt.

Ihm wird das erste Mal in seinem Leben irgendeine Art von Bedeutung und Sinnhaftigkeit zugestanden, als er die weibliche Toni trifft, eine Deutsche, die in Wien als Tänzerin arbeitet und die ihn in seine Tanzperformance eingliedert. Als (die weibliche) Toni sich allerdings vor der Generalprobe verletzt, und sie deshalb wieder auftreten können, noch ein lukratives Angebot in Genf annehmen, bleibt (dem männlichen) Toni nichts anderes übrig, als sich ein neues Hobby zu suchen: Japanisch bzw. Buddhismus.

Ich kann leider mit Tanz überhaupt nichts anfangen; ich habe überhaupt keinen Zugang dazu, weshalb für mich einfach nicht zu hundert Prozent nachvollziehbar war, was diese gemeinsame Performance für die zwei bedeutet hat. Aber ich kann dennoch eindeutig zugestehen, dass diese Bewegungen, und das wiederholende Thema der Zeit, und was wir mit ihr anfangen, sich erzählerisch äußerst geschickt durch das Buch gezogen hat.

Aber im Grunde waren mir leider Toni noch Toni in ihrer Passivität sympathisch. Ich kann nachvollziehen, dass die Situation unglaublich schwer für sie gewesen sein muss - aber mein Gott, ihr hättet sogar die Möglichkeit von AMS-Geld zu leben, und bringt es dann nicht mal über euch, das in Anspruch zu nehmen? Das fand ich schon arg zynisch.

Fazit: Ein echt solides Buch, das für mich vor allem durch das Lokalkolorit Wiens und der exzellenten Sprache gelebt hat. Sehe aber keine großen Shortlist-Chancen.
Profile Image for Dunja Brala.
603 reviews46 followers
October 2, 2024
Warum auf diesem Buch Roman steht ist mir ein Rätsel. Auf den 110 Seiten findet man einen lyrischen Monolog, Gedanken ausgespült und in eine lange Meditation verpackt. Der Stil gleicht eher einer Performance, genau der Ausdrucksweise, die im Plot eine große Rolle spielt

Antonia und Thomas finden tanzend zueinander. Die Dynamik ihrer Körper lässt sie darstellerische Höchstleistung erbringen, und sie haben die Chance, mit ihrer Kreation in einem Wettbewerb Ruhm und Geld zu gewinnen. Nach der Generalprobe wird schon gefeiert, und hier zieht sich Toni, die Tänzerin eine schwere Verletzung zu. Es zerplatzen alle Träume. Thomas, der sich ebenfalls den Künstlernamen Toni zulegt hat, deklamiert in einem langen Monolog das Versinken beider in Lethargie und Hoffnungslosigkeit.
Während (die) Toni in die alte Gewohnheit der Selbstverletzung zurückfällt, ritzt der Ich Erzähler sein Hirn, in dem er, schon immer dem Zen zugeneigt, eine Manie für japanische Schriftzeichen entwickelt und die Lehren des Buddhismus zu seinem Lebensinhalt macht.
An Toni kommt er nicht mehr ran. Er versucht sie nur vor Schlimmeren zu bewahren.

Ein Monolog über das Scheitern, den Umgang mit Schicksalsschlägen und die Konsequenzen, die der Lifestyle „Partydroge“ mit sich bringt - denn auch das ist ein roter Faden im Text, der selbstverständliche Konsum von MDMA, Ketamin, Marihuana und Kokain, der im Endeeffekt die Grundlage für Euphorie und Depression bereitet.

Oravin nimmt uns an die Hand, und wir gehen mit ihm durch eine Lektüre, die weder linear verläuft, noch Anfang oder Ende hat. Dabei bedient er sich lyrischer Elemente, starker Bilder und durchbricht die Optik mit untermalenden japanischen Schriftzeichen. Ich habe mich nicht irritieren lassen durch Zeit und Ereignissprünge. Doch muss man sich einlassen auf diesen Sog, sonst verliert man vielleicht die Orientierung.

Ein starker Text der ganz besonderen Art, zu dem vielleicht nicht jede/r Zugang findet. Mich konnte das Buch gefangen nehmen, bis zum letzten Satz.
Profile Image for Emilia.
182 reviews4 followers
December 13, 2024
Ich glaube dieses Buch ist für andere Leser ein Meisterwerk. Für mich war es jedoch leider ein bisschen zu langatmig. Interessante Geschichte und auch interessanter Schreibstil, jedoch konnte ich mich damit nicht zurechtfinden und kam nur mühsam durch den Text.

I think this book is a masterpiece for other readers. For me, however, it was unfortunately a bit too lengthy. Interesting story and interesting writing style, but I couldn't get to grips with it and struggled to get through the text.
Profile Image for Coney.
89 reviews
November 7, 2024
Eher eine Novelle für mich als ein Roman. Ich war total gespannt weil ich die Leseprobe richtig ansprechend fand und den Autor auf der Buchmesse getroffen habe.

Ich konnte mich gut in Toni einfühlen und sehe es anders als die vorherigen Rezensionen zu dem Roman. Klar hat Toni keinen festen Job und schreibt viel über Drogen und Parties (was ich nicht so gut fand), trotzdem sehe ich ihn nicht als gescheitert an. Ich finde es wird sehr realistisch beschrieben, wie sich ein Leben am Rand der Gesellschaft anfühlt. Trotz der fatalistischen Sicht auf die Gegenwart finde ich die Beschreibungen der Körperlichkeit und des Ausdrucks durch Tanz und Buddhismus sehr anregend und ich bin wirklich versunken in den verschachtelten Sätzen. Ich würde mich freuen weitere Werke zu lesen in der Zukunft :)
Profile Image for Otto.
750 reviews50 followers
September 1, 2024
Ein schmaler Band (110 Seiten), Debütroman des Österreichers, Beziehungsgeschichte eines Mittelschichtlehrerehepaarsohnes der als abgehender Philosophiestudent im bürgerlichen Leben nicht Fuß fassen kann und seiner Freundin, einer sensiblen, sich selbst verletzenden deutschen Tänzerin aus psychisch prekären Familienverhältnissen. Aus nicht ganz geklärten Umständen (da gibt es auch so eine Gewaltphantasie des männlichen Toni ( ja beide heißen Toni - Antonia und Thomas)) erleidet die Toni vor der Premiere einer von den beiden einstudierten Bewegungsimprovisation eine Bauchverletzung, sie versinkt wieder in selbstzerstörerische Depression. Oravin lässt den Ich- Erzähler Toni in Rückblenden diese Beziehungsgeschichte erzählen, es geht um langsame Annäherung, Einsamkeit, Drogen verpackt in Zen-Betrachtungen (der Er-Toni versucht sich in Japanisch-Studien und Zen-Übungen).
Das Buch überzeugt durch hervorragende sprachliche und gestalterische Ausführung. Habe ein wenig über japanische Zen-Kultur gelernt. Bin gespannt, ob der Roman weiterkommt und vielleicht auch beim österreichischen Debutpreis nominiert wird.
Derzeit auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis.
Profile Image for Ena.
206 reviews
March 15, 2025
This sounded like a book I would really like, and then I didn´t. Just not much luck this month :(
I like art/theater/dance, I like Japan and Zen - this brought me to the book. In fact I found the language signs very pretty and a good idea. The rest is so unrealistic that I cannot get around it. A guy who does not have a single clue what to do with his life becomes a dancer, probably winning a competition etc. äh no. I can believe dancers do drugs, I cannot believe one is as stupid to throw away her whole life´s ambition and risking "everything" during the night before a premiere. The story is quite cliché and as little as we know what really happened that night, what the accident was, as little we get to know what happens next. There seems to be some developement, but we can just hope.
I liked the language and there are some very nice sentences, but in all the breathlessness I was also glad the book is short.
Profile Image for Finn.
12 reviews
Read
January 5, 2025
Die Sprache kann dem Tanz der beiden nur nachrennen und wird ihm nie wirklich gerecht, zu sperrig lesen sich die Sätze; sie sind eben nicht fließend, den Raum durchschreitend wie Toni und Toni. Die beiden sind kaputt, haben die Welt hinter sich gelassen und nur noch sich selbst, schaffen sich dennoch selbst Wege, um sich ihrer selbst zu vergewissern, sei es durch Klingen oder Kanjis. Zwischendrinnen, schön wie lange Spaziergänge unter kalter Sonne, Beschreibungen, die hängenbleiben: die Konversation als Klebstoff menschlichen Umgangs; der Spliterregen zerbrochener Zeit.
Figuren, die nahegehen, wenn sie auch so dysfunktional handeln und die schlussendlich etwas unter der Form dieses Debütromans verloren gehen.
7 reviews
August 12, 2025
Ich konnte mich zwischen drei und vier Sternen nicht entscheiden.
Das ist ein besonderes Buch – und das meine ich weder negativ noch positiv.
Es hat einen eigenen Stil, und besondere Stile muss man erst einmal ausprobieren.

Für ungeduldige Menschen kann dieses Buch sehr anstrengend werden: Es gibt einfach keine Pause. Es besteht praktisch aus einem einzigen langen Absatz. Den Flow hat der Autor allerdings sehr gut hinbekommen.

Der Inhalt ist bedrückend – man muss sich schon „durchbeißen“.
Wer nur zur Unterhaltung liest, dem würde ich es nicht empfehlen.
Wer jedoch etwas Neues ausprobieren möchte, wird die 110 Seiten relativ schnell durchhaben.
Profile Image for Bücherbummlerblog.
139 reviews8 followers
September 14, 2024
Als Toni und Toni sich kennenlernen, ist sie Tänzerin, er arbeitet an der Pforte der Einrichtung, in der sie probt. Es dauert nicht lange, bis sie ihn überredet hat, mit ihr ein Tanzprojekt umzusetzen, ein wenig länger, bis sie sich durch diese Proben näherkommen und ein Paar werden. Doch als Toni (weiblich) kurz nach der Generalprobe zu ihrem Stück einen „Unfall“ hat, bricht das gemeinsam aufgebaute Luftschloss in sich zusammen. Toni (weiblich) verfällt in Depressionen, greift zu alten Mustern der Selbstverletzung, verlässt kaum noch das Bett. Toni (männlich) hingegen fällt es schwer, sich den Aufgaben des Alltags zu stellen. Er flüchtet sich in den Zen-Buddhismus und das Erlernen der japanischen Sprache. Die Beziehung steht vor der Zerreißprobe.

Als ich mir die Longlist des Deutschen Buchpreises angesehen habe, ist mir das schmale Bändchen „Toni & Toni“ von Max Oravin nicht sofort ins Auge gefallen. Erst als ich „Tanz“, „Japanisch“ und „Buddhismus“ las, drei Dinge, die auch in meinem Leben eine Rolle gespielt haben, war mein Interesse geweckt. Und auf den ersten Seiten war ich auch durchaus angetan davon, wie schnell Oravin eine Stimmung aufgebaut hat, die körperlich fast greifbar war. Ich habe mich wirklich auf die weitere Lektüre gefreut.

Die Begeisterung begann aber recht zügig im Sande zu verlaufen. In erster Linie lag das daran, dass der Roman jenseits der fühlbaren Atmosphäre mir nicht viel zu bieten hatte. Die Geschichte/Entwicklung kam nicht so wirklich in Gang, die Charaktere blieben hölzern und farblos, obwohl Toni (männlich) als Erzähler durchaus in die analytische Tiefe geht. Aber vielleicht lag es genau daran, vielleicht blieb alles zu verkopft, zu choreografiert, um im metaphorischen Bild zu bleiben. Die Gefühlsebene blieb für mich künstlich und hat im Gegenzug bei mir auch keine Emotionen ausgelöst. Mein Interesse schwand dann auch von Seite zu Seite mehr, weitergelesen habe ich in erster Linie, weil ich erwartet und erhofft habe, dass noch irgendetwas Weltbewegendes passieren würde.

Darüber hinaus hatte ich noch mehrere kleinere Probleme mit diesem Buch. Inwieweit es realistisch ist, dass eine professionelle Tänzerin mit einem absoluten Laien eine brauchbare Vorstellung aufziehen kann, sei mal dahingestellt. Auch, ob es möglich ist, in so kurzer Zeit ein so tiefes Verständnis für die japanischen Kanjis und die Lehren des Zen-Buddhismus zu entwickeln (vielleicht spricht da aus mir auch nur der Neid). Befremdlich fand ich eher, dass selbstverletzendes Verhalten überhaupt kein Anlass zur Beunruhigung zu sein schien, sondern eher eine Art künstlerisch-kreativen Hobbys, wenn nicht sogar normale Alltagshandlung. Und es fiel mir zunehmend schwerer, den Zeitsprüngen zu folgen – was aber durchaus auch am stetigen Sinken meines Aufmerksamkeitslevels gelegen haben kann.

Ich bin mir bewusst, dass meine Kritikpunkte vielleicht ein wenig forciert und haltlos erscheinen mögen, aber eigentlich spiegelt das genau das, was ich beim Lesen empfunden habe. Viel Konstrukt, dazwischen viel Luft und wenig Substanz.

„Toni & Toni“ ist ein dünnes Buch, und einer der wenigen Fälle, in denen das auch gut so ist. Oravin kann schreiben, das möchte ich ihm überhaupt nicht absprechen, und ich kann auch nicht behaupten, mich während der Lektüre ernsthaft gelangweilt zu haben. Es gibt bestimmt viele, die dieser Roman ansprechen wird, die viel daraus mitnehmen können, aber für mich hat es nicht gepasst und ich sehe ihn auch nicht auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2024. Darum von mir leider keine Leseempfehlung.
Profile Image for Karola.
811 reviews7 followers
December 11, 2024
Langatmiger Verlauf mit fremdartig wirkendem Buddhismus
Ein seltsames Paar. Antonia, hier Toni, ausgebildete Tänzerin, findet in Toni, Philosophie Student und an der Pforte des LOFT in Wien arbeitend, den Tanzpartner zur Umsetzung ihres Tanzprojektes. Allein schon diese Tatsache wirkt sehr unrealistisch. Aus den Depressionen der weiblichen Toni erwachsen erneut häufige Selbstverletzungen in Form von Hautritzungen mit Krankenhausbesuchen seit früher Jugend – diese bildlichen Beschreibungen berühren zwar, ermüden jedoch in ihrer Länge. Der männliche Toni flieht aus diesen Tagen des bedrückenden Alltags in Zen-Buddhismus und die japanische Sprache, was menschlich verständlich ist. Hat man als Leser jedoch keine Beziehung zu diesem Fachgebiet, bleibt diese Lektüre nicht nahe genug greifbar. Daher kann dieser Roman langweilen.
Profile Image for Monja Tinker.
41 reviews
May 24, 2025
Das Buch hat mich wütend gemacht. Wären es mehr als 100 Seiten, hätte ich abgebrochen. Erst einmal: das ist kein Roman, es ist Lyrik. Was nicht weiter schlimm ist, aber zu Anfang doch etwas irritiert. Fand es sprachlich auch ganz spannend und einige Stellen auch echt schön geschrieben und hatten irgendwie einen Mehrwert, ABER...

Es sind tausende japanische Sutren, Sprichwörter und Kanji aneinander geballert und ich denke mir nur "Bitte hör auf!" Ich mag japanisch und habe es sogar mal selbst ein wenig gelernt, aber das Buch heißt "Toni & Toni" und nicht "Buddha, Kanji und Toni (& Toni)".
Die Sicht von Tänzerin Toni hätte mich auch so viel mehr interessiert. Wenn ihre Sichtweisen zwischendrin mal geteilt wurden, wollte ich mehr davon wissen, aber dann ging es direkt wieder um irgendeinen buddhistischen Typ, der irgendwas ganz tolles geschrieben hat...help
Profile Image for Eni Noel.
26 reviews
October 17, 2025
Seite für Seite vergräbt Max Oravin seine Handlung in inneren Monologen, die in der Zeitachse ein absolutes Chaos verursachen und den Lesenden maximal herausfordern. Toni und Toni sind ein Paar, dass bei einem Tanzwettkampf versagt und jeder für sich daraufhin in seiner Welt verschwindet. Aus Sicht des Protagonisten werden die Erlebnisse, doch vor allem die eigenen Gedanken und Gefühle in Ketten von sprachlichen Bildern erzählt. Chapeau vor dieser Autorenleistung, die die Worte zeitweise ganz ohne Interpunktionen über mehrere Seiten hinweg zu einem anschaulichen Gebilde aneinanderreihen. Doch leider wird das Potenzial der menschlichen Beziehung von Toni und Toni zueinander nicht ausgeschöpft. Die weibliche Toni ist letztlich nur ein Beiwerk, damit der männliche Toni einen Grund hat, in den Tiefen seiner teils depressiv wirkenden Gedanken zu versinken.
Profile Image for Jin.
846 reviews148 followers
September 22, 2024
Ich mag Tanz, ich kann was mit Japanisch anfangen und dass das Pärchen beide denselben Namen teilen, fand ich auch schon interessant genug um das Buch in die Hand zu nehmen. Leider haben die Einwürfe vom Japanischen keinen Mehrwert gebracht oder die Geschichte verfeinert. Und auch wenn die Sprache an sich sehr schön geschrieben war, hat es die Leere der Geschichte nicht covern können. Die Passivität hat sich während der Geschichte gehalten und es gab leider auch keine andere große Aussicht oder ein Peak bis zum Ende. An sich mag ich Bücher mit "negativen Auren", aber dieses Buch hat mich leider nicht überzeugen können.

** Dieses Buch wurde mir über NetGalley als E-Book zur Verfügung gestellt **
Profile Image for Anika.
967 reviews324 followers
October 21, 2024
Ein durchaus ambitioniertes Debüt, nur nicht meine Art der Literatur: Diese Geschichte um ein tanzendes, liebendes und leidendes Paar ist vor allem eine sprachliche Performance, quasi ein Contemporary als Text. Da mich darauf nicht ausreichend einlassen konnte, fielen mir Plotlöcher und die (durch Stil und Inhalt) bedingte Erzählweise leider zunehmend unangenehm auf.

Mehr zum Buch in unserer ausführlichen Besprechung @ Papierstau Podcast: #309: Deutscher Buchpreis 2024
Profile Image for Hanna.
53 reviews
January 12, 2025
Der Klappentext hatte mich für das Buch überzeugt. Sprachlich ist der Text durch die vielen verschachtelten Sätze aufwändig und schwer zu lesen.
Die Geschichte selbst ist gefangen zwischen Protagonisten in letharischer Verhaltensweise und der Erinnerung an früheren exzessiven Drogenkonsum. Dieser lässt womöglich Menschen genau so zurück. Das Buch ist nicht viel mehr als japanische Weisheiten zu lernen und die Erinnerungen an das Hören, Sehen, Fühlen des Ausdrucktanzes.
3 reviews
January 18, 2025
10/10 would recommend
Dieses Buch laut zu lesen, war ein Geschenk. Die Pausensetzung durch Kommata gab dem Text so viel an Bewegung. Ein ganz anderes lyrisches Erlebnis, als die Seiten nur leise zu lesen.
Random Randnotiz: Oravin schreibt, wie sich ein voller Kopf anfühlt. Vielleicht hat auch das so sehr abgeholt.
Profile Image for Anni Schmidt.
7 reviews
Read
March 28, 2025
„Schweigen in den Kaffe.
Seinzeit, in der alles ist und war und sein wird, ein Netz ausdehnugsloser Augenblicke aus einer Vergangenheit, die nirgends hingeht, und einer Zukunft, die nirgendwo herkommt, ein Nervenbündel aus reiner Zeit.
Alles ist Auge in diesem Bild, lidlos und wach“

„Alles sein nichts anderes als Zeit sei, und alle Zeit sei sein“
Profile Image for Estrelas.
940 reviews
July 30, 2025
„Wir sind, sagt Toni, mit allem im Raum verbunden, wir müssen es lernen, die Fäden zu sehen, müssen, um die Fäden zu dehnen und, bis kurz vorm Zerreißen, mit ihnen zu spielen, die Webung des Raumes entdecken, müssen, zuletzt, uns legen ins Gespinst.“

Mir fiel es schwer, den roten in all den Fäden zu finden.
Profile Image for Ida.
14 reviews
April 19, 2025
~herbst 24 “Es gibt ein Vorher des Geschehens, ein Wissen um das, was kommen wird oder kommen mag, ein Scheuen auch dessen, was man tun muss oder was einem gr-tan werden wird, der Gummi der Zeit bis zum Zemeißen ge-dehnt. Es gibt ein Nachher des Geschehens, ein Wissen da-rum, dass etwas geschehen ist, ein vorsichtiges Tasten nach dem Schmerz. Was dazwischen geschieht, entzieht sich dem Griff. Der Wunsch nach einem Leben im Jetzt, das doch, wie Dögen weiß, verschwindet, wenn es nicht alles enthält, was war und was sein wird, ist, wie ich denke, die gröbste Verzerrung der Lehre des Buddha. Löst man den Umschlagpunk des Jetzt aus dem, was man hofft, und dem, was man, zerden-kend, erinnert, bleibt einem nur das größte Grauen, der Wahnsinn dessen, was ist, und sonst nichts, ein Jetzt ohne ein Damals.”
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