Aischa, die Tochter algerischer Einwanderer, wächst in Paris auf und besucht dort eine höhere Schule. Ihre strenggläubige Familie erwartet von ihr, daß sie sich den Sitten und Gesetzen des islamischen Kulturkreises unterwirft. Diese Traditionen aber räumen den Frauen keinerlei Rechte ein. So gerät Aischa, die europäisch denkt, in Konflikt mit ihrer Familie. Als sie sich in den Vietnamesen Kim verliebt, spitzt sich die Lage dramatisch zu. Aber Aischa gibt nicht auf. Sie ist entschlossen, für ihre Freiheit und ihre Liebe zu kämpfen.
Es ist ein Jugendbuch und das merkt man. Die Figuren sind alle nicht wirklich ausgearbeitet, die haben kaum Gedankengänge und das Ende ist auch irgendwie sehr plötzlich. Vor 10-15 Jahre hätte es besser gepasst. Trotzdem ein interessantes Thema. Der Islam wird schon doll kritisiert was aber berechtigt ist im Bezug auf den Umgang mit Frauen und auch wenn die Protagonistin Muslima ist, merkt man dass es nicht aus der Sichtweise einer Muslima geschrieben wurde. Auch wenn die Autoren sich gut mit dem Thema auskennt hätte mich das mehr interessiert.
Ein Buch über das muslimische Mädchen Aischa, das in Frankreich lebt aber trotzdem zu einer anderen Welt gehört. Einer Welt, in der Mädchen unterdrückt werden und nicht als eigenständige Wesen angesehen werden. In der sie sich verhüllen müssen, keine Freiheiten haben und unter der Herrschaft der männlichen Wesen stehen. Doch in Aischa wachsen Zweifel, als sie sich in den Vietnamesen Kim verliebt. Er und ihre neu gewonnene Freundin Ariane zeigen ihr, wie anders das leben sein kann.
Eine wertvolle Geschichte, die aufzeigt, warum Frauen ein Recht auf Selbstbestimmung zugebilligt werden muss und warum es nicht immer sinnvoll ist Traditionen und Werte der früheren Generation zu übernehmen und starr an ihnen festzuhalten. Es zeigt den ungeheuren Wert der Freiheit auf und zeigt, dass man alles erreichen kann, wenn man dafür kämpft und es wirklich will. Besonders ein Gedanke, der in dem Buch zur Sprache kommt, hat es mir angetan. Aischa erklärt, dass sie sich verhüllen müssen, damit die Männer sie nicht belästigen. Und Ariane hält dagegen, dass sie anstatt den Frauen das zu sagen, den Männern lieber beibringen sollten, die Finger von Frauen zu lassen. Und das ist doch gerade heute auch bei uns noch so. Wir sagen unseren Töchtern, dass sie sich nicht aufreizend anziehen sollen, aber warum sagen wir stattdessen nicht unseren Söhnen wie sie sich anständig zu verhalten haben? Das kann man auf vieles anwenden.
Wegen der vielen wertvollen Gedanken, der Darlegung und Sichtweise der anderen Kultur und des leichten Schreibstils eine gute Lektüre!