Eine App gegen die Spaltung der Gesellschaft. Zu gut, um wahr zu sein?
Seit Jahren warnt Peter Gruber vor politischen Tendenzen, die jenen der 1930er ähneln. Nachdem er als Lehrer suspendiert worden ist, bringt ihn seine Nichte Lisa auf eine gute Er entwickelt eine App, die zum besseren Miteinander beitragen soll. Schnell hat »LISA wünscht ALLES GUTE« Millionen User. Doch dann verschwindet Gruber spurlos. Hat er Neider, hat er den Hass derer auf sich gezogen, die Wut und Ressentiments schüren? Zu viele fühlen sich abgehängt, setzen ihre Hoffnung auf die Union der Sozialpatrioten, die selbsternannten Retter des Abendlands. Oder sind Tech-Riesen hinter ihm her, die aus dem Handel mit persönlichen Daten ein Milliardenbusiness machen? Mira Valensky und Vesna Krajner folgen Grubers Spur.
Eva Rossmann wurde 1962 in Graz geboren. Sie arbeitete als Verfassungsjuristin im Bundeskanzleramt und war später als politische Journalistin tätig. Als Mitinitiatorin des österreichischen Frauenvolksbegehrens und als Wahlkampfkoordinatorin der Quereinsteigerin Gertraud Knoll bei den österreichischen Bundespräsidentschaftswahlen 1998 sammelte sie politische Erfahrungen. Eva Rossmann lebt als Autorin im Weinviertel und veröffentlichte zahlreiche Sachbücher. Vor einigen Jahren wechselte Eva Rossmann mit ihrer Reihe um die Lifestyle-Journalistin Mira Valensky aus Wien, die erstaunliche Ähnlichkeiten zu ihrer Schöpferin aufzeigt, erfolgreich ins Krimi-Genre.
Dieser Krimi beginnt sehr undurchsichtig und wirr. Mira Valensky und Vesna Krajner starten Nachforschungen nach einer APP aufgrund eines flüchtigen Gespräches mit dem Erfinder. Zug um Zug treten Ungereimtheiten auf und es werden mehrere Personen verdächtigt, Gruber versteckt bzw. gar ermordet zu haben. Es gibt jede Menge an Verdächtigungen im Netz. Zu guten Letzt wird aber die Hartnäckigkeit der beiden Hobby-Ermittlerinnen belohnt und die Schuldigen werden der Polizei übergeben. Es fehlt an einem Faden quer durch die Geschichte.
Es passiert einfach zu wenig, auf den wenigen Fakten basierend versuchen die Figuren dann Thesen aufzustellen, aber es war mir leider von Anfang bis Ende sehr egal.
Wir beide kamen nicht zusammen. Der Anfang konnte mich nicht begeistern, ich fühlte mich eher wie in einem Kochbuch, nicht wie in einem Krimi. Peter Gruber hat Eine App gegen die Spaltung der Gesellschaft geschrieben, «LISA wünscht ALLES GUTE», die Millionen User hat und damit ist er reich geworden, aber er hat den größten Teil in eine Stiftung gesteckt und etwas für seine Nichte bereitgelegt. Weil er sich bedroht fühlt, verabredet er sich mit der Journalistin Mira Valensky. Gruber erscheint nicht, ist plötzlich spurlos verschwunden. Freiwillig untergetaucht – wenn ja warum? Oder was immer auch passiert ist …
Ich habe versucht, zu verstehen, was das für eine App ist. Man kann damit Menschen per Strichmännchen «Alles Gute» wünschen? Und damit soll Gruber Millionen verdienen, weil die User dafür bezahlen? Peter Gruber, ein ehemaliger Lehrer, der vor heutigen politischen Tendenzen warnt, die an die 1930er Jahre erinnern, plädiert für mehr Freundlichkeit untereinander. Anstatt Hass zu sähen, alles Gute zu wünschen, will mit sonntäglicher Stimmung der Polarisierung der Gesellschaft entgegenwirken. Vor irgendwas hat der Mann Angst, er werde bedroht, behauptet er, ebenso seine App, und darum wendet er sich an die Journalistin Mira Valensky und ihre Ermittler-Freundin Vesna Krajner. Doch bevor sie sich treffen können, ist der er verschwunden. Ich gebe einem Buch 50 Seiten. Wenn es mich dann so gar nicht nicht packen kann, trennen sich unsere Wege. Bis hierhin habe ich weder die App verstanden, noch wohin mich der Weg in diesem Krimi führen konnte, ich war gelangweilt. Lesen ist eine ganz persönliche Sache, die mit Geschmack zu tun. Und dieses Buch konnte mich eben nicht packen.
Eva Rossmann, geboren 1962, lebt im Weinviertel/Österreich und auf Sardinien. Juristin, Journalistin, Autorin. Ihre gesellschaftspolitischen Kriminalromane rund um die Wiener Journalistin Mira Valensky und ihre bosnischstämmige Putzfrau und Freundin Vesna Krajner wurden zu Bestsellern und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, zuletzt mit dem Österreichischen Krimipreis 2024.