Zuletzt hat es doch ein gewisses Vergnügen bereitet, aber man muss auch in der Stimmung sein dafür, und das war ich vor Jahren als ich die Lektüre abbrach nicht. Es ist aber eines der Bücher die ab 18 sind.
Die Werbeagentur-Besitzerin, der Schrecken der Geselschaft, wird auch noch als Lyrikerin gefeiert. Ihre Texte, von Spracherkennungsprogramm falsch wiedergegeben, machen Furore, und sie wird selbst ein Promi. Aber sie dreht langsam durch, weil ihr gefährlicher Liebhaber Valmont, dem sie sich ganz ausliefert, immer weniger von ihr wissen will. Sie die Kommunikationsexpertin, reagiert nur noch aggressiv auf die Mitmenschen. Sie interessiert sich nicht mehr für sie und hat auch nichts mehr zu sagen.
Wie kann man Menschen nur so unsympathisch beschreiben! Alles ist ziemlich grell und überzeichnet. Fremdschäm-Faktor ist hoch. Rollenprosa ohne Rücksicht auf Verluste. Die Vorstellungskraft läuft Amok. Prominente werden in diesem manischen Werk regelreicht "verheizt", aber auch Ostdeutsche, besonders Sachsen. War ein Erfolg damals, als es herauskam. Kann ich nochvollziehen. So einen literarischen Furor, der auch als Abrechnung mit dem Zeitgeist gelesen werden kann, liest man selten - und das von einer in der DDR sozialisierten Autorin.