Nach dem Tod seiner Frau braucht der ehemalige Polizeikommissar Rolf »Wolf« Larsen einen Neuanfang. Von der Großstadt Oslo zieht er nach Bø, einem kleinen Ort in der abgeschiedenen norwegischen Provinz Telemark, wo er sich als Privatdetektiv selbstständig macht. Sein erster Fall beginnt scheinbar Wolf soll herausfinden, ob der Ehemann von Sofia Jacobsen sie betrügt. Doch während seiner ersten Observierung wird sein Zielobjekt getötet, und Wolf entgeht nur knapp demselben Schicksal. Bei seinen Ermittlungen trifft er auf die Journalistin Sanna, die ihm entscheidende Hinweise gibt und hinter deren ruhiger Fassade mehr steckt, als sie preisgeben will. Die beiden verstricken sich immer mehr in einen Fall, in dem nichts so ist, wie es scheint ...
Der atmosphärische und spannende Auftakt der neuen Norwegen-Krimi-Reihe von Bernhard Stäber um das ungleiche Ermittlerduo Wolf und Sanna.
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„Kalt wie die Nacht“ - mit seinem ersten Buch um den ehemaligen Polizeikommissar und jetzigen Privatdetektiv Wolf Larsen ist Bernhard Stäber ein fesselnder Thriller gelungen, zwei weitere Bücher werden folgen.
Der Prolog spielt in Oslo, es ist der 15. Januar 2009. Nachdem sich Jan Tore Kjerstad mit seinem Dealer getroffen hat, beobachtet er kurz danach den brutalen Überfall auf einen Juwelier.
Vierzehn Jahre später ist Rolf Larsen, der von allen Wolf genannt wird, unterwegs nach Bø. Dort will er sich nach dem Tod seiner Frau als Privatdetektiv selbständig machen. Kaum angekommen, ruft auch schon seine erste Klientin an. Sofia Jacobsen vermutet, dass ihr Ehemann sie betrügt. Da Sofia kommendes Wochenende eine Freundin besuchen will, bereitet sich Wolf auf die Observierung seines Zielobjektes vor. Der Verdacht der Ehefrau scheint sich zu bestätigen, denn eine dunkel gekleidete Person schleicht sich durch den Garten über die Terrassentür ins Innere des Hauses, Wolf folgt in gebührendem Abstand und – wird Zeuge einer Straftat…
Wäre noch Sanna Bjørnstad. Sie arbeitet in Teilzeit als Journalistin bei der örtlichen Tageszeitung. Ein frühkindliches Trauma hat bei ihr zu einer dissoziativen Identitätsstörung geführt. Sie meidet größere Menschenansammlungen, ist jedoch ein Recherche-Ass. Sie berichtet über den aktuellen Fall, dabei kommt sie mit Wolf näher in Kontakt, was wiederum ihm zugute kommt, denn er sucht sowieso eine Mitarbeiterin. Wolf und Bär, wie sie sich ihren Namen nach nennen (Sanna Bjørnstad trägt den Bären in ihrem Nachnamen), werden weiter zusammenarbeiten. Sie harmonieren gut und sie schätzen sich gegenseitig – ein nicht ganz alltägliches Ermittlerteam.
Bernhard Stäber lebt seit Jahren in der norwegischen Provinz Telemark und was liegt da näher, als seine neue Thriller-Reihe hier anzusiedeln. „Kalt wie die Nacht“ ist mein erstes Buch von dem Autor, die beiden Nachfolgebände „Stumm wie der Schnee“ und „Einsam wie der Tod“ werde ich mir nicht entgehen lassen.
Der "Wolf"-genannte Rolf Larsen braucht nach dem Tod seiner Frau Veränderung. So gibt er sein Polizisten-Dasein auf und zieht in das kleine Städtchen Bø, um sich als Privatdetektiv zu verdingen. Schnell kommt der erste Auftrag, doch aus einer einfachen Beschattung unter Mutmaßung einer Affäre wird schnell ein Mordfall. Gemeinsam mit der seltsamen Journalistin Sanna versucht er das, was der Polizei nicht so leicht gelingen mag: den Fall aufzuklären.
Bernhard Stäber setzt in "Kalt wie die Nacht" einen gelungen Start in die neue norwegische Krimireihe rund um den Privatermittler Wolf und der Journalistin Sanna. Der Spannungsbogen wird ordentlich gespannt, man wird ermutigt, wild zu spekulieren und hat lange Zeit Fragezeichen, die nur langsam weniger werden. Letztendlich wird kurz vor Schluss der Fall plausibel gelöst, ohne das Fragen offen bleiben.
Wolf ist ein sympathischer Kerl und man fühlt mit ihm - seinen Schmerz, über den Verlust seiner Frau, spürt man förmlich. Bei der Journalistin Sanna dachte ich mir erst: oh nein, sie hat eine dissoziativer Persönlichkeitsstörung - das kann ja nur schief gehen. Aber der Autor überraschte mich, beschreibt er die Erkrankung doch ohne Klischees sondern feinfühlig und glaubhaft.
Ich mag es sehr gern, wie die einzelnen Figuren ihre Beziehungen zueinander aufbauen, besonders Wolf und Sanna, aber auch andere Charaktere. Hier funktioniert nicht alles reibungslos und genau das macht die Geschichte glaubwürdig. Die Landschaft spielt - wie bei skandinavischen Krimis meistens - eine wichtige Rolle und wird gekonnt in die Geschichte eingewoben.
Mein Fazit: "Kalt wie die Nacht" ist ein gelungener Auftakt einer neuen, norwegischen Krimireihe, der sich durch einen spannenden, zu Spekulationen anregenden Fall auszeichnet und seine Charaktere mit viel Feingefühl und Authentizität versieht. Eine große Leseempfehlung an alle, die langsame, nordische Krimis mögen!
Durch Zufall wurde ich auf den Auftakt der Krimireihe "Kalt wie die Nacht" von Bernhard Stäber, erschienen bei Lübbe, aufmerksam. Ein norwegischer Krimi fällt natürlich zu hundert Prozent in mein Beuteschema, und ich begann zu lesen.
Der Autor schaffte es, mich durch einen spannenden Einstieg in die Storyline rund um den Ex-Kommissar Wolf Larsen und die Journalistin Sanna zu fesseln. Dabei zeichnete er interessante und vielschichtige Charaktere, über die ich sofort mehr erfahren musste. Besonders hervorzuheben ist hier Sanna, die der Autor wunderbar ausgearbeitet hatte und eine ganz ungewöhnliche Backstory verlieh. Sie war fast das Zugpferd dieses Teams, auch wenn ihr Anteil an der Story für meinen Geschmack noch größer hätte sein können.
Nach einem wirklich starken Anfang kam leider erst einmal wenig Dynamik in den Kriminalfall. Ich kann verstehen, warum sich der Autor so viele Seiten der Vorgeschichte von Wolf widmete, jedoch führte es für mich zu großen Längen, in denen die Storyline stagnierte. Dennoch schaffte es der Autor in diesen Passagen gut, die Hoffnungslosigkeit und Trauer von Wolf zu transportieren und mich fühlen zu lassen.
Der Fall an sich war klug konstruiert, wenn auch etwas weit hergeholt. Der Spannungsbogen zog sich stringent durch die Geschichte, auch wenn er für mich gerne ein paar Wendungen mehr hätte aufweisen können. Trotzdem wollte ich weiterlesen, was vor allem an Sanna und ihrer dissoziativen Identitätsstörung lag. Diese setzte der Autor sehr gekonnt ein, um die Spannung zu steigern.
Im Großen und Ganzen ist "Kalt wie die Nacht" ein solider Reihenauftakt, der einige Längen aufweist. Durch Sanna wurde ich jedoch neugierig auf mehr. Für mich waren es am Ende 3,5 von 5 Sternen für diesen Krimi.
*"Kalt wie die Nacht"* von Bernhard Stäber ist ein atmosphärisch dichter Thriller, der mich sofort in die raue, geheimnisvolle Landschaft Norwegens gezogen hat. Die düstere, fast melancholische Stimmung passt perfekt zur Geschichte, in der der deutsche Psychologe Arne Eriksen versucht, nicht nur einen Fall zu lösen, sondern auch mit seinen eigenen Dämonen fertigzuwerden.
Besonders gefallen hat mir die vielschichtige Hauptfigur – Arne ist kein klassischer Ermittler, sondern ein Mann mit Vergangenheit und inneren Kämpfen, was ihn umso authentischer macht. Stäbers Schreibstil ist bildhaft und eindringlich, manchmal fast poetisch, ohne an Spannung zu verlieren. Die norwegische Kulisse ist mehr als nur Hintergrund; sie verstärkt die Atmosphäre und macht die Story noch intensiver.
Für Fans von skandinavischen Krimis mit psychologischer Tiefe ist *Kalt wie die Nacht* auf jeden Fall eine Empfehlung wert.