Ich war noch klein, vielleicht acht, und hatte die Hoffnung, jemand würde das einzig Richtige tun und meinem Vater eine Kugel zwischen die Augen jagen.
Wir erlösen kranke Tiere von ihrem Leid, damit sie keine Qualen erleiden, damit sie den Rest der Gruppe nicht anstecken.
Männer lassen wir leben.
Story 🌟🌟🌟🌟🌟
Sind wir dazu verdammt die gleichen leben wie unsere Eltern zu leben? Wiederholen wir den Teufelskreis oder brechen wir heraus?
Was kostet es den Kreis zu brechen? Die Wahrheit? Was ist schon die Wahrheit, unsere Vergangenheit, wenn wir dafür das perfekte Leben führen dürfen?
Aber was ist, wenn uns unsere Vergangenheit einholt und dazu zwingt uns zu erinnern?
Diese Geschichte war voller twist and turns und ich habe alles daran geliebt.
Es war spannend, gefühlvoll und fesselnd.
Ein absolutes Meisterwerk.
Warum ich so lange gebraucht habe um es fertig zu lesen? Das Thema war schwer, sehr schwer. Sowas liest sich für mich nicht schnell.
Charaktere 🌟🌟🌟🌟🌟
Clover ist besessen. Wenn sie nicht über ihre schlechten Gene nachdenkt, die sie vor ihrem Mann und ihren Kindern versteckt, denkt sie über das nächste secondhand Kleidungsstück oder die nächste Vitaminkur nach, die sie zur perfekten Mutter machen.
Aber was mit Selbstoptimierung beginnt, wird langsam zu einer obsessiven Sache. Alles ist eine Gefahr für ihre Kinder (neben der offensichtlichen Gefahr - die Kinder selbst und natürlich sie selbst) und alles muss beseitigt werden.
Ihr Folgen manische Gedanken und von einem Thema fließt sie ins andere. Ihr Kopf hat kaum Zeit eine Pause zu machen, was natürlich auch daran liegt, dass sie Mutter von zwei Kindern ist.
Sie lernt Jane kennen, die sie versteht und zu der sie sich verbunden fühlt. Sie werden Freundinnen und Jane wird ihre Nanny.
Aber ist Jane wirklich die für die sie Clove hält?
Beziehungen 🌟🌟🌟🌟
Während Clover definitiv stark fixiert auf ihren Mann und ihre Kinder ist, weiß ich nicht ob es wirklich Liebe ist, die sie da spürt. Ich kann das natürlich nicht ganz nachvollziehen (kinderlos), aber die Art und Weise wie sie sich weniger um ihre Kinder selbst kümmert als um ihre Sicherheit/mögliche Gefahren etc.
Das gleiche gilt für ihren Ehemann. Sie suchte ihn aus, weil er sicher ist. Weil er sie sicher nicht schlagen würde. Er ist einer der Guten (laut ihr).
Wo ich auf jeden Fall Liebe spüre ist zwischen Clove und ihrer Mutter. Auch wenn sie sich vor ihr versteckt, tut sie es nur um sich selbst zu retten. Ihr aufgebautes, perfektes Leben.
Wobei ich sagen muss, dass ich am Ende doch schon etwas wie Liebe zu ihrer Familie spüre. Zu ihrer gewählten und ihrer biologischen Familie.
Schreibstil 🌟🌟🌟🌟🌟
Die Autorin schreibt in einer unglaublich fesselnden Art und Weise, die gleichzeitig poetisch ist, aber auch den Wahnsinn von Clove spüren lassen.
Die Kapitel haben eine angenehme Länge, während wir die POV von Clover in unterschiedlichen Abschnitten ihres Lebens sehen.
Alles in allem war’s eine fesselnde, faszinierende Geschichte, die eindeutig empfehlenswert ist!
und ich sah ihn, das Gute und das Böse, und ich fragte mich, warum ich als Frau so oft gezwungen war, die gute Seite in schlechten Männern zu sehen und sie über alles andere zu stellen.
Immer die Gesamtsituation zu berücksichtigen. Bei meinem Vater, zum Beispiel. Warum konnte er nicht einfach ein Monster sein?