In Deutschland hat noch niemals ein Wolf einen Menschen angegriffen. Bis jetzt?
»Lupus« von Tibor Rode ist ein filmreifer Wissenschaftsthriller im Spannungsfeld zwischen Mensch, Technik und Natur.
Ohne jede Spur verschwinden nachts Jäger auf der Pirsch – so auch der Vater von Tierärztin Jenny Rausch. Zeitgleich häufen sich Angriffe scheinbar wildgewordener Wölfe in deutschen Wäldern. Die Kameras auf einem eigens eingerichteten und von KI gesteuerten Schutzzaun zeichnen seltsame Daten auf, was Staatsanwalt Frederik Bach auf den Plan ruft. Sind die vermissten Jäger tatsächlich Wölfen zum Opfer gefallen oder hat man es mit Mord zu tun? Staatsanwalt Bach und Jenny geraten in einen Strudel aus Ereignissen, die Verbrechen während der Nazi-Zeit, eines der bestgehütesten Geheimnisse der DDR-Diktatur und ein Familiendrama miteinander verknüpfen. Antworten finden die beiden schließlich in Jennys eigener Vergangenheit – und auf der gefährlichsten Insel der Welt.
Tibor Rode, 1974 geboren, arbeitet als Rechtsanwalt, Autor, Mediator und Lehrbeauftragter in Hamburg. Mit zwölf Jahren wurde er als jüngster Teilnehmer in das vom Bundesbildungsministerium initiierte Programm „Kreatives Schreiben" aufgenommen.
Neben Studium und Beruf war Tibor Rode lange Jahre für verschiedene Medien als Journalist tätig. Tibor Rode lebt mit Familie und Hund in Schleswig-Holstein bei Hamburg.
2013 erschien sein erfolgreiches Roman-Debüt "Das Rad der Ewigkeit". Der Thriller "Das Los" ist sein zweites Buch. Das "Mona Lisa Virus" wurde am 2016 zur Leipziger Buchmesse vorgestellt.
Mit ihm gelang Tibor Rode ein internationaler Bestseller. Im August 2018 legte er dann mit "Das Morpheus Gen" nach.
spannender Thriller mit Abstrichen Tibor Rode ist mir durch seinen Thriller " Der Wald " bekannt, den ich sehr spannend, aber etwas konstruiert empfand. Genauso ging es mit bei dem neuen Buch des Autors " Lupus". Das Buch ist sehr spannend geschrieben und wartet immer wieder mit spannenden Wendungen auf, hat aber meiner Meinung nach ein paar Themen zu viel behandelt.
Wie der Titel schon sagt, geht es um Wölfe, ein auch in der Gegenwart sehr aktuelles Thema, das sehr konträr diskutiert wird. Auch die Thematik der KI gesteuerten Zäune, die hier eine Rolle spielen und die es auch tatsächlich gibt, wie im Nachwort zu lesen ist und die sehr spannend in die Geschichte hineinverwoben wurden , was ihre Intension anging, fand ich gelungen und mehr als aktuell und in diesem Kontext war die rechte Gesinnung, die auch schon damals in der DDR vorherrschte, aber gern versteckt wurde und heute um sehr mehr wieder zum Tragen kommt, gut in die Geschichte verwoben.Die Geschichte der Insel Riems, die es ja tatsächlich gibt und die auch heute noch diesselbe Bestimmung hat, spielt auch eine zentrale Rolle in diesem Buch.
Wie man sieht eine Menge Themen, die dann noch durch private Geschichten der beiden Hauptpersonen Frederik Bach und Jenny Rausch ergänzt werden.
Das Ganze ist auch wirklich spannend und schlüssig umgesetzt worden, aber mir wurde es vor allem am Schluss alles etwas zu viel und zu konstruiert.
Trotzdem habe ich das Buch wirklich gerne gelesen und werde auch zum nächsten Buch dieses Auors greifen, denn die Themen , die er behandelt sind immer sehr interessant und vor allem aktuell.
Das neue Werk "Lupus: Alles Böse kehrt zurück" von Tibor Rode ist wieder sehr gelungen. In der Gegend Greifswald wird jemand ermordet, angeblich von einem wolfsähnlichen Menschen. Der Staatsanwalt Frederik Bach und Jennifer Rausch, die Wolfsbeauftragte ist, gehen dem Ganzen nach. Gestern habe ich mich ans Hören des Buches gemacht und finde es wieder sehr gelungen. Die Geschichte ist fesselnd geschrieben und auch durch die Rückblicke in die Vergangenheit hat man so einiges erfahren. Diese Geschichte hatte es in sich. Spannende und auch traurige Stellen, bei denen ich die Figuren am liebsten umarmt hätte. Also ich fand es extrem spannend und auch gelungen.
Wirklich guter Thriller. Hatte nur irgendwie sehr hohe Erwartungen, die dann doch nicht ganz erfüllt wurden. Aber trotzdem empfehlenswert und mit dem Wolfsthema und ein paar politischen Verstrickungen echt mal was anderes.
Das Buch, auch wenn es am Anfang langsam startet, bleibt bis zum Schluss spannend. Ich konnte am Ende gar nicht mehr aufhören zu lesen. Es empfiehlt sich dabei auf Details zu achten, dort versteckt sich der ganze Plot. Die Wendungen und wenn sich alle Kleinigkeiten zusammenfügen haben mich jedesmal überrascht. Dabei macht das Buch auch auf einen Konflikt zwischen Mensch und Tier aufmerksam, ohne ein langweiliger Infotext zu werden.
Der Klappentext hat bei mir hohe Erwartungen geweckt, die leider nicht alle erfüllt wurden. Es ist kein schlechtes Buch, aber es war mir in mehrerlei Hinsicht ein bisschen zu viel: Bei der Handlung werden wirklich alle Klischees erfüllt, die man bei einem Wissenschaftsthriller erwartet. Das Buch ist unglaublich reißerisch geschrieben und neben den Wölfen geht es auch noch um KI, Grenzzäune und Rückzüchtungsexperimente der Nazis. Außerdem kommen ein "Werwolf", die Found Family Trope und eine dramatische Liebesgeschichte vor. Natürlich sind die wissenschaftlichen und historischen Fakten in klassischer Rode Manier sehr tiefgründig recherchiert, für meinen Geschmack wäre hier aber weniger mehr gewesen.
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DEU: Ein überraschend fesselnder Thriller mit Tiefgang und feinen Nuancen Bewertung: 4.5 Sterne Genre: Thriller 480 Seiten
„Lupus“ von Tibor Rode hat mich auf eine überraschende literarische Reise mitgenommen, die ich so nicht erwartet hatte. Obwohl ich normalerweise kein großer Fan von vielen Zeitsprüngen und wechselnden Perspektiven bin, hat Rode es geschafft, diese nahtlos in die Handlung einzubinden. Die Übergange zwischen den Zeitebenen und den verschiedenen Erzählperspektiven waren so geschickt gestaltet, dass sie die Geschichte in perfektem Fluss hielten, ohne, dass es sich irgendwie abgehackt oder unlogisch angefühlt hat. Dem geholfen hat der Schreibstil, welcher flüssig und klar ist und einen mühelos durch die Seiten gleiten lässt. Der Spannungsbogen bleibt konstant, und ich war immer neugierig, was als Nächstes passiert. Auch wenn ich mir nicht immer sicher war, wie realistisch die Ereignisse sind, wurde ich unweigerlich in den Bann gezogen.
Eine angenehme Überraschung war für mich die dezente Liebesgeschichte, die sich durch das Buch zieht. Sie verleiht der Geschichte zusätzliche Tiefe, ohne sie zu dominieren. Die beiden Hauptcharaktere sind absolut glaubwürdig skizziert und durchlaufen im Verlauf der Handlung eine nachvollziehbare und interessante Entwicklung. Besonders gut hat mir gefallen, wie Rode die verborgenen Geheimnisse nach und nach offenlegt. Im Laufe der Handlung fügen sich die verschiedenen Puzzleteile Stück für Stück zusammen, und das Endbild zum Schluss hat einen richtigen Aha!-Moment ausgelöst. Zum Ende hin empfand ich das Buch allerdings stellenweise etwas langatmig, was den ansonsten sehr gelungenen Gesamteindruck nur leicht trübt.
Die faszinierende Thematik rund um Wölfe, Wissenschaft, Jäger und Umweltbewusstsein zieht sich wie ein roter Faden durch den Roman. Rode beleuchtet geschickt die Bedeutung von Zäunen, sowohl als physische als auch symbolische Grenzen, und setzt diese geschickt in Bezug zur Umwelt, zur Geschichte und zu politischen Systemen, ohne dabei belehrend oder aufdringlich zu wirken. Allerdings fand ich die wiederholte Kritik an der DDR stellenweise etwas zu überzogen. Es gibt definitiv Punkte, bei denen ich zustimme, aber andere waren etwas to much.
„Lupus“ war mein erstes Buch von Tibor Rode, aber definitiv nicht mein letztes. Es hat sich unerwartet als eines meiner Lese-Highlights im September herauskristallisiert, und ich freue mich schon darauf, weitere Werke dieses Autors zu entdecken.
Insgesamt ein spannendes, gut durchdachtes Werk, das sowohl auf inhaltlicher als auch auf stilistischer Ebene überzeugt – klare Leseempfehlung von mir!
_________________________ ENG: A Surprisingly Gripping Thriller with Depth and Fine Nuances Rating: 4.5 stars Genre: Thriller 480 pages
"Lupus" by Tibor Rode took me on a surprising literary journey that I didn’t expect. Although I’m usually not a fan of frequent time jumps and changing perspectives, Rode managed to weave them seamlessly into the story. The transitions between time periods and narrative perspectives were so skillfully done that they kept the story flowing perfectly, without feeling disjointed or illogical. The writing style, fluid and clear, helped me glide effortlessly through the pages. The tension was consistent, and I was always eager to find out what would happen next. Even though I wasn’t always sure how realistic the events were, I was undeniably captivated by the story.
A pleasant surprise was the subtle love story that runs through the book. It added extra depth to the story without overpowering it. The two main characters are portrayed in a very believable way and undergo a relatable and interesting development throughout the plot. I particularly liked how Rode gradually revealed hidden secrets. As the story unfolds, the different puzzle pieces fit together bit by bit, and the final picture delivered a real "Aha!" moment at the end. However, I did find the book a bit drawn out towards the end, which slightly detracts from the overall impression, but not enough to spoil it.
The fascinating themes of wolves, science, hunters, and environmental awareness are woven throughout the novel. Rode skillfully highlights the significance of fences, both as physical and symbolic boundaries, and relates them to environmental, historical, and political systems without being preachy or overbearing. That said, I found the repeated criticism of the former East German state (DDR) somewhat excessive at times. While I agree with some points, others felt a bit too much.
"Lupus" was my first book by Tibor Rode, but definitely not my last. It unexpectedly became one of my reading highlights of September, and I’m already looking forward to discovering more of this author’s work.
Overall, a thrilling, well-thought-out piece that succeeds on both content and stylistic levels – a clear reading recommendation from me!
Am 2. September 2024 war es wieder so weit: »Lupus: Alles Böse kehrt zurück«, wurde vom Droemer Verlag veröffentlicht.
Der 2. Umwelt-Thriller von Tibor Rode. Schon früh war dem Autor klar, dass eine seiner gelebten Leidenschaften, das Schreiben, einen großen Platz in seinem Leben einnehmen würde. Nach seinem Jura-Studium mit anschließender Berufserfahrung veröffentlichte er 2023 seinen ersten Roman. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten.
Zum Inhalt: Die Tierärztin Jenny Rausch wird mit multiplen Wolfsangriffen auf Mensch und Tier konfrontiert. Als Wolfsbeauftragte findet sie sich inmitten einer sich zuspitzenden Situation wieder. Zeitgleich verschwindet ein Jäger. Sein Schicksal ist unklar. Somit übernimmt der Staatsanwalt Frederik Bach die Ermittlungen. Schon bald erweitert sich der Fall und seine Verbindungen zu Deutschlands, historisch schlimmste Zeit. Das Nazi-Regime & seine Folgen wird zu weiteren Bausteinen der Ermittlungen. Das Coverbild: möchte ich mit einem Wort beschreiben: gruselig. Es ist ein bedrohlich wirkender Wolf mit offenem Fang zu sehen. Bei dem Anblick war mir sofort klar, dass dies keine »Kuschelgeschichte« sein wird.
Mein persönlicher Eindruck Struktur & Kreation: Der verwendete Erzählstil ermöglichte einen zügigen Einstieg in die Story. Mir fällt auf, wie gut es Tibor Rode versteht, das Erzählte auf meine innere Leinwand zu projizieren. Meine Emotionen wurden während der gesamten Lesezeit total durcheinander gewirbelt. Ich konnte & wollte mich diesen Gefühlen nicht entziehen. Lesepausen einzulegen, war für mich eine echte Herausforderung. Charaktere: Die 2 Hauptcharaktere wurden absolut realistisch skizziert und weiterentwickelt. Ich erwischte mich, über mögliche weitere Ermittlung der Beiden, hoffnungsvoll zu spekulieren. Besonders gut wurden die individuellen & verborgenen Seiten der Persönlichkeiten ausgearbeitet. Es fühlt sich an, als ob ich Jenny und Frederik persönlich kennenlernen würde. Spannung, Twist & Plot: In ihrer Gesamtheit waren diese eine feste Konstante. Ich würde den Thrill mit dem Aufbau einer kunstvoll arrangierten Hochzeitstorte vergleichen. Jede Ebene, jeder Abschnitt hat seinen eigenen Spannungsbogen, Nervenkitzel sowie Irrungen für mich parat. Immer wenn ich mir sicher war, den Täter identifizieren zu können, musste ich feststellen, dem Autor wiederholt auf den Leim gegangen zu sein. ;) Zusammenfassung: Es ist wirklich schwer, die Wirkung des Thrillers auf mich zu beschreiben. Ich bin total beeindruckt vom Können des Schriftstellers. Von der überaus guten Recherche und Implementation der gegebenen Fakten in das Gesamtgeschehen. Ich würde den Thriller, inhaltlich als gelungen und extrem augenöffnend beschreiben. Diese Lektüre präsentiert wahres, virtuoses Können. (Zwischengedanke) >Der Wald,< war für mich der erste Roman von Tibor Rode. Deshalb kannte ich seinen Erzähltil schon. Im direkten Vergleich, wurde dieser jetzige Roman noch überzeugender & emotional bewegender, komponiert. Faktenchecks: Aufgrund der brisanten Thematik führte ich selber Faktenchecks durch. Das Ergebnis bestätigte nochmals den Eindruck, wie gekonnt diese Erzählung, Realität mit Fiktion mischt. >Und dies ganz ohne Effekthascherei.< Triggerwarnung: Durch die erzählerische Nähe zu Mensch und Tier, könnte der ein oder andere Leser, emotional getriggert werden. Hier wurde unumwunden der Schrecken menschlichen Handelns offengelegt. Das hat auch mich zutiefst bewegt.
Fazit: Ich vergebe komplett überzeugt, hervorragende 5 Lesesterne. Eine klare Leseempfehlung an alle, die spannend präsentierte, faktenbasierte Lektüre lieben.
Diese Geschichte sollte niemand verpassen! Ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Thriller von T.Rode. Und, bei jedem Wald & Wiesenspaziergang werde ich wohl an Wölfe und deren Rudel denken ;)
ISDN: 978-3426284018 Seitenzahl: 480 Formate: E-Book, Taschenbuch und Hörbuch
Tibor Rodes Thriller "Lupus" führt die Leser:innen in eine düstere Welt, in der mysteriöse Jäger-Verschwinden und brutale Wolfsangriffe auf den ersten Blick miteinander verbunden scheinen. Tibor Rode, ein in Deutschland erfolgreicher Thriller-Autor, der bereits mit seinem Bestseller Der Wald große Erfolge feierte, gelingt es in Lupus, ein facettenreiches Geflecht aus Spannung, Wissenschaft und Geschichte zu weben.
Worum geht's? In den deutschen Wäldern häufen sich mysteriöse Angriffe von Wölfen, während Jäger spurlos verschwinden – so auch der Vater von Jenny Rausch. Während die Tierärztin nach Antworten sucht, stößt Staatsanwalt Frederik Bach auf merkwürdige Daten, die von einer KI-überwachten Schutzanlage aufgezeichnet wurden. Es stellt sich die Frage, ob die Jäger den Wölfen zum Opfer fielen oder ob es sich um gezielte Morde handelt. Gemeinsam machen sich Jenny und Frederik auf die Suche nach der Wahrheit, die sie in die Vergangenheit führt, wo die düsteren Kapitel der Nazi-Zeit und DDR-Diktatur eine Rolle spielen. Gleichzeitig wird Jenny mit Geheimnissen aus ihrer eigenen Familie konfrontiert. Die Spur führt schließlich auf eine gefährliche Insel, die den Schlüssel zu den Rätseln der Gegenwart und Vergangenheit birgt.
Meine Meinung Ich hatte Lupus schon länger im Blick, war jedoch anfangs von der stattlichen Seitenzahl von 515 Seiten etwas abgeschreckt - konnte mich dann aber zum Glück überwinden :D Man wird schnell in die Handlung hineingezogen, und auch die Charaktere sind gut nachvollziehbar. Besonders gut gefallen haben mir die kurzen Kapitel, die das Tempo des Buches beschleunigen und es mir leicht machten, zügig durch die Geschichte zu kommen. Auch der Schreibstil ist interessant und bringt durch die häufigen Rückblenden, die mal Jahrzehnte und mal nur Wochen zurückreichen, eine besondere Erzählstruktur mit sich. Diese Rückblenden sind eher berichtartig verfasst, was dem Buch eine abwechslungsreiche, fast dokumentarische Note verleiht – das hat mich positiv überrascht.
Inhaltlich schneidet Rode eine Vielzahl an Themen an: Tierschutz, Künstliche Intelligenz, Rassismus, DDR-Vergangenheit, Nazis, das Jagen und die Politisierung des Wolfes. Diese Themenvielfalt sorgt für Tiefe und verleiht dem Thriller eine gesellschaftspolitische Dimension, die mich persönlich sehr angesprochen hat. Dass viele dieser Themen auf wahren Begebenheiten beruhen, macht die Geschichte umso eindringlicher und schockierender. Dennoch fand ich die Länge des Buches etwas übertrieben – gerade gegen Ende zog es sich für mich etwas in die Länge, und es hätte gut 100-150 Seiten kürzer sein können.
Die Geschichte ist spannend erzählt, auch wenn es am Anfang etwas Geduld erfordert, bis die Handlung richtig in Fahrt kommt. Rode versteht es jedoch, eine anhaltende Spannung aufzubauen, die mich immer wieder dazu brachte, weiterlesen zu wollen. Was mich jedoch irritiert hat, war, wie einfach Jenny als Tierärztin und Wolfsbeauftragte in die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft hineingezogen wurde. Dass sie trotz einer eigenen Verdächtigung weiterhin aktiv an den Ermittlungen teilnimmt, war für mich nicht ganz schlüssig.
Ein weiterer Kritikpunkt ist die Sprache im Buch: Es wird leider nicht gegendert, und Begriffe wie "Flüchtlingsströme" oder "Selbstmord" finde ich problematisch und nicht zeitgemäß. Zudem ist mir im Lektorat ein Fehler aufgefallen: An einer Stelle wechselt die Ansprache zwischen den Protagonist:innen plötzlich vom „Sie“ ins „Du“ und dann wieder zurück, was für Verwirrung gesorgt hat.
Fazit: Lupus ist ein spannender Thriller, der durch seine komplexe Verstrickung von historischen und aktuellen Themen besticht. Trotz kleinerer Schwächen in der Logik und einem etwas überlangen Ende ist die Geschichte fesselnd und regt zum Nachdenken an. Die Themenvielfalt und die gelungene Verknüpfung von Vergangenheit und Gegenwart machen das Buch zu einem lesenswerten Thriller. Ich vergebe 4 von 5 Sternen.
Nach ihrer Trennung von ihrem Partner kehrt Tierärztin Jenny zurück an den Hof ihres Vaters Jo, auch wenn deren Verhältnis derzeit eher angespannt ist. Als sie eines Morgens feststellen muss, dass ihr Vater, der mit ihrem Hund Bruno am Vorabend zur Jagd gefahren ist, nicht heimgekommen ist, macht sie sich spontan auf die Suche. Weit kommt sie allerdings nicht, denn kurz darauf stößt sie auf das Auto ihres Vaters am Waldrand, umringt von Polizei und ihrem Hund allein im Kofferraum, von ihrem Vater jedoch fehlt jede Spur. Staatsanwalt Frederik Bach, der die Ermittlungen leitet, klärt Jenny auf. Eine Zeugin hat nicht nur das Auto, das von außen völlig blutverschmiert ist, gefunden, sondern auch einen Wolf dort stehen sehen. Doch da Jenny nicht nur Tierärztin, sondern auch Wolfsbeauftragte ist, weiß sie mit Sicherheit, dass in Deutschland noch nie ein Wolf einen Menschen angegriffen hat. Was ist hier also geschehen? Gemeinsam mit dem Staatsanwalt beginnt sie nachzuforschen und ihre Wege führen sie zurück in die Vergangenheit. Ich habe mittlerweile mehrere Bücher des Autors Tibor Rode gelesen und war bisher immer wieder von seiner Kunst, viele lose Fäden miteinander zu verknüpfen und seiner detaillierten Recherche beeindruckt, deshalb hatte ich auch hohe Erwartungen an diesen Thriller. Aber keine Sorge, Tibor Rode hat diese alle bestens erfüllt. Mit sehr fesselndem, bildlichem Schreibstil schafft es der Autor den Leser vom ersten Moment an in seine Geschichte zu ziehen. Das Setting an der Ostsee wird lebendig, man sieht förmlich den Wolf zwischen den dichten Bäumen der Wälder lauern. Da ich die Örtlichkeiten auch teilweise kenne, war mein Kopfkino sehr aktiv. Aber es wird auch absolut spannend, zwischen wechselnden Perspektiven und Momenten der Vergangenheit wird man als Leser hier mit vielen Wendungen und Informationen konfrontiert, die dazu einladen, ebenfalls Vermutungen aufzustellen. Hinzu kommen die ermittelnde Tierärztin und der Staatsanwalt, eine merkwürdige Zaunbaufirma, die Presse und eine Insel, auf der ein Versuchslabor steht und für die Öffentlichkeit nicht zugänglich ist. All das bringt immer neue Aspekte, für jeden gelösten Moment scheint es neue Fragen zu geben und doch wird alles zum Ende hin logisch aufgelöst. Protagonistin Jenny Rausch fand ich sehr gelungen und sympathisch. Ich habe ordentlich mit ihr mitgefiebert und fühlte mich sehr mit ihr verbunden. Aber auch Staatsanwalt Bach fand ich sehr interessant, auch wenn man früh ahnte, dass er etwas zu verbergen hat. Die beiden gemeinsamen waren ein tolles Team, das man gerne begleitet hat. Aber es gibt hier noch unzählige Nebencharaktere, die teilweise sehr wichtig für die Handlung sind und immer wieder neue Aspekte mit einbringen. Mein Fazit: Für mich war Lupus ein absoluter Pageturner, den ich in kürzester Zeit verschlungen habe und den ich absolut spannend und tatsächlich auch glaubwürdig fand. Selbst das Setting fand ich perfekt für diese Idee, denn genau in diesen Wäldern könnte ich solch eine Geschichte für möglich halten. Vielen Dank Herr Rode für spannende und intensive Lesestunden. Von mir gibt es eine Leseempfehlung!
„Lupus“, nach „Der Wald“ der neue (Wissenschafts-)Thriller von Tibor Rode, erschienen 2024 bei Droemer, ist ein packender Thriller, der sich nicht scheut, aktuelle Debatten anzufassen und mit multiplen Plottwists glänzt. Der Untertitel „Alles Böse kehrt zurück“, der vom Wolf auf dem Cover fast gefressen wird, verweist auf eine finstere Zeit in der Deutschen Geschichte, die wohl leider nie ganz ausgerottet wird. Anders als eine Tierart, die... Doch zurück an den Anfang.
Die Tierärztin Jenny Rausch fährt alarmiert in den Wald, wo der Wagen ihres Vaters Jo aufgefunden wurde – drumherum jede Menge Blut, im Wagen eingesperrt der Jagdhund Bruno und von Jo: Keine Spur. Schnell schaltet sich der Staatsanwalt Frederik Bach ein, denn hier scheint es um mehr zu gehen als nur um einen Jagdunfall. Schließlich steht der Wagen in der Nähe eines von KI gesteuerten Schutzzaunes der Firma Fenceattack, der als Pilotprojekt getestet wird, um die wieder angesiedelten Wölfe im Zaum zu halten. Und schon sind wir nicht nur mittendrin im Human-wildlife-conflict, sondern in einer Gemengelage, die noch einige Tote fordern wird, und vor allem: Immer wieder mit unglaublich viel Überraschungen und jeder Menge brisanter Themen aufwartet.
Tibor Rode führt uns souverän durch ein Dickicht an Verwicklungen, gegen das das Unterholz im Wald sich harmlos ausnimmt. Dabei integriert er sowohl aktuelle Debatten wie die Sicherheitsfrage bei der Wiederansiedlung des Wolfes, als auch spannende historische Themen, die eher unbekannt sind, wie die Existenz von Neonazizellen in der DDR und Forschungen an Kampfmitteln elegant in die Handlung und schafft es, ein großes Figurenpersonal wirklich übersichtlich zu managen. Und sogar ein bisschen Romance gönnt Rode uns – sowie eine Familiengeschichte, die es wirklich in sich hat.
Die kurzen Kapitel halten die Spannung durchweg gut hoch, viele Flashbacks und Zeitungsartikel als Stilmittel schaffen den Bogenschlag von Gestern nach Heute. Und so möchte mensch das Buch eigentlich gar nicht aus der Hand legen. Natürlich kommt auch der titelgebende Wolf in mehrfacher und auch hier mehrfach überraschender Form vor. Insgesamt hätte für mich das Tempo noch etwas höher sein können, zwischendurch tritt die Handlung ein bisschen auf der Stelle. Und es gibt dann doch eine größere medizinische Ungereimtheit, die der Story zwar weiterhilft, mir aber zu unglaubwürdig war. Dennoch liegt hier ein starker Thriller vor, den ich unbedingt zum Lesen empfehlen möchte. Und der deutlich besser und plausibler konstruiert ist als so einige andere aktuell erschienene Thriller, die sich auch dem Wolfsthema widmen – mit dem wir uns auch wirklich befassen werden müssen. Bodes Thriller leistet hier tatsächlich auch auf der Informationsebene einen spannenden Diskussionsbeitrag. Vor allem aber: Liest er sich einfach richtig gut.
Ein großes Dankeschön an vorablesen.de und den Droemer Verlag für das Rezensionsexemplar!
Lupus ist mein erster Thriller von Tibor Rode und der hat mir extrem gut gefallen. Das Thema Wölfe ist zudem sehr aktuell. Ich war gespannt auf den Thriller, hatte jedoch keine allzu großen Erwartungen. Den Schreibstil fand ich echt gut. Bereits nach wenigen Kapiteln war mein Interesse geweckt und ich war relativ schnell gefesselt und konnte das Hörbuch nicht mehr pausieren. Das lag zum einen an der Story, zum anderen aber auch an den hervorragend herausgearbeiteten Protagonisten. Da ist zum einen die Tierärztin und Wolfsbeauftragte Jenny Rauch, die gerne auf die Jagd geht. Eines morgens kommt ihr Vater Jo von einem nächtlichen Jagdausflug nicht mehr zurück. Es wird gemeldet, dass sich ein Hund in einem Auto befindet – Jos Auto Bruno, doch von Jo selbst fehlt jede Spur. Jenny trifft am vermeintlichen Tatort – am Auto wird viel Blut gefunden – auf den Staatsanwalt Frederik Bach, der bei den Ermittlungen ganz vorne mit dabei ist. Zudem häufen sich in letzter Zeit Wolfssichtungen und einem Schäfer werden in einer Nacht viele Schafe gerissen. Die Auswertung der Spuren im Labor steht noch aus. Doch wie kann ein Schäfer seine Herde gegen Wölfe schützen? Mit einem Schutzzaun. Und diese Art von Zaun wird von einer Firma vertrieben, die eine KI einsetzt. Doch deren Aktien fallen schlagartig in den Keller, als die KI erst einen Werwolf und dann einen Schattenwolf erkennt, denn beides sollte es eigentlich nicht geben. Was folgt ist ein Thriller mit einem raffinierten Plot. Ich bin quasi durch das Hörbuch geflogen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie sich der Fall entwickelt. Die Suche nach Jo hat oberste Priorität und auch wenn seine Leiche nicht gefunden wird, so gibt es doch einige Tote, die irgendwie in den Fall passen, fragt sich nur wie. Es gibt viele Puzzleteile, die an ihren Platz müssen. Der Thriller ist komplex mit vielen Spuren und Nebenhandlungen, aber genau das fand ich richtig gut und spannend. Die Charaktere wurden tiefgründig und glaubhaft gezeichnet und ich fand Jenny und Frederik sehr sympathisch. Es gab eine Vielzahl an weiteren Charakteren, die man nach und nach kennen lernt. Die Story spielt in der Gegenwart und es gibt einige Rückblenden in eine dunkle historische Vergangenheit. Der Autor hat beides gut miteinander verwoben, sodass ein keiner Stelle Langeweile aufkam. Die über 16 Stunden Hörbuch hatte ich relativ schnell durch, einfach deswegen, weil mich die Story gefesselt hat. Das meiste war nicht vorhersehbar und ich finde, dass der Autor am Ende alle losen Fäden zusammengeführt hat. Tim Gössler hat das Hörbuch hervorragend vorgelesen, er hat die Emotionen lebendig und glaubwürdig rübergebracht und er hat die Protagonisten sehr treffend charakterisiert.
Fazit: Von mir gibt’s eine absolute Hörempfehlung für diesen raffinierten, spannenden und fesselnden Pageturner, der mich überzeugt hat.
Ähnlich wie zum Beispiel der Weiße Hai hat auch der Wolf nicht den besten Ruf und verkörpert nicht zuletzt durch zahlreiche Märchen und Schreckensgeschichten nur allzu häufig das Böse. Damit eignet er sich natürlich auch als Bösewicht eines Thrillers und grüßt in „Lupus“ von Tibor Rode bereits mit gefletschten Zähnen und furchterregendem Gesichtsausdruck in sozusagen bekannter Rolle vom Buchcover.
Da passt eine Jägerin als Hauptfigur des Romans ins Bild, allerdings ist Jenny Rausch zugleich auch Tierärztin und Wolfsbeauftragte in ihrem Bezirk in Mecklenburg-Vorpommern und damit durchaus zu einer ausgewogenen Einschätzung zum Thema „Wolf“ in der Lage. Allerdings ist die Protagonistin auch persönlich in den hier geschilderten Fall involviert, denn bei dem Jäger, der eines nachts spurlos verschwindet und nur eine große Blutlache und einen Hund im Kofferraum hinterlässt, handelt es sich ausgerechnet um Jennys Vater.
Der Wolf scheint auch hier schnell als Schurke ausgemacht, jedoch hat „Lupus“ deutlich mehr zu bieten als eine reine Wildtier-Jagd. Zu den Zutaten, die Tibor Rode hier vermengt, gehören unter anderem auch noch ein Startup für KI-gesteuerte Zäune, eine virologische Forschungseinrichtung auf einer streng abgeriegelten Ostsee-Insel, dem Verfall überlassene Überbleibsel der DDR-Diktatur sowie verstörende Tier-Experimente aus der Zeit des Nationalsozialismus. Das klingt nach einem ziemlich wilden Mix, allerdings ist dem Autor hier dennoch eine insgesamt schlüssige Geschichte gelungen, die zwar manchmal etwas übertreibt, in sich aber weitestgehend stimmig ist. Zudem basieren erstaunlich viele Einflüsse auf realen Begebenheiten und Hintergründen, was den Thriller nicht nur zu einer spannenden, sondern auch interessanten Lektüre macht.
Auch die Protagonistin ist sympathisch und facettenreich und bildet gemeinsam mit dem nicht weniger einnehmenden Staatsanwalt Frederik Bach ein fast etwas zu gut harmonierendes Ermittlungsduo. Deren Zusammenspiel und ihre persönlichen Beweggründe bringen auch eine gewisse emotionale Komponente in die Handlung ein. Mitunter ist es vielleicht etwas zu viel Drama und auch die zahlreichen Rückblenden zur schnellen Vermittlung von bereits vergangenen Sachverhalten sind ein wenig Geschmacksache, insgesamt ist „Lupus“ aber ein überraschend komplexer und durchweg packender Thriller rund um viele aktuell polarisierende gesellschaftliche Themen.
"Manchmal muss man die Vergangen-heit einfach ruhen lassen. Die Geister wird man sonst nicht mehr los."
Nach "Der Wald" liefert Tibor Rode mit seinem neuen Roman "Lupus" erneut einen ultra-spannenden und komplexen Öko-Thriller ab. Die Thematik ist dabei sowohl populär aktuell als auch stark emotional polarisierend: wie wollen wir mit der potentiellen Rückkehr des Wolfs in heimische Wälder umgehen? Können uns Wolfs-Zäune wirkungsvoll schützen, und wie effektiv kann uns eine angeblich unfehlbare Künstliche Intelligenz unterstützen?
Fast neunzig schnell zu lesende, kurze und packende Kapitel treiben dabei die Geschichte temporeich voran. Man fliegt förmlich durch die Handlung. Das beschriebene Szenario erscheint glaubhaft; der wissenschaftliche, wie auch der geschichtliche Hintergrund ist offensichtlich gründlich recherchiert.
Mittels eines wendungsreichen und faszinierenden Erzählstils reiht Tibor Rode dabei einen Erzähl-Höhepunkt atemlos an den nächsten. Durch ebenso schnell wechselnde Schauplätze und Perspektiven bleibt die Handlung stets dynamisch vielschichtig und wird dabei niemals auch nur ansatzweise langatmig. Die Dialoge entwickeln sich angenehm lebendig und authentisch, es fällt schwer das Buch aus der Hand zu legen.
In kursiver Schrift werden regelhaft Rückblenden im Stile nüchterner Reportagen, sowohl in die jüngere als auch in eine zeitgeschichtliche dunkle Nazi-Vergangenheit eingeschoben. Mir war früh, spätestens aber nach der Erwähnung der Insel Riems, und des dort ansässigen "Friedrich Loeffler Instituts" klar in welche Richtung sich der Roman dabei entwickeln würde.
Die Geschichte wird konsequent logisch abgeschlossen, alle Handlungsstränge finden zusammen, so dass am Ende keine Fragen mehr offen bleiben.
Die beiden Hauptprotagonisten, die Veterinärärztin und Wolfsbeauftragte im Landkreis Vorpommern-Greifswald Jenny Rausch und der Staatsanwalt Dr. Frederik Bach waren mir von Beginn an sympathisch. Ihr Handeln erscheint stets sinnvoll, gleichzeitig emphatisch und nachvollziehbar zielgerichtet.
Fazit: Überzeugende und gut funktionierende Kombination aus einem spannenden fundiertem Wissenschaftsthriller und einem sehr glaubhaft recherchierten historischem Roman. Für mich deutlich mehr als interessant: Lesenswert!
Die Wölfe sind zurück – das hört man allerorts. Auch wenn es heißt, sie wären scheu, würden sich vor dem Mensch zurückziehen, so bleibt doch ein mehr als mulmiges Gefühl. Und spätestens jetzt, nachdem ich mir das Hörbuch habe von Tim Gössler vorlesen lassen, verstärkt sich dieses Unbehagen noch ein ganzes Stück. Was beileibe nicht an dem Sprecher liegt, denn er hat seinen Job hervorragend erledigt. Er hat mich ganz tief hineingeführt in den Wald, in diese so nervenaufreibende Geschichte.
Alles beginnt mit Jos Verschwinden. Seine Tochter Jenny ist Tierärztin und nun auch Wolfsbeauftragte für diese Gegend. Wir sind in den Wäldern Vorpommerns unterwegs und allein diese Streifzüge sind so plastisch, so düster beschrieben, dass es einen fröstelt. Ein Toter unter dem Hochsitz wird gefunden und wie es aussieht, waren hier Wölfe am Werk. Jennys Befürchtung, dass es Jo sein könnte, bewahrheitet sich nicht, er jedoch ist weiterhin nicht auffindbar. Die Angriffe häufen sich und die Vermutung taucht auf, dass sich hier ein Mörder den Wolf zunutze macht, ihm seine Taten unterschiebt. Ob das wirklich stimmt?
Wir tauchen tief ein in die die finstere Vergangenheit und die Verbrechen während der Nazi-Zeit und der DDR und spüren einem Familiendrama nach, das in diese Zeit irgendwie involviert scheint, jedoch lange nicht als solches erkennbar ist.
Jenny recherchiert auf eigene Faust, unterstützt wird sie dabei von Frederik Bach, seines Zeichens Staatsanwalt. Diesen beiden Charakteren bin ich gerne gefolgt, sie sind so normal und durchaus sympathisch, wenngleich sie situationsbedingt schon auch zu weit gehen und ich nicht nur einmal um sie gebangt habe.
„Lupus“ ist ein sehr komplex erzählter Thriller, der die ganze Aufmerksamkeit verlangt, denn schnell verpasst man so manch für die ganze Story wichtige Situation. Jedoch – erst mal hineingehört – kann man sich dem Ganzen eh nicht mehr entziehen, es geht sofort spannend zur Sache und setzt sich fort bis zum doch sehr verblüffenden Ende. Zwischendrin konnte ich mir so gar nicht vorstellen, wie alles zusammenhängen mag und nun, nachdem der letzte Satz gesprochen ist, bin ich von der durchdachten Story komplett überzeugt. Fesselnd bis zum Schluss.
In deutschen Wäldern häufen sich scheinbar die Angriffe von Wölfen auf andere Wald- und Landbewohnern und dann verschwindet auch noch ein Jäger spurlos. Die Bilder einer Kamera zeichnen seltsame Dinge auf, weswegen auch der Staatsanwalt Frederik Bach Interesse an dem tierischen Fall hat. Denn es stellt sich die Frage nach den Tätern, sind die Vermissten wirklich Wölfen zum Opfer gefallen oder hat eine menschliche Hand über ihr Schicksal entschieden? Frederik Bach und die Tierärztin Jenny Rausch machen sich auf die Suche nach Antworten und geraten in einen Strudel aus alten Verbrechen und Geheimnissen der Vergangenheit und dann wird auch Jennys Leben auf den Kopf gestellt.
Lupus von Tibor Rode ist ein wahnsinniger kompakter Wissenschaftsthriller mit fiktionalen Elementen, der durch ein überragendes Tempo und spannenden Informationen zu überzeugen weiß.
In wechselnden Perspektiven und kurzen Kapiteln, werden wir durch die Geschichte getragen. Wir werden in die Vergangenheit geworfen, erleben die Gegenwart und bekommen einen Blick in die Zukunft. Vor dem Lesen muss man sich bewusst sein, dass Fiktion eine Rolle spielt, wenn man sich darauf einlassen kann, dann ist einem Lesespaß und Spannung garantiert. Bis zur letzten Seite kann Rode die Spannung und das Tempo halten, zu keiner Zeit kommt man zum Durchatmen und die Frage nach dem Bösen, bleibt bestehen. Ist es der Wolf oder vielleicht doch eher der Mensch?
Besonders interessant fand ich auch die Fakten, die der Autor geschickt in die Geschichte eingebaut hat. Diese sorgten dafür, dass ich mich mit diesen Dingen auch noch über das Buch hinaus beschäftigt habe u.a. mit den Risiken des Berufs als Tierarzt.
Lupus hat mich von der ersten bis zur letzten Seite komplett unterhalten können, sorgte für Überraschungen und hat darüber hinaus auch noch Wissen vermittelt. Ein toller Wissenschaftsthriller!
Der Vater der Tierärztin und Wolfsbeauftragten des Landkreises, Jennifer Rausch, verschwindet spurlos und läst sein Auto, seinen Hund und eine große Blutlache zurück. Joachim Rausch wollte auf die Jagd gehen und so schaut man zunächst an seinem Hochsitz nach, wo man eine Leiche findet, bei der es sich aber nicht um ihn handelt. Staatsanwalt Frederik Bach nimmt selbst Ermittlungen auf, an denen er Jennifer sogar beteiligt. Als schließlich bei ihr eingebrochen wird, wird der Fall immer undurchsichtiger und auch gefährlicher.
Zu selben Zeit werden immer wieder Wölfe gesichtet, die sich untypisch verhalten und schließlich wird eine Herde Schafe von einem Wolf nahezu komplett gerissen. Auch in der Nähe von Rauschs verlassenem Auto wurde ein Wolf gesichtet. Derweil ist die Firma Fenceattack damit beschäftigt einen intelligenten Zaun zu entwickeln, der Wölfe effektiv abwehren kann.
Tibor Rode hat sich wieder eines interessanten Themas angenommen, zu dem er viel recherchiert hat, das sich daraus entwickelnde Geschehen ist aktuell. Erzählt wird spannend, ich fühlte mich schnell in die Geschichte hineingezogen, die ich mir auch gut verfilmt vorstellen könnte. Leider hatte ich hin und wieder das Gefühl von Unlogik, nicht nur in Zusammenhang mit einem Meerschweinchen und einer Thermoskanne. Dennoch hat mich die Geschichte fasziniert und gepackt.
Die Charaktere allerdings kamen mir weniger nahe als ich es mir gewünscht hätte. Erzählt wird vor allem aus Sicht Jennys, für die das Ganze auf mehreren Ebenen sehr persönlich wird. Nahe kam sie mir dadurch leider nicht. Immer wieder fließen Erinnerungen verschiedener Personen in kursiver Schrift ein, die letztlich das Bild komplettieren.
Die Auflösungen sind im wesentlichen nachvollziehbar. Mich hat erstaunt, dass es auch hier so viel Realität hinter der fiktiven Geschichte gibt, aber wie Tibor Rode schon in einem anderen Roman sinngemäß schrieb, ist öfter das, was am unwahrscheinlichsten klingt, wahr. Im Nachwort kann man dazu noch einiges nachlesen.
Unterm Strich hat mir der Roman, trotz des hin und wieder auftretenden Unlogikgefühls, einige spannende Lesestunden beschert. Die Aktualität liefert zudem Stoff zum Nachdenken. Ich bin gespannt auf Tibor Rodes nächsten Roman.
Brandaktuelle Thematik und interessante Denkanstöße...
… bietet dieser Thriller um die Tierärztin Jenny, die sich durch ein Ereignis - das Verschwinden ihres Vaters Jo - plötzlich in einem Szenario wiederfindet, das ihr bisheriges beschauliches Leben, in welchem die Verarbeitung einer gescheiterten Beziehung derzeit ihre größte Herausforderung darstellt, in den Schatten stellt. Von Kapitel zu Kapitel wird die Spannungsschraube stärker angekurbelt, es wird gemordet, gelogen und es geht von einem aufgedeckten Geheimnis zum nächsten und Jenny spielt in diesem Ereignisreigen eine Rolle, in der sie sich zunehmend fremder fühlt...
Die aktuellen Diskussionen um den Umgang mit dem Wolf in deutschen Wäldern, die bereits seit langem geführte Diskussion um Für und Wider zum Thema Jagd arbeitet der Autor ebenso geschickt wie interessant ein - bietet darüber hinaus unterschiedliche Denkanstöße – wie historische Begebenheiten aus Zeiten der DDR bis zurück zur Nazi-Diktatur. Als Symbol trägt ein Zaun durch die Handlung, ausgestattet mit KI und allerlei technischen Besonderheiten, der die Urfunktion eines Zaunes trotz aller modernen Highlights hervorhebt: Ein Zaun hindert am Rein- aber auch am Rauskommen – und dieses nicht nur visuell, sondern auch in den Köpfen der Menschen, die ihre Denkweisen in sich einschließen und andere, fremde Anstöße abprallen lassen und ihre eigene (Kopf-)Realität für die einzig Wahre halten.
Verschachtelt wird es und – ein wenig schade – durch die Fülle an Themen, die aufgegriffen werden und der Menge an Figuren, zum Teil etwas überladen. Viele Figuren blieben mir zu blass und austauschbar, ich musste bei manchen Nebenfiguren immer wieder überlegen, wo ich diese auch noch einordnen muss…
Dennoch blieb die Spannung durchweg erhalten, ich flog durch die Seiten und fieberte gespannt dem Ende entgegen und bewundere auch die aufwendige Recherche, die immer wieder die Frage aufwirft, wozu der Mensch fähig ist… Klare Leseempfehlung!
Lupus ist der neue, spannende Wissenschaftsthriller von Tibor Rode. Jenny Rausch ist Tierärztin und Wolfsbeauftragte. Als der Wagen ihres Vaters verlassen und mit einer Lache Blut daneben aufgefunden wird und gleichzeitig ein intelligenter Zaun die Sichtung eines Wolfsmenschen anzeigt, versucht sie gemeinsam mit dem Staatsanwalt Frederik Bach, die Vorkomnisse aufzuklären.
Für mich ist Lupus ein spannender Thriller bzw. ein Pageturner, den man nur schwer aus der Hand legen kann. Mich hat das Zusammenspiel aus Wissenschaft, Historie (DDR, Nazi-Deutschland) und Ökologie fasziniert. Es werden aktuelle Themen angesprochen, wie z.B. die Wiederansiedlung des Wolfes und damit verbundene Probleme wie z.B. das Reißen von Nutztieren. Auch die deutsche Vergangenheit und damit verbundene nationalsozialisitische Ausrichtungen oder Gruppen werden thematisiert. Der Schreibstil war angenehm, leicht zu lesen und hat gut zur Geschichte gepasst. Gleich zu Beginn ist man mitten in den Geschehnissen und der Spanungsbogen bricht auch nicht ab, sodass ich das Buch fast in einem Rutsch durchgelesen habe. Jenny ist eine taffe Protagonistin, mit der man sich identifizieren kann und deren Handlungen stets nachvollziehbar sind. Gut gefallen hat mir auch die gemeinsame Ermittlung mit Frederik bzw. die Beziehung, die sich zwischen den beiden entwickelt. Ein paar wenige Wendungen in der Ermittlung waren für mich allerdings vorhersehbar, aber das tat der Geschichte nicht wirklich einen Abbruch. Gewünscht hätte ich mir, dass der Verbleib eines bestimmten Hundes aufgelöst worden wäre, hier konnte ich nicht nachvollziehen, was geschehen ist und wo er verblieben ist und hätte gerne mehr darüber erfahren. Insagesamt aber ein sehr starker Thriller, der viele wichtige, aktuelle und spannende Themen anspricht und einen gelungenen Spannungsbogen aufweist. Für mich eine absolute Empfehlung!
In Deutschland mehren sich scheinbar Angriffe von wild gewordenen Wölfen. Jenny wird als Tierärztin und Wolfsbeauftragte schmerzlich damit konfrontiert. Vermutlich hat ein Wolf den Großteil der Schafherde eines befreundeten Schäfers gerissen. Viel ist von den Tieren nicht übrig geblieben. Als in der Nacht auch ein Jäger verschwindet, ist Jenny alarmiert. Denn bei dem erfahrenen Jäger handelt es sich um niemand Geringeren als ihren Vater.
Gleichzeitig macht ein KI-gesteuerter Weidezaun seltsame Wolfsaufnahmen. Sind es wirklich Wölfe, die die Kamera aufzeichnet? Staatsanwalt Frederik Bach nimmt sich der Sache an. Mit der fachkundigen Hilfe von Jenny macht er sich daran, Licht ins Dunkel zu bringen und Jennys Vater zu finden. Ein Spiel mit dem Feuer. Denn was die beiden dabei aufdecken, bringt sie in tödliche Gefahr…
Wow! Dieser Thriller ist ein wahrer Pageturner. Wer denkt, es geht hier nur darum, eine verschwundene Person zu finden und einige Wolfsangriffe aufzuklären, der irrt. Der Autor verbindet das Thema ‚Wolf‘ mit vielen anderen aktuellen und vergangenen Entwicklungen. Sei es KI, Migration oder Machenschaften in der DDR oder zu der Zeit des zweiten Weltkrieges. Aus diesem Stoff webt er eine Geschichte, deren Fäden anfangs verwirrend erscheinen, aber am Ende ein Großes und Ganzes ergeben. Einfach genial.
Mich hat die Geschichte perfekt unterhalten. Selbst die vielen Protagonisten haben mich nicht gestört. Im Gegenteil, es hat einfach alles perfekt zusammengepasst. Auch sprachlich gibt es nichts zu meckern. Von mir gibt es eine uneingeschränkte Leseempfehlung. Wenn du einen Thriller suchst, der aktuelle Themen mit geheimen Aktivitäten und Verschwörungen verbindet, dann ist das dein Buch. Von mir gibt es ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️.
- Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar erhalten. Meine Meinung ist davon unabhängig. -
𝕋𝕚𝕥𝕖𝕝: Lupus - Alles Böse kehrt zurück 𝔸𝕦𝕤 𝕕𝕖𝕣 𝔽𝕖𝕕𝕖𝕣 𝕧𝕠𝕟: Tibor Rode 𝕍𝕖𝕣𝕝𝕒𝕘: Droemer Knaur (TB), Argon Hörbuch (HB) 𝔾𝕖𝕤𝕡𝕣𝕠𝕔𝕙𝕖𝕟 𝕧𝕠𝕟: Tim Gössler 𝔾𝕖𝕝𝕖𝕤𝕖𝕟/𝔾𝕖𝕙𝕠𝕖𝕣𝕥 𝕒𝕦𝕗: Deutsch 𝔸𝕧𝕒𝕚𝕝𝕒𝕓𝕝𝕖 𝕚𝕟 𝔼𝕟𝕘𝕝𝕚𝕤𝕙: No
𝔽𝕣𝕒𝕘𝕖: Mögt ihr Wölfe?
𝔻𝕣𝕖𝕚 (𝕠𝕕𝕖𝕣 𝕞𝕖𝕙𝕣) 𝕎𝕠𝕖𝕣𝕥𝕖𝕣 𝕫𝕦𝕞 𝔹𝕦𝕔𝕙: Spannend - Unterhaltsam - Ein wenig zu viel
𝕀𝕟𝕙𝕒𝕝𝕥: Eines Nachts verschwindet Jennys Vater spurlos. Gleichzeitig häufen sich die Angriffe von Wölfen in deutschen Wäldern und KI-gesteuerte Schutzzäune zeichnen eigenartige Daten auf. Treibt sich in den Wäldern nur ein wildes Tier herum? Oder ist es ein Mensch für die grausamen Taten verantwortlich?
𝕄𝕖𝕚𝕟𝕖 𝕄𝕖𝕚𝕟𝕦𝕟𝕘: Das Buch war anders, als ich erwartet habe. Und das obwohl ich nicht mal wusste, was ich erwartet habe. 🤭 Grundsätzlich ist die Idee nicht neu. Aber die Umsetzung habe ich so noch nicht gelesen. Die Geschichte ist spannend aufgebaut und man bekommt immer wieder neue Puzzelstücke zum miträtseln geliefert. Dabei muss man auch ziemlich aufpassen, denn es gibt doch einige Perspektivenwechsel die durchaus verwirrend sein können. Hin und wieder fand ich Sachen nicht 100 % logisch, trotzdem hat es Spaß gemacht der Geschichte zu folgen. 😊 Zwischendurch fand ich auch, dass das Buch zu viel gewollt hat und die Handlung dadurch verwirrender wurde, als es hätte sein müssen. 😅 Der Stil ist angenehm zu lesen und ich bin dadurch gut durchs Buch gekommen.
Der Sprecher ist richtig toll und hat die Geschichte genial gelesen. 😍 Definitiv ein Sprecher den ich mir merken werde und der auf meine Lieblingssprecher-Liste kommt. 🫶🏻
𝕃𝕖𝕤𝕖𝕖𝕞𝕡𝕗𝕖𝕙𝕝𝕦𝕟𝕘? 👍🏻 Von mir gibt's eine Lese- und Hörempfehlung für alle, die mal einen etwas anderen Thriller lesen möchten.
Der Wolf ist ein Thema das aktuell in den Medien ist und polarisiert. Diesem Thema hat sich Tibor Rhode sehr gut angenommen und es von unterschiedlichen Seiten zu beleuchten. Ebenfalls sind viele Informationen zu dem Thema enthalten, was mir gut gefallen hat, da ich mich schon näher damit beschäftigt habe. Die vielen Seiten lasen sich wirklich flott, was zum einen an der konstanten Spannung und den kurzen Kapiteln lag. Durch eingeschobene Berichte aus der Vergangenheit bzw. Erinnerung unterschiedlicher Personen wird die Handlung lebendig und abwechslungsreich. Ich konnte wirklich bis zum Ende hin miträtseln und wurde von der ein oder anderen Wendung überrascht. Die Tierärztin Jenny fand ich sympathisch und ich konnte ihre Handlungen gut nachvollziehen. Zusammen mit dem Staatsanwalt Frederick geben sie ein gutes Ermittlerduo ab und können den Fall lösen. Einige Dinge laufen in dem Buch allerdings ziemlich nach Schema F ab und waren für mich dann doch vorhersehbar. Gerade die Entwicklung zwischen den beiden Ermittlern ist hier ein gutes Beispiel. Am Ende hätte man noch was kürzen können, da hatte ich das Gefühl, dass ein paar Dinge wiederholt wurden - vielleicht wollte ich auch nur unbedingt die Auflösung wissen, denn das war wirklich spannend;) Ich habe mich jedenfalls gut unterhalten gefühlt und würde gerne mehr Thriller in diese Richtung lesen. Gerade die Kombi aus historischen, tierschutzrechtlichen und aktuellen Themen hat mir gefallen und natürlich der Schauplatz Greifswald :)
Jenny Rausch, Tierärztin und Wolfbeauftragte, macht eine schwere Zeit durch. Zuerst verschwindet ihr Vater Jo bei einem nächtlichen Jagdausflug, dafür wird ein Toter unter seinem Hochsitz gefunden. Dann reißt ein blutrünstiger Wolf 55 Schafe und bedroht Menschen. Und dann fängt die Kamera eines KI-gesteuerten Schutzzaunes der Firma Fenceattack einen Wolfmenschen ein. Als immer Menschen, die mit Fenceattack und Jenys Vater in Beziehung stehen, ermordet werden, ist klar, dass hier nicht nur ein wild gewordener Wolf sein Unwesen treibt.
Was wie ein Thriller beginnt entwickelt sich zu einem vielschichtigen Roman, der einige dunkle Geheimnisse der deutschen Geschichte behandelt. So führt uns Tibor Rode u.a. auf die Insel Riems und das dort ansässige Forschungsinstitut, in dem schon während dem Dritten Reich und der DDR-Zeit geforscht wurde. Ein stetig steigender Spannungsbogen und immer wieder eingeschoben Rückblenden sorgen dafür, dass man diesen rasanten Thriller kaum aus der Hand legen kann. Die Personen, allen voran Jenny und der Staatsanwalt Bach, sind authentisch und sympathisch, die Stimmung und Atmosphäre absolut stimmig. Und die Wölfe, diese wunderbaren, faszinierenden Tiere, würde ich am liebsten kennen lernen.
Mein Fazit: Spannender Thriller, in dem man auch viel Informationen über die deutsche Geschichte erhält und der gleichzeitig brandaktuell ist.
Das Cover verrät schon, dass es hier um den großen, bösen Wolf geht. Und das ist wörtlich zu nehmen, denn mit normalen Wölfen hält sich der Autor nicht lange auf. Jenny ist Wolfsbeauftragte und vermisst eines Tages ihren Vater. Sein Auto wird gefunden, Graffiti am Hochsitz und sogar eine Leiche. Aber mit jedem Fund treten neue Fragen auf, denn Jennys Vater ist nicht ihr Vater und damit liegt auch ihre Geschichte im Dunkeln. Zwischen dem ermittelnden Staatsanwalt Frederik und ihr beginnt es zu knistern, während der Fall immer weitere Kreise zieht. Ein Unternehmen, dass Schutzzäune für Weidetiere baut sichtet ein Tier, dass die KI sofort als Schattenwolf aus der Serie Game of Thrones erkennt. Jennys Vater scheint eine geheime Vergangenheit zu haben, die nach und nach beleuchtet wird. Lange ist nicht klar, was real und was Phantasie ist.
Das Buch ist spannend, man findet mit jedem Kapitel neue Details heraus und möchte unbedingt wissen wie es weiter geht. Ich konnte es kaum aus der Hand legen. Einziger Kritikpunkt ist Jennys Job als Wolfsbeauftragte des Landkreises. Das ist leider sehr schlecht ausgearbeitet, fast jeder Charakter weiß mehr über Wölfe als Jenny. Sie ist zwar Jägerin und Tierärztin, scheint mit Wölfen aber nicht viel am Hut zu haben. An vielen Stellen hat das auf mich sehr gezwungen gewirkt, als ob man diese Position wegen des Plots unbedingt einbauen musste.
Nach der Trennung von ihrem Freund möchte Tierärztin Jenny Rausch einen Neuanfang starten und zur Ruhe kommen. Doch dieser Plan missglückt, als zuerst ihr Vater spurlos verschwindet und dann auch noch mehrmals Menschen von Wölfen angegriffen werden. Ein von KI unterstützter Schutzzaun verzeichnet Ungereimtheiten, sodass Jenny gemeinsam mit Staatsanwalt Frederik Bach versucht, Licht ins Dunkel zu bringen.
Der Wolf auf dem Cover sieht mit seinem offenen Maul schön gefährlich aus und macht Hoffnung auf eine abenteuerreiche Geschichte.
Der Erzählstil ist flott und flüssig, bereits der Prolog ist mitreißend geschrieben und man möchte unbedingt erfahren, wem dies alles zustößt und was dahinter steckt. Auch Tim Gössler macht mit seiner angenehmen Stimme einen tollen Job und ist auch bei schnellerer Geschwindigkeit gut zu verstehen. Da ich Lupus als Hörbuch und Print besitze, habe ich ab und zu mitgelesen und herausgefunden, dass ich selbst bei 3-facher Hörgeschwindigkeit schneller lese. :D Die Geschichte hat einige Überraschungen zu bieten und man taucht ein bisschen in Nazi-Vergangenheit ein, was den Inhalt besonders abwechslungsreich macht. Auch die Thematik um KI ist brandaktuell und es zeigt, wie gefährlich es werden könnte, wenn diese für böse Machenschaften ausgenutzt werden sollte. Die Auflösung ist ebenfalls gelungen, nur das in einem Punkt offene Ende mag ich nicht, weil mich das traurig stimmt.
Ein fesselnder Thriller, den ich gerne empfehle. 4,5 Sterne
Das Thema Wolf ist der rote Faden des Buches und zieht sich vom Anfang bis zum Ende durch. Dabei werden sowohl Wolfsschützer als auch Wolfsgegner dargestellt, sodass man beide Seiten kennenlernt. Auch das Jagen an sich wird immer wieder angesprochen und mit Pro- und Contra-Argumenten diskutiert.
Die Verflechtungen mit der DDR-Zeit und dem Nationalsozialismus fand ich sehr gelungen und konnte noch Einiges lernen, z. B. über die Insel Riems.
Obwohl man einige Sachen bereits im Laufe des Buches erahnen konnte, war es eigentlich durchweg spannend. Mit Rückblicken setzten sich nach und nach mehr Puzzleteile aus der Vergangenheit zusammen. Es waren allerdings sehr viele Personen, die man auseinanderhalten musste.
Der Schreibstil hat mir gut gefallen und ließ sich schnell und flüssig lesen. An manchen Stellen waren mir die Beschreibungen allerdings teilweise zu ausufernd. Ich muss nicht unbedingt wissen, dass das Logo der örtlichen Versicherung auf den Warnwesten einer Kindergartengruppe gedruckt ist, wenn das keinerlei Rolle für die Geschichte spielt.
Insgesamt aber ein absolut empfehlenswerter Thriller, wenn man mit den oben genannten Themen etwas anfangen kann.
Der große böse Wolf- ein Gegner, der in den letzten Jahren immer wieder in den Medien für Diskussionen sorgt. Und mit genau dieser Angst vor dem Wolf, mit den Stimmen, die ihn schützen wollen und denen, die darauf aufmerksam machen, dass es zu spät ist erst zu reagieren, wenn die ersten Menschen etwas passiert ist. Jenny Rausch ist Tierärztin Jägerin und somit perfekt als Wolfsbeauftragte. Als ihr Vater verschwindet und ein Schäfer plötzlich 50 Schafe auf einen Schlag durch einen Tierangriff verliert, steht sie vor vielen Fragen. Und dann ist da noch der Zaunhersteller, der die seltsamste Meldungen von Wolfsmenschen und Schattenwölfen über ihr System erhalten. Was ist da wirklich los? Ist der Wolf zurück und angriffslustiger denn je? Oder was für ein Wesen treibt hier wirklich sein Unwesen? Ein wirklich spannender Thriller, den ich kaum beiseite legen konnte und immer tiefer in die Geschichte eintauchte. Es war zwar irgendwie klar, dass nicht alles so sein wird, wie es scheint, aber die ein oder andere Wendung hätte ich so in der Form nicht erwartet. Auch welche Rolle die Figuren da wirklich spielen. Klare Leseempfehlung/Hörempfehlung.
Ich habe das Buch von Vorablesen als Rezensionsexemplar erhalten und bin mehr als froh darüber. Mein Interesse hatte vor allem das Cover geweckt, der Inhalt klang auch nicht schlecht und jetzt stehe ich sprachlos da. Was für ein geniales Buch! Ich war von der Story sofort gefesselt und konnte das Buch kaum aus den Händen legen. Phasenweise hatte ich das Gefühl, dass es echt abgedreht werden könnte, was sich der Autor hier ausgedacht hat, aber mit jedem Kapitel kamen neue Fakten und ich konnte meine Vermutungen über den Haufen werfen. Der Schreibstil ist sehr angenehm und flüssig, die Spannung bleibt von der ersten bis zur letzten Seite erhalten. Nicht zuletzt durch die authentischen und gut durchdachten Charaktere, allen voran die Protagonistin, mit der wir die Geschichte erleben. Neben der Gegenwart gibt es immer wieder kursive Einschübe aus der Vergangenheit, welche ich sehr interessant fand. Das Buch ist eine gelungene Synthese aus Fiktion und Wissenschaft, sowie Vergangenheit und Gegenwart. Mein erstes Buch dieses Autors, aber definitiv nicht das letzte.
Zum Inhalt: Nachts verschwinden plötzlich Jäger, die auf der Pirsch waren. Auch der Vater der Tierärztin Jenny gehört dazu. Zur gleichen Zeit häufen sich Wolfsangriffe in den Wäldern. Sind die Jäger auch Wölfen zum Opfer gefallen oder geht hier etwas anderes vor. Kameraaufzeichnungen zeichnen sonderbare Dinge auf und rufen Staatsanwalt Bach auf den Plan. Die Spuren führen den Staatsanwalt Bach und Jenny tief in die Zeiten der DDR. Meine Meinung: Holla, die Waldfee, das war mal ein mega spannendes Buch, dessen Verlauf ich so nicht erwartet hatte. Diese Angst vor Wölfen wird schon relativ greifbar vermittelt, wobei natürlich auch Zweifel aufkommen. Nebenher gibt es auch noch ein großes Geheimnis in der Familiengeschichte und eins der bestgehüteten Geheimnisse der DDR, die man so nicht hat kommen sehen. Ich fand das Buch sehr spannend und in der Hörbuchversion sehr gut gelesen. Fazit: Spannend
"Werwölfe in Vorpommern!" Der neue Roman von Tibor Rode nimmt sich gleich mehrerer spannender Themen an: zum einen die Rückkehr der Wölfe in Deutschland und der damit verbundene Human-Wildlife-Konflikt. Zum anderen die Anwendung von KI - hier in Verbindung mit Zäunen für Nutztiere, die verhindern sollen, dass etwas hinein - oder auch hinaus - kommt. Zudem wird die deutsche Geschichte aufgearbeitet, über die Zeiten der DDR bis hin zum Nazi-Regime und dessen gefährliche Forschungsarbeiten. Die Handlung ist unglaublich differenziert und verwoben, so dass man bis zum Ende mit überraschenden Wendungen konfrontiert wird, was die Spannung permanent am Anschlag hält. Mit der Tierärztin, Wolfsbeauftragten und Jägerin Jenny Rausch hat der Autor eine nicht bedingungslos sympathische, aber glaubwürdige und sehr menschliche Protagonistin geschaffen. Ihr zur Seite steht Staatsanwalt Frederik Bach, der auf Jenny ebenso anziehend wie geheimnisvoll wirkt. Und so ermitteln die beiden und legen die ungeheure Wahrheit "wie bei einer Zwiebel Schicht um Schicht und mit vielen Tränen" frei, bei der es gleichermaßen um die Gier nach Geld und Macht geht. Fazit: einmal mehr erschafft Tibor Rode eine erschreckende Zukunftsvision, die vielleicht gar keine mehr ist.