Sie ist eine internationale Top-Terroristin, auf die Interpol seit Jahren vergeblich Jagd macht. Nach ihrem letzten Auftauchen machen sich auch der MI5 und Scotland Yard auf die Suche nach der Frau, die man nur unter dem Namen Witch kennt. Allen voran Dominic Elder, der auch nach seiner Pensionierung nicht von diesem Fall lassen kann.
Das eBook, das ich gelesen habe, stammt aus dem Jahr 2008 und ist unter dem Namen Ian Rankin veröffentlicht, aber eigentlich hat der Autor die Geschichte schon 1993 unter dem Pseudonym Jack Harvey veröffentlicht. Das Alter merkt man nur daran, dass bei den Ermittlungen viel mehr Handarbeit gefragt war als bei aktuellen Krimis. Wo heute die verschiedenen internationalen Behörden gut vernetzt sind und ein Blick ins Netz oder eine E-Mail reichen, müssen die Ermittler in Rankins Geschichte oft mühevoll recherchieren und Befragungen vor Ort vornehmen, was sie schon mal ins benachbarte Ausland schickt. Das alles entschleunigt die Handlung, macht sie aber nicht weniger spannend.
Anfangs ist Witch ihren Verfolgern immer mehrere Schritte voraus. Ihre Aktionen wirken raffiniert und gut durchdacht. Aber dann treten neue, junge Ermittler auf den Plan, die den Fall mit frischen Augen betrachten. Plötzlich wirkt sie unsicher und macht überraschende Fehler. Aber sobald Dominic Elder in ihre Nähe kommt, läuft sie wieder zu ihrer alten Form auf. Es entwickelt sich ein spannendes Katz-und-Maus-Spiel mit zahlreichen Wendungen. Die waren jetzt immer ein wenig vorhersehbar. Aber ich denke, dass das anders gewesen wäre, wenn ich den Krimi zu der Zeit gelesen hätte, als er erschienen ist. Vielleicht hätte mich dann auch das etwas zu dick aufgetragene französische Flair des Teils der Geschichte, der in Frankreich spielt, weniger gestört. Aber das ist nur ein kleiner Kritikpunkt.
Das Ende... auch nachdem nach der Lektüre einige Zeit vergangen ist, bin ich mir noch nicht sicher, was ich davon halten soll. Wahrscheinlich muss ich das Buch noch ein zweites Mal lesen, um mir darüber im Klaren zu sein.
Ich mag das Wortspiel im englischen Titel, denn auf deutsch kann man ihn verschieden auslegen und ich finde, alle Auslegungen passen gut zur Handlung.