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Små problemer

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Lars havde egentlig tænkt sig at bruge ugen mellem jul og nytår til endelig at få klaret alle de ting, han har forsømt i de seneste par årtier. Han har planer om at begynde det nye år med at have fuldstændig styr på hele sit liv. Timingen er perfekt. Hans børn er i udlandet for at studere, hans kone er i Portugal på ferie, ingen kan forstyrre ham. Han laver en to-do-liste.

Men tiden går, og han har ingenting nået, da det bliver årets sidste dag. Huset, og hele Lars’ liv selvfølgelig, roder stadig. Nu har Lars kun én dag til at klare alle punkterne på sin to-do-liste, men da han kaster sig over første punkt på listen, føler han, at han ikke bare skal klare punkterne på listen, men at han også skal genopfinde sig selv. Og måske genopfinde hele verden.

Nele Pollatschek skriver om kaos og en længsel efter orden, perfekte børn og uperfekte forældre, kærlighed og stor kunst og om ikke at udsætte livets vigtigste ting til en anden dag.

219 pages, Paperback

First published September 7, 2023

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1738 people want to read

About the author

Nele Pollatschek

4 books29 followers

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237 (11%)
1 star
93 (4%)
Displaying 1 - 30 of 277 reviews
Profile Image for Steffi.
1,123 reviews270 followers
September 17, 2023
Ich habe heute eine Pizza gebacken (inkl. selbst Hefeteig ansetzen und Tomatensauce kochen) und endlich den Waschtrockner gereinigt (mit allem drum und dran: Flusensieb, Gummidichtung, Waschmittelfach). Ansonsten habe ich ein bisschen rumgelarst und dieses Buch gelesen.

Wer nicht versteht, warum ich das unbedingt mitteilen muss, sollte einfach diesen Roman lesen. Darin geht es um den 49-Jährigen Lars, der schon sein ganzes Leben lang prokrastiniert, bei den kleinen Dingen (Regenrinne reinigen) bis zu den großen (den besten Roman der Welt schreiben aka Lebenswerk). Nachdem es seiner Frau nach vielen Jahren zu viel wurde, versucht Lars nun an einem einzigen Tag eine ambitionierte To Do-Liste mit 13 Punkten abzuarbeiten. Bei der Bewältigung dieser Aufgaben dürfen wir ihn beobachten und man kommt dabei aus dem Lachen nicht mehr heraus, angefangen beim Aufbau des Bettes von einer Firma, die sich auf Korea reimt und bei der die einzelnen Bauteile Namen erhalten wie Henriette Hannelore von Hofmannstahl. Die Gedanken, die Lars beim Arbeiten so durch den Kopf gehen, sind großartig. Und immer wenn er irgendetwas fast wieder nicht schafft, so ist er doch immer äußerst kreativ eine andere Lösung zu finden.

Es finden sich so schöne Sätze wie:
Wenn es hart auf hart kommt, kann man alles schaffen, aber meistens kommt es weich auf weich, und da bleibt man besser liegen.
oder
Ordentliche Wohnungen sind auf ihre eigene Art ordentlich, alle unordentliche Wohnungen gleichen einander.

Und großartig die Passage, in der Lars feststellt, dass der Anfang des Lebens (Schwangerschaft, Zellteilung…) und das Ende (Verwesen, nicht mehr genau durchplanen, kein ich muss mich mal ranhalten mit der ammoniakalen Fäulnis, sonst komm ich mit der Skelettierung in Teufels Küche) so ganz ohne Motivation vonstatten gehen, aber Die Mitte, das ist die Hölle.

Ich habe das alles sehr gerne gelesen, dabei ein bisschen gegen meinen inneren Lars gekämpft (wozu mich ein Ratgeber nie bringen würde) und gleichzeitig meinen Frieden mit ihm gemacht. Schließlich sind wir alle ein bisschen Lars.
Profile Image for Great-O-Khan.
469 reviews126 followers
September 11, 2023
"Kleine Probleme" ist "mit Verlaub" das lustigste Buch, das ich in diesem Jahr gelesen habe. Und wie jedes wirklich lustige Buch gibt es auch in diesem tragische Elemente. Angst spielt eine wichtige Rolle.

Lars ist 49 und Prokrastinierer. Aber am 31. Dezember will er noch alles Liegengebliebene erledigen, bevor Johanna von ihrem Sabbat-Aufenthalt in Lissabon nach Hause kommt. Liegen und Nicht-Hinschauen sind allerdings seine Kernkompetenzen. Wenn er etwas anschaut, dann vor allem ASMR-Videos. So ist es also mühsam für ihn. Das neue Bett der Tochter muss zusammen gebaut werden, das Haus geputzt werden, die Steuererklärung erledigt werden, das Meisterwerk geschrieben werden. Wegen Letzterem hat er vor Jahren seinen Job gekündigt. Seitdem frönt er seinen Kernkompetenzen.

Diese Geschichte birgt eine große Gefahr: Der Monolog von Lars hätte auch zu einer verschriftlichen Stand-Up-Comedy-Routine werden können. Das ist glücklicherweise nicht passiert. Der Text ist näher bei Erich Kästner als bei Mario Barth. Die Situationskomik ist nie Selbstzweck. Das Nachdenken ist immer wichtiger. Die Sprache ist schnell und rhythmisch. Beim Lesen habe ich Lars Monolog regelrecht gehört. Ich könnte mir den Text auch gut im Theater vorstellen mit einem Schauspieler wie Bjarne Mädel, der das Komische und das Tragische beherrscht. Das Sponsoring und der Pausensnack kommen von der "5-Minuten-Terrine".

Am 15.9. wird der Roman im "Literarischen Quartett" besprochen.
Profile Image for Alexander Carmele.
476 reviews441 followers
June 16, 2024
Ein Neujahrsmärchen, das selbstzufrieden, über winzige Hindernisse hinweg, ins Ziel holpert.

Inhalt: 1/5 Sterne (alltäglich Banales)
Form: 2/5 Sterne (flüssig, aber zu generisch)
Komposition: 2/5 Sterne (Echtzeit, eng, undynamisch)
Leseerlebnis: 3/5 Sterne (rührend, irgendwie doch nett)


Der Widerspenstigen Zähmung in Kleine Probleme steht nicht viel im Wege. Lars, der behäbige, verwirrte, trantütige 49-jährige Protagonist, muss keine herkulischen Aufgaben meistern. Wie in der Legende von Herkules stehen, von der genossenen Zweisamkeit am Schluss abgesehen, zwölf Aufgaben vor Lars, bspw: das Zusammenbauen eines Ikea-Möbels; das Anfertigen eines veganen Nudelsalates; das Einpacken von Geschenken oder das Beenden der Steuererklärung. Im Gegensatz also zum nemeischen Löwen, zur kerynitischen Hirschkuh oder dem erymanthischen Eber gerade zu mondäne Herausforderungen. Lars weiß sich aber zu helfen, um das Mögliche geradezu zu verunmöglichen, hier im Falle von Schrauben und Dübeln beim Fertigmöbelzusammenbau:

Vor mir lagen keine nummerierten Schräubchen, keine namenlosen Holzdinger, keine seelenlosen Plastikteile und erst recht keine 10904wasauchimmer. Vor mir lagen, in sauberen Grüppchen, glänzend und glimmend, wie frisch gebadet, zweiunddreißig Hoshis und vierundzwanzig Knülpe, vier Schlitzlinge und vier Plötze, gleich vierzig Pleumel, achtunddreißig Holzflonze und dreißig wagemutige Wüs, daneben fünfzig Wörle, zehn Plastikniezen mit großen weißen Hüten und viel zu zarten Rippen, drei lange Sporne und sechzehnmal, mit glänzenden Ringen und erhabenem Kreuz, Henriette Hannelore von Hoffmannsthal, holde Henriette, ach Henriette, ach Johanna, wenn du mich jetzt sehen könntest.

Lars spricht in Ich-Perspektive und Selbstgesprächen aus einer unbekannten Gegenwart heraus über die Ereignisse im Vorlauf einer anstehenden Silvesterfeier, bei der Johanna, seine Partnerin, aus Portugal zurückkommt, um mit ihren beiden Kindern und ihrem langjährigen Partner das neue Jahr einzuläuten. Die Beziehung steckt in einer tiefen Krise. Lars bekommt nichts hin. Er hängt zu viel am Telefon ab, raucht zu viel, prokrastiniert, was das Zeug hält, während seine Partnerin ihn finanziell aushält. Lars schwört Besserung:

Und wenn sich auch alles gegen mich verschworen hatte, meine Gedanken, mein Charakter, mein Übermut, meine Melancholie, meine Eitelkeit, meine Bedürftigkeit, meine Vergesslichkeit, meine schier unüberwindbare Faulheit, alle meine ehemaligen Ichs und jetzt auch noch mein gottverdammter Körper, den ich mir nicht ausgesucht habe, den ich mir wie alles andere nicht ausgesucht habe, für den ich nichts kann, an dem ich täglich leide, der mich auf immer neue Arten erniedrigt, an dem ich eines Tages verdammt nochmal sterben werde, Nein. Ich werde nicht aufgeben, ich werde mich vor mir nicht geschlagen geben.

Mit vielen Zitaten und Anspielungen, begonnen bei Herkules und Vergils Aeneis , über Camus‘ Der Mythos des Sisyphos und Verweisen auf das Verpackungskünstlerpaar Christo und Jeanne-Claude, zu Forrest Gump, Alfred Hitchcocks Die Vögel, Anna Karenina , mit Seitenhieben auf Karl Marx‘ Die deutsche Ideologie und Friedrich Engels‘ Der Ursprung der Familie plaudert die Erzählstimme im Jargon von Der Fänger im Roggen unverbindlich kursorisch über das restriktive Problem der Midlife-Krise und über die Motivationsarmut beim Verfertigen eines literarischen Meisterwerks.

In äußerst sprachminimalistische Weise werden Gedankenströme, Erinnerung, Rechtfertigungsergüsse ineinander verwoben, die aus dem 49jährigen Lars einen jugendlichen Teenager werden lassen, der nun endlich sein Leben in den Griff bekommen und die Liebe seines Lebens zurückerobern will. Das Problem nur: Er mag Johanna gar nicht, wie genaues Lesen zeigt. Er will nur nicht allein sein. Das Problem auch: Die Entwicklung findet in ein paar Stunden statt, die, wie Johanna selbst sagst, als Beweis für eine Läuterung nicht hinreichen können, wodurch die Komposition von Kleine Probleme in Schieflage gerät und Lars‘ Veränderungsprozess auch implausibel erscheinen lässt.

Dass das Ende trotzdem rührt, zeigt, wie groß die Sehnsucht nach Zeitraffung und Zeitreisen bleibt, die Pollatscheks Roman aber ihrem lesenden Publikum gegenüber einzulösen nicht gewillt ist. Die Erzählanlage traut sich über die paar Stunden erzählte Zeit nicht hinaus, und bleibt bei der Ich-Instanz auch zumeist in unüberzeugenden Rechtfertigungszirkulationen stecken.

P.S.: Ich werde, sofern mir das möglich ist, eine Wortanalyse durchführen, als weitere Ergänzung. In Pollatscheks Kleine Probleme decken 1000 Wörter knapp 82% der Textmasse ab - ein Vergleich, in Valerie Fritschs Zitronen nur 78%. Das hört sich wenig an, heißt aber, dass auf je 100 Wörter vier neue bei Frisch hinzukommen. Wahrscheinlich ein Grenzwert ist durch Jean Pauls Neologismen-Wahn gesetzt, der in Siebenkäs auf nur 71% kommt, also jede 100 Wörter kommen 29 neue hinzu.
Profile Image for Maren.
274 reviews6 followers
June 30, 2025
Tragigkomisch zeigt der Roman, wie unscheinbare Alltagsaufgaben als Spiegel innerer Krisen wirken.
Kann man die Kontrolle über das Unkontrollierbare gewinnen? Nein. 😉
Profile Image for Aleshanee.
1,720 reviews125 followers
January 29, 2024
Als ich das Cover gesehen habe, war ich sofort neugierig. Warum, weiß ich gar nicht, es sieht auf jeden Fall total strange aus und der Titel verrät jetzt nicht auch so wirklich viel. Aber auch der Klappentext hat mich angesprochen und dass alles an Silvester spielt, was hier passiert. Da war für mich klar, dass ich dieses doch relativ kurze Büchlein dann auch an Silvester lesen werde.

Die Meinungen hierzu fallen ja sehr unterschiedlich aus und bin mit keiner großen Erwartung an die Geschichte gegangen - und hab niemals vermutet, dass sich dahinter eine so tiefgehende und berührende Geschichte verbergen wird!

Erzählt wird sie von Lars. Er ist 49 und steht mehr oder weniger vor seinem gescheiterten Leben, in dem er es zu nichts gebracht hat. Zumindest nicht das auf die Reihe gebracht hat, dass er sich vor so vielen Jahren alles vorgenommen hat.
Die Autorin beweist ein ungemein feinfühliges Gespür, Lars für uns greifbar zu machen. Dabei wirkt das erste Kapitel noch etwas seltsam. Denn über das Wetter zu sprechen klingt sehr nach Small Talk und warum ist der Nieselregen so ausführlich und prägnant erwähnt?
Wenn man dann weiterliest spürt man aber sehr genau, dass dieses Wetter genau die Stimmung von Lars widerspiegelt. Eine Antriebslosigkeit, eine Kette von Gedankengängen, die ihn immer weg führt von dem, dem er sich eigentlich widmen sollte: seinen Problemen. Großen oder kleinen. Doch er hat mit den Jahren gelernt, nicht hinzusehen, auf diese Probleme - und macht sehr deutlich, wie anstrengend es sein kann, immer wegzuschauen.

Also sieht man besser nicht hin.
Und die Welt denkt dann vielleicht, man sei faul, dabei ist man den ganzen Tag schwer damit beschäftigt, nicht hinzusehen. Und das wissen die wenigsten, wie anstrengend es ist, nicht hinzusehen, wie viel Kraft es kostet, den Fuß nach jedem Schritt am Hosenbein abzustreifen und trotzdem nicht zu putzen.
Zitat Seite 52

Jedenfalls ist Silvester und hat einige Dinge auf seiner to-do Liste und sieht keine Möglichkeit, wie er diese bis Mitternacht erledigen soll! Die Kapitel sind in die Punkte dieser Liste unterteilt und ich war fasziniert, wie der Aufbau eines Bettes für seine Tochter oder das Putzen solch philosophische und in Zusammenhang b ringende Gedanken hervorrufen kann, die Nele Pollatschek mit einigem Witz aber auch tragischen Blick auf die Menschen formuliert.
Dabei fließen sehr kuriose Wörter und Wortverbindungen mit ein, die erfrischend anders sind und die Sprunghaftigkeit von Lars´ Gedankenwelt gut unterstreichen. Und zeigen auch wie die Autorin wunderbar mit den Worten jonglieren kann und wie die Bedeutungen wechseln, je nachdem in welchem Zusammenhang man sie sieht bzw. liest.
Dabei zeigt sie ohne Scheu und offen die Gedanken von Lars, die wir oftmals sicher schon selbst gehabt haben.
Der Stil ist vielleicht gewöhnungsbedürftig, aber ich hab mich schnell in die Gedankenwelt von Lars einfinden können, der ein ständiges Scheitern hinter sich hat und sich beständig die Frage stellt, wozu er noch Motivation aufbringen soll. All seine Erwartungen sind unerfüllt, gefühlt hat er nichts zuwege gebracht und die Gedanken, dem Leben ein Ende zu setzen, grummeln im Hintergrund.

Das Gefühl, im Alltag "einfach" funktionieren zu müssen und allen Anforderungen gerecht zu werden lasten so schwer auf seinen Schultern, dass alleine das Aufstehen ein unglaublicher Kraftakt ist.
Gerade auch so Momente, in dem das Alleinsein nicht mehr ertragen wird und auf welche Mittel er (und auch wir) zurückgreifen, um uns nicht einsam zu fühlen, ist besonders berührend.

Diese to-do Liste abzuhaken hat allerdings eine ganz besondere Wirkung auf ihn. Bei jedem Punkt geht die Autorin auf philosophische Wahrheiten des Lebens ein, die aus verschiedenen Blickwinkeln plötzlich ganz andere Perspektiven eröffnen und somit keine "absolute" Wahrheit mehr zulassen können.
Mich haben viele Passagen tief berührt und ich konnte so gut mit Lars mitfühlen, mit seiner Verzweiflung, seiner Angst, seiner Hoffnungslosigkeit - aber auch seiner Überwindung und die Freude, wie er mit kleinen Schritten seine Welt für sich zurückerobert.

Weltenwanderer
Profile Image for Armin Klica.
138 reviews28 followers
May 21, 2025
„Es ist natürlich vollkommen unmöglich, alles an einem einzigen Tag zu schaffen. Aber es ist auch vollkommen unmöglich, ein anderer zu werden. Wenn man sich jahrelang mit sowas beschäftigt, dann weiß man, dass der Weg zum unmöglichen das unmögliche ist. Reine Mathematik. Minus mal minus gibt plus und unmöglich mal unmöglich ergibt eben doch oder zumindest jetzt erst recht.“
 
In „Kleine Probleme“ begleiten wir den 49-jährigen Lars an einem einzigen, aber entscheidenden Tag: Silvester. Eigentlich wollte er endlich all die unerledigten Dinge angehen, die sich über die Jahre angesammelt haben, von der Steuererklärung über das Wohnungputzen bis zum großen Traum, ein Buch zu schreiben. Doch wie so oft im Leben ist der Berg an Aufgaben größer als gedacht, und schon das Anfangen wird zur Herausforderung.
 
Die Autorin erzählt Lars’ Tag mit viel Witz, einem feinen Gespür für Alltagsphilosophie und einer guten Portion Selbstironie. Jedes Kapitel widmet sich einem Punkt auf Lars’ To-do-Liste, und in jedem dieser Kapitel werden die kleinen und großen Stolpersteine des Lebens mit einem liebevollen, manchmal auch nachdenklichen Blick betrachtet. Besonders gelungen ist, wie alltägliche Situationen plötzlich eine tiefere Bedeutung bekommen und wie das scheinbar Banale zum Ausgangspunkt für kluge Gedanken über das Leben wird.
 
Der Roman lebt von seiner Leichtigkeit und seinem Humor, aber auch von der Ehrlichkeit, mit der Lars’ Zweifel, Aufschieberitis und Selbstgespräche geschildert werden. Die Autorin schafft es, dass man sich in vielen Momenten wiedererkennt und gleichzeitig Lust bekommt, selbst endlich mal wieder etwas von der eigenen Liste zu streichen.
 
„Im Grunde ist es wirklich vollkommen egal, wie das Wetter war, man muss nur irgendwie anfangen, und dann fängt man eben beim Wetter an, weil das einfach ist, und gerade am Anfang muss man es sich einfach machen, denn, das weiß man, aller Anfang ist schwer und, das weiß man auch, Mitten sind noch viel schwerer, also muss man es sich am Anfang leicht machen, damit man noch etwas übrig hat für die Mitte mit ihren Mühen.“
 
„Kleine Probleme“ ist ein kluger, unterhaltsamer und lebensnaher Roman, der mit viel Herz und Humor zeigt, wie schwer es manchmal sein kann, einfach nur anzufangen, und wie viel Freude im ganz normalen Chaos des Alltags steckt. Ein Lesegenuss für alle, die das Leben mit einem Augenzwinkern betrachten.
Profile Image for Frau Becker.
222 reviews48 followers
June 20, 2024
Nicht jedes Buch muss die ganz große Geschichte erzählen, die ganz großen Themen verhandeln. Hinundwieder ertappen wir uns alle bei ein bisschen Prokrastination, wenn Lars auch ein ziemlich pathologischer Fall ist. Durch ständiges Aufschieben und Überdenken lebt er völlig in der Theorie, wie es wäre, wenn er ein guter Koch oder mit Langzeitlebensgefährtin Johanna verheiratet wäre, ein Buch schreiben oder zumindest mal die Steuererklärung fertig kriegen würde (die zu einem Friedhof seiner gescheiterten Projekte wird). Im Laufe des Silvester-Abends will er das alles und noch mehr hinkriegen, doch Gewohnheiten sind zäh und so werden das Zusammenbauen eines Ikea-Bettes oder das Zubereiten eines Nudelsalats zu herkuleischen Aufgaben. Das ist manchmal wahnsinnig amüsant, wenn Nele Pollatschek etwa in den philosophischen Überlegungen ihrer Figur oder Anspielungen auf die große Literatur seine Alter-Weißer-Mann-Selbstüberhöhung vorführt. Gleichzeitig nervt das aber auch ungemein, weil es so furchtbar banal ist, Lars sich aber für jedes Gelingen selbst abfeiert, obwohl seine Erfolge doch eher überschaubar sind. Aber wer glaubt schon ernsthaft, er könne sich in den rund 12 Stunden erzählte Zeit wirklich ändern? Lars wird dabei ziemlich gnadenlos vorgeführt, erkennen wir doch, was er selbst nicht erkennt. Und eine solche Erzählhatung finde ich immer ein bisschen fies.
Profile Image for LeserinLu.
323 reviews38 followers
November 9, 2025
Lars, 49, Möchtegernschriftsteller und passionierter Aufschieber, plant den perfekten Neustart ins neue Jahr: Er will vorher noch seine gesamte To-do-Liste abhaken - Steuererklärung, Aufräumen, Möbelmontage, Rauchstopp, vielleicht noch eben ein literarisches Meisterwerk. In der Praxis jedoch versickert die letzte Woche des Jahres im Nichts, und am 31. Dezember sitzt Lars im selben Chaos wie zuvor. Was folgt, ist ein wilder Ritt durch die To-do-Liste inklusive Scheitern, Selbstzweifel und gelegentliche Geistesblitze – voller Situationskomik, aber auch mit nachdenklichen Passagen.

Der Roman ist mit seiner Mischung aus Humor, Melancholie und Alltagswahnsinn insgesamt sehr unterhaltsam. Manche Passagen waren für mich allerdings etwas langatmig, manche Pointen zu klamaukig. Nebenbei hat mich „Kleine Probleme“ tatsächlich motiviert, selbst noch ein paar Dinge zu erledigen, bevor das Jahr endet, um nicht so zu enden wie Lars – damit hat dieser Silvesterroman also noch einen Zweck erfüllt.
Profile Image for Marion.
247 reviews18 followers
December 22, 2023
Fast zum Jahresende ein so heiteres Buch.
Da es von einem Silvesterabend erzählt, hätte es auch gut noch einige Tage später gelesen werden können.
Wunderbare Wortspiele und witzige Schöpfungen.
Man leidet mit dem verkappten Helden und ich fand mich in einigen Augenblicken sogar andeutungsweise wieder. Und wer kennt sie nicht, die hämisch tickenden Uhren….
Profile Image for J M Notter.
82 reviews12 followers
October 9, 2024
Tragikomische Erzählung über einen Mann, der unter seriöser Prokrastination leidet und daran fast zu Grunde geht.
Profile Image for Till Raether.
409 reviews222 followers
Read
September 22, 2023
Es ist gerade nicht das richtige Buch für mich, aber es ist sehr gut geschrieben und hat einen kleinen genialen Kniff am Ende.
Profile Image for Sandra.
202 reviews49 followers
January 18, 2025
Sehr gutes, zeitgeistiges Buch ohne viel Handlung dafür mit vielen guten Gedanken und Beobachtungen. Mir großartigem Humor geschrieben und unglaublich relatable!
Profile Image for Günter.
374 reviews20 followers
November 16, 2023
Ist das jetzt irgendwie peinlich, wenn ich diesem Buch volle fünf Sterne gebe? Weil so einfach gestrickt. Aber ich finde es tatsächlich sehr witzig, unterhaltsam und es beinhaltet schon eine Reihe interessanter (aber vielleicht auch gar einfacher, gar billiger) Einsichten. Aber was soll's? Ich mag es.

Eine andere Frage, die mich beschäftigt ist: Wer liest das jetzt eher? Männer oder Frauen? Partner oder Partnerinnen? Verlassene oder Gegangene? Der oder die andere Leidende? Einfach beide?

Und vielleicht kann mir noch wer dabei helfen: Ich muss zugeben, das Ende verstehe ich nicht ganz. Hier schreibt jemand von einem kleinen genialen Kniff am Ende. Ich weiß nicht …
Profile Image for Morten.
13 reviews8 followers
September 15, 2023
Ein wahnwitziges Buch. Voller Wahn und voller Witz. Furchtbar anstrengend, weil die Hauptfigur, Lars, furchtbar anstrengend ist. Aber wenn man sich darauf einlässt, bei all den Abschweifungen nicht selbst abschweift, dann ist es wunderschön, furchtbar lustig, tieftraurig und absolut lesenswert.
Profile Image for Jules.
34 reviews3 followers
December 30, 2023
Nach ca. 1/3 abgebrochen...
Dieses Buch war mir zu blöd. Ich hatte keine Lust mehr, diesen angeblich amüsanten, extrem privilegierten und gleichzeitig fehlangepasst prokrastinierenden Ausführungen zu folgen, während offensichtlich ist, dass es das ganze Buch so weitergeht. Den Klappentext und die ersten Seiten fand ich vielversprechend und hatte mir etwas Passenderes erhofft.

Bemerkenswert, dass die Autorin den Protagonisten angeben lässt, weder unter schwerwiegenden psychischen Problemen noch unter sozialer Ungleichheit zu leiden.
Die Erzählung könnte ein Paradebeispiel für undiagnostizierte ADHS sein (wo Prokrastination ernsthaft und unter großem Leidensdruck zum Problem wird, das sich durch das ganze Leben ziehen kann), die Empathie der Leser*innen muss sich hier aber in Grenzen halten angesichts der u.a. männlichen Privilegdarstellung, die hier zur Schau geboten wird. Die Partnerin standardmäßig den gemeinsamen Wohnraum in Ordnung und sauber halten lassen und selbst keinen Dreck sehen (angeblich), dafür aber die widerlichsten Praktiken mit Stolz darzubieten? Selbst freier Künstler sein wollen und vom hart erarbeiteten Gehalt der Partnerin leben? Sich als Vater identifizieren, aber die Kinder offenbar gelegentlich zu vernachlässigen? Sich beklagen, dass die eigenen Versäumnisse nie Konsequenzen haben ("es wäre ja so viel leichter, wenn es schwerer wäre")? Dass es keinen Druck gibt, sein Leben in den Griff zu bekommen?
Dann noch die völlig offensichtlichen Ärgernisse, wie z.B., dass IKEA-Möbel erfolgreich dafür gemacht sind, leicht aufgebaut zu werden. Oder dass *man* seiner Partnerin mit ein bisschen realistischer Planung durchaus auch Alltagsaufgaben abnehmen kann - wenn man schon darum gebeten wird - und dies ein Zeichen von Wertschätzung und Respekt ist.
Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass weibliche Leserinnen dieses Buch tatsächlich amüsant finden (außer vielleicht gequält lächelnd).
Der Schreibstil ist durchaus innovativ, aber ansonsten finde ich das Ganze enttäuschend und ärgerlich. Dies basiert auf meiner persönlichen Erfahrung mit derartigen Dynamiken, daher kann ich hier nicht im Sinne von literarischer Leistung abstrahieren.
Profile Image for Babywave.
352 reviews129 followers
April 27, 2025
2,5 Sterne

Vermutlich hatte ich wieder mal zu hohe Erwartungen.

Lars ist 49 Jahre alt und seit einigen Monaten ist seine Frau in Lissabon. Eigentlich eine Trennung auf Probe…. Letztlich eine Trennung.

Die beiden Kinder Yannis und Lina leben nicht mehr zu Hause.
Lars ist jetzt allein und wir Lesende verstehen, warum Johanna eine Trennung möchte.

Lars ist jemand, dessen Bild im Duden unter Prokastination abgedruckt ist.
Doch nun möchte er sich ändern und seine Frau am 31.Dezember durch eine abgearbeitete TO DO Liste zurück erobern.

Er möchte unterschiedliche Dinge erledigen, die er immer wieder aufgeschoben hat. Z.B. ein Bett aufbauen oder die Steuererklärung machen. Dabei begleiten wir ihn also und lesen in vielen inneren Monologen, wie Lars jedes Mal gedanklich abschweift und irgendwie nichts auf die Kette bekommt.

Ja, Pollatschek schreibt ironisch und hat so einige witzige Textstellen eingearbeitet. Mir ist das aber leider zu gewollt, zu konstruiert. Ich musste weder laut lachen, noch schmunzeln. Eher hatte ich viele Augenroll-Momente. Letztlich verspürte ich Mitleid für Lars.

Der Text konnte mich leider nicht erreichen. Weder inhaltlich noch sprachlich. Auch hier : Schaaade 😆.
Profile Image for Stefanie.
102 reviews9 followers
January 19, 2025
Eine Wohltat inmitten aller ungebetenen Optimierungsratgeber!
Lars hat noch viel zu erledigen, bevor das Jahr um ist, und es ist schon der 31. Dezember. Nudelsalat und Steuerererklärung machen, Lebenswerk schreiben, putzen, Vater anrufen, solche Sachen, man kennt das. - Blöderweise ist Lars eher der Typ Denker und Bedenkenträger, „einfach machen“ ist nicht so seins. Doch für Lars steht viel auf dem Spiel, deswegen will er unbedingt schaffen, sich diesmal zu ändern, „und wenn ich mir die Gedanken einzeln mit der Kneifzange aus dem Kopf ziehen muss.“
Nele Pollatschek nimmt uns mit in das Kopfkino eines Menschen, der in seinen eigenen verwickelten Gedanken gefangen ist. Das ist ziemlich lustig, voller Sprachwitz, literarischen Anspielungen, drolligen Bonmots und Lebensweisheit. Und wie wir nach und nach erfahren: auch ziemlich existenziell und tragisch. Dann wieder sehr rührend. Eine wunderbare Jahreswechsel-Lektüre mit dem Zeug zum Kultbuch.
5 reviews1 follower
October 22, 2023
Langweilig, langatmig, lapidar, … Ich fand es überhaupt nicht lustig, habe mich eher über die ständigen Wiederholungen geärgert und es auch nicht zu Ende gelesen.
Profile Image for Michael Madel.
540 reviews11 followers
October 4, 2023
In einem an Wolf Haas erinnernden Stil erzählt Nele Pollatschek eine herrlich unterhaltsame ironische Aufschieberitis-Geschichte. Dabei spielt sie mit den Erzähler-Identitäten, denn auf Seite 192 bringt sie ihr Geburtsdatum ins Spiel.
Selten hat sich in einem Roman in so etwas Banalem wie dem Aufbau eines Ikea-Bettes die tragikomische Absurdität der menschlichen Existenz gespiegelt.
Profile Image for SusanneH.
514 reviews37 followers
March 26, 2025
Hat mich großartig unterhalten und war gefühlsmäßig eine richtige Achterbahnfahrt. Das Ende verstehe ich nicht wirklich. Deswegen statt 5 nur 4 Sterne.
Ihr dürft mir gerne verraten wie ich das Ende deuten soll
Profile Image for Alexa.
236 reviews7 followers
February 25, 2024
Tragikomisch, philosophisch, aber vor allem total witzig. Selten so gelacht.
Profile Image for Marie.
181 reviews14 followers
September 20, 2023
"So einen Helden könnte ich aus mir machen, einen, der auf verlorenen Posten und ohne einen Gedanken an sich selbst zu verlieren, aufopfernd nur noch an die Kinder denkt. Nur das wäre dann eben gelogen."

Lars hat sich einiges vorgenommen für das Jahr: Mit dem Rauchen aufhören zum Beispiel. Oder das beste Buch der Welt schreiben. Gute Vorsätze tummeln sich auf seiner Liste neben profanen Aufgaben wie "Die Regenrinne sauber machen": Allerdings hat Lars ein Problem - die Handlung setzt am 31. Dezember ein. Das Jahr ist also schon fast vorbei und auf seiner Liste findet sich kein einziger Harken. Wie im Wahn versucht er dennoch, die verbleibenden 24 Stunden zu nutzen, um seine To-Do-Liste abzuarbeiten. Warum er das tut? Darüber bleibt der Leser lange im Unklaren. Vielleicht hat es etwas mit dem eigenen Anspruch zu tun? Wohl kaum, denn Lars ist die Faulheit und die Prokrastination in Person. Mit seinen Kindern oder seiner Partnerin Johanna? Immerhin tauchen die immer wieder in seinen Gedanken auf, allerdings ist Johanna auch nach Lissabon gezogen, weil sie eben Abstand braucht.

Nele Pollatschek bringt ihre Leser in "Kleine Probleme" in eine Situation die wohl jeder kennt: An den eigenen Ansprüchen und Vorsätzen zu scheitern. Eine nette Idee ist es, dass ihr Protagonist keine neuen Vorsätze am 31. Dezember notiert, sondern erstmal die alten abhaken möchte. Dann hört es mit den guten Ideen aber fast schon wieder auf. Denn der Roman ist trotz seiner Kürze zäh und vor allem ein: abstrus. Lars rettet sich in noch so abstruse Geschichten und Ausflüchte, um ja nicht mit den Aufgaben beginnen zu müssen. Da geht es um menschlichen Code, der durch Lehrer und Verwandet programmiert wird. Zeitreisen werden zu einer greifbaren Option, um den vergessenen Nudelauflauf wieder wett zu machen und beim Putzen kommt es nur darauf an, seinen Nomos zu finden. Was Lars aber an keiner einzigen Stelle tut: Verantwortung für sein Handeln zu übernehmen. Dazu zu stehen, dass er in der Vergangenheit zu faul war, um Dinge auf die Reihe zu bekommen. Stattdessen tut er sich gehörig selbst Leid, was ihn nicht unbedingt sympathischer werden lässt. Pollatschek lässt ihren Protagonisten sogar selbst ein Gespräch führen, indem ihm erklärt wird, dass alte weiße Männer in er Midlifecrisis nicht ziehen. Und schreibt dann genau so einen Roman. Ob das Ironie sein soll? Ich konnte damit nur wenig anfangen.
Profile Image for Nina.
278 reviews12 followers
September 16, 2025
Ich hatte beim Hören jedes Mal einen riesengroßen Kloß im Hals. Dass „Kleine Probleme“ von vielen (den meisten?) als lustig empfunden wird, erschließt sich mir erst im Nachhinein. Denn: Wer auch nur ansatzweise mal mit einer Depression zu kämpfen hatte, kennt die absolute Antriebslosigkeit, kleinste Aufgaben zu erledigen - und die Übermacht des „mache ich morgen“. Und wer diese Gefühle kennt, wird kleine bis große Probleme haben, „kleine Probleme“ zu mögen, weil sie bzw. er Lars nur allzu gut verstehen kann. Weil der Roman den Finger nicht nur in die Wunde legt, sondern darin herumwühlt. Und dadurch in mir Gefühle ausgelöst hat, die ich nie mehr wieder so fühlen wollte.

Ob Nele Pollatschek das nun so wollte, oder ob es ein heiterer Roman werden sollte, weiß ich nicht zu beurteilen. Dass ich um das Buch in Zukunft einen großen Bogen machen werde, schon.
Was eine Leistung der Autorin, solche Gefühle auslösen zu können - ich packs trotzdem nicht, mehr Sterne zu geben.
Profile Image for Ces.
91 reviews
May 2, 2024
3,5 ⭐️

Herausragender Schreibstil, zwischendurch sehr witzig, dann aber zeitweise doch etwas langweilig, wenn man über vier Stunden lang erzählt bekommt, wie der Protagonist Lars eine Wissenschaft daraus macht, einen Kaffeefleck NICHT wegzumachen oder die Ingredienzen aus aufgetautem Nudelsalat herauszuschmecken. Trotz seiner schon fast krankhaften Prokrastination und all den Ausreden, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen, ist der Protagonist Lars doch ein liebenswerter Kerl.
Leseempfehlung für einen faulen Nachmittag zwischen Wäschebergen und liegengebliebenem Geschirr. Danach ist man doch ein wenig motivierter, endlich mit der eigenen To-Do-Liste zu beginnen.
Profile Image for Lucian Stănescu.
49 reviews
February 7, 2025
Lieblingsbuch, absolut. kann ich sehr gut nachvollziehen. und so schön geschrieben! danke Nele
Profile Image for Kathrin.
867 reviews57 followers
September 19, 2025
Ich kann nicht sagen, bei welcher Aktion das Buch auf meine zu-Lesen-Liste gelandet ist, aber der Klappentext hat mich dann doch überzeugt, ihm mal eine Chance zu geben. Das Buch kann, je nachdem wie nah oder fern man dem angesprochenen Themen steht, sicherlich ein wenig frustrierend sein. Ich habe mich sehr gut wiedergefunden.

Im Zentrum steht die Frage, wann wir endlich die Dinge tun, die wir uns die ganze Zeit vornehmen. Ich bin selbst so ein Typ, der gewisse Themen immer vor sich herschiebt. Und dann wird der Berg immer höher und die Motivation sinkt. Die notwendige Kraft wird nicht gefunden und am Ende wird wieder geschoben. Auf die nächste Woche, den nächsten Monat, das nächste Jahr... Für mich eindrucksvoll: die immer weiter wachsende to-do Liste gehört einer Person, hat aber immense Auswirkungen auf die Menschen drum herum.

Mich hat die Geschichte erreicht. Ein bisschen tragisch, manchmal komisch, auf jeden Fall zum Nachdenken anregend. Ich fand das Hörbuch eine gelungene Zäsur im stressigen Alltag.
Profile Image for Estrelas.
933 reviews
September 4, 2023
Es ist der letzte Tag des Jahres, und der Ich-Erzähler will noch einiges schaffen. Also macht er eine Liste mit Tätigkeiten, die bis Mitternacht erledigt sein sollen. „Die meisten meiner guten Taten muss ich noch vollbringen, ich muss noch schnell mein Potenzial ausschöpfen, ich muss noch dieses was in aus dem wird mal was werden, ich muss so vieles noch erledigen, Dringendes, Unangenehmes, eigentlich Schönes, ein paar Lappalien, sehr viel Entscheidendes, diesen ganzen Kram, dieses ganze Alles, dieses einzige Leben.“
Jedes Kapitel ist einer von dreizehn Aufgaben gewidmet; vom Putzen des Hauses bis zum Vollbringen des Lebenswerks erleben wir einen abwechslungsreichen 31. Dezember. Und schnell wird klar, warum dem Protagonisten dafür so wenig Zeit zur Verfügung steht. Er ist ein Meister der Prokrastination und will es nun allen beweisen.
Aus seiner Perspektive lässt er uns an seinen Kämpfen teilhaben und mitfühlen. Die Erfahrungen reichen von schmerzhaft über philosophisch bis hin zu saukomisch. Anhand obiger Kostprobe wird deutlich, wie spielerisch die Autorin mit Sprache umgeht, wie sie kleine Nuancen zu einer Sache in einem Satz unterbringt. Wer hätte gedacht, dass das Ausräumen der Spülmaschine für eine Romanfigur und einen Schriftsteller solch eine Rolle spielen könnten? „Kleine Probleme“ war für mich ein unterhaltsamer Lesegenuss.
Profile Image for Julicke.
349 reviews4 followers
December 7, 2024
Soms kom je een boek tegen die je vastgrijpt vanaf de eerste pagina, die je blijft lezen terwijl je eigenlijk andere dingen moet doen (nogal ironisch in dit geval) en een stukje territorium in je hoofd claimt en daar voorlopig zal blijven zitten. Zo eentje was Kleinigheden voor mij.

We volgen Lars, een man van in de 40 die lijdt, niet zozeer aan luiheid, maar aan een existentiële crisis vermomd als een eindeloze to-do lijst. Want het ding is, hoeveel je ook afstreept, er zal altijd meer bijkomen. In het leven ben je nooit 'klaar'. Er zijn altijd kamers schoon te maken, belastingaangiftes te doen, relaties te onderhouden, etc. ad infinitum. En dan moet je ook nog even iets bereiken met je leven, want in onze prestatiemaatschappij ben je anders niets waard. Op 31 december besluit Lars daarom om zijn to do lijst in één dag af te werken, niet door het "gewoon te doen", maar vanuit een soort wanhoop, aangewakkerd door het gestaag tikken van de klok richting het nieuwe jaar. Wat volgt is een wervelwind van activiteit en de mentale gymnastiek die Lars gebruikt om zichzelf er doorheen te slepen. Gek genoeg was het zeer vermakelijk. Het bruisende taalgebruik, de filosofische triages en de hilarisch absurde gedachtenspinsels waar Lars mee kwam hielden mijn blik continu aan de pagina's gelijmd.

Dit boek zal pijnlijk herkenbaar zijn voor iedereen die ooit heeft geworsteld met de fatale combinatie van perfectionisme en uitstelgedrag. In mijn ervaring zijn de enige manieren om uit de cyclus te stappen (1) door de realiseren waarvoor (of beter: voor wie) je het doet, (2) niet je eigenwaarde te verbinden aan wat je bereikt hebt en (3) te accepteren dat het beter is om iets slecht te doen, dan helemaal niet. Dit boek focust vooral op de eerste en ondanks Lars enorme worsteling is het uiteindelijk hoopvol. Uiteindelijk is het nooit te laat om te veranderen.
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