Deutschland, immer noch ein starkes Land in der Mitte Europas, befindet sich seit Jahren in einem relativen Niedergang: Arbeit lohnt sich für viele nicht mehr, Millionen kulturfremde Einwanderer strömen in die sozialen Sicherungssysteme. Die Explosion der Sozialausgaben überwuchert die öffentlichen Haushalte. Der Staat zeigt sich überfordert: Eine Reform der Asyl- und Migrationspolitk gelingt seit Jahren nicht. Die Bundeswehr ist blank und nicht fähig zur Landesverteidigung. Die Bürokratie nimmt immer mehr zu. Die Digitalisierung stockt, das Steuersystem ist leistungsfeindlich. Eine utopische Klimawende gefährdet die Grundlagen des Wohlstands. Thilo Sarrazin zeigt in seinem neuen Buch, wie alle diese Faktoren zusammenhängen. Er entwirrt das komplexe Gewebe, beschreibt, was sich nicht mehr ändern lässt, und zeigt auf, welchen Weg eine zukunftsgerichtete Politik gehen müsste.
Thilo Sarrazin (born 12 February 1945) is a former member of the Executive Board of the Deutsche Bundesbank (until 30 September 2010) and a German politician (SPD). Sarrazin previously served as senator of finance for the State of Berlin from January 2002 until April 2009, when he was appointed to his position at Bundesbank. He has been subject to controversy for statements about German immigration policy and for claiming the Jewish people's positive contributions to society are partly due to genetics. All this happened in relation to the publication of his book Deutschland schafft sich ab ("Germany Does Away With Itself" or "Germany Abolishes Itself").
Seit "Deutschland schafft sich ab" ist Thilo Sarrazin der mediale "Tabubruch-König" (was im Sinne echter Meinungsäußerungsfreiheit als ausdrücklich moralisch lobenswürdig betrachtet werden muss) hierzulande... Die von ihm angestoßenen Debatten kann man kritisch betrachten, das selbige kollektive Verdrängungen und Problemlagen offenlegen bzw. offengelegt haben, steht m. E. außer Frage.
Selbst als damaliges Mitglied der Linkspartei hat mich "Deutschland schafft sich ab" persönlich interessiert, weil es als populistisch-publizistischer Kontrapunkt zu meiner eigenen Weltanschauung von mir explizit fixiert wurde (die von exzessivem Kokoskonsum zermarterten Anti-Deutschen, die sich in meinem unmittelbaren politischen Wirkungskreis auch befanden, versuchten mich zwar niederzuschreien - alleine, weil ich die teuflische Absicht bekundete das Sündenwerk aus Neugierde lesen zu wollen, doch hat ihr moralapostolisches Niederschreien eher meine Leselust noch beflügelt, denn sie ersticken können). Schon damals empfand ich den Vorwurf des "Kulturrassismus" als absolut lächerlich.
Auch in seinem neuesten Werk zeigt Sarrazin eine Position, die ich als "(konservativen) bürokratischen Realismus" bezeichnen möchte. Im Grunde ist das neue Buch ein aktualisierter Wiederaufguss der bereits bestens in der Öffentlichkeit bekannten Thesen (wenngleich auch nur deren Substrate und Denkabkürzungen). Alter Wein in neuen Schläuchen gewissermaßen. Ob man sein Deutschland- und / oder Welt-Bild teilt, ist das Eine, das Andere (und weitaus wichtigere!) solllte sein, dass Sarrazin in Quintessenz aufzeigt, dass man die Realität zwar ignorieren kann, nicht aber die Konsequenzen des Ignorierens der Realität...
Summa summarum hat Sarrazin in sprachgenießerischer Hinsicht leider maximal die Anziehungskraft eines Aktenschrankes, doch für einen Schnelldurchlauf ist das Buch zu Teilen durchaus nutzbar. Nutzbar im Sinne eines Impulses überhaupt (!) die zwischen den Buchdeckeln verhandelten Themen wahrzunehmen und sich selbst Gedanken über die eigene Positionierung zu machen.
Da das Buch leicht und flüssig geschrieben ist, sollte ein derartiger "kleiner Gedankensnack" keine größeren Bauch- oder Kopfschmerzen verursachen. Für die eigene Aufregung bleibt da freilich noch genug Platz -