Als der 16-jährige Oscar zum ersten Mal Moni Kosinsky in seiner Mathevorlesung entdeckt, hält er sie für eine verirrte Kantinenfrau. Mit ihren hohen Schuhen, starkem Parfüm und unzähligen Tüten fällt Moni sofort auf. Der 53-Jährigen ist das schnuppe: Schließlich hat sie alle Hände voll zu tun, drei Enkel, eine überforderte Tochter und mehrere Nebenjobs zu managen – und sich so ganz nebenbei den heimlichen Traum vom Mathestudium zu erfüllen.
Oscar ist, gelinde gesagt, irritiert. Als Sprössling eines gutbürgerlichen Elternhauses setzt er seit Kindheitstagen alles darauf, dass seine universitäre Karriere in geregelten Bahnen verläuft, und kann nicht verstehen, warum Moni nicht auch einfach eine Haushälterin engagiert und ihr Privatleben optimiert, um mehr Zeit fürs Studium aufbringen zu können. Und warum scheint ausgerechnet sie einen Draht zu dem berühmtesten Professor der Uni zu haben, der Oscar noch nicht mal eines Blickes gewürdigt hat? Eine ungewöhnliche Freundschaft zwischen Hörsaal-Chaos, Gruppenarbeiten und Mensa-Grusel
Als Oscar unfreiwillig mehr Zeit mit Moni verbringt, muss er feststellen, dass er einiges von ihr lernen kann – nur nicht das, was er erwartet hat. Denn Moni denkt unkonventionell, ist fleißig und vor allem: beharrlich. Sie macht nicht nur sehr gute Lunchboxen, sondern Oscars Alltagssorgen auch ein bisschen kleiner. Kann es sein, dass Moni ihn vielleicht gar nicht so sehr fürs Mathestudium braucht wie er sie?
Alina Bronsky was born in Yekaterinburg, an industrial town at the foot of the Ural Mountains in central Russia. She moved to Germany when she was thirteen. Her first novel, Broken Glass Park, was nominated for one of Europe’s most prestigious literary awards, the Ingeborg Bachmann Prize.
Alina Bronsky stand für Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche (2010) und Baba Dunjas letzte Liebe(2015) auf der Longlist des Deutschen Buchpreises, was zumindest auf Genre-übergreifende Romane hinweist. Mit Pi mal Daumen legt sie jedoch ein klares Jugendbuch mit ein paar dunklen, verstörenden Nuancen vor. Der 16-jährige Oscar beginnt als Hochbegabter sein Mathematikstudium in Berlin und lernt dort die 53-jährige Moni Kosinsky kennen:
Moni trug keines ihrer üblichen Dschungelmuster. Sie hatte ein dunkelblaues Kleid an, das mit Pailletten besetzt war. Im Brustbereich blinkte eine Brosche in Gestalt eines Tannenbaums, an den Ohrläppchen hingen Ohrringe in Form von nicht zu kleinen Weihnachtskugeln. Das hochgesteckte Haar glänzte golden im Neonlicht. Im Vergleich zu ihrem üblichen Flimmern war die Weihnachts-Moni ein Ausbund an klaren Linien und schlichten Formen, fast so schön wie ein Tetraeder.
Moni erregt Aufsehen im Mathematikinstitut, und dies nicht nur durch ihr Aussehen. Sie löst auch schwierige Probleme in Bezug auf Polytope und zeigt durchweg eine hohe Mathematikbegabung, was der kleine Schnösel Oscar, der als Ich-Erzähler fungiert, auch irgendwann mitbekommt. Sie befreunden sich mehr und mehr und helfen sich schließlich gegenseitig mehrmals aus der Patsche: Moni, völlig überfordert zwischen drei Jobs und mit drei Enkeln, und Oscar, der mit Handschuhen, Maske und Berührungsängsten durch die Großstadt taumelt und ständig in Ohnmacht zu fallen droht und auch fällt. Alina Bronskys Roman glänzt im ersten Drittel durch die seltsame liebevolle Interaktion zwischen den beiden skurrilen Figuren:
Moni klackerte einige Schritte auf ihren Schuhen davon, raschelte und klimperte. Der Automat brummte, und nun roch ich minderwertigen Kaffee, spürte den Plastikrand des Einwegbechers an meinen Lippen. Ich nahm große Schlucke, die gleichzeitig fade und bitter waren. Moni packte in der Zwischenzeit eine riesige Brotdose aus, Salami zwischen zwei Toastscheiben, Tierkekse in einem Extrafach, eine Handvoll Trauben und Apfelschnitze. »Ich ernähre mich vegan«, würgte ich an der Salami vorbei, die sich in meinen Mund schob. »Deswegen bist du bleich wie ein Gespenst«, sagte Moni. »Genau wie mein Justin.«
Es ist leicht, Moni ins Herz zu schließen, nicht so leicht, Oscar zu mögen, aber im Laufe der Geschichte entpuppen sich beide als muntere Gesellen, die sich gegenseitig bei den Anlaufschwierigkeiten im Mathematikstudium unter die Arme greifen. So weit, so gut. Das Problem beginnt damit, dass das ganze sich im Nirgendwo verliert, der Plot ins Nebulöse ausufert, eine Familientragödie erwähnt wird, ohne dass diese aufgelöst wird, und ein akademischer Skandal gestreift wird, der ebenso ungeklärt bleibt.
Universität, Mathematik, die Szenerie Berlin spielen keine Rolle. Beschrieben wird nicht. Eine etwas bedeutungsschwangere Anspielung auf Ray Bradburys Gesänge des Computers und seiner Kurzgeschichte Das vierdimensionale Kind hilft dann auch nicht mehr. Das Ding implodiert leider ins komplett Inkohärente.
--------------------------------- --------------------------------- Details – ab hier Spoilergefahr (zur Erinnerung für mich): --------------------------------- ---------------------------------
Inhalt: Hauptfiguren: ● Ich-Erzähler Oscar Maria Wilhelm Graf von Ebersdorff, hochbegabter Mathematikstudent im ersten Hochschulsemester, am Anfang des Romans fast siebzehn, am Ende des achtzehn. Sein großes Vorbild: der Fields-Medaillen-Gewinner Daniel Johannsen. ● Monika Kosinsky, Mutter von einer Tochter, Oma von drei Enkelkindern (Justin, Kevin, Quentin), mit einem unzugänglichen Lebensgefährtin namens Pit, der ihr das Leben vermiest, während sie versucht, nochmal neu anzufangen, nämlich als Mathematikstudentin, mit drei Jobs nebenher. Monika hatte einen jüngeren Bruder namens Jan. Sie blieb für ihn zweimal sitzen, um ihm durch die Schule zu helfen. Der Bruder und Daniel Johannsen, der Field-Medaillen-Gewinner, kannten sich sehr gut von den Mathematik-Olympiaden. ● Professor Alexander Herbst, einst Mentor von Daniel Johannsen und Jan Kosinsky, guter, freundlicher Dozent, der Moni und Oscar aus diversen Patschen hilft. ● Mister Brown, Mentor von Oscar, der ihn auf das Mathematikstudium vorbereitet, ihm Ratschläge erteilt, ihm Mut zuspricht und auf die Sprünge hilft. Wichtige Bezugsperson für Oscar, der hauptsächlich in seiner Erinnerung lebt, aber einst sein Kinderbegleiter, und wie sich herausstellt, wahrscheinlich der verschollene Bruder von Moni gewesen ist, nun aber mit ihm imaginäre Gespräche führt. Inhaltsangabe. Der sozial gesehen unbedarfte, typisch-nerdige, vielleicht an einem Asperger-Syndrom leidende Oscar, der sich als kommendes Mathematikgenie fühlt, lernt am Anfang des ersten Semesters an einer Berliner Universität Moni kennen, die sich sofort seiner annimmt. Eine Freundschaft beginnt. Zuerst hilft Oscar der überforderten Moni, die wöchentlichen Übungszettel zu lösen. Moni erscheint von Anfang an als begabter und wissbegierig und motiviert, aber durch die Lebensumstände stark gehindert, das Studium absolvieren zu können, das sie vor ihrem Lebensgefährten verheimlicht. Oscar hilft ihr, dafür bemuttert sie ihn, da er nicht gewöhnt es, für sich alleine zu sorgen. Als Daniel Johannsen aus seinem Forschungsaufenthalt in Kalifornien zurückkommt, begrüßt Moni ihn. Er erkennt sie zuerst nicht wieder, aber dann stellt sich heraus, dass sie alte Bekannte sind. Oscar ist erfreut, da er sich schon sein ganzes Leben darauf eingestellt hat, Zögling von Johannsen zu werden. Als Oscar, in seinen Augen, eine ungerechtfertigte Nullpunkte-Bewertung auf einem Übungsblatt erhält, bricht er zusammen und bittet Moni um Hilfe, die ihn bei sich einquartiert, wodurch er die ganze Familie kennenlernt. Moni lebt unter beengten Verhältnissen, die ihr kaum Zeit zum Studium lassen. Von der Bildfläche verschwunden, machen sich die Eltern von Oscar bald Sorgen, und so lernen sie Moni kennen. Moni erfreut sich einer gewissen Bekanntheit im Semester und wird zur Weihnachtsfeier des Instituts eingeladen, wo sie eine schwierige Frage von Johannsen richtig beantwortet, und Oscar zusammenbricht, weil er ein kreisendes Objekt zu lange angestarrt hat. Zu Weihnachten bringt Oscar Moni Lehrbücher und verursacht Chaos. Nach der Weihnachtspause glänzt Moni mit Abwesenheit. Oscar findet heraus, dass ihr Vater einen Herzinfarkt gehabt hat und im Krankenhaus liegt. Er hilft Moni, die Klausur zu bestehen. Zu seiner Überraschung schreibt sie eine bessere Not als er. Bei der Klausurbesprechung sieht Moni ein Blatt, auf dem Oscar ihren Stammbaum festgehalten hat und fühlt sich gestalkt und rennt davon. In der vorlesungsfreien Zeit besucht Oscar Professor Herbst, der ungewöhnlich mit Moni sympathisiert. Oscar will der Sache auf den Grund gehen und erfragt sich das Recht, in alten Jahrgangsbücher des Kolmogorov-Gymnasiums zu wühlen. Er findet den Jahrgang von Johannsen, aber zuerst nicht Moni, bald aber Spuren ihres Bruders. Übermüdet vergisst er seine Fahrkarten, sein Geld im Archiv und latscht durch die Stadt, verirrt sich und landet vor Monikas Wohnhaus, wo sie nach einem Streit mit ihrem Lebensgefährten sitzt. Oscar schlägt vor, dass sie nun bei ihm wohnt. Am nächsten Tag kehrt er zum Archiv zurück und bekommt von der Sekretärin Frau Finke Monis Geschichte erzählt. Nun bei Oscar lebend, arrangieren sich die beiden, und Moni stürzt sich in das Mathematikstudium und wird mehr und mehr zur Nerdin. Auf der Geburtstagsfeier in Monis Familie lernt Oscar ihren Vater kennen, von dem er alte Unterlagen von Jan Kosinsky erhält. Oscar begreift, dass Daniel Johannsens Erfolg teilweise, wenn nicht komplett, auf den Vorarbeiten von Monis Bruder Jan beruhen. Herbst gemahnt aber Ruhe zu bewahren. Moni wird Bachelorstudentin von Johannsen, der sich aber nicht um sie kümmert, und auch nicht die Bachelorarbeit Korrektur liest. Bei ihrer Verteidigung lässt Johannsen sie eiskalt durchfallen (wegen ein paar Definitionen, die sich nicht hinterfragt hat). Oscar rastet aus. Professor Herbst versucht zu schlichten. Es bleibt unklar, ob Moni noch einen zweiten Versuch unternimmt, und auch, ob trotz angedrohter einstweiliger Verfügung Oscar Johannsen den Prozess wegen Plagiats macht. Das Buch endet mit einem Epilog zwischen Oscar und Mister Brown, dem einzigen Freund von Oscar, vor seiner Unizeit, und wahrscheinlich der verschollene Bruder von Moni. … eine Plagiatsvorwurfgeschichte, Intrigen im akademischen Milieu, das etwas kindlich und unbeholfen beschrieben wird. Coming-of-Age-Story im Verbund mit Wiederholungszwang: Schwester begeht denselben Fehler wie Bruder, beide werden von Daniel Johannsen abgefertigt … Pi mal Daumen weist auf etwas Ungenaues, Unklares, Unscharfes hin … und die Vier-Dimensionen, hier ist die vierte die Zeit, als Wiederholung, als Raum-Zeit-Kontinuum. Verweis auf Ray Bradburys Geschichte aus Gesänge des Computers „Das vierdimensionale Kind“. Kurzversion der Geschichte: Das Paar Horn erwartet ein Kind. Polly bringt aber eine blaue Pyramide zur Welt. Das Kind erscheint in drei Dimensionen verunstaltet, da es in vier Dimensionen lebt. Der Arzt Wolcott versucht das Kind, das durch eine unglückliche Verkettung in die vierte Dimension gerutscht ist, zurückzubringen. Ohne Erfolg. Am Ende bleibt nur der Weg, auf dieselbe Weise, die Eltern in die vierte Dimension zu schicken, wofür sich beide Eltern auch entscheiden. Sie sind nun auch nur noch als geometrische Formen zu sehen, aber glücklich mit dem Kind vereint. Bradbury verarbeitet die Tatsache, dass junge Eltern sich von ihrem sozialen Umfeld entfremden, sobald ein Kind da ist, das all ihre Aufmerksamkeit beansprucht, d.h. Polly und Peter vollziehen den Prozess der Entfremdung, entschließen sich nur für das Kind da zu sein … hier steht das Mütterliche von Moni, die Tatsache, dass es um Oscar geht, der viel Aufmerksamkeit benötigt, die Opfer für ein Kind, die Mutter Moni, die die Formen in der vierten Dimension richtig abzuschätzen weiß (Frage von Johannsen auf der Weihnachtsfeier). … Plot-Probleme: Die Überflüssigkeit von Mister Brown, und die wahrscheinliche Tatsache, dass Mister Brown Monis Bruder Jan gewesen ist. Auch problematisch: Wieso ist Jan verschollen? Wohin ist er gegangen? Warum hat er sich nicht von Moni verabschiedet? Überhaupt wird diese ganze Geschichte nicht aufgearbeitet. Überzeugend als Buddy-Geschichte bis ins letzte Viertel hinein, danach passt nicht viel zusammen. Das offene Ende passt auch nicht zur Konzeption. Und eine Definition nicht zu begründen, in einer mathematischen Arbeit heißt nicht viel. Mathematik darf Setzungen durchführen und sich auf Setzungen berufen. Anderes Problem, die angedeutete Liebesgeschichte zwischen Justin und Oscar bleibt isoliert und willkürlich und uneingebunden ... wegen der guten Buddygeschichte --> 2 Sterne
Form: Kurzsatzschreibweise. Viele Dialoge, fast keine Beschreibungen, fast reines Hörspiel, Drehbuchcharakter. Viel zu viele Hilfsverben (sein, haben). Auf der sprachlichen Ebene sehr uninteressant. Eher Jugend- oder Kinderbuch, ohne dass das explizit gesagt worden wäre, daher: Ohne Wertung
Erzählstimme: Ich-Erzähler, der aus einem unbekannten situierten Jetzt über seine Begegnung mit Moni Kosinsky berichtet. Immersion in die Vergangenheit, aber klar selegiert, kennt die Gedanken und Gefühle. Zeitsprünge dadurch auch motiviert, da Ich-Erzählung im Rückblick. Etwas problematisch, das Imaginierte vom Erlebten zu trennen, sodass Mister Brown beide Züge erhält, als imaginärer Freund und reale Erinnerung. Konzeptionell passt die Erzählstimme. In der Ausführung wird aus Oskar, eine Art Schelm, der durch seine Veranlagung patzige Dinge sagen darf, unverschämt etc … und keiner nimmt es ihm übel. Diese Freiheit ohne Restriktion lässt ihn etwas unreflektiert erscheinen, was die Erzählstimme in ihrer Ich-Intensität abschwächt. Zwar stimmig, aber unreflektiert. --> 2 Sterne
Komposition: Die Komposition ergibt sich aus dem typischen Ablauf eines Studiumbeginns. Linear erzählt, bis auf eine kurze Stelle, in der die Linearität gebrochen wird, in der er Moni beim Schlafen anschaut und sich dann weitererinnert. Es läuft auf die Konfrontation bei der Verteidigung der Bachelorarbeit hinaus, das Desaster, dass Moni durchfällt, die Aufdeckung des Plagiats. Leider wird das Schicksal von Jan nicht erklärt, noch im Zusammenhang befriedigend abgerundet. Selbst wenn Jan Mister Brown ist, also Kinder beim Einstieg in die Mathematik verhilft, wieso meldet er sich nicht mehr bei seinen offensichtlichen freundlichen Verwandten, Angehörigen: bei seinem Vater, bei seiner Schwester. Geht nicht auf. Das Buch fällt bei der leisesten Skepsis wie ein Kartenhaus in sich zusammen. --> 1 Stern
Leseerlebnis: Zügig, locker zu lesen, ohne Widerstände, mit ein paar Verwirrungen gespickt, sehr viele Dialoge, nicht ärgerlich, sehr freundlich, die Interaktion zwischen Oscar und Moni. Sie ist klarer Sympathieträger und Alexander Herbst. Die Mathematik steht gar nicht im Vordergrund. Etwas gruslig die Sache zwischen Justin und dem volljährigen Oscar. Viel zu harmlos, um sich zu ärgern, aber wenig Spannungsaufbau, wenig Liebe zum Detail, wenig Intensität. --> 2 Sterne
19% gepackt… Ja, war nen Versuch wert. Anfangs hat mich das auch furchtbar amüsiert. Der kleine Schlaumeier ist ne Mischung aus Mr. Monk und Milton (Simpsons).
Das ist auf Dauer echt stumpf und der Witz ermüdet mich zu schnell. Hey, der trinkt freiwillig Kamillentee! Der Humor bleibt schon arg in der Symbolik gefangen und kommt über das Klischee nicht hinaus. Lauter krude Kausalitäten wie „Wenn ich am Tag zu wenig Eiweiß zu mir nahm, träumte ich nachts von Gauß.“
Nichtsdestotrotz. Nettes Buch, das auf eine harmlose Weise gewisse Vorurteile und Denkmuster versucht aufzubrechen. Liest sich schön flockig. Würde es sprachlich ehr dem Jugendbuchsektor zuordnen. Mehr auf Effekt gestaltet. Ist ok. 😏
Zwei KOMPLETT unterschiedliche Charaktere lernen sich im Mathestudium kennen. Zwischen dem 16-jährigen hochbegabten Oscar und Moni Kosinsky (Oma von 3 Enkeln) entsteht eine ganz außergewöhnliche und unerwartete (aber völlig authentische) Freundschaft.
Alina Bronskys hat mit „Pi mal Daumen“ eine Geschichte über eine außergewöhnliche Freundschaft verfasst. Moni fasst den späten Entschluss Anfang 50 nochmal Mathe studieren zu wollen und trifft im Hörsaal auf Oscar, einen kontaktscheuen 16-jährigen.
Oscar ist mathebegabt und verliert seine Konzentration, als Moni beginnt mitzuschreiben. Er ist der Ich-Erzähler und verwechselt Moni in ihrem Leopardenlook mit einer Kantinenangestellten.
„Sie schrieb langsam, konzentriert, mit großen runden Buchstaben. Niemand würde es in diesem Tempo durchhalten. Mathematiker schrieben klein, schnell und unleserlich. Ich trainierte es seit der fünften Klasse.“
Seine genauso wohlhabenden wie wohlumsorgenden Eltern ermöglichen Oscar eine Wohnung in Uninähe, wo sogar der Hausmeister ein Auge auf ihn hat. Jetzt gilt es nur noch den Professor für sich einzunehmen:
„Ich wollte schnellstmöglich mit ihm ins Gespräch kommen und ihn um ein Thema für meine Bachelorarbeit bitten, idealerweise einen Baustein seiner Forschung, den er mir überlassen würde, um unsere Namen für immer miteinander zu verknüpfen.“
Nicht ohne eine gewisse Überlegenheit zu signalisieren, bietet Oscar Moni an, auch ihre Hausaufgaben abzugeben, da er sich sicher ist, dass sie sowieso bald die Segel in den Wind streichen wird. Während eines gemeinsamen Mensabesuches lernt er sein Idol kennen, denn es stellt sich ganz unverhofft heraus, dass Moni mit dem Professor bekannt ist.
Monis Familie hat keine Ahnung, dass sie ein Studium aufgenommen hat. Weder ihr übellauniger Mann, noch ihre Tochter, um deren Probleme sie sich ständig kümmert oder ihre drei Enkelkinder ahnen etwas. Als es zu einem Streit mit ihrem Mann kommt, findet sie Unterschlupf bei Oscar und genießt es, ungestört lernen zu können - ganz neue mathematische Fertigkeiten treten zu Tage, indem sie Rechenaufgaben löst und darin Erfüllung findet.
Oscar lebt im Spektrum und hat aufgrund seines Autismus gewisse Einschränkungen, was auch zu der einen oder anderen anekdotenwürdigen Situation im Buch führt. So erfährt Oscar, dass besagter Professor die selbe Schule wie Moni besuchte und ihr Bruder Jan ebenso ein Mathe-Verrückter mit autistischen Zügen ist. Aber Jan ist verschwunden und auch eine Vermisstenanzeige ändert nichts daran und die Autorin lässt uns rätseln, was mit ihm passiert sein könnte.
Es war mein erstes Buch von Alina Bronsky, aber sicher nicht mein letztes. Sie hat einen liebenswürdigen, humorvollen Erzählstil und schafft es ernste Themen leicht zu verpacken, mit einem Augenzwinkern. Der sozialscheue Oscar findet in Moni eine Freundin, die ihn so nimmt, wie er ist - mit allen seinen Eigenheiten. Auch Moni findet in ihm einen Freund auf Augenhöhe, wenn sie ihm auch mathematisch nicht das Wasser reichen kann. Ein Buch, das zeigt, dass Freundschaft kein Alter kennt und wie wichtig es ist, hinter die Fassade zu schauen und Menschen offen zu begegnen - eine bessere Chance kann man sich selbst und anderen nicht geben für eine unverhoffte Freundschaft fürs Leben.
Oscar ist 16, hochbegabt, hat einen Adelstitel und ist der jüngste Student an der Universität. Moni ist über 50, Mutter und Großmutter, hat mehrere Jobs und studiert heimlich Mathematik. Als sich die beiden in ihrer ersten Vorlesung kennenlernen, denkt Oscar, dass Moni keine Chance hat, bietet ihr aber an, ihren Namen mit auf die Partnerhausaufgaben zu schreiben - zur Vereinfachung für beide Seiten, sozusagen, denn soziale Kontakte meidet Oscar lieber. Doch Moni schleicht sich immer mehr in sein Leben, die beiden werden Freund*innen. Außerdem möchte Oscar unbedingt herausfinden, woher Moni den berühmtesten Professor der Uni kennt und weshalb sie sich überhaupt für eines der schwierigsten Fächer eingeschrieben hat.
"Pi mal Daumen" von Alina Bronsky ist ein Roman über eine besondere Freundschaft zwischen zwei Menschen, die nicht nur auf den ersten Blick extrem unterschiedlich sind. Oscar und Moni stammen aus verschiedenen Welten, Oscar aus reichem Elternhaus, Moni aus der Platte, sie trennen ein großer Altersunterschied und verschiedene Wissensstände. Trotzdem wirkt es, als hätten sich die beiden gesucht und gefunden, sie sind füreinander in den schwierigsten Situationen ihres jeweiligen Lebens da und fangen sich gegenseitig auf. Diese ungewöhnliche Freundschaft mochte ich sehr. Etwas unangenehm war mir hingegen, dass Alina Bronsky ihre Figuren jedes Klischee ausfüllen lässt und vor allem Oscar voller sexistischer und klassistischer Vorurteile steckt. Das fand ich, ehrlich gesagt, dann doch auch an vielen Stellen im Buch gar nicht wirklich lustig oder humorvoll. Ich bin also zwiegespalten, finde aber gerade die Ausgabe der Büchergilde richtig toll, weil sie für mich sehr nach Moni schreit - und Moni war für mich mit Abstand das Beste an "Pi mal Daumen".
In einer Universitätsvorlesung lernen sie sich kennen, der sechzehnjährige, adelige und hochbegabte Oscar und die 53-jährige, sozial schwache Moni, die mehrere Jobs, drei Enkelkinder und ein großes Herz hat. Und obwohl die beiden bis auf ihre Leidenschaft für Mathematik kaum etwas gemeinsam haben und alle Wahrscheinlichkeiten bis auf die literarische dagegensprechen, freunden sich die beiden an. Das bedeutet, dass Oscar ganz selbstverständlich auf die viel ältere Frau herabsieht, während sie ihn wiederum nicht so ganz für voll nimmt, aber ihn trotzdem quasi adoptiert. Allmählich raufen sich die beiden extrem unterschiedlichen Outcasts zusammen. Und dann passieren einige unvorhersehbare Dinge ... Was mir an diesem Roman gefallen hat, ist, dass sich manches, aber längst nicht alles so entwickelt, wie es am Anfang aussieht, und dass trotz des Humors, der im Text vorherrscht (und sich oft darauf bezieht, dass der junge Oscar sich seinen Mitmenschen ständig überlegen fühlt, wobei es ihm in Wahrheit stark an ganz normalen Fähigkeiten mangelt, die er für den Alltag braucht) die Gesellschaftskritik trotzdem immer spürbar ist: Die Autorin erinnert immer wieder daran, dass es hierzulande für Menschen aus der Unterschicht viel schwerer ist, anerkannt und wertgeschätzt (oder auch nur fair behandelt) zu werden, als für reichere, mächtigere Angehörige der Gesellschaft. Etwas schwerer habe ich mich mit dem Charakter der Hauptfigur getan. Oscars überhebliche Art (die mich beim Lesen ständig dazu brachte, mich zu fragen, ob er nur arrogant oder vielleicht autistisch ist) machte es mir etwas schwer, ihn zu mögen oder auch nur Mitgefühl für ihn zu entwickeln, auch wenn es mir gefiel, dass Moni darüber einfach hinwegsieht. Trotzdem schafft es Alina Bronsky geschickt, die Botschaft des Textes zwischen den Zeilen des eingebildeten, aber naiven Ich-Erzählers unterzubringen. 3,5 Sterne, aufgerundet auf 4.
In meiner Lesegruppe gingen die Meinungen von " unerheblich" bis zu " ganz, ganz reizend". Auch " wie eine ZDF Vorabendserie , gut zum abschalten". Wohl hat Alina Bronsky bessere Bücher verfasst. Ich fand es fluffig zu lesen. Leider die Hauptperson Oscar manchmal nicht glaubwürdig. Ich fand sein Verhalten inkonsistent. Trotzdem eine gut zu lesende Lektüre
Der 16-jährige Oscar ist ein Wunderkind und studiert bereits Mathematik. Dort trifft er auf Monica, die sich neben ihren Jobs um ihre Tochter, die 3 Enkel und ihren Lebensgefährten kümmert. Und nun auch noch Mathematik studiert. Die beiden sehr ungleichen Menschen stellen fest, dass sie einander helfen können.
Mich hat der Roman sehr unterhalten. Zum Einen war ich schon immer ein Mathenerd und finde die Idee, Mathematik zu studieren, nicht sehr abwegig. Und zum Anderen mag ich die Charaktere hier im Buch, auch wenn sie vielleichzt teilweise etwas stereotyp daher kommen. Aber sie sind so wunderbar charmant dabei. Alina Bronsky schafft es mit leichtem Witz und viel Raffinesse, eine liebenswerte Tragikkomödie zu schreiben, die ganz nebenher einige Probleme in unserem Bildungssystem offenbart. Zurecht das Lieblingsbuch der Unabhängigen und ein Roman, den wirklich jeder lesen sollte, auch wenn er nie Mathe gemocht hat.
Wer die Bücher von Alina Bronsky mag, wird auch mit ihrem neuen Roman "Pi mal Daumen" viel Freude haben. Erneut erzählt sie eine einfache, unterhaltsame Geschichte, die durch ein durchschimmerndes ernstes Element eine gewisse Tiefe bekommt. Bei "Pi mal Daumen" ist dieses Element die Frage nach Bildungsgerechtigkeit vor dem Hintergrund unterschiedlicher wirtschaftlicher Rahmenbedingungen. Dieses Thema wird so lebensnah geschildert und bleibt so dezent im Hintergrund, dass das Heitere nicht verloren geht. Der Roman ist intelligent, warmherzig, humorvoll und auf jeder Seite unterhaltsam.
Oscar ist ein hochbegabt, bei mit 16 Jahren beginnt er ein Mathestudium. Den meisten seiner Kommilitonen traut er nicht besonders viel zu und geht davon aus, dass sie nicht lange durchhalten. Eine von ihnen ist Moni: sie fällt vor allem dadurch auf, dass sie bereits Anfang 50 ist, gerne Animalprints trägt und häufig eines ihrer Enkelkinder in die Vorlesung mitbringt. Nebenbei kümmert sie sich um Oscar, der ihr eher aus Mitleid bei den Übungsblättern hilft. Doch Moni stellt sich als gar nicht so unbegabt heraus. Und dann ist da noch Daniel Johannsen, ein Matheprofessor, Gewinner der Fields-Medaille und von Kindheit an Oscars großes Vorbild. Moni scheint ihn zu kennen und es ergeben sich einige ungeahnte Entwicklungen. Alina Bronsky hat wieder ein wahnsinnig charmantes und humorvolles Buch geschrieben. Oscar und Moni könnten unterschiedlicher nicht sein, beide sind aber auf ihre Art äußerst liebenswerte Charaktere, die mir wirklich ans Herz gewachsen sind. Durch Oscars Weltsicht, wie er ganz nüchtern und trocken alles kommentiert, musste ich häufig sehr laut lachen. Er erinnerte mich teilweise an Don Tillman in Das Rosie-Projekt, nur das die Konstellation hier natürlich eine völlig andere ist. Pi mal Daumen ist ein perfektes Feel-Good-Buch, das ich herzlich gerne empfehle.
Dieses Buch war leicht zu lesen und die Freundschaft zwischen Oskar und Moni fand ich größtenteils sehr charmant. In weiten Teilen ist die Geschichte vorhersehbar, aber als leichte Lektüre hat es mir Spaß gemacht.
Mathe war in der Schule immer mein Endgegner. Selten habe ich ihn besiegt. Da ist es doch schön, dass Alina Bronsky die Mathematik hier literarisch verpackt hat. Mit Buchstaben hatte ich es nämlich immer schon.😉
Oskar ist 16 und mathematisch hochbegabt. Dass er anders denkt als andere, sich schwer in Menschen rein versetzen kann, einen Adelstitel hat und noch nie U-Bahn gefahren ist macht ihn zum Außenseiter. Das hat er gemeinsam mit Moni Kosinsky, die sich mit mehreren Nebenjobs über Wasser hält, mit links ihre 3 Enkel versorgt, die Tränen ihrer Tochter trocknet und jetzt noch mal wissen möchte, ob sie wirklich so dumm ist, wie sie immer dachte. Beide treffen sich in der Un und werden Mathebuddies.
Doch in dem Plot versteckt sich noch mehr. Nachdem sich Schicht um Schicht Monis Backround freilegt, erfahren wir zum Ende hin, warum ihre Begabung in der Kindheit nie in Erscheinung trat. Was den ICH-Erzähler Oskar angeht, müssen wir uns das Hintergrundwissen über ihn Stück für Stück erarbeiten. Er ist nicht gerade ein zuverlässiger Erzähler und hat mich manches Mal auf die falsche Fährte geführt. Das liegt in erster Linie daran, dass er so erzählt, wie er ist. Mal mit mangelndem Einfühlungsvermögen für die Menschen um mich herum, dann wieder hoch emotional aus der Überforderung heraus.
Die Geschichte ist sehr facettenreich. Viele Themen werden hier verschachtelt. Es geht um Chancengleichheit oder eben die Abwesenheit davon, wenn man in eine Familie hineingeboren wird, die der Aufgabe nicht gewachsen ist, die Talente ihrer Kinder zu fördern. Es geht aber auch um die Rolle von Frauen in männerdominierten Studiengängen und wie Äußerlichkeiten negativ oder positiv beeinflussen können. Nichts zuletzt geht es auch um Menschen mit besonderen Skills, die oft als Einschränkung oder Behinderung gesehen werden und die es schwer haben, sich in der Gesellschaft zu behaupten. Und nicht zuletzt geht es hier um Männer, die Frauen dominieren (wollen), und das gleich auf mehreren Ebenen.
Mit dem Erzählstil von Oskar habe ich mich ein ums andere Mal etwas schwer getan. Er hat die Angewohnheit abzuschweifen, bevor er zum Punkt kommt. Das ist nicht immer leicht auszuhalten und manchmal auch etwas anstrengend, aber häufig auch sehr lustig. Seine Ich-zentrierte Sichtweise transportiert einen ganz besonderen Humor, der mich häufig stark an TBBT und insbesondere an Sheldon Cooper erinnert. Leider hatte die Perspektive für mich auch zufolge, dass Moni für mich weniger nahbar war, wenn ich sie auch sehr mochte. Es tauchen unglaublich viele Nebenfiguren auf, von denen ich die ein oder andere gerne näher kennen gelernt hätte. Oft wurde deren Persönlichkeit nur angerissen, und sie wirkten wie schmückendes Beiwerk, das selten eine tragende Rolle inne hatte. Das trug vielleicht dazu bei, dass der Roman für mich einerseits etwas überladen wirkte, andererseits aber viele Fragen offen blieben. (Warum weint Püppi immer? Was ist mit Pit passiert und Quentin? Wie geht es mit dem weiter?). Auch das Ende ist vielleicht nicht jedermanns Geschmack, ich konnte damit aber sehr gut leben. Ich habe den Roman sehr gerne gelesen, denn es war kurzweilig und voll feinem Humor, mit bittersüßer Note. Mathefans werden sicherlich Spaß an diesem Buch haben, aber auch wenn man mit dem ganzen Zahlen und und Formeln aufs Kriegsfuß stehst, kommt man hier auf seine Kosten, denn es menschelt sehr
Ein unterhaltsam geschriebener Roman, der kurzweilige Stunden verspricht. Alina Bronsky bekam dafür den Preis als Liebling des deutschen Buchhandels
„Pi mal Daumen“ erzählt von der ungewöhnlichen Freundschaft zwischen dem mathematischen Wunderkind Oscar und der lebenslustigen Großmutter Moni, die sich heimlich ihren Traum vom Mathematikstudium erfüllen will. Trotz ihrer Unterschiede – Oscar, privilegiert und sozial unbeholfen, und Moni, die mit mehreren Nebenjobs plus drei Enkelkindern ihren Alltag meistert – wachsen die beiden im Laufe der Geschichte zusammen und bilden ein sympathisches Team, das sich gemeinsam beim Studium unterstützt.
Moni wird zunächst als Außenseiterin belächelt – allein schon wegen ihres auffälligen Auftretens mit knalligem Lippenstift und hohen Schuhen, und weil sie für eine Putzfrau gehalten wird. Doch der Roman schafft es, schnell zu zeigen, dass sich wahre Intelligenz und Leidenschaft nicht durch äußere Erwartungen und Rollenbilder begrenzen lassen. Es dauert nicht lange, bis Oscar erkennt, dass Monis Wissen und vor allem ihre Hartnäckigkeit etwas Besonderes sind.
Der Humor des Romans bewegt sich oft auf einer schmalen Linie. Während er stellenweise sehr amüsant ist, driftet er manchmal ins Kalauerhafte ab, was sicherlich Geschmackssache ist. An einigen Stellen ist es auch sehr klischeehaft, zudem gibt es hier und da klassistische Ansätze, besonders in der Art, wie Menschen in prekären Lebensverhältnissen dargestellt werden. Der Roman profitiert sicher davon, wenn man das selbst kritisch liest. Doch insgesamt überwiegt der positive Eindruck: Die Charaktere werde trotz der Klischees sehr warmherzig beschrieben und entwickeln sich im Laufe des Romans auch weiter. Die Geschichte ist flüssig und locker erzählt und ich fühlte mich gut unterhalten. Besonders die Entwicklung der Freundschaft, die niemand für möglich gehalten hätte, macht „Pi mal Daumen“ zu einer sehr netten Lektüre.
Wir begleiten Oscar, einen hochintelligenten 16-Jährigen, der sein Mathematikstudium gerade beginnt und dabei auf die 53-Jährige Moni, Mutter und Oma, stößt. Die beiden könnten nicht unterschiedlicher sein, was wahrscheinlich auch deren Verbindung ausmacht, und dennoch unterstützen und begleiten einander.
Ja, Oscar ist nicht mein Lieblingscharakter. Ich finde ihn arrogant, eingebildet und oftmals zu naiv (aber was erwarte ich von einem 16-Jähigen?). Moni konnte ich zu Beginn nicht leiden, aber habe mir im Laufe des Buchs ihre Sicht so sehr gewünscht. Moni fand ich besonders interessant und je mehr ich über ihre Geschichte lesen durfte, desto besser hat mir das Buch auch wieder gefallen. An der Stelle geht viel Liebe für Moni raus!
Letztendlich fühle ich mich etwas verloren. Das offene Ende hat mich nicht überrascht, dennoch fühle ich mich etwas sehr zurückgelassen. Die Geschichte lies sich flüssig und schnell lesen. Die Thematik fand ich ansprechend und es hat mich teilweise sehr unterhalten. Ich habe mich aber auch viel geärgert, über die Charaktere (insbesondere Oscar) und die Geschehnisse. Diese "Abneigung" konnte ich leider nicht immer abstellen und das ist wahrscheinlich auch der Hauptgrund weshalb der Funke zwischen dem Buch und mir nicht übergesprungen ist.
Buchdetails: erschienen am 15.08.2024 im KiWi-Verlag - 272 Seiten - gelesen als Hardcover (24,00 €)
Alina Bronsky erzählt in Pi mal Daumen von einer ungewöhnlichen Freundschaft zwischen dem hochbegabten, 16-jährigen Oscar und der über 50-jährigen Moni, die mit Leoparedenprint, Tierkeksen und einer stillen Mathe-Begabung das Leben an der Uni auf den Kopf stellt. Sprachlich pointiert, skurril und oft liebevoll beobachtet, entwickelt sich die Geschichte zunächst warmherzig und klug – mit einem feinen Gespür für soziale Unterschiede, Neurodivergenz und das oft unbeholfene Miteinander im universitären Alltag.
Moni ist das Herz des Romans – schillernd, überfordert, aber immer echt. Oscar hingegen bleibt lange distanziert, voller Vorurteile und nicht immer leicht zu ertragen. Doch gerade diese Reibung macht ihre Beziehung interessant. Die Dialoge sind charmant, der Humor eigenwillig, das Tempo ruhig. Und auch wenn ich von der Mathematik wenig verstanden habe: Ich bin den beiden gern gefolgt. Generell bin ich auch in diesen Roman von Alina Bronsky hineingekippt und habe ihn total gern gelesen. Dies auch, obwohl ich Oscar furchtbar anstrengend fand, meist unsympathisch und ständig nur gewartet habe, dass sich der Charakter endlich entwickelt.
Leider verliert sich die Handlung im letzten Drittel. Familienkonflikte, Skandale und tiefere Themen werden angerissen, aber nicht zu Ende erzählt. Das Ende fand ich total unbefriedigend. Ich verstehe auch einfach nicht, warum sich Alica Bronsky für dieses Ende entschieden hat. Genauso wenig kann ich Monis Entscheidungen im letzten Drittel des Buches verstehen, obwohl man ihr und ihren Beweggründen sonst gut folgen konnte. Die Geschichte wirkt auf mich zusätzlich einfach nicht abgeschlossen, zu viele Themen sind offen geblieben.
Auch wenn ich mit dem Ende extremst unzufrieden bin und mich das Buch im letzten Drittel verloren hat, verdient das Buch zumindest 4 Sterne, da ich zu Beginn total reingekippt bin und Alia Bronskys Stil mich wieder gepackt hatte.
Alina Bronsky’s „Pi mal Daumen” (german title) tells the story of an unusual friendship between 16-year-old prodigy Oscar and Moni, a woman in her fifties who shakes up university life with her leopard print, animal crackers, and quiet mathematical talent. Written in a pointed, quirky, and often tender style, the story unfolds warmly and intelligently—with a fine sense for social disparity, neurodivergence, and the often awkward interactions of academic life. Moni is the heart of the novel—dazzling, overwhelmed, but always genuine. Oscar, by contrast, remains distant for a long time, full of prejudice and not always easy to like. But it's precisely this friction that makes their relationship compelling. The dialogue is charming, the humor peculiar, the pace calm. And even though I understood very little of the math: I gladly followed along with the two of them. Overall, I really got pulled into this novel by Alina Bronsky and thoroughly enjoyed reading it—even though I found Oscar terribly exhausting, mostly unlikable, and kept waiting for his character to finally develop. Unfortunately, the plot loses its focus in the final third. Family conflicts, scandals, and deeper themes are touched upon but left unresolved. I found the ending completely unsatisfying. I simply don’t understand why Alina Bronsky chose to end the story this way. I also couldn't make sense of Moni’s decisions toward the end, even though her motivations had been easy to follow until then. The story feels incomplete to me—too many threads were left hanging. Despite being deeply dissatisfied with the ending and feeling lost in the final third, the book still deserves 4 stars because I was completely drawn in at the beginning, and Alina Bronsky’s distinctive style captivated me once again.
Gleich als erstes - was für ein tolles Buch! Unbedingt lesen!!!!
Im Außenseiter Studium Mathematik treffen der fast 17jöhrige hochbegabte und leicht autistische Oscar und die chaotische, kümmernde und charismatische 53jährige Moni, Großmutter von 3 Enkeln, die 3 Jobs ausübt, um über die Runden zu kommen, aufeinander.
Immer aus Oscars Sicht geschrieben erleben wir, wie die beiden zu so etwas wie Freunden zusammenwachsen, das Studium durchstehen und einander und ihre Familien kennen lernen.
Der sehr sachlich-analytische Oscar bekommt durch Alina Bronskys Schreibstil eine so wundervolle Stimme verliehen, dass ich mich beim Aufschlagen des Buches immer richtig darauf gefreut habe und oft, sehr oft, richtig laut gelacht habe. Ich bin in der Geschichte versunken und emotional mit gegangen, die Protagonisten waren so lebendig wie das nur möglich ist bei einem Buch und werden mich noch lange im Herzen begleiten, da bin ich sicher.
Die Geschichte ist so schön und lustig wie auch tiefgründig und berührend und die Stil wirklich ein besonderer. Ich liebe das Buch uneingeschränkt und habe es mitsamt des phantastischen Schlusses genossen!
Eine sowas von eindeutige Leseempfehlung, Must-Read und Lesehighlight 2024!
Zwei absolut stereotype Figuren, die gleichzeitig komplette Gegensätze sind, aber trotzdem zusammen finden, ergeben für meinen Geschmack dasselbe, wie wenn man zwei Faktoren mit unterschiedlichen Vorzeichen multipliziert. Plus mal Minus ist für mich nun mal ein negatives Ergebnis…so hatte ich wirklich anfangs Schwierigkeiten, weil die chaotische Moni, mittleren Alters, inklusive Enkel in der Vorlesung aufkreuzt und sich ausgerechnet mit dem hochtalentierten, aber sozial defizitären 17-jährigen Oscar anfreundet. Zumal Figuren auf dem Autismus Spektrum (und wenn Oscar nicht darunter fällt, kommt er wohl schlichtweg aus einer anderen Dimension…) mittlerweile in der Literatur fast mehr die Regel als die Ausnahme sind. Die Wahrnehmung aus seiner Sicht war für mich somit auch nicht wirklich etwas Neues. Aber sprachlich ist Alina Bronsky für mich auch bei dieser Geschichte absolut stilsicher und so habe ich trotz anfänglichen Vorbehalten aufmerksam und auch gern weiter gelesen und war sehr zufrieden mit ihren erzählerischen Kniffen. Vor allem das Ende ist nochmal sehr raffiniert.
Zu Beginn war ich sehr skeptisch wegen der arg klischeehaften Figuren, aber mit der Zeit habe ich mich dann doch einigermaßen mit der recht warmherzigen und stellenweise humorvollen Geschichte angefreundet. Kein Jahrhundertroman, aber doch ein sympathisches Buch, das ich gerne gelesen habe.
O poveste interesantă și amuzantă. Autoarea dă o tentă literară matematicii 🤓 si o face accesibilă chiar și pentru cititorii cărora nu prea le place matematica 😅
Ich fand’s super, unkompliziert zu lesen, lustig, spannend. Empfehlenswert. In einem Rutsch durchgelesen. Einzige Kritik, viele zwischenmenschliche Beziehungen bleiben leider nur angedeutet, da hätte ich vielleicht gerne noch mehr erfahren, aber kann man sich ja auch denken wie man das haben will.
Mathematik schert sich nicht um Fragen der Herkunft, des Alters und des Aussehens – wohl wahr! Der Romantitel entspricht dem Titel der Schülerzeitschrift der berühmten Kolmogorov Schule, einem Gymnasium mit dem berühmtesten Absolventen wie Daniel Johannsen, dem James Dean der Mathematik. Er nimmt in diesem universitären Ambiente eine sehr negative Rolle ein, während die endlose, tiefe Freundschaft zwischen beiden Außenseitern Monika Kosinsky, 53, und dem hochbegabten Oscar Maria Wilhelm Graf von Ebersdorff, 16, humorvoll in bildlichem Sprachstil präsentiert wird. Das Studienfach MATHEMATIK - mit Erwähnungen von der Taylor-Formel, dem Fixpunktsatz von Banach, der Regel von de L`Hospital oder der Klassifizierung der bereits bekannten sechs vierdimensionalen Politope - steht im Mittelpunkt zusammen mit dem äußerst ungleichen Freunde-Paar Moni und Oscar. Bis zur Verteidigung von Monis Bachelorarbeit im Uni-Hörsaal folgt der Leser dem Sonderling Oscar, dem Ich-Erzähler, wie ihn diese ungewöhnliche Freundschaft zu einem Wir-Gefühl befähigt. Der Plot über zwei Menschen aus zu unterschiedlichen Welten und Generationen wirkt zwar unrealistisch, gefällt jedoch durch die originellen Darstellungen der schillernden, warmherzigen Moni samt Anhang und dem alltagsuntauglichen Oscar mit elitärem Stammbaum. Ein unterhaltsamer Roman mit entscheidenden, zwischenmenschlichen Wendungen.
Von der ganzen Mathematik hab ich wenig bis nichts verstanden, aber die Charaktere sind so liebevoll und klug aufgebaut, dass ich ihnen in jede Lebenslage und Vorlesung gerne gefolgt bin. Die Freundschaft zwischen Moni und Oskar hat mich sehr berührt und ich mochte, dass es sich im Kern um eine Uni-Geschichte handelte. Es geht nicht um das Ende der Welt, aber das Buch ist trotzdem voll subtilem Inhalt über Klassengesellschaft, Sexismus und Neurodivergenz.
Wirklich eine wunderschöne Geschichte über eine unerwartete Freundschaft. Ein sehr warmherziges Buch, das aber auch zum Nachdenken anregt. Auf jeden Fall eine große Leistung, dass das Buch jemandem wie mir, die immer noch Albträume vom Matheunterricht hat, so gut gefallen hat.
Ein unerwartetes Highlight - zwei komplett unterschiedliche Charaktere finden für eine gute Freundschaft zusammen. Vieles kann man "nachempfinden", wenn man am das eigene "Studierendenleben" zurückdenkt...