Chris erzählt in Hundert-Meilen-Herz die Geschichte seines ersten 100 Meilen Rennens und dieses ist kein anderes als der berüchtigte Western States 100. Die Geschichte ist kein 0815-Bericht über die Höhen und Tiefen eines Ultralaufs, sondern reicht deutlich tiefer bis in die hellsten und dunkelsten Winkel des Menschseins hinein. Das Buch verleiht dem Ultralaufen etwas Poetisch-Philosophisches, das über die rein körperliche Leistung hinaus die mentale und seelische Belastung als auch Befreiung ergründet, die das Laufen mit sich bringen kann. Diese Widersprüchlichkeit erlebt Chris am eigenen Körper und Geist. Er schildert eindrücklich, dass selbst ein Zustand der totalen Erschöpfung, der destruktiven, emotionalen Regression, der völligen Aufgabe seiner selbst nicht das Ende bedeuten muss. Diese "Wiederauferstehung" beindruckte mich sehr und bestärkte mich in meiner eigenen Liebe zum Ultralaufen und der Kraft, die es entfesseln kann, derer wir uns meist nicht bewusst sind.
Trotz der philosophischen und psychologischen Bezüge ist das Buch leicht zu lesen und mit einer erfrischenden Prise Selbstironie und Humor geschrieben. Ich kann Hundert-Meilen-Herz von Herzen empfehlen!