Das Cover des Buches "Einfach nur schön" von Anja Pitzke zeigt eine junge verstrubbelte Frau (vermutlich Irma) mit leerem Blick, die desorientiert wirkend auf einem nicht gemachten Bett sitzt, was wie ich finde prima zum Inhalt des Buches passt.
Das Buch selbst ist in einfacher Sprache gut verständlich geschrieben, lässt den Leser aber nur langsam tiefer in die Geschichte eintauchen. Der Schreibstil von Anja Pitzke hat mich sehr schnell in den Bann gezogen und ich muss gestehen, dass die bedrückenden Emotionen, die im Laufe der Geschichte immer stärker wurden, auf mich übergegangen sind und mein Körper beim Lesen eine Enge und Schwere empfand wie ich es nie für möglich gehalten hätte. Daher möchte ich ausdrücklich betonen, dass das Buch bitte nicht in emotional und mental instabilen Phasen zu lesen ist!
Die Geschichte handelt von Paul und Irma, die sich beide vor einigen Monaten in der Klinik kennengelernt haben. Irma, verheiratet, 3 Kinder wurde wegen ihrer Panikattacken therapiert, Paul, verheiratet und kinderlos wegen seiner Depressionen.
Seither hatten die beiden eine zwanglose Affaire bis sie sich auf einen einwöchigen geheimen Urlaub in Italien miteinander einliesen. Doch bald wird klar, dass ihnen Beiden die Leichtigkeit verloren geht und die vermeintlich tolle, lange Zeit miteinander Probleme zum Vorschein bringt, die bei ihren kurzen, meist nur zur Befriedigung ihres sexuellen Verlangens basierenden Treffen, nie Thema waren.
Der Umgang mit dem wahren Menschen gegenüber und der Umgang mit den daraus wachsenden Emotionen machen sowohl Irma als auch Paul zu schaffen, so dass sie sich aus ihren höchsten Höhenflügen in ihre tiefsten Abgründe katapultieren....
Hoch emotional, fesselnd und erdrückend!
Eine Geschichte, die nachdenklich und betroffen macht und dem Leser die Facetten und Auswirkungen von Angstzuständen und Depressionen näher bringt.