Aktuelle Analysen vor den wegweisenden Landtagswahlen.
Die ›Alternative für Deutschland‹ hat sich seit ihrer Gründung von einer kleinen rechtspopulistischen Anti-Euro-Partei zur größten rechtsextremen politischen Kraft in der Bundesrepublik seit Ende des Nationalsozialismus entwickelt. Mittlerweile vertritt sie ein offen rassistisches, nationalistisches und antifeministisches Programm, Geschichtsrevisionismus und Antisemitismus sind ebenso fester Bestandteil ihrer Agenda. Je völkischer die AfD auftritt, umso mehr scheint ihr gesellschaftlicher Rückhalt zu wachsen. Zugleich findet eine fortschreitende Normalisierung der Partei und ihrer rechtsextremen Positionen in den Medien und der Politik statt. In der Flüchtlingspolitik bestimmt die AfD auch ohne Regierungsbeteiligung längst den politischen Diskurs. Der Erfolg der AfD muss im Kontext der schon seit einigen Jahren anhaltenden gesellschaftlichen Rechtsverschiebung gesehen werden, in deren Folge rechtsautoritäre Einstellungen bis weit in die sogenannte bürgerliche Mitte Verbreitung finden. Das Buch vereint verschiedene Analysen zur AfD und zeichnet ein Bild einer Partei, die exemplarisch für den modernisierten Rechtsextremismus steht, der modern daherkommt, aber keineswegs weniger gefährlich ist als seine historischen Vorläufer.
Judith Goetz (geboren 1983 in Wien) ist eine österreichische Literatur- und Politikwissenschaftlerin, die an den Universitäten Graz, Klagenfurt, Salzburg und Wien unterrichtet.
Seit 2001 zahlreiche Auslandsaufenthalte und soziale Tätigkeiten vor allem in Lateinamerika. Bereits im Alter von 20 Jahren kandidierte sie als Spitzenkandidatin der KPÖ bei den Kärntner Landtagswahlen. Goetz war Referentin für feministische Politik der Bundesvertretung der Österreichischen Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft und schloss ihr Studium mit einer Diplomarbeit zum Thema „Bücher gegen das Vergessen“ ab, die der Kärntnerslowenischen Literatur über Widerstand und Verfolgung im Kontext der Holocaustautobiographie gewidmet ist. Diese Arbeit wurde hoch gelobt und mehrfach ausgezeichnet. Seither forscht sie zu den Themen Feministische Theorie, Rechtsextremismus, Gedenkpolitik, Gedenkkultur und Antisemitismus, unterrichtet an den genannten Universitäten, hält aber auch Workshops zum Thema Sexualität ab, z. B. Wie die Gesellschaft sogar das Intimste formt oder Das rechtsextreme Geschlecht.
Goetz ist Mitglied der Redaktion Context XXI und der LICRA (Liga gegen Rassismus und Antisemitismus), hat zahlreiche Artikel veröffentlicht und Vorträge gehalten. Als Mitglied der Forschungsgruppe Ideologien und Politiken der Ungleichheit war sie am Buch Rechtsextremismus – Entwicklungen und Analysen beteiligt, welches im Mandelbaum Verlag erschienen ist. Darin hat sie sich – unter dem Titel Ausgetanzt! – kritisch mit den Protesten gegen den WKR-Ball in Wien auseinandergesetzt.
Auszeichnungen 2011 Herbert-Steiner-Preis des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes (Anerkennungspreis) 2012 Theodor-Körner-Preis für Geistes- und Kulturwissenschaften
Publikationen (Auswahl) Bücher gegen das Vergessen. Kärntnerslowenische Literatur über Widerstand und Verfolgung Exil. Literatur und Gedächtnis. Ein Lesebuch. Verlag der Theodor-Kramer-Gesellschaft, als Hrsg. mit Thomas Wallerberger und Alexander Emanuely MÄRZ. Literatur und Gedächtnis. März 1938. Ein Lesebuch, als Hrsg. mit Alexander Emanuely