Na gut, ich geb’s zu: Ich dachte, ich hätte schon alles gesehen – Drachen, Elfen, untote Hamster. Aber dann kommt Whispers of Shadow and Silk daher und haut mir mit Schattenmagie und Prophezeiungen eine ins Gesicht, dass ich freiwillig in die Dunkelheit abtauche. Rebekka Pax hat hier ein Universum gezimmert, das so düster, schön und eigenwillig ist, dass ich beim Lesen kurz vergessen hab, dass ich eigentlich nur ’ne halbe Stunde Zeit hatte. Spoiler: Es wurden vier Stunden. Und eine kalte Pizza.
Noréy, unsere Heldin mit Spinnweben in den Händen und Stahl im Herzen, ist herrlich unperfekt. Und als plötzlich ihr Schatten nicht mehr nur Deko ist, sondern zur tödlichen Bedrohung wird, geht’s richtig los. Menschen in Angst, Städte im Dunkeln, Gardisten mit Verfolgungswahn – und mittendrin ein Mädchen, das keine Ahnung hat, wie krass sie eigentlich ist.
Dann taucht dieser Torik auf – typischer schweigsamer Retter mit dem Charme einer Wand, aber hey, er rettet. Und Jahor… puh. Sagen wir mal so: Wenn Blicke töten könnten, wäre ich vermutlich schon zweimal umgefallen. Dazu noch mysteriöse Träume, ein Internat für Schattenmagier (Hogwarts in düster, bitte sehr) und ein Königreich, das dringend eine Heldin braucht. Ich war hooked.
Der Schreibstil? Flüssig wie Schattenseide, bildgewaltig und mit genau dem richtigen Schuss Sarkasmus. Man merkt einfach: Das hier ist nicht nur Fantasy, das ist Kino im Kopf mit Popcorn in Schwarz-Weiß. Fazit: Ich will Band 2. Jetzt. Sofort. Ohne Umweg über die Schattenwelt. Und wehe, es stirbt wieder jemand, den ich mag!