Erik R. Andara wurde 1977 in der Nähe des Dunkelsteinerwalds in Österreich geboren und wuchs dort zurückgezogen in einer kleinen Klause am Waldrand auf. Er widmete sich unmittelbar nach seiner Ankunft auf der Erde dem Lesen und Erzählen von Geschichten. Als er überrascht feststellen musste, dass diese Realität auch nach dem Übertritt ins neue Jahrtausend fortbestehen sollte, ging er nach Wien, um von dort aus seine Suche auszuweiten und aus allen Ecken und Enden des Multiversums weiteres Material für seine Geschichten zusammenzutragen. Heutzutage widmet er sich vor allem dem literarischen Spiel mit den Schatten und dunkler Phantastik.
Sprachgewaltig rast der Nighttrain in “Hellbound” in Richtung Endstation. Die vermutlich letzte Anthologie des Kleinverlags kann unter Herausgeberschaft von Maschinist Tobias Reckermann noch einmal zeigen, was die deutschsprachige weirde Phantastik zu bieten hat. Die 8 Geschichten und Zeichnungen können fast durchweg begeistern. Akademisch feinsinniger weirder Horror von Martin Ruf und Louis Marvick gesellt sich hier neben magisch realistische Charakterzeichnungen und Szenarien von Ina Elbracht und Erik R. Andara. Jayaprakash Satyamurthy und Felix Woitkowski führen uns auf surrealen Wegen durch Indien oder direkt in die Hölle, während uns Silke Brandt das Frieren lehrt. Eschenfelder hingegen stellt die Frage nach dem “Anderen” neu und wird dabei unerwartet blutig. Man merkt schnell, das alle Autor*innen ihr Handwerk verstehen und sich selbst zu überbieten wissen. Eine ganz klare Leseempfehlung jenseits abgefahrener Gleise!