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Star Girl Space Boy: Ein Cyberpunk-Roman

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Cyberpunk oder schon dystopische Gegenwart?

Coffee to run. Tod durch Überarbeitung. Abschaffung von allem, was keinen Profit generiert. Der Roman Star Girl Space Boy zeichnet das Bild einer Gesellschaft, die technologisch weit fortgeschritten, doch emotional verkümmert ist. Das Glamourpaar der Rockstar Jean Rodenberry und Astrobiologe Thomas Victor Major. Für ihre kühnen Visionen und größenwahnsinnigen Bestreben gehen beide über Leichen. Schließlich stehen sie sich gegenseitig im Wege und der Absturz ist – buchstäblich – vorprogrammiert.

Der Cyberpunk-Roman der Preisträgerin des Rolf-Dieter-Brinkmann-Stipendiums Mirjam Kay Mashkour.

379 pages, Kindle Edition

Published October 18, 2024

16 people want to read

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Displaying 1 - 2 of 2 reviews
Profile Image for Nachtfalter.
51 reviews5 followers
July 28, 2025
Abgebrochen nach ca. 160 Seiten.

Ich habe diesen Roman auf der LBM 2025 gekauft, nachdem ich sowohl mit dem Verleger als auch der Autorin ein sehr nettes Gespräch hatte. Klapptext und Aufmachung des Buches haben mich sehr angesprochen. Nach etwas mehr als ¼ des Buches musste ich aber abbrechen, woran lag’s?

Der Klapptext sagt »Cyberpunk oder schon dystopische Gegenwart?« und verspricht eine profitorientierte Welt, in der sich Menschen zu Tode schuften. »[...] Technologisch weit fortgeschritten, doch emotional verkümmert [...]« Von diesem technischen Fortschritt merkt man genau gar nichts. Das mag daran liegen, dass das Buch kein Worldbuilding hat. Die Welt reicht immer nur bis zu den Wänden des Raumes, in dem die Hauptfiguren gerade stehen (und selbst da gibt es nur wenig Beschreibungen). Auch die Dialoge, die einen Großteil des Buches ausmachen, schaffen es nicht, ein Bild der Zukunft zu zeichnen, die der Klapptext verspricht. Altbackene Wörter wie »Tratschmäuler«, »Pappnasen« oder »beknackt« rissen mich beim Lesen immer wieder raus und trugen nicht zu dem angepriesenen Zukunftsbild bei. Plötzlich gibt es auch Fußnoten in denen die Autorin erklärt, wo welche Ideen her sind, oder dass es bestimmte Dinge heute schon gibt.

Die Lebensgeschichten von Jean und Tom hätten so auch in der Gegenwart stattfinden können ... oder gar in der Vergangenheit. Das Buch, dass die Autorin laut Vorwort, 2017 geschrieben und 2018/19 zuletzt inhaltlich überarbeitet hat, hat sich selbst überholt. Apropos Jean und Tom, beides sind verwöhnte reiche Kackbratzen, ich denke, das soll so sein. Man soll sie nicht mögen, oder mit ihnen fiebern. Das Blöde ist nur, sie sind mir tatsächlich egal und das sollten die Hauptfiguren in einem Buch nicht sein. Nachdem ich die Lektüre abgebrochen habe, verspürte ich nicht den geringsten Drang, zu erfahren, wie es mit den beiden endet.

Gibt es in dem Buch auch was Gutes?

Ja! Der Schreibstil von Mirjam Kay Mashkour ist schnell und flüssig, die Kapitel sind kurz und sorgen für ein rasantes Leseerlebnis.

Mit seiner weißen Schrift auf schwarzen Seiten ist das Buch überraschend gut lesbar und in jedem Fall ein Hingucker. Warum das allerdings so ist, bleibt ein Rätsel. Ich konnte auf den ersten 160 Seiten keinen Hinweis darauf finden. Der Grund für die Aufmachung liegt vielleicht auf der Meta-Ebene, düstere Zukunft = düstere Aufmachung?

Wer Poplultur liebt, wird hier einige Anspielungen finden. Von »Ghost in the Shell« über »Die unendliche Geschichte« und »Black Mirror« bis hin zum Klassiker »1984« ist einiges dabei. Leider konnte auch das die Lektüre für mich nicht retten.
2 reviews
December 8, 2024
Hart und grausam, und in allen Belangen ein äußerst ungewöhnliches Buch. So etwas liest du nicht alle Tage. Star Girl Space Boy hat ein ganz eigenes Feeling, eine Welt die so sehr von unserer abgehoben und in pure Abscheulichkeit entrückt ist, und uns doch so nah. Wo noch ein kleiner einsamer Kern an "Mensch" in durchgetakteten Tagesplänen, unter Image und Selbst"verwirklichung" durch immer mehr Konsum still verzweifelt. Alle und alles in einem dauerhaften Rausch, um nichts mehr so zu spüren wie es wirklich ist.

Man folgt dem (Größen)Wahn der beiden Hauptcharaktere, bis an den Punkt wo es kaum mehr auszuhalten ist, innerlich möchte man öfter mal aufschreien. Ich hatte das Gefühl genau spüren zu können, ab welchem Punkt der quasi symbiotische Zusammenhalt der beiden zerbricht, und ab da ist es dann im wahrsten Sinne des Wortes ein Horrortrip, durch den man sich liest. So gerade an der Rettung vorbei - wie ein grausiges Geschehen bei dem man nicht wegschauen kann. Brutale Gewalt verschwimmt mit dem Drogenrausch, so dass man auch als Leser nie sicher ist was gerade wirklich passiert ist.

Turbulent und fesselnd, und die Sprache und Schilderung der Welt lassen ein zutiefst finsteres, aber trotzdem in allen Farben schillerndes Bild entstehen. Ich hatte noch nie bei einem Buch derart ein "Farbempfinden". Schwer zu beschreiben, da sehr einzigartig.

Die Liste an Triggerwarnungen am Anfang des Buches ist eindeutig angebracht (v.a. Thema Drogenkonsum und Selbstverletzung sehr präsent). Der Klappentext lässt die Geschichte zu harmlos wirken, ich hatte nicht damit gerechnet was da kam! Nach dem Lesen der letzten Kapitel musste ich erst mal eine Weile tief durchatmen und mich mit anderen Dingen beschäftigen, das hab ich sehr selten.

Wie sich die Weltwirtschaft und Politik im Buch entwickelt haben, ist einerseits sehr überspitzt und teilweise fast schon aberwitzig - als hätte man alle Kapitalismus-Regler auf Maximum gestellt - aber ich kam beim Lesen doch immer unweigerlich zu der Frage zurück: Wie viel davon wird irgendwann wirklich sein? Zu welchem Grad wird das wirklich passieren? Die Anfänge sind schon da, daran besteht kein Zweifel.

Am meisten fasziniert hat mich "space boy" Tom, der ehrgeizige und verhältnismäßig "vernünftige" Gegenpart zur skrupellos-exzentrischen Jean, bei dem am Ende sehr klar wird was sein eigentliches Lebensziel die ganze Zeit war. Alles explodiert regelrecht in diesem Buch und ist traurig und abschreckend zugleich. Und doch gibt es noch erstaunlich viel Witz. Ein unglaublich gut gelungenes Debüt, ich werde ungeduldig auf den nächsten Roman warten!
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