Zwei verfeindete Völker. Eine verbotene Liebe. Und ein Schicksal, so alt wie die Sterne.
Gemma ist die wohlbehütete Prinzessin des Reiches der Grauen Küste. Ihr Leben verbringt sie in einem goldenen Käfig, doch eines kalten Wintertages nimmt ihr Schicksal eine folgenschwere Wendung. Sie wird von ihrem eigenen Vater an Antares, den grausamen König des Südens, verkauft. Fern ihrer Heimat wird sie zu einer Schachfigur im Spiel der Mächtigen. Denn ein magischer Spiegel prophezeit, dass allein sie in der Lage ist, Antares’ Todfeind in eine Falle zu locken: Tarek, der Prinz eines geheimnisumwitterten Dschungelvolkes, bietet der Armee des Königs unbeugsam die Stirn. Zahllose Legenden ranken sich um seine Macht. Selbst die tödlichsten Kreaturen des Waldes beugen sich seinem Willen. Es heißt, in seiner Brust schlägt ein Herz aus Smaragd. Es heißt, in seinen Adern fließt das Blut eines Drachen.
Geboren 1978 in Sachsen-Anhalt, habe ich meine metaphorischen Zweige und Äste seit 2001 zum bergischen Land ausgestreckt. Ich schreibe, um mich selbst zu entführen – um durch nächtliche Wälder zu rennen, in die Tiefen des Universums einzutauchen, auf fremden Planeten Urlaub zu machen oder mit Walen zu tauchen. Und ich schreibe, um meine Leser zu entführen. Für eine Weile die Realität vergessen. Abtauchen. Eintauchen. Verführt werden.
In meinem Leben erlaube ich mir so viele Freiheiten wie möglich und gehöre zu den glücklichen Wesenheiten, die ihre wahre Liebe gefunden haben. Meinereiner glänzt durch Chaos, Unordnung, Zerstreutheit, Naturvernarrtheit, Vorliebe für Dresdner Stollen, Kaffee und sonstige Leckereien, sowie durch exorbitanten Hang zum Träumen und Fabulieren, dem sehnsüchtigen Streben nach Erfüllung und Freiheitsdrang in manchmal ungesundem Maße. Wo derselbe in der Realität an seine Grenzen stößt, muss mein Laptop ran. Denn im Geiste ist die Freiheit grenzenlos.
Das Herz des Waldes schlägt in der Brust eines Drachens Gemmas Leben scheint vorbei zu sein, als ihr Vater, der König der Grauen Küste, sie als Braut an den mächtigsten Herrscher des Kontinents verkauft. In seinem fernen Königreich herrscht Krieg und Unterdrückung, doch eines der letzten freien Völker des Dschungels bietet dem grausamen König die Stirn. An seiner Spitze: Tarek, der junge König. Ein Mann mit dem Herz eines Drachens.
Die Geschichte von Gemma und Tarek mutet an wie ein Märchen. Es gibt Hexen und Zauberspiegel, Magie und grausame Könige und doch immer einen Silberstreif der Hoffnung. Britta Strauss nimmt uns mit auf eine lange, abenteuerliche Reise. Der Handlungsbogen in diesem Buch scheint zunächst etwas verwirrt zu sein, bedenkt man aber, dass die Geschichte ursprünglich aus zwei Büchern bestand, ergibt das ganze schon mehr Sinn.
Wir begleiten Gemma und Tarek und ihre Gefährten von Anfang an, lange bevor ihre Wege sich kreuzen. Die Welt der beiden ist groß und bunt und steckt voller Kreativität, eigentümlicher Wesen. Ich hätte mir allerdings wirklich eine Karte gewünscht. Ständig werden irgendwelche Königreiche und Länder erwähnt, mehr als grobe Richtungsangaben bekommt man aber nicht dazu. Bei einer Welt solcher Größe hätte sich eine Karte eben wirklich gelohnt.
Atmosphärisch ist vor allem der Dschungel mit seinen Drachen und wilden Geschöpfen, alten Bäumen und liebenswerten Völkern. Wie in der Realität sind die Naturvölker dem Frieden und der Gerechtigkeit näher als alle Eroberer und ihr Freiheitskampf ist die zentrale Handlung dieses Buchs. Bis die beiden Protagonisten zusammenfinden vergehen tatsächlich ungefähr 400 Seiten, auf denen die Autorin die Grausamkeit der Mächtigen, also der Männer ohne jede Umschweife beschreibt. Während ich verstehen kann, warum sie das so ausführlich gemacht hat, würde ich sagen, dieses Buch ist eines, das deswegen wirklich eine Triggerwarnung gebraucht hätte, denn manchmal ist die Handlung doch ziemlich brutal.
Umso schöner ist es, zu beobachten, wie die Charaktere ihre Freiheit finden, wenn sie auch nicht so aussieht, wie sie gehofft hatten. An mancher Stelle kann man über die Liebesgeschichte bestimmt die Augen verdrehen, aber sei’s drum, sie haben sich ihr Glück verdient.
Auf den letzten 200 Seiten herrscht dann eine Art Frieden, dem man nicht trauen kann und zum Ende wirft die Autorin dann noch mal alles um und lässt keinen Stein auf dem anderen, ganz im Sinne der Antagonisten ihrer Geschichte, den gierigen Menschen, die immer mehr wollen, nie genug bekommen und das Gleichgewicht von allem zerstören. Trotzdem findet sie dann zu einer Art Happy End, das den Leser mit rauchendem Kopf und einer positiven Stimmung zurücklässt, denn die Hoffnung siegt am Ende ja doch.
Mit dem Smaragddrachen bekommt man ein Dschungelmärchen, das kein Blatt vor den Mund nimmt, das auch manchmal abstoßend wirkt, das fesseln kann und mit Vielseitigkeit überzeugt, auch wenn es ganz schön lang ist und die Autorin das eine oder andere Klischee mitgenommen hat. Trotzdem bleibt eine Geschichte, die mir noch lange im Kopf bleiben wird. Und wer noch zweifelt: Erwähnte ich den Haustierdrachen?