Leider sehr oberflächlich. Wenn man sich schonmal mit deutsch-deutschen Fluchtgeschichten beschäftigt hat, gibt diese Novelle keinen Mehrwert mehr. Die Flucht an sich ist zwar durchaus spektakulär und mit viel Glück verbunden gewesen, über die emotionalen Umstände und die Beweggründe wird allerdings nichts gesagt. Wirklich interessant an Fluchtgeschichten finde ich, wieso Leute sich entschließen, so ein Risiko auf sich zu nehmen, was es emotional bedeutet, und wie sie danach mit der Entscheidung und dem Erlebten umgehen. All das blendet Strässle völlig aus, die Entscheidung zur Flucht wird als gesetzt hingenommen. Schade, dass der Autor diese Erzählung nicht persönlicher gestaltet hat, sondern seine Eltern so oberflächlich und unkonkret darstellt.