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Die Berghebamme #1

Hoffnung der Frauen

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Die Hebamme einer neuen Zeit.

Oberbayern, 1893: Maria kehrt auf Bitten ihres Jugendfreundes Max in ihr Heimatdorf zurück, um die Nachfolge der Berghebamme Alma anzutreten. Doch hier ist sie als »Bangert« geächtet, und Alma weigert sich standhaft, für die junge, moderne Hebamme das Feld zu räumen. Gleichzeitig muss Maria nicht nur gegen das Kindbettfieber ankämpfen, das immer mehr Frauen das Leben kostet, sondern auch gegen ihre aufflammenden Gefühle für Max. Denn der ist verheiratet, und bei der Schwangerschaft seiner Frau kommt es zu immer mehr Komplikationen …

Eine berührende Geschichte über Tradition, Mut und weiblichen Zusammenhalt.

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Published September 17, 2024

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About the author

Linda Winterberg

25 books5 followers

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221 reviews
October 9, 2024
,, Die Berghebamme -Hoffnung der Frauen " ist der erste Teil der ,, Kinder-der Berge-Saga " von Linda Winterberg.
Die Autorin erzählt darin die Geschichte von Maria, die in Brannenburg, einem kleinen Ort in den bayrischen Alpen aufgewachsen ist. Vor der Kirche wurde sie als Neugeborenes abgelegt, ein Findelkind . In der Dorfgemeinschaft hat sie es schwer, wurde als ,, Bankert " beschimpft und von den meisten Bewohnern ausgegrenzt. In Max , der Sohn des Bürgermeisters , hat sie einen liebevollen Freund gefunden. Für ihn ist sie sein ,, Schwesterchen ". Trotz ihrer nicht einfachen Kindheit, schafft sie es , in München zur Hebamme ausgebildet zu werden. Als sie gerade ihren Abschluss fertig hat, bittet Max sie , zurück ins Heimatdorf zu kommen : als Nachfolgerin der alten Dorfhebamme Alma. Seine Frau erwartet ihr erstes Kind und so hofft er auf ihre Unterstützung.
Sie fühlt sich in München wohl, ihre beruflichen Aussichten sind sehr gut und keiner weiß von ihrem Makel als unendliches Kind. Obwohl sie es in Brannenburg nicht einfach hatte, zieht es sie 1893 zurück ins Heimatdorf. Wird die Dorfgemeinschaft sie nun als vollwertiges Mitglied der Gesellschaft ansehen und ihr Wissen, die moderne Geburtshilfe , anerkennen?

Linda Winterberg hat mich mit ihrem flüssigen und gut zu lesenden Schreibstil schnell in Marias Leben entführt. Die Beschreibungen der Handlungsorte, zunächst in München, dann in Brannenburg sind so wunderbar bildhaft und detailliert beschrieben, daß sofort Bilder vor
meinen Augen entstanden. Das relativ einfache und zum Teil beschwerliche Leben im Dorf, auf den einsamen Almen und Höfen ist hervorragend authentisch dargestellt. Die heute befremdlich wirkenden Ansichten der Kirche und der Gesellschaft haben mich tief erschüttert. Ich konnte mich sehr gut in Maria hineinversetzen, ihre Gefühle, Gedanken und Sorgen sind durchgehend spürbar. Gerade die Anfeindungen, die Skepsis und Abneigung der älteren Schwangeren sind deutlich zu sehen . Viele der älteren Frauen sind keineswegs offen für Neuerungen , die doch so wichtig für die Gesundheit und das Überleben von Mutter und Kind sind. Doch durch ihre empathische und überaus liebevolle Art, die Geburten zu begleiten und durch ihr großes Wissen , kann Maria so manches Unglück verhindern . Das verschafft ihr auch Anerkennung und große Dankbarkeit. Es ist jedes Mal ein großes Glücksgefühl, wenn sie einem neuen Erdenbürger auf die Welt geholfen hat. Sie ist eine sympathische junge Frau, Mut und Stärke zeichnen sie aus. Maria kämpft hart für ihre Anerkennung und muß sich auch ihren eigenen Gefühle stellen Der Wunsch zu wissen, wer ihre Mutter ist und warum sie nicht bei ihr aufwachsen konnte , beschäftigt sie sehr. Wird sie darüber etwas herausfinden?
Linda Winterberg hat hervorragend realistische Charaktere ausgearbeitet ; nette , freundliche aber auch unsympathische und boshafte. Die Atmosphäre der damaligen Zeit , kommt bildhaft zum Ausdruck. Die hervorragend recherchierten Einblicke in die Geburtshilfe und Frauenheilkunde sind spannend und detailliert dargestellt.

Dieser lebendig und mitreißend erzählte erste Teil der Triologie hat mich von Beginn an gefesselt, die Seiten flogen nur so dahin. .
Ich freue mich schon jetzt auf den zweiten Teil ,, Tage der Liebe " , der im April 2025 erscheint und im November 2025 auf den Abschluss der Saga ,, Zeit der Kinder " .
Sehr gerne empfehle ich diesen spannenden, gefühlvollen Roman über eine bewundernswert starke junge Frau.
Profile Image for Kerstin Cornils.
518 reviews1 follower
September 27, 2024
Die Berghebamme – Hoffnung der Frauen von Linda Winterberg erschien bei Aufbau Audio. Das Hörbuch wurde von Eva Becker eingelesen, deren Stimme perfekt zu diesem historisch geprägten Roman passt. Wie man dem Titel entnehmen kann, ist die Protagonisten Hebamme in den Bergen. Maria hat ihre Ausbildung in München absolviert und reist nun zurück in ihre Heimat, in der sie von vielen immer noch als „Bankert“ bezeichnet wird. Sie ist ein Findelkind, das bei der Kirche ausgesetzt wurde. Und sie hofft, dass sie nun mit ihrer Anstellung einen besseren Stand im Ort bekommt. Ob ihr dies gelingt und wie sie zu ihrem Jugendfreund Max steht erfährst du beim Hören oder Lesen. 

Ich habe vor Jahren die „Hebammen Saga“ von Sabine Ebert verschlungen und blieb so bei diesem Hörbuch hängen. Der Titel machte mich neugierig und so warf ich einen Blick auf den Klappentext. Der hat mich sofort angesprochen und so fand das Hörbuch einen Weg zu mir. Der Titel ist Programm, denn wir reisen hier zusammen mit Maria in die Berge ins bayrische Brannenburg. Sie ist gelernte Hebamme und steht für eine neue Zeit. Die Geschichte spielt 1893, eine Zeit in der die Hygiene bei der Geburt noch nicht in aller Munde war. Maria steht für ihren Standpunkt ein, sich nur mit gewaschenen und desinfizierten Händen einer Gebärenden zu nähern. Außerdem verweigert sie strickt das von der Kirche geforderte Taufen im Mutterleib, wenn die Aussicht auf eine Lebendgeburt ziemlich begrenzt ist. Damit sind Konflikte in der Gemeinde vorprogrammiert. Wie sie diesen entflieht oder ihnen den Kampf ansagt verrate ich dir nicht. Ich möchte ja nicht die ganze Spannung vorweg nehmen. 

Verfolge interessiert die Erzählung von Maria und begleite sie bei ihrer Arbeit. Tauche ein in eine ganz andere Welt und freue dich, dass du im 21. Jahrhundert lebst. Die Geschichte lebt von detaillierten Beschreibungen und dem ganz besonderen Flair der Berge. Begleite Maria bei den Geburten und bange mit ihr um jedes einzelne Kind. Fühle mit ihr die Verzweiflung und lasse dich von ihren Hoffnungen anstecken. Sei versucht ihr zu erzählen, dass sie auf dem richtigen Weg ist und dass es irgendwann eine Möglichkeit geben wird, die Kinder im Mutterleib zu sehen. Erfreue dich an den kleinen Dingen im Leben und halte für die traurigen Momente ein Taschentuch parat. Ich habe das Hörbuch sehr genossen und freue mich auf den folgende Band, der im März nächsten Jahres erscheinen wird.

Wolltest du schon immer mal wissen, wie es einer Hebamme im 19. Jahrhundert ergangen ist? Dann schnappe dir „Die Berghebamme – Hoffnung der Frauen“ von Linda Winterberg und folge der Geschichte von Maria. Tauche ab in das Jahr 1893 und nehme Teil am Lebens eines Bergdorfes. Lass dich von den bayrischen Ausdrücken nicht abschrecken und genieße einfach die angenehme Erzählstimme von Eva Becker. Die Geschichte lädt ein zum Reden über längst vergangene Tage und zum glücklich sein über das was man hat. Ich muss sagen ich bin froh, dass ich heute Leben darf. Wer weiß wie es mir als rothaarige, verheiratete ohne Kinder im Dorf von Maria ergangen wäre. Ich kann mir da so einige Szenarien ausmalen. Von mir gibt es eine ganz klare Hör- und Leseempfehlung für alle, die Lust haben auf einen Ausflug in die Vergangenheit und einer Hebamme des 19. Jahrhundert förmlich über die Schulter schauen möchten.
Profile Image for Magnolia .
589 reviews3 followers
September 20, 2024
Reihenauftakt um die Berghebamme

Das Angebot der Stadthebamme Hilde Garhammer hat Maria Roßacker gleich nach ihrer mit Bravour abgelegten Prüfung gerne angenommen. Den Brief, den sie von Max, ihrem Freund aus Kindertagen, erhalten hat, hat sie verdrängt, denn was soll sie in Brannenburg? Dort wurde sie, das Findelkind, nie akzeptiert und nicht nur das, als Bankert wurde sie beschimpft. Max bittet sie dennoch, zurückzukommen, um die Nachfolge der alten Hebamme Alma anzutreten, was Maria nach reiflicher Überlegung dann doch macht. Zurück im Dorf spürt sie auch jetzt diese feindselige Stimmung ihr gegenüber, allen voran ist es die alte Hebamme Alma, die gegen sie wettert, die seit mehr als vierzig Jahren hier die Kinder zur Welt holt. Dass sie nun vom Bürgermeister und dem Gemeinderat in den Ruhestand versetzt worden ist und die junge Maria als ihre Nachfolgerin bestimmt wurde, ficht sie nicht an und so manche werdende Mutter auch nicht, sie schwören nach wie vor auf Alma. Auch der örtliche Pfarrer hält an Althergebrachtem fest wie etwa die von der Hebamme seit jeher ausgeführte Nottaufe - dafür hat Alma immer Weihwasser dabei, was Maria als unhygienisch ablehnt. Ihre fortschrittliche Arbeitsweise missfällt so manchen hier, aber davon lässt sie sich nicht beeindrucken.

Wir sind in Brannenburg, das liegt in Oberbayern, im Jahr 1893. Mangelnde Hygiene bei der Geburt war oftmals für die Müttersterblichkeit und auch die ihrer Neugeborenen verantwortlich. Im Nachwort weist die Autorin auf den Arzt und Geburtshelfer Ignaz Semmelweis hin, der vor 200 Jahren die Ursachen des Kindbettfiebers entdeckt hat. Heute wissen wir, wie wichtig Hygienestandards sind, Ende des 19. Jahrhunderts aber war dies eher nicht der Fall. Am Beispiel dieser beiden so unterschiedlich denkenden und agierenden Hebammen und auch so manch verbohrtem Dörfler wird dies nur allzu deutlich.

Vor diesem Hintergrund erzählt Linda Winterberg Marias Geschichte. Sie ist mit Leib und Seele Hebamme, ihre fortschrittlichen Methoden gefallen nicht jedem. Ihre Außenseiterrolle als lediges Kind, das im Waisenhaus aufwächst, ist gut nachvollziehbar geschildert, auch die damals betriebenen Gebäranstalten, in denen sich die Mütter ihrer Kinder diskret entledigen konnten, ist Thema. Und natürlich spielt auch die Liebe mit hinein. Die Diskrepanz der ewig Gestrigen und derer, die Neues annehmen können und es auch wollen und auch die so unterschiedlichen Charaktere sind gut herausgearbeitet.

Der erste Teil der „Berghebamme – Hoffnung der Frauen“ schildert die damalige Zeit, den vielfach verbreiteten Aberglauben, auch die Ausgrenzung derer, die anders leben, deren Start ins Leben unter schwierigen Bedingungen nicht einfach war und macht den medizinischen Fortschritt in punkto Schwangerschaft und Geburt deutlich, auch wenn für meine Begriffe dann und wann etwas zu sehr auf die Tränendrüse gedrückt wird. Davon mal abgesehen ist es ein durchaus gelungener Reihenauftakt.
106 reviews
October 20, 2024
Eine Geschichte mit vielen kleinen Geschichten

Ich liebe historische Romane mit starken Frauen, die sich nicht beirren lassen, während sie für ihren Traum kämpfen. Wenn dann noch etwas Medizinisches hinzukommt und eine Prise Liebe, dann bin ich vollends an Bord. Genau das trifft auf die Berghebamme – Hoffnung der Frauen zu. Denn Maria hat es in ihrem Leben nicht leicht gehabt. Sie ist als Findelkind in einem Dorf aufgewachsen, wurde als Schande betrachtet und hat sich nur schwer die Ausbildung zur Hebamme in einer Gebäranstalt ermöglichen können. Als sie dann in ihre Heimat zurückkehrt, um die alte Hebamme Alma abzulösen, muss sie sich noch mehr behaupten, um anerkannt und gemocht zu werden.
Nun könnte man denken, dass jemand, der es im Leben bisher so schwer gehabt hat, hart und verbittert ist. Doch das trifft auf Maria kein bisschen zu. Sie ist nett, freundlich, die Zuversicht in Person und doch resolut genug, um sich und ihre Träume durchzuboxen. Wir begleiten sie zu jeder einzelnen Frau, die entbindet oder in Sorgen und Nöten steckt und lernen so, wie Hebammen damals gearbeitet haben. Diese Kombination aus einer Hauptgeschichte, die um Maria, und vielen kleinen Geschichten um die Frauen, mochte ich sehr gerne, weil es dadurch total abwechslungsreich war. Auch die Elemente, die Maria einbaut, wie es Findelkindern und unehelichen Kindern Ende des 19.Jahrhunderts ergangen ist, haben mich sehr berührt und waren gleichzeitig sehr aufschlussreich für das Verständnis der Zeit. Hierzu passt auch, dass Max und sie sich zwar als Kinder mochten, eine Beziehung aber nicht standesgemäß wäre, sodass man ein besseres Verständnis für die schwierigen Gefühle zwischen den beiden hat. Ich mochte diese Emotionen sehr und fand es sehr gut, wie die Autorin dieses Beziehungsgeflecht gelöst hat, weil es so total authentisch und passend zu der Zeit war, ohne jetzt zu viel verraten zu wollen.
Da ich das Hörbuch gehört habe, kann ich nicht nur die Geschichte, sondern auch die Sprecherin bewerten, die mir wirklich gut gefallen hat. Sie hat mir die Erzählung so nah gebracht, als wäre mir das Buch vorgelesen worden und passte perfekt zu dem Schreibstil der Autorin.
In Summe hat mich die Berghebamme von der Art her sehr an Sturmmädchen von Lilly Bernstein erinnert. Das Buch spielt zwar zu einer ganz anderen Zeit, aber hier haben wir auch eine starke Protagonistin mit einem Handicap, die von der Dorfgemeinschaft zwar erst nicht geachtet wird, dann aber zur Retterin wird und dadurch im Ansehen aller steigt. Sie ist ebenso freundlich und empathisch trotz ihres Schicksals und trotzdem beharrlich in dem, was sie erreichen will. Und da ich Sturmmädchen auch sehr mochte, springt hier schon meine Leseempfehlung heraus. Ich habe mich wirklich gut unterhalten gefühlt und eine Menge über Hebammen gelernt. Nur vom Happy End hätte es für meinen Geschmack ein bisschen mehr sein dürfen.
Profile Image for Sabine.
773 reviews20 followers
October 20, 2024
Maria hat erfolgreich ihre Ausbildung zur Hebamme abgeschlossen und kehrt nun in ihr Heimatdorf zurück – doch sie stößt auf viel Widerstand, denn die Frauen sehen in ihr immer noch das „Bankert“ und wollen sich von ihr auf keinen Fall entbinden lassen. Und auch Alma, die eingesessene, aber in die Jahre gekommene Hebamme, stänkert fleißig gegen Maria. Wird Maria die Dorfbewohner von sich und ihren Fähigkeiten überzeugen oder doch wieder zurück nach München gehen, wo sie keiner als „Bankert“ beschimpft?

Mich hat vor allem das Thema Hebamme sehr angesprochen, weil ich dazu im historischen Genre bisher noch wenig gelesen hatte. Und man merkt, dass die Autorin hier gut recherchiert hat – Maria ist bei vielen Geburten dabei und diese werden auch recht detailliert beschrieben; sowohl die, die ganz reibungslos verlaufen, als auch die, bei denen es zu Komplikationen kommt. Denn die Themen Hygiene und Kindbettfieber sind Ende des 19. Jahrhunderts noch sehr große Themen bzw. ein großes Problem.

Nachdem mich der Einstieg ins Buch – die Ausbildung Marias und ihre Rückkehr ins heimatliche Dorf – wirklich gepackt hat, plätschert die Geschichte im Mittelteil ein wenig vor sich hin: Es gibt viele Geburten, mal ist Maria als Hebamme gern gesehen, mal wird sie wieder weggeschickt, weil man ihr nicht vertraut. Alma lässt kein gutes Haar an Maria und auch der örtliche Priester hält nichts von den neuen Methoden bei der Geburt – und das wiederholt sich sehr häufig. Erst, als Maria dann Gefühle für einen Freund aus Kindertagen entwickelt, wird es wieder spannender – denn er ist verheiratet und seine Frau ist schwanger. Man muss aber keine Angst haben, dass sich das Buch nun zu einem historischen Liebesroman entwickelt, vielmehr bringt dieses Thema noch mal ein paar Wendungen in die Geschichte und macht sie wieder spannend. Denn im letzten Viertel kommt es zu einigen überraschenden Wendungen, die neugierig machen auf die nächsten Bände.

Maria war mir von Anfang an sympathisch – sie handelt sehr überlegt und hat mich mit ihrer ruhigen und verständnisvollen Art begeistert, auch wenn ich mir vielleicht die eine oder andere „Ecke und Kante“ bei ihr gewünscht hätte. Alma ist die geborene Antagonistin, die kein böses Gerede über Maria auslässt. Und auch andere Charaktere sind häufig ein wenig stereotyp geraten – entweder sie sind richtig gut, oder sie sind einfach nur böse. Trotzdem fühlte ich mich insgesamt gut unterhalten. Eva Becker als Sprecherin hat eine angenehme Stimme, die die Ruhe, die Maria ausstrahlt, gut transportieren konnte – und sicher hat auch der eingängige Schreibstil dazu beigetragen, dass ich mich beim Hören sehr wohl gefühlt habe. Wer sich also für das Thema erwärmen kann und vielleicht auch neugierig ist, wie Geburten damals abliefen, dem empfehle ich diese Geschichte gerne weiter.

Mein Fazit
Eine interessante und unterhaltsame Geschichte, in der eine sympathische Hebamme im Mittelpunkt steht, die aber gegen Vorurteile in ihrem Heimatdort kämpfen muss. Im Mittelteil plätschert die Geschichte ein wenig vor sich hin, dafür aber sind der Einstieg und auch das Ende gelungen. Ich fühlte mich gut unterhalten und empfehle das Buch gerne weiter.
1,307 reviews2 followers
September 26, 2024
Oberbayern im Jahr 1893 kehrt Maria in ihre Heimat zurück um dort die Nachfolge der Hebamme Alma anzutreten. Doch die Ankunft fällt ihr nicht leicht, denn im Dorf ist Maria als mutterloses »Bankert« geächtet und auch die alte Hebamme Alma macht Maria das Leben schwer, weigert sie sich doch standhaft das Feld für die Jüngere zu räumen. Maria betreut viele unterschiedliche Geburten und muss zugleich gegen das Kindbettfieber ankämpfen, das so vielen Frauen das Leben kostet. Und dann sind ihre Gefühle für Max, ihren Jugendfreund der aber selbst bald Vater wird...

Auf dieses Hörbuch hatte ich mich sehr gefreut, denn ich war selbst in der Gesundheitsbranche tätig und habe schon auf Wochenstation gearbeitet. Das Thema Geburt und die Wochen davor und danach sind einfach ein sehr interessantes Thema und gerade in der Vergangenheit waren Geburten und Schwanerschaften eine nicht ungefährliche Angelegenheit. Ich war also sehr gespannt mit dieser Geschichte mein Wissen noch zu erweitern und ganz in die Welt der Geburtshilfe einzutauchen.

Der Schreibstil war wirklich sehr gelungen, einfach und leicht verständlich, sodass ich mich ganz aufs Hörbuch konzentrieren konnte, aber immer auch sehr lebendig und mitreißend gehalten! So waren die Stunden leider sehr schnell angehört und ich hätte noch viel Länger der Stimme der Sprecherin lauschen mögen, wie schön, dass es schon bald einen zweiten Teil der Geschichte geben soll!

Die Geschichte widmet sich ganz dem Thema Geburtshilfe in der alten Zeit. Es zeigt die Risiken der Schwangeren und der Geburt auf aber es werden auch immer die schönen Seiten einer Hebamme hervorgehoben, sodass das Hörbuch ein gelungener Mix aus Spannung und berührenden Augenblicken dargestellt hat.

Maria war mir gleich sehr sympathisch, sie hat es im Dorf nicht leicht und ist recht fortschrittlich eingestellt, was ihr das Leben noch zusätzlich erschwert, aber gleichzeitig gibt sie auch alles für die werdenden Mütter und steht mit aller Stärke für sie ein. Die Liebesgeschichte blieb ziemlich im Hintergrund, was ich sehr gut fand, und es ging vorallem wirklich um das Thema Arbeit einer (Berg-) Hebamme.

Die Sprecherin hat sehr gut vorgelesen, die Stimme war abgenehm und es wurde lebendig vorgelesen und die Emotionen wurden wunderbar eingefangen.

Fazit: Wirklich ein kleines Hightlight, ich freue mich schon sehr auf den zweiten Teil der Reihe! Nur zu empfehlen.
Profile Image for Dani_liest.
435 reviews29 followers
September 22, 2024
Vor ein paar Jahren hatte ich „Die verlorene Schwester“ von Linda Winterberg gelesen, was mir sehr gut gefallen hatte. Da der Klappentext von „Die Berghebamme“ wirklich interessant klang, fand ich, es wäre nun an der Zeit, endlich wieder einmal etwas von der Autorin zu lesen. Leider stellte ich bereits nach wenigen Kapiteln fest, dass mir dieses Buch nicht besonders gefällt. Es ist in sehr einfacher Sprache verfasst. Die Autorin hat zum Beispiel eine Vorliebe für das Wort „arg“. Das Brot war arg dick bestrichen. Es war arg kalt. Zudem sind die Dialoge überwiegend in bayerischem Dialekt, was mir auch nicht so zusagt.

Die Grundidee war eigentlich gut. Maria schließt als eine der Besten die Hebammenschule ab und entscheidet sich, in ihr Heimatdorf zurück zu gehen und dort als Hebamme zu arbeiten. Während die einen sie mit offenen Armen empfangen, wird sie von anderen mit Ablehnung bedacht, da Maria unehelich geboren ist. Ihr Arbeitsstil orientiert sich an den neuen medizinischen Erkenntnissen, wodurch sie bei den traditionellen Dorfbewohnern aneckt.

Das ist im Grunde der komplette Inhalt des Buches. Es reiht sich Geburt an Geburt. Ich konnte die vielen Frauen gar nicht richtig auseinander halten, weil sie einfach nur gesichtslose Namen sind.
Allgemein fand ich die Charaktere, inklusive Maria, sehr eindimensional und nicht greifbar. Maria und ihr Kindheitsfreund Max sollen füreinander schwärmen, aber bei mir kam von diesen Gefühlen nichts an. Vor allem, da sich beide als Brüderchen und Schwesterchen bezeichnen. Marias Aufregung, wenn sie Max sieht wirkte eher albern und es gibt auch nicht groß eine Erklärung, was die beiden aneinander finden. Hier hätte es geholfen, wenn es ein paar Rückblicke in die Kindheit der beiden gegeben hätte.
Die Gebräuche der damaligen Zeit und die medizinischen Standards sind prinzipiell interessant, aber die selben Informationen wiederholen sich immer wieder und alles dreht sich im Kreis. Zig mal will Maria alles hinwerfen und nach München abhauen und wird dann im letzter Sekunde wegen einer Geburt aufgehalten.
Mir war die Handlung einfach zu dünn und wegen dem bereits erwähnten simplen Schreibstil wollte es mir nicht gelingen, in die Geschichte rein zu kommen. Ich musste richtig mit mir kämpfen, den Roman nicht abzubrechen und war froh, als ich endlich am Ende angekommen war.
Profile Image for Anika Franke.
1,318 reviews12 followers
December 4, 2024
Ich hatte mal wieder große Lust auf einen historischen Roman und da ich das Thema Hebammen absolut faszinierend finde, musste ich einfach zu diesem Buch greifen.

Die Autorin ist mir bis zu diesem Buch völlig unbekannt gewesen und aktuell sind einige ihrer Bücher auf meinem Wunschzettel eingezogen. Dies liegt an ihrem wundervollen Schreibstil, der mich flüssig durchs Geschehen geführt hat. Ich fand es sehr interessant, dass hier auch der Akzent der Oberbayern mit eingeflossen ist. Für mich hat dies die Geschichte nochmal authentischer gemacht.

Die Handlung spielt in Oberbayern 1893. man begleitet Maria bei ihrer Hebammenausbildung in einer Münchener Klinik. Die Situationen, unter denen die Kinder geboren werden, sind nicht immer die besten. Viele Kinder gehen nicht mit ihren Müttern nach Hause, da sie unverheiratet sind oder die Gesellschaft es nicht hergibt. Maria ist eine vorbildliche Hebammenschülerin und wird von den Ärzten sehr geschätzt. Sie arbeitet gewissenhaft und sauber. Selbstverständlich schließt sie ihre Ausbildung als beste ab und bekommt eine Anstellung angeboten. Doch ein Brief aus der Heimat von ihrem Jugendfreund Max lässt sie wanken, ob sie bleiben soll oder seinem Hilferuf folgen soll. Nur die Ansicht der Dorfbewohner lässt sie hadern. Denn sie ist in aller Augen nur ein Bankert. Dennoch folgt sie dem Hilferuf und erlebt eine schwierige Zeit. Die aktuelle Hebamme ist sehr alt und lebt die alten Praktiken aus. Dadurch sterben viele Frauen und Säuglinge nach der Geburt. Hier hat Maria einfach eine modernere Ausbildung. Doch damit stößt sie nicht auf viel positive Resonanz. Was sehr ernüchternd ist. Sie überlegt oft aufzugeben, doch kann und will sie die Frauen nicht im Stich lassen. Wird es ihr gelingen sich zu etablieren und vor allem sich gegen Alma durchzusetzen?

Diese Story kommt mit viel Tradition daher und Einblicken, wie die Geburtshilfe damals lief.
Marias Mut habe ich sehr bewundert und wollte sie des Öfteren mal in den Arm nehmen. Ihr einfach mal zeigen, das sie alles richtig macht und weiter an sich glauben soll.

Ich freue mich auf die nächsten Teile dieser Buchreihe, welche im Jahr 2025 erscheinen werden. Auch werde ich definitiv weitere Bücher der Autorin in Betracht ziehen.
Profile Image for Renate1981.
191 reviews1 follower
September 27, 2024
Wir dürfen die junge Maria kennenlernen, die ihre Ausbildung gerade fertig gemacht hat und nun den Beruf als Hebamme ausführen darf. Als sie die große Bitte ihres Freundes Max aus ihrer alten Heimat erreicht, zögert sie zunächst und tritt dann doch die Reise an, um dort als Berghebamme tätig zu werden. Maria hatte es als Kind nicht sehr einfach und so ist die Erinnerung an ihre Heimat nicht so wohlgesonnen. Doch die Frauen brauchen sie und Maria ist eine taffe Frau, die alles ihr ermögliche tun würde um anderen zu helfen ...

Im Vordergrund der Geschichte steht die Arbeit der Hebamme und dies wurde sehr gut umgesetzt und hat mich sehr gefesselt. Faszinierend und auch schockierend zugleich wie es damals zugegangen ist. Speziell in der Bergwelt kommen ja noch einige Hindernisse dazu. Die wunderbare Gegend wurde geschickt in die Geschichte eingebaut und die einzelnen Dialoge im Dialekt haben mir sehr zugesagt. Zu dieser Zeit spielten die verschiedenen Schichten der Gesellschaft eine sehr große Rolle und dies spürt man wirklich an allen Ecken.

Dies war mein erstes Buch der Autorin und hat mir sofort zugesagt. Der Schreibstil ist flüssig und leicht. Maria ist mir sofort ans Herz gewachsen, sie hat ihren ganz eigenen schweren Weg zu gehen und die Vergangenheit lässt sich nicht so einfach abschütteln. Denn manchmal muss man gegen eine "Wand gehen" und kämpfen und am Ende lohnt es sich dann vielleicht doch. Maria hat viel Mut und Kampfgeist und so leicht gibt man doch nicht auf oder? Man spürt bei ihr sofort die Leidenschaft für ihren Beruf und stellt diesen auch vor ihre eigenen Bedürfnisse. Denn was gibt es Schöneres als wenn neues Leben auf die Welt kommt.

Ein sehr schöner Auftakt der neuen Reihe von Linda Winterberg. Für mich war es ein sehr ergreifendes, emotionales und fesselndes Buch, das ich nicht mehr aus der Hand legen konnte und wollte. Ich hatte eine wunderschöne Lesezeit und von mir gibt es eine Buchempfehlung und freue mich schon auf den nächsten Band.
35 reviews
September 15, 2024
Geht so




Maria hat es nicht leicht. Als Baby vor der Kirche abgelegt wächst sie in einem Bergdorf als Findelkind/Bankert auf. Aufgrund dessen wird sie dort auch nie wirklich akzeptiert. Als junge Frau verlässt sie das Dorf und lässt sich in München zur Hebamme ausbilden. Am Ende ihrer Ausbildung bittet sie ihr bester Freund aus Kindheitstagen, wieder ins Heimatdorf zurückzukehren um dort als Hebamme der Region zu arbeiten. Erst zögert Maria, da ihre Erinnerungen an die Menschen dort nicht allzu gut sind, aber letztlich kehrt sie doch in die Heimat zurück. Aber wie wird Maria dort aufgenommen?


Ich mag historische Romane sehr gern, deswegen habe ich mich auch auf diesen sehr gefreut. Leider wurden aber meine Erwartungen nicht so sehr erfüllt, da die Geschichte für mich einfach nur so vor sich hin plätschert.
Maria wird immer wieder zu Geburten gerufen. Manchmal entbindet sie Kinder, manchmal weigern sich die Familien "eine wie sie" ins Haus zu lassen. Immer wieder ist Maria drauf und dran alles hinzuschmeißen und nach München zurückzukehren und entscheidet sich am Ende doch wieder anders. Ständig wird sie mit Vorurteilen konfrontiert und muss sich mit der Althebamme Alma rumärgern, die nicht bereit ist für Maria das Feld zu räumen. Diese Vorgänge wechseln sich über das ganze Buch immer wieder ab.
Die Geschichte lässt sich flüssig lesen, aber gefesselt hat sie mich ehrlich gesagt nicht. Für mich eine einfache Lektüre für zwischendurch, mehr leider nicht.
667 reviews
September 16, 2024
Leicht zu lesen und recht unterhaltsam
Max, ihr Freund aus Kindertagen, bittet die junge Maria, wieder in ihr Heimatdorf Brannenburg zurückzukehren, um hier den werdenden Müttern beizustehen. Im Münchner Gebärhaus hat Maria gerade ihre Ausbildung zur Hebamme mit Bravour abgeschlossen. Nach einigem Zögern kehrt Maria wieder an den Ort zurück, in dem sie von ihrer ihr unbekannten Mutter ausgesetzt wurde und, als "Bankert" verachtet, aufwuchs. Nun hofft sie, hier als anerkannte Hebamme endlich geachtet zu werden. Doch Alma, die alte Geburtshelferin, weigert sich das Feld zu räumen und macht Maria das Leben zur Hölle.
Dieser erste Teil der Trilogie erzählt von alten und festgefahrenen Traditionen. Neuerungen, wie die absolut wichtigen hygienischen Vorschriften, finden bei den Alteingesessenen keine Beachtung. Auch das mir völlig unverständliche Mitspracherecht der katholischen Kirche wird deutlich beschrieben.
Der Leser begleitet nun Maria von einer Geburt zur nächsten, was mir persönlich mit der Zeit doch zu viel wurde. Denn es ist immer dasselbe, nur die gebärenden Protagonisten wechseln sich ab. Ohne große Spannung, Höhen und Tiefen dröppelt die Handlung vor sich hin.
Trotzdem ist es ein recht unterhaltsames Buch, das sich gut zum Zwischendurchlesen eignet. 3 Sterne.

377 reviews4 followers
September 16, 2024
Eine Geschichte voller Herz

"Hoffnung der Frauen. Die Berghebamme" von Linda Winterberg hat mich wieder einmal tief berührt. Ich schätze die Autorin sehr, sie kann emotionale und fesselnde Geschichten erzählen. Ich lese ihre Romane über Hebammen sehr gerne. Die Charaktere sind tiefgründig und gut entwickelt. Besonders interessant fand ich die Schilderung der historischen Umstände des Hebammenberufs und der gesellschaftlichen Verhältnisse im späten 19. Jahrhundert in Oberbayern.
Im Zentrum steht Maria, die als Findelkind aufwächst und nun die Ausbildung zur Hebamme macht. Im Lehrhospital werden Frauen, die in Not geraten sind, zu Lehrzwecken bei der Geburt unterstützt. Nach der Ausbildung kehrt sie in ihren Heimatort zurück. Ihre moderne, aufgeschlossene und tolerante Art bringt sie jedoch in Konflikt mit den konservativen Dorfbewohnern und besonders mit ihrer Vorgängerin, der Berghebamme Alma. Die Spannungen sind authentisch und packend beschrieben, und die Atmosphäre der damaligen Zeit kann man gut nachfühlen.
Das Hörbuch ist toll gelesen, es war entspannend und fesselnd. Ich habe die Stunden sehr genossen und freue mich schon auf die Fortsetzung.
2,310 reviews13 followers
September 17, 2024
Zum Inhalt:
Als Maria auf Bitten eines Freundes in ihr Heimatdorf Ls Hebamme kommt, hofft sie auf einen Neuanfang und d darauf nicht mehr als das Bankert geächtet zu werden, aber der Anfang gestaltet sich schwer, denn auch die bisherige Hebamme will ihren Job behalten, obwohl sie alt genug wäre aufzuhören.
Meine Meinung:
Was für ein schönes Buch! Ich fand, dass die Verhältnisse um die Zeit um 1900 gut geschildert waren, genauso stellt man sich das vor, dass ein uneheliches Kind immer weiter zu leiden hat, obwohl es nichts für den Entstehungsprozess kann. Schön fand ich die Entwicklung der Alt-Hebamme, auch wenn sie ganz schön Zeit gebraucht hat. Toll erzählt aber auch, wie die Frauen immer mehr Vertrauen zu Maria entwickeln. Ich glaube, dass in einem der folgenden Bände die Mutter von Maria auftauchen wird, was auch spannend werden kann. Das Hörbuch war gut gelesen und war trotz der Länge sehr kurzweilig.
Fazit:
Mehr davon
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