Drei Frauen. Die eine besonnen, die andere stolz, die dritte verloren. Verbunden durch ein Geheimnis.
Als ein Neugeborenes nachts auf ihrem Bauernhof abgelegt wird, ist Babett sicher, dass der kleine Junge der Sohn ihrer früheren Freundin Evelin ist. Als Kinder haben sie zusammen am Bach gespielt – Babett, die Gutsherrentochter Evelin und Rosl, die aus der ärmsten Familie im Dorf stammt – und von ihrem Leben als Erwachsene geträumt. Während Rosl in die Stadt ging und auf die schiefe Bahn geriet und Evelin mit ihrer Mutter das Dorf verließ, wurde Babett Bäuerin und blieb. Nun nimmt sie das Findelkind wie ein eigenes bei sich auf. Nicht ahnend, dass sie damit nicht nur das Leben des Jungen und ihrer eigenen Tochter, sondern auch das einer jungen Frau in der dritten Generation beeinflussen wird.
Ein kluger, anrührender und mitreißender Roman über Zugehörigkeit, Heimat und Familie.
SPIEGEL-Bestsellerautorin Gina Mayer verwebt in ihrem neuen großen Roman die bewegende Geschichte dreier Frauen. Und zeigt meisterhaft, wie Träume und Taten im Ries zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Kraft haben, bis ins Berlin der Neunzigerjahre Leben zu berühren und zu verändern. Ein Muss für Leserinnen und Leser von Alena Schröder und Sofía Segovia.
Inspiriert von der Familiengeschichte der Auf dem Bauernhof ihrer Mutter, die im Ries aufwuchs, lag wirklich eines Tages ein Findelkind auf der Schwelle.
Librarian Note: There is more than one author in the Goodreads database with this name. For the German author of novels, youth books and children's books, see Gina Mayer
Ein außergewöhnlich gut gemachter Familienroman....mit hervorragend recherchiertem, historischen Hintergrund, tief angelegten Charakteren....einfach ein gutes Buch!
Erneut entführt uns Gina Mayer mit diesem Roman in vergangene Zeiten. Dabei deckt sie dieses Mal eine enorme Zeitspanne ab, die in den 1920er Jahren beginnt uns bis in die 1990er Jahre reicht.
Davon mal abgesehen, dass der Roman mit einem Handlungsstrang in 1994 beginnt, geht es um drei Freundinnen, die im Jahre 1919 gemeinsam in die Schule gehen. Während Babette vom Maurerhof und Rosl sich schon länger kennen, kommt Evelin nun in die Klasse.
Evelin stammt aus einem reichen Hause und ist die Tochter vom Gruberhof. Evelin ist Besseres gewohnt und zeigt immer wieder eine herablassende Arroganz. Doch die beiden anderen Mädchen genießen eine Freiheit, die sie im reichen Hause nie erlangen würde. Babette und Rosl nehmen sie dennoch gerne in ihrer Gemeinschaft auf. Schließlich bekommen ihre Puppen dank Evelin neue Kleider aus hochwertigen Stoffen.
Rosl steht in diesem Dreiergespann scheinbar auf der untersten Stufe, nicht zuletzt wegen ihrer Mutter, die als Trinkerin im Dorf verschrien ist. Rosl leidet unter dem Ansehen ihrer Familie.
Rosl bewundert heimlich Evelins Eleganz und Anmut, während Babette mit ihrer fröhlichen Art das Trio zusammenhält. Die Mädchen erleben gemeinsam kleine Abenteuer und schmieden Pläne für die Zukunft. Trotz ihrer Unterschiede verbindet sie eine tiefe Freundschaft und Verbundenheit. Ihre Kindheit auf dem Land prägt sie und hinterlässt unvergessliche Erinnerungen.
Gina Mayer erzählt mit viel Liebe zum Detail und schönen Bildern die Geschichte dieser drei Freundinnen, die bald jede ihren eigenen Weg ins Erwachsenenleben geht.
Die Spannung in »Der Kuckuck« wird durch das Auftauchen von Findelkindern in den verschiedenen Zeitepochen generiert. 1994 lernen wir Ella kennen, die in einer Medien-Agentur arbeitet und gerade feststellt, dass sie ein Kind unter dem Herzen trägt. Während sie mit ihrem Freund Pläne über die ZUkunft schmiedet, erfährt sie von Ihrer Mutter im Alter von knapp dreißig Jahren, dass die geliebten Eltern nicht ihre leiblichen Eltern sind. Sie fühlt sich belogen und beginnt, nach ihren leiblichen Eltern zu suchen und den Grund herauszufinden, warum sie als Säugling vor einer Wohnungstür abgelegt wurde.
In den 1930er Jahren gebährt Babette ihr erstes KInd. Sie ist verheiratet, von ihren Freundinnen Rosl und Evelin hat sie lange nichts mehr gehört. Hin und wieder hatten sie sich Briefe geschrieben. Da liegt an ihrer Haustür ein Säugling in einer Decke, mit einem Zettel, auf dem steht, dass er Kaspar heißt. Kaspar ist nur drei Monate jünger als Anna, doch Babette kümmert sich auch um Kaspar wie um ihr eigenes Kind.
Die Frage, was es mit den beiden Findelkindern in den unterschiedlichen Zeitepochen auf sich hat, ist der Kleister, der die Leser an der Geschichte fesselt. Das Leben der drei Freundinnen läuft so unterschiedlich, dass alles Mögliche denkbar ist. Und obwohl es so viel Unausgesprochenes in den Familien gibt, schafft Gina Mayer ein wunderbar zufriedenstellendes Ende.
Auch wenn nicht alle Romanfiguren in »Der Kuckuck« vom Schicksal der anderen Figuren erfahren, so wissen zumindest die Leser, wie es allen ergangen ist. Ein wunderbarer Roman mit spannenden und interessanten Lebensgeschichten, die einen in den Bann ziehen und auch nach dem Ende zum Nachdenken anregen.
ein Buch über Identitätssuche und Zusammengehörigkeitsgefühl
Gina Mayer ist eine meiner Lieblingsautorinnen. Ich habe bisher alle ihre Bücher gelesen und habe mich natürlich gefreut, dass ein neues Buch von ihr auf den Markt kam. Wie der Name des Buches es schon sagt, geht es hier um Kuckuckskinder oder Findelkinder, denn der Kuckuck legt seinen Nachwuchs auch in fremde Nester.
Dieses Buch wird auf zwei Zeitebenen geschrieben und startet in den neuziger Jahren des letzten Jahrhunderts. Ella, die mit ihrem Freund zusammenlebt, erfährt , dass sie schwanger ist. Zeitgleich teilt ihr ihre Mutter mit, zu der sie immer ein distanziertes Verhältnis hatte, dass sie ein Adoptivkind ist. Mit dreißig Jahren erfährt Ella, dass sie vor einem Krankenhaus abgelegt wurde. Dies zieht ihr den Boden unter den Füßen weg . Für sie ist es wichtig, gerade in ihrer Situation als werdende Mutter, woher sie kommt und wer ihre Eltern sind. Sie begibt sich auf Spurensuche.
Diese Spurensuche wird sie in die zwanziger und dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts führen in ein kleines Dorf in Bayern, in dem drei Mädchen, Ellen, Babett und Rosl, aus sehr unterschiedlichen gesellchaftlichen Schichten, zu Freundinnen werden und in der Zukunft ein Geheimnis teilen. Denn auch Babett, die einen Bauern heiratet und gerade eine Tochter geboren hat, findet eines nachts ein Findelkind vor ihrer Tür, Das Kind hat ein Medaillon dabei mit einem Zettel darin auf dem der Name Kaspar steht. Kasper bleibt in ihrer Familie an Kindes statt und sie glaubt die Mutter dieses Jungen zu kennen. Die Geschichte erzählt Kaspers Lebensweg und seine Verbindung zu Ella.
Mich hat dieses Buch von Gina Mayer sehr berührt, handelt es doch von Identitätssuche und den Konsequenzen, wenn man erst spät von seiner Ursprungsfamilie erfährt. Ganze Lebenswege werden dadurch bestimmt, die nicht immer gut enden. Die Auflösung der Geschichte fand ich sehr spannend und auch berührend umgesetzt. Die Figuren waren sehr nahbar beschrieben, vor allem Anna und Kaspar haben mir sehr gut gefallen und ich freue mich schon jetzt auf weitere Bücher der Autorin, die hoffentlich nicht wieder so lange auf sich warten lassen.