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Biarritz

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Konkurrentin und Vorbild – der Roman eines lebenslangen Konflikts

Seit Jahren lebt Emilie im Altersheim. Längst hat sie zu sprechen aufgehört – und kommuniziert nur noch mit ihrer Freundin Rosi, ebenfalls Bewohnerin des Heims. Ihre Tochter Andrea scheint Emilie kaum wahrzunehmen, vielleicht lehnt sie sie sogar ab, das ist nicht so genau zu sagen. Liegt es an mangelnder Zuwendung der Tochter, sind es die Verletzungen, die sie über die Jahrzehnte einander zugefügt haben? In einem Akt der Erlösung entführt die Tochter ihre Mutter und deren Freundin und fährt mit ihnen ans Meer. Dorthin, wo ein lange vergangener Sommer positive Erinnerungen birgt.

161 pages, Kindle Edition

Published August 1, 2025

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About the author

Andrea Sawatzki

82 books8 followers

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Community Reviews

5 stars
17 (22%)
4 stars
34 (44%)
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23 (29%)
2 stars
2 (2%)
1 star
1 (1%)
Displaying 1 - 11 of 11 reviews
Profile Image for Nadine Schrott.
692 reviews67 followers
September 1, 2025
Ein intensives Leseerlebnis.....für mich überaus überraschend, denn die Werke der schauspielenden Autorin haben mich bisher kaum vom "Hocker hauen" können...😄

Eine komplizierte Mutter Tochter Beziehung steht im Mittelpunkt des Romans....und konnte mich wirklich gefangen nehmen....

Ein sehr persönliches Buch!

Absolut lesenswert!
Profile Image for Carlotta Leonardi.
24 reviews
December 25, 2025
Der Titel ist etwas irreführend, ich dachte dabei eher an eine Geschichte in Biarritz. In dem Roman ist es ein Sehnsuchtsort, kann ich auch gut nachvollziehen. Es handelt sich um eine komplizierte Mutter Tochter Beziehung.
Kurze Kapitel und angenehmer Schreibstil.
Lesenswert!
Profile Image for a sky full of pages .
86 reviews
August 27, 2025
Tiefgründig, kurzweilig geschrieben, emotionsbeladen, ehrlich. Ein wirklich tolles Buch- hat mir sehr gut gefallen und kann ich nur wärmstens empfehlen
Profile Image for Dan.
244 reviews3 followers
September 4, 2025
Wohlwollende 2-2,5 Sterne für den kurzen Roman über die demente Mutter im Heim, gespickt mit Rückblicken, die oft stereotyp daherkommen. Als es dann soweit ist und endlich Biarritz Teil der Geschichte wird, endet das eindimensionale Werk. Nicht alle Schauspieler sind auch begnadete Erzähler.
Profile Image for Brigitte.
417 reviews
November 22, 2025
Es fällt mir schwer das Buch zu werten.
Geprägt durch die eigene Mutter, die ebenfalls an Altersdemenz litt.
Profile Image for Erika.
86 reviews
August 15, 2025
Die 60er und 70er Jahre in Deutschland waren gesellschaftlich und familiär stark von Scham und Schweigen geprägt, alleinerziehend zu sein war eine Schande. Mutter Emmi musste viel arbeiten und hatte nur wenig Zeit für ihre Tochter. Das Verhältnis der beiden war ein ständiges Wechselbad von Liebe und Verletzungen. Jetzt ist Emmi im Pflegeheim und Hanna sucht einen Weg sich ihrer demenzkranken Mutter wieder zu nähern. Als Erwachsene bricht sie das innere Schweigen, setzt sich endlich mit ihrer schwierigen Kindheit auseinander. Da taucht unerwartet Marianne auf, Emmis beste Freundin.
Beim Lesen musste ich oft an die Bücher von Annie Ernaux denken. Andrea Sawatzki hält für mich mit ihrem Roman ein Brennglas auf die damalige Gesellschaft in Deutschland. Sie beleuchtet die innerfamiliären Beziehungen im Rahmen gesellschaftlicher Normen sehr genau, was bei deren Komplexität sicher gar nicht so einfach war. Ein außergewöhnliches und tolles Buch.

Es war ganz wundervoll, dass die Autorin dem Hörbuch ihre Stimme verliehen hat.
265 reviews2 followers
September 22, 2025
„Biarritz“ ist das neue Buch von Andrea Sawatzki. Nach „Brunnenstraße“ ist es das zweite Werk der bekannten Schauspielerin über die Beziehung zu ihrer Mutter. Ich hatte mich sehr auf das Buch gefreut, da ich vom Hörbuch zu „Brunnenstraße“ begeistert war. Und auch „Biarritz“ enttäuschte mich nicht.
Aber von vorn.
Hannas Mutter Emmi lebt in einem Pflegeheim und ihre Demenz schenkt ihr kaum noch klare Momente. Das Mutter-Tochter-Verhältnis war schon immer kompliziert. Die Mutter war bei Hannas Geburt ledig, die erste Zeit verbrachte das Baby auf der Kinderstation des Krankenhauses, in dem Emmi arbeitete, später dann bei einer Pflegemutter und noch später konnten die beiden zusammenleben. Erst als Hanna acht Jahre alt war, konnten die Eltern nach dem Selbstmord der Ehefrau des Vaters zusammenziehen. Statt des erträumten harmonischem Familienleben wurde aber alles noch schwieriger. Der Vater, den das Mädchen sich so sehr gewünscht hatte, erkrankte früh an Demenz und Hanna musste sich um ihn kümmern, während die Mutter den Familienunterhalt verdiente und die hohen Schulden des Vaters abstotterte. Jetzt ist die Mutter ebenfalls dement, Hanna kann sich allerdings leisten, sie in einem Heim unterzubringen. Dort lernt sie auch Marianne kennen, eine ehemalige Kollegin und Freundin der Mutter. Marianne verschafft Hanna einen tieferen Einblick ins Leben ihrer Mutter, erlaubt ihr andere Sichtweisen und Hanna lernt ihre Mutter auf eine neue Art kennen.
Angehörige zu begleiten, die dement sind/werden, ist schwierig genug. Wenn man aber schon vorher ein schwieriges Verhältnis zu ihnen hatte, ist es noch viel schwieriger. Wie soll man einen Zugang zu dem Menschen bekommen, ihn besser kennenlernen, lange vermisste Nähe zu schaffen, wenn er selbst nicht mehr in der Lage ist, sich zu erklären. Emmi ist inzwischen praktisch nonverbal, sitzt im Rollstuhl und Hanna besucht sie mehr aus Pflichtgefühl jeden Sonntag, denn „Sonntage waren immer schon dazu da gewesen, mit Verwandtschaftsbesuchen gefüllt zu werden“. Hanna hat Glück. Sie trifft auf Marianne Kirschbaum, eine alte Freundin der Mutter, jemand, der sie anders kennengelernt hat, jemand, der sie kannte, bevor sie Geliebte, später Mutter und, noch später, frustrierte Ehefrau wurde. Erst durch sie erfährt sie von Biarritz, dem Sehnsuchtsort der Mutter. An dem Badeort im äußersten Südwesten Frankreichs durfte Emmi vor einigen Jahrzehnten eine glückliche Zeit verbringen. Aber er ist auch der Inbegriff von Freiheit und Unbeschwertheit, ein Symbol für ein anderes Leben.
In gewisser Weise ist „Biarritz“ eine Fortsetzung zu „Brunnenstraße“. Es empfiehlt sich auch, beide zu lesen, wobei es viele Überschneidungen gibt. In „Biarritz“ ist Emmi die zentrale Figur, wie an den Sonntagen im Pflegeheim ist Hanna auch in der Handlung eher eine Besucherin oder eine außenstehende Beobachterin. Das Buch ist gut aufgebaut, sprachlich angenehm zu lesen und Andrea Sawatzki schafft es, düstere und schwere Kost manchmal sprachlich fast leichtfüßig zu servieren. Ich spürte beim Lesen eine tiefe Verbundenheit mit der autofiktionalen Hanna und eine große Hochachtung für sie. Sie musste in jungen Jahren die Pflege des dementen Vaters, den sie noch nicht einmal wirklich gut kannte, meistern, wurde mit ihren Gefühlen alleingelassen.
Das Buch hat mich sehr berührt. Es regt zum Nachdenken an. Die Autorin thematisiert den Umgang mit alten Menschen im Allgemeinen und mit Demenzbetroffenen im Besonderen. Auch die unglückliche Ehe der Eltern, der Umgang der Gesellschaft mit unverheirateten Müttern und die Tatsache, dass Hanna sich um ihren Vater kümmern musste, wird in diesem Buch, wie auch in „Brunnenstraße“ beschrieben. Diese Parentifizierung war eine krasse Überforderung und die Konsequenz waren nicht nur schlechte Schulnoten wegen fehlenden Nachtschlafs, selbst die Mutter merkte, dass „ihr lebendiges, abenteuerlustiges Kind zunehmend stiller, verzagter“ wurde. Das Buch handelt von Hass, Liebe, dem Streben nach Zuneigung und dem Wunsch, andere, vor allem die eigenen Eltern, stolz zu machen. Wer bei der Lektüre von „Brunnenstraße“ Emmis Perspektive vermisst hat, bekommt sie jetzt. Andrea Sawatzki schließt Lücken, die bei „Brunnenstraße“ geblieben sind und fördert das Verständnis für das Verhalten von Emmi, denn man versteht jetzt auch besser, was in ihr vorging, wenn sie ihre Tochter jeden Abend mit dem unkontrollierbaren kranken Vater alleinlassen musste. Von mir gibt es dafür 4,5 Sterne, aufgerundet auf 5.

Profile Image for Sabine.
772 reviews20 followers
August 11, 2025
Schon seit Jahren kümmert sich Hanna um ihre Mutter Emmi, die in einem Altenheim lebt. Dort trifft sie auch auf Marianne, eine alte Freundin ihrer Mutter. Die Beziehung zwischen Hanna und Emmi ist von tiefer Verletzung geprägt, die sich über Jahrzehnte angesammelt hat und nie aufgelöst wurde. Hanna beschließt, ihre Mutter und deren Freundin an einen Ort zu bringen, der lange vergangene positive Erinnerungen an einen Sommer weckt.

Das Hörbuch wir von der Autorin Andrea Sawatzki selbst gesprochen und taucht in die komplexen emotionalen Verletzungen zwischen Mutter und Tochter ein und erzählt von der schmerzlichen Vergangenheit, die die beiden trennt.

Ich mochte das Hörbuch sehr gerne! Ich wusste nicht, dass es eine Fortsetzung des Buches „Brunnenstaße“ ist oder vielmehr eine Ergänzung, konnte der Geschichte aber trotzdem problemlos folgen. Dabei habe ich mich gut in die Situation von Hanna hineinversetzen können – ihren Schmerz und ihre Verzweiflung um die ausweglose Situation spüren können und ihren Wunsch, Frieden zu schaffen und der immer auf Autonomie bedachten Mutter ein bisschen etwas davon zurückgeben zu können.

Es sind schwere Themen, die angesprochen werden, es geht um Verletzung und Heilung, um Kindheit, Liebe und Freundschaft, um vertane Chancen und Verzeihung. Trotz der düsteren und drückenden Atmosphäre gibt es aber auch immer wieder Lichtblicke, die Mut und Hoffnung spenden – vor allem Emilies Freundin Marianne hat mit ihrer positiven Art dazu beigetragen, dass auch die positiven Momente in den Leben der dreien genannt werden und in allem Leid nicht in Vergessenheit geraten.

Die Charaktere sind sehr gutgezeichnet. Emilie, die fast stumme Mutter, und Hanna, die sich nach einer Auflösung sehnt, sind beide vielschichtig und authentisch. Wie schon erwähnt besticht Freundin Marianne durch ihre positive und erfrischende Art. Sie ist die Stimme der Vernunft und des Lebensmuts, die in dieser emotional aufgeladenen Situation so dringend gebraucht wird.

Der Schreibstil ist angenehm und glaubwürdig, ohne in die Umgangssprache abzurutschen. Mir war, als würde mir eine gute Freundin die Geschichte erzählen, was eine besondere Nähe zur Handlung schafft. Dadurch, dass Andrea Sawatzki das Hörbuch selbst spricht, wird diese Intimität noch verstärkt. Ihre Stimme ist voller Gefühl und verleiht den Charakteren und der Erzählung eine beeindruckende Tiefe.

Der Aufbau der Geschichte ist langsam und gleichzeitig spannend. Das Hörbuch entblättert langsam, was sich zwischen Mutter und Tochter ereignet hat, und offenbart Stück für Stück die Kindheitserlebnisse der Tochter. Man wird als Hörer fest an die Geschichte gefesselt und fühlt sich den Charakteren sehr nah. Der Spannungsbogen wird dabei nicht durch äußere Konflikte, sondern durch die psychologische Tiefe der Figuren und die schrittweise Enthüllung der Vergangenheit aufgebaut. Das Ende ist ein offenes und hier hätte ich mir etwas Verbindlicheres oder Konkreteres gewünscht – es ist aber ein Mut machendes Ende, das mich mit einem Lächeln die Geschichte hat beenden lassen.
1,382 reviews6 followers
January 29, 2026
Berührende Geschichte einer Tochter über ihre Mutter, die alleinerziehend und später an Demenz erkrankte.
Displaying 1 - 11 of 11 reviews

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