Jump to ratings and reviews
Rate this book

Ostblockherz

Rate this book
Zwischen Ostblock und Westen, Patriarchat und Aufbruch, Sprachlosigkeit und Nähe

Seit Jahren hat Didi kein Wort mit ihrem Vater gewechselt. Da meldet er sich plötzlich bei ihr und bittet um Er ist schwer erkrankt. Im Krankenhaus übernimmt Didi, denn noch immer spricht ihr Vater wenig Deutsch. Sie kaum noch Slowakisch. Und in den kommenden Tagen lernt sie mehr über sich und ihn als in all den Jahren zuvor. Über Stolz und vertane Chancen, über ihre Familie, Migration und Hoffnung, über sich als Tochter und ihn als Vater. Es ist eine zaghafte, einmal mehr unausgesprochene Annäherung, in der immer deutlicher wird, was sie bei allen Unterschieden ihr Ostblockherz.

169 pages, Kindle Edition

Published May 2, 2025

8 people are currently reading
176 people want to read

About the author

Didi Drobna

6 books4 followers
Didi Drobna was born in Bratislava, Slovakia, but lived all her life in Vienna, Austria. She studied German Literature, Communication and Creative Writing in Vienna. By day she is an IT-project manager, by night she works currectly on her second novel "Als die Kirche den Fluss überquerte", already the project was awarded with a literature grant by the Federal Chancellery of Austria.
Didi won also some other literature prizes and grants, her first novel "Zwischen Schaumstoff" was awarded with the newcomer literature grant by the Austrian Ministry of Culture and was selected to be read in many Austrian schools.
When the madness is high she rants about writing & reading here:
http://howitreallyistobeanartist.tumb...

Ratings & Reviews

What do you think?
Rate this book

Friends & Following

Create a free account to discover what your friends think of this book!

Community Reviews

5 stars
50 (63%)
4 stars
17 (21%)
3 stars
11 (13%)
2 stars
1 (1%)
1 star
0 (0%)
Displaying 1 - 7 of 7 reviews
Profile Image for tamara .
13 reviews1 follower
May 11, 2025
In ihrem autofiktionalen Roman »Ostblockherz« erzählt Didi Drobna die Geschichte von ihr und ihrem Vater, der symbolisch für die ursprüngliche Heimat steht, die Slowakei, den »Osten«. Zwischen Rückblenden und aktuellen Handlungsebenen werden die Herausforderungen als Ausländerin, die zwar in Wien, aber dennoch im Prekariat aufgewachsen ist, skizziert. Diese Herausforderungen passieren sowohl im privaten Rahmen unter dem kalten und unnahbaren Vater, dem die Erzählerin beim Deutschlernen hilft, und für den sie - trotz erbrachter Leistungen - doch nie gut genug sein wird, als auch im öffentlichen Rahmen, in dem die Erzählerin sich klein macht, voller Demut und in der Hoffnung auf Respekt und Unterstützung von denen hier, im »Westen«. Vor allem die Eltern bleiben der Robustheit der Slaw:innen treu: Alles wird am liebsten selbst in die Hand genommen, Konkurrenzdenken liegt dem Vater im Blut, doch all die slawische Kraft und Undurchdringbarkeit wird überschattet von der Furcht für andere ›zu viel‹ zu sein.

Sinnbildlich für die Diskrepanz zwischen Osten und Westen steht der Vater, dessen Krankheitsgeschichte den Grund für die Erzählung gibt. Der Vater repräsentiert Strenge und Kälte in seiner Erziehung, die er aus dem Osten in den Westen mitgenommen hat. Nähe - sowohl emotional und körperlich, als auch auf Ebene der Sprache und der Wörter - ist fremd. Wörter sind in ihrer Kindheit vielmehr etwas Verbotenes, das die Einwilligung des Vaters braucht, und die Wörter, die die Tochter vom Vater empfängt, sind jene der Geringschätzung, der Abwertung, die ihr verdeutlichen, dass sie nicht gut genug ist, und niemals gut genug sein wird. Die Wörter, die der Erzählerin in ihrer Kindheit verwehrt werden, bringt sie nun in bedeutsamer Sprache auf Papier; in einer Sprache, die versucht, eine Brücke zu schlagen zwischen Osten und Westen, zwischen Ausbruch, Selbstverwirklichung sowie dem Anspruch, den leistungsorientierten Idealen des Vaters zu genügen, und für diesen als Vermittlerin zwischen den beiden Heimaten zu fungieren (vor allem auf der Sprachebene).

Die Erzählerin nähert der Familiengeschichte, ihrer eigenen Geschichte an. Nach Jahren des Schweigens nähert sie sich ihrem Vater an, der ihr früh nur Distanz gelehrt hat. Doch auf ihren alten Tagen werden alle weicher. So weich, dass mir auf den letzten Seiten Tränen kamen.
Profile Image for Vanja Tadić.
11 reviews
September 3, 2025
Dieses Buch fasst eine Lebensrealität in Worte, die nach wie vor unsichtbar ist in der deutschen und österreichischen Gesellschaft. Ich bin so dankbar, dass Didi Drobna Worte für etwas gefunden hat, was mir manchmal unaussprechlich erscheint. Es gibt also andere Menschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben und allein durch dieses Wissen fühle ich mich weniger einsam. Schönstes Ostblockherz - ďakujem ❤️‍🩹
Profile Image for Hanna.
646 reviews85 followers
June 29, 2025
Die Stärke in Drobnas Buch liegt in ihrer Fähigkeit, ihr Kindheitstrauma in Worte zu fassen und zu benennen, worin die Wut auf ihren Vater und ihre Familie wurzelt. Ich konnte so gut mit ihr mitfühlen, weil ich selbst - ebenfalls eine älteste Tochter - viel zu früh verinnerlicht hatte, für meine Eltern und die Familie emotionale Verantwortung übernehmen zu müssen.
Für Didi Drobna kommt zusätzlich die Belastung einer Migrationsbiografie hinzu: der Druck, doppelt leisten zu müssen, und der Umstand, von ihren Eltern - allen voran dem Vater - keine Anerkennung für ihre Leistungen zu bekommen. Im Gegenteil: Stets wird die Messlatte höher gelegt.
Leider hatte die Autorin das Pech, dass ich erst vor wenigen Monaten Mely Kiyaks Herr Kiyak dachte, jetzt fängt der schöne Teil des Lebens an gelesen habe - ein thematisch sehr ähnliches Buch, das mir stilistisch jedoch besser gefiel. Wahrscheinlich wäre meine Bewertung ohne diesen Vergleich höher ausgefallen. Trotzdem ist Drobnas Buch definitiv lesenswert.
Profile Image for Helene.
178 reviews1 follower
June 8, 2025
Wunderschön und schrecklich zugleich, sehr berührend, kein Auge blieb trocken. Das Buch regt sehr zum Nachdenken an, und zur Reflexion zur eignen Familie, und welche Lasten und Glaubenssätze weitergegeben wurden und werden.
Profile Image for Maura.
32 reviews
June 15, 2025
- sehr abruptes Ende
- erinnerte mich sehr an die Thematik aus Dschinns, wo sich die Kinder um die Eltern kümmern und Traumata der Familiengeschickte aufgrund der Immigration aufgearbeitet werden, jedoch ohne große spannungskurve
This entire review has been hidden because of spoilers.
3 reviews
August 11, 2025
wow!
beautifully written. broke my heart but also inspired me; as a half-slovakian, I could understand the protagonist
Displaying 1 - 7 of 7 reviews

Can't find what you're looking for?

Get help and learn more about the design.