Die fatale Verbindung zwischen dem Duke of Windsor und Adolf Hitler, drei Morde im Schatten eines historischen Staatsbesuchs und eine mysteriöse Erpressung. In seinem neuen Fall gerät Kunstexperte Lomberg gewaltig unter Druck, ermittelt er doch nicht nur im Auftrag der Krone, sondern auch in eigener Sache …
September 2016. Lennard Lomberg erreicht ein Hilferuf aus London. Sir Douglas McEwan, der Leiter des Royal Collection Trust, ist außer sich. Ein anonymer Erpresser behauptet, dass es sich bei dem Lieblingsgemälde der Queen um eine Fälschung handle und sich das Original in seinem Besitz befinde. Außerdem droht er mit der Enthüllung eines brisanten Komplotts um das Kunstwerk, der das politische London erschüttern würde – und das royale gleich mit. McEwan drängt Lomberg zu äußerster Diskretion. Zumal die Kunstgutachterin Alexandra Cullen, die das Gemälde umgehend untersuchen sollte, inzwischen spurlos verschwunden ist.
Unterstützt von seiner Tochter Julie entblättert Lomberg nach und nach das blutige Geheimnis des Gemäldes und stößt dabei tief ins Schattenreich der deutsch-britischen Geheimdiplomatie vor. Doch sowohl die Identität des Erpressers als auch das Schicksal Alexandra Cullens bleiben unklar – und die Uhr tickt unerbittlich. Kriminalrätin Sina Röhm hat sich derweil an die Fersen einer Stiftung geheftet, die im Ruf steht, eine neue Rechtspartei zu finanzieren. Dabei stößt sie auf einen Namen, der Lomberg zu denken gibt und schon bald einen ungeheuerlichen Verdacht in ihm weckt ...
Im September 2016 wird der Kunsthistoriker Lennard Lombard von seinem guten Freund Peter nach London gebeten. Dort soll er die Echtheit eines Gemäldes prüfen, dass zum Royal Collection Trust gehört. Ein Erpresser behauptet, bei dem Bild handele es sich um eine Fälschung und wenn nicht gezahlt werde, gelange die Information an die Öffentlichkeit. Das könnte auch aus gewissen Gründen auch für die deutsche Öffentlichkeit peinlich werden. So ist Lombard doppelt interessiert an der Sache. Schnell beginnt er mit den Nachforschungen und dabei kann er sich auch auf die Hilfe seiner Tochter Julie verlassen, die noch in London wohnt und studiert.
Auch mit seinem dritten Fall tut Lennard Lemberg wieder ein spannendes kunsthistorisches Rätsel auf. Die Spuren führen zurück bis zum zweiten Weltkrieg. Die Deutschen hausen in Paris und auch dort direkten sie ihre gierigen Finger nach wertvollen Kunstgegenständen aus. Und nun taucht einer dieser Gegenstände in ganz anderem Zusammenhang auf. Irgend etwas scheint faul an der Sache. Allerdings ist Lobergs Neugier geweckt und nachdem er die Rahmenbedingungen abgesteckt hat, begibt er sich gleich an die Untersuchung, ganz froh, Hal wieder in seiner Lieblingsstadt London weilen zu können.
Die Gestaltung des Titelbildes des dritten Bandes der Reihe um Lennard Lomberg passt im Stil genau zu den vorherigen Bänden und er wird sich gut neben seinen Vorgängern machen.
Mit den Bezügen zur Vergangenheit schlägt der Autor wieder ein spannendes Kapitel auf. Sehr geschickt die die Handlungsebenen verknüpft. Die Vergangenheit wirkt in die Gegenwart hinein. Doch wie kommt es überhaupt dazu, dass gerade jetzt die ganz Sache ans Licht drängt? Auch das ist eine packende Geschichte, die nicht so leicht zu enträtseln ist. Ebenfalls gefällt die Verknüpfung von beruflichen und privaten Themen und Entwicklungen. Die Protagonisten haben zum Glück keine übermäßigen Probleme, was im Gegensatz zu anderen Ermittlern durchaus sehr erholsam sein kann. Mit diesem dritten Band der Reihe um den Kunstdetektiv Lennard Lemberg hat der Autor einen sehr fesselnden Kriminalroman vorgelegt, der Lust auf mehr macht.
Bis jetzt mein Lieblingsbuch der Reihe, die mit jedem Buch noch besser wird.
Auch hier muss man als Leser schon ein ordentliches Interesse und Wissen über die Nachkriegszeit mitbringen, um alle Anspielungen auf die recht (pun intended) aktuelle Lage zu verstehen. Aber für mich macht gerade das diese Reihe so faszinierend und besonders. Es ist halt kein Weglese-Krimi sondern ein Buch, was zum Nachdenken anregt und einen erst mal nicht mehr loslässt.
Wie immer geht es auch hier um die Vergangenheit eines Gemäldes, und es verschmelzen wieder mehrere Zeitstränge am Ende zu einem kohärenten Ganzen. Auch das macht das Buch nicht einfach zu lesen, aber es geht nichts über das Gefühl am Ende, wenn man doch recht hatte mit der Vermutung, wie alles zusammenhängt. Da ist meisterhaftes plotting am Werk.
Ich hoffe, es folgen noch viele weitere Abenteuer für unseren Kunsthistoriker!
Die Krimireihe um den Bonner Kunsthistoriker Lennard Lomberg verfolge ich jetzt schon von Beginn an, und war auf den neuen Fall schon sehr gespannt :-)
Lomberg, um die 50, gutsituiert, international in der Kunstszene bestens vernetzt, ist anerkannter Experte speziell für Beutekunst und seine Recherchen für Expertisen wachsen sich gerne zu ausgewachsenen Ermittlungen in komplizierten Kriminalfällen aus – man kann hier also immer mit außergewöhnlichen Krimis rechnen! In seinem neuesten Fall wird Lomberg nach London gerufen, wo der Royal Collection Trust ein ernstes Problem hat: in Windsor ist ein Gemälde entwendet worden, direkt aus den Privatgemächern der Queen, und einen Erpresserbrief hierzu gab es auch schon. Pikant: der Erpresser behauptet, das Gemälde sei sowieso eine Fälschung, aber das Original befinde sich in seinem Besitz. Noch pikanter: das gestohlene Kunstwerk wurde 1965 von der deutschen Regierung der Königin überreicht, als Restitution ..... wäre es tatsächlich eine Fälschung, wäre das ein Politikum.
….das Gemälde zeigt übrigens die junge Queen Victoria – daher der Titel.... falls sich jemand fragt....
Das ist hier nun die Ausgangslage, bei der man annehmen könnte, so dramatisch kann es nicht werden; aber wer Lombergs Fälle kennt, weiß, das kann sich schnell ändern :-) . Schon bald führen die Spuren des Gemäldes in die Zeiten des 2. Weltkrieges und, wie der Klappentext schon sagt, „tief ins Schattenreich der deutsch-britischen Geheimdiplomatie“. Und nicht nur damals gab es Untiefen und politische Verwicklungen, die haben wir durchaus auch im hier und jetzt, denn die Forschungen, die Lennard zur Vergangenheit des Gemäldes betreibt, scheinen eng verwoben zu sein mit Dingen, die seine Lebensgefährtin Sina Röhm, BKA Ermittlerin im Dezernat für Kunst, aktuell beschäftigen. Es wird spannend!
Die Story entfaltet sich abwechselnd auf mehreren zeitlichen Ebenen; einmal natürlich sind wir mit Lennard, Sina & Co in der Gegenwart, respektive im Jahre 2016, dann wiederum in den letzten Kriegsjahren, und immer wieder auch mit Einschüben im Jahre 1965 zu den Zeiten des Besuchs der britischen Queen in Deutschland. Die relativ kurzen Kapitel sind immer betitelt mit Datums- , Zeit, und Ortsangaben, sodass man sofort weiß, wo man jetzt ist.
Mein Leseeindruck: Sehr cooler Krimi! Intelligent geplottet, rasante Handlungsstränge, allzeit in hohes Action-Level. Es passiert auf jeder Ebene extrem viel, und ja, wir haben viele Protagonisten und viele Handlungsstränge, die aber peu a peu zu einem stimmigen Ganzen zusammengezogen werden. Wir halten uns sehr viel in London auf – einer meiner Lieblingsstädte - , und da der Autor hier viele Jahre gewohnt hat und sich bestens auskennt, kommt hier auch viel Lokalkolorit bei rüber. Fand ich persönlich sehr nett. Man kriegt recht viel politisch-geschichtliches Hintergrundwissen mit in Bezug auf die britisch-deutschen Beziehungen der Nachkriegszeit, was ich auch interessant fand, und wo ich im letzten Band der Reihe noch dachte, irgendwie verliert sich der Autor in seinen historischen Darstellungen, muss ich hier sagen: war interessant zu lesen, und gut in die Story eingebaut. Keine ewigen Exkurse, sondern einfach stimmiges Setting zur Story.
Ja, liest sich super flott weg, und ich kann hier nur sagen: klasse Krimi, empfehle ich sehr gerne weiter! Ein gewisses Faible für Kunst und ein Minimum Interesse an Politik sollte man als geneigter Leser allerdings schon mitbringen, das hier ist nicht der typische Mord-und-Todschlag-Krimi (auch wenn es durchaus genügend Mord und Totschlag gibt :-) ). Hier haben wir Verwicklungen und Planungen, die sich über Jahrzehnte erstrecken, und die teils eher an Agententhriller erinnern. Ja, schon ein wenig speziell – im absolut positivem Sinne!
„Zu viele Informationen auf einmal. Zu viele Fäden mit zu vielen losen Enden.“ (Zitat Pos. 1669)
Inhalt Im Mai 1965 besucht Königin Elizabeth II. Westdeutschland. Ein aus vielen Gründen bedeutsames Ereignis, denn dies ist der erste Staatsbesuch eines britischen Monarchen nach den beiden Weltkriegen in Deutschland. Bei diesem Besuch wird der Queen das Gemälde ‚Victoria 45‘ von Johann Hermann Kretzschmer als besondere Überraschung zurückgegeben, das bis zu diesem Zeitpunkt als verschollen galt. 2016, über fünfzig Jahre später, wendet sich der Leiter des Royal Collection Trust mit einer brisanten Nachricht an den bekannten Kunstexperten und Beutekunstforscher Lennard Lomberg. Bei dem besagten Gemälde handelt es sich möglicherweise um eine Fälschung. Die geschichtlichen Hintergründe bergen eine Reihe von gefährlichen Geheimnissen und der Besitzer des angeblich echten Gemäldes droht, diese öffentlich bekanntzumachen. Plötzlich ist die versierte Kunstgutachterin Alexandra Cullen, die das Gemälde der Royal Collection untersuchen sollte, spurlos verschwunden. Es gibt ein Ultimatum und die Zeit drängt. Gelingt es Lennard Lemberg, gemeinsam mit seiner Tochter Julie und seiner Lebensgefährtin, Kriminalrätin Sina Röhm, herauszufinden, was damals wirklich geschehen ist, und wer heute Interesse daran hat, die vergangenen Ereignisse zu enthüllen?
Thema und Genre In diesem Kriminalroman geht es um Kunst und zeitlos aktuelle Geschäfte mit Raubkunst, Familiengeheimnisse, politische und diplomatische Beziehungen, Geheimdienste und ungeklärte Mordfälle, und natürlich um die beeindruckende Stadt London.
Erzählform und Sprache Der Schreibstil ist präzise und flüssig zu lesen. Die Geschichte wird in drei unterschiedlichen Erzählsträngen und Zeitebenen geschildert, 1940, Mai 1965, und Herbst 2016. Die Ereignisse finden manchmal gleichzeitig, oder aber in einem knappen Zeitablauf statt, dies ergibt eine rasante, packende Handlung. Dennoch bleibt die Geschichte übersichtlich und nachvollziehbar, was auch an der klaren Struktur liegt. Jedes der sieben großen Kapitel spielt in jeweils einem der Zeitbereiche, ist in kurze Abschnitte eingeteilt, welche genaue Angaben von Zeit und Ort als Überschrift tragen. Am Ende des Buches findet sich ein Figurenverzeichnis mit ergänzenden Erklärungen.
Fazit Auch dieser dritte Band der Lennard-Lomberg-Serie ist eine interessante Mischung aus gut recherchierten Fakten, bekannten Tatsachen und Fiktion. Eine spannende, facettenreiche Geschichte, überraschende Wendungen und eine Vielfalt an bis ins Detail ihres Verhaltens glaubhaften Figuren – ein Kriminalroman, den man mit Vergnügen liest.
Inhalt: London 2016. Gerade als der Kunstexperte Lennard Lomberg nach seinem letzten Fall in Urlaub nimmt, kommt Sir Douglas McEwans, der Chefkurator des Royal Collection Trust, auf ihn zu: Ein anonymer Erpresser behauptet, ein Gemälde, das die Queen in den 1960er Jahren von deutscher Seite zur Glättung politischer Wogen geschenkt bekommen hatte, sei eine Fälschung. Der Erpresser droht, an die Öffentlichkeit zu gehen, was nicht nur eine skandalträchtige Schmach für die Queen wäre, sondern auch ein schlechtes Licht auf die deutschen Schenker werfen würde. Lennard nimmt den Fall an und beauftragt die befreundete Kunstgutachterin Alexandra Cullen, das Gemälde zu überprüfen. Doch kurz, nachdem diese das Gemälde in Augenschein genommen hat, verschwindet sie spurlos…
Persönliche Meinung: „Die Victoria Verschwörung“ ist ein Kriminalroman von Andreas Storm. Es handelt sich um den dritten Band der Lennard-Lomberg-Reihe, in der wir den titelgebenden Protagonisten auf seinen Ermittlungen im Kunstmilieu begleiten. Da die einzelnen Bände in sich abgeschlossen sind, können sie unabhängig voneinander gelesen werden; möchte man aber die Entwicklung der Figuren über die Bände hinweg besser nachvollziehen, ist eine chronologische Lektüre sinnvoll. Wie schon die anderen Bände der Reihe wird auch „Die Victoria Verschwörung“ von einem allwissenden Erzähler auf zwei Zeitebenen erzählt: In der Gegenwart begleiten wird Lennard (unterstützt von seiner Tochter Julie) bei den Ermittlungen im Fall des potentiell gefälschten Gemäldes. In einem weiteren, in der Vergangenheit spielenden Handlungsstrang spüren wir der Geschichte des Gemäldes nach, die uns sowohl in das von den Nationalsozialisten besetzte Paris als auch in das Bonn des Jahres 1965 führt, wo vor dem Hintergrund des Besuchs der Queen ein Mord in Diplomatenkreisen geschieht (Dieser Handlungsstrang ist im Kern ein fesselnder Agententhriller). Spannung entsteht besonders dadurch, dass beide Stränge geschickt miteinander verwoben werden. Wie genau, soll hier natürlich nicht gespoilert werden; nur so viel: Es gibt mehrere Querverweise, die in einem stimmigen Tempo nach und nach offenbart werden und für einige schön überraschende Aha-Momente sorgen. In beide Handlungsstränge webt Storm zudem geschickt politische Hintergründe (z. B. der sich anbahnende Brexit auf der einen, Hinterzimmerpolitik und verschleppte Vergangenheitsbewältigung auf der anderen Seite) ein, wodurch der Roman zusätzlich zur spannenden Krimihandlung an Vielschichtigkeit gewinnt. Insgesamt ist „Die Victoria Verschwörung“ ein klug komponierter und spannend zu lesender Krimi, der viele Überraschungen bereithält.
Ein neuer Fall für den Kunstsachverständigen Lennard Lomberg, in dem sich alles um ein Gemälde dreht, welches 1965 Queen Elizabeth II. bei ihrem ersten Staatsbesuch in der damaligen BRD als Gastgeschenk überreicht wurde.
2016 erreicht Lomberg eine Nachricht aus London. Sein Freund Peter, Leiter des Royal Collection Trust, bittet ihn um Hilfe. Seine Expertise wird dringend benötigt, denn ein Erpresser behauptet, selbiges Bild sei eine Fälschung und droht damit, diese Information an die Öffentlichkeit zu bringen. Eine Peinlichkeit sondergleichen, sollte sich diese Aussage bewahrheiten, nicht nur für die königliche Sammlung und ihren Verantwortlichen, sondern auch für die damaligen Gastgeber. Lombergs Interesse ist geweckt, und so macht er sich auf den Weg nach London, seine (und meine) Lieblingsstadt, um dort mit Unterstützung seiner Tochter Julie und Sina Röhm, Kriminalrätin und seine Lebensgefährtin, die Ermittlungen aufzunehmen.
Actionszenen a la James Bond sucht man hier vergebens, dafür erwartet den Leser eine verschachtelte Story auf drei klar getrennten Zeitebenen (1940, 1965 und 2016), in denen der Autor sehr gelungen und gut recherchiert reale historische Ereignisse und Personen mit der aktuellen politischen Gegenwart verknüpft (man beachte das hilfreiche ausführliche Personenverzeichnis am Ende des Buches).
Ein anspruchsvoller, informativer, aber nichts desto weniger spannender Kriminalroman, dessen Komplexität gerade durch die Verknüpfungen der Ereignisse auf verschiedenen Ebenen aufmerksames Lesen fordert. Nachdrücklich sowohl historisch interessierten Leser/innen als auch Freund/innen der britischen Lebensart empfohlen.
Ein Gemälde wird zu einem Politikum. Es ist sogar in dreimal wichtig, erst 1940 wird es in Paris gestohlen damit es irgendwann mal im Führermuseum glänzen kann, dann wird es 1965 von Deutschland an England zurück gegeben und nun in 2016 wird behauptet dass das zurückgegebene Gemälde eine Fälschung war und das Original sich im Besitz eines Erpressers befindet. Eine heikle Aufgabe für Lennart Lomberg, dessen Spezialgebiet Beutekunst ist, er soll diskret ermitteln und eine für alle Seiten verträgliche Lösung finden. Dabei spielen soviele Faktoren eine Rolle wobei der Vergangenheit die Größte einnimmt. Das Buch erzählt die Geschichte des Gemäödes in drei Zeitabschnitten, immer wenn Lomberg etwas herausfindet wird die entsprechende Szene im aktuellen Zeitkontext beschrieben. Wie alles ineinander greft ist spannend erzählt, vor allem die Logik erscheint im Nachhinein aus der aktuellen Gegenwart beschrieben ganz klar, in der Vergangenheit ist es schwieriger zu verstehen . Da haben wir Leser den Vorteil gegenüber den handelnden Personen in 1965. Lennart Lomberg ist ein besonderer Ermittler als Professort für Kunstgeschichte, der mit Hilfe seiner Tochter einer Journalistin und sewiner Freundin, einer Kriminalrätin, alle Seitenwege seiner Fälle abdecken kann. Sein Wissen wird uns nebenbei vermittelt, so erfahren wir mehr über die Restauration von alten Gemälden und warum sie nicht nur für Sammler und Kunstbegeisterte wichtig sind.
Kunstexperte Lennard Lomberg wird zur Hilfe gerufen bei einer Erpressung um ein gefälschtes Gemälde im Buckingham Palast. Gemeinsam mit seiner Tochter Julie und seiner Freundin, der Polizisitn Sina Röhm entrollt er Stück für Stück, was mit dem Gemälde geschah, seit es von den Nazis aus dem Besitz von Wallis Simpson und Edward gestohlen wurde. Dabei treten eine Reihe von Verbrechen, Morden und alten Seilschaften zu Tage, die den Leser in Atem halten.
Bei der Situation um die NPD und andere rechte Gruppierungen in den 60er Jahren zieht der Autor Parallelen zur Gegenwart, die einen nachdenklich zurücklassen. Der "rechte Geist" war in Deutschland seit dem 2. Weltkrieg niemals verschwunden.
Ein spannend erzählter Krimi auf zwei Zeitebenen. Jedes Kapitel endet mit einem neuen Cliffhanger und erst im Epilog werden alle offenen Handlungsstränge zum Abschluß gebracht. Das war mir persönlich ein bisschen zuviel Spannungsaufbau und offene Situationen, zumal sehr viele Personen vorkommen und ich manchmal ein bisschen den Faden verloren hatte. Das hat aber meinem Lesevergnügen keinen Abbruch getan. "Die Victoria Verschwörung" ist ein solider, unterhaltsamer Krimi.
Nein, das war nicht "nach meiner Mütze", wie meine Mutter gesagt hätte. Der Autor erschafft ein komplexes Szenario um ein Gemälde von historisch-politischer Bedeutung, allerdings geht in den teilweise langatmigen Lindwurmsätzen die Spannung verloren. Das Buch konnte mich durchgehend nicht fesseln, allein die Hoffnung auf Besserung hielt mich am Lesen. Vergeblich: Der/die LeserIn wird für ihre/seine Mühsal nicht mit einem knackigen Ende belohnt, sondern mit einem ungewöhnlich langen Epilog, der versucht, die Handlung zu einem logischen Ende zu führen. Zu meiner Unzufriedenheit beigetragen haben auch mehrere Nebenstränge, die auftauchen und wieder verschwinden, deren Sinn sich aber nicht erschließt. Der dritte Stern ist ein Fleißsternchen für die umfassende Recherche des Verfassers.