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Das Ende ist beruhigend

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Es ist der Sommer 2130, irgendwo im Norden Italiens. Die Malerin Esther und die Ingenieurin Théa leben zwei der besten Leben, die in jenen Jahren noch möglich sind. »Spes I« ist ein besonderer Ort für besondere Menschen; dass hinter den Dörfern ein fragwürdiges Konzept steckt, ist nur der Betreiberorganisation bekannt – noch.

Mit Gelassenheit und stillem Glück gehen die von Spes I ihren Leidenschaften nach, treffen an lauen Abenden andere Residents und genießen leichte Getränke. Die Atmosphäre im Dorf wird von einer Kuppel und einem Belüftungssystem einerseits, von Coachings und Achtsamkeit andererseits reguliert. Esther ist froh, hier, abgeschottet vom Schrecken der Außenwelt, leben und arbeiten zu dürfen. Ihre Gemälde, die stets zwei Sonnen zeigen, zählen zu den begehrtesten Kunstwerken der Gegenwart. 

Nach der Ankunft von Cleo und Thomas, einem Kreativenpaar aus Berlin, kommt es zu Zwischenfällen und die Atmosphäre verändert sich. Bald erwacht Esther auf der Rückbank eines Wagens, der die Grenzen des Dorfes längst hinter sich gelassen hat. Sie ist in der Außenwelt, auf einer Mission mit ungewissem Ausgang. Oder gibt es doch eine Gewissheit? 

Das Ende ist beruhigend ist ein Roman über Freundschaft, über Kreativität und darüber, wie hoffnungsvoll man in die Zukunft blicken kann und muss. Mit spielerischer Freude entwirft Carla Kaspari eine zugleich groteske und dramatische, spannende und unterhaltsame Utopie in der Dystopie.

258 pages, Kindle Edition

First published April 10, 2025

6 people are currently reading
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About the author

Carla Kaspari

6 books22 followers

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5 stars
68 (33%)
4 stars
63 (30%)
3 stars
57 (27%)
2 stars
15 (7%)
1 star
1 (<1%)
Displaying 1 - 30 of 30 reviews
Profile Image for Antonia.
51 reviews15 followers
May 9, 2025
bester Roman des Jahres für mich persönlich. Ich habe jetzt nur leider noch mehr Angst vor der Zukunft
52 reviews
April 25, 2025
>Man sollte die Dinge zu ihrem Ende kommen lassen und dieses Ende akzeptieren. Das beruhigt.<
Profile Image for Anele elen.
36 reviews8 followers
June 20, 2025
Eine Künstlerkolonie im Jahr 2130 – eigentlich ein äußerst spannendes Setting. Der Roman bietet auch einige fesselnde, dystopische Momente und wirft interessante Fragen auf. Besonders das entfaltete Szenario einer Welt nach dem Klimakollaps besitzt seinen eigenen schaurigen Reiz. Trotz dieser gelungenen Ansätze bleibt das Buch insgesamt eher leichte Lektüre.
Profile Image for Uralte  Morla.
368 reviews124 followers
June 12, 2025
"Wir Menschen sind sehr einfach gestrickte Wesen, am Ende viel zu einfach gestrickt für diese komplexe Welt." (Seite 257)

In Spes I ist das Leben eigentlich relativ einfach. Es gibt genügend Sauerstoff, die Temperaturen sind aushaltbar, ja, sogar die Jahreszeiten sind einigermaßen so, wie sie sein sollten. Das Problem ist nur: Sie sind nicht echt, sondern künstlich hergestellt, um eine möglichst "normale" Realität zu bieten. Doch "normal" ist im Jahr 2130 schon lange nichts mehr. Die meisten Gebiete auf der Erde sind nicht mehr bewohnbar, ohne spezielle Schutzhelme kann niemand in die Sonne gehen. Die Bedingungen sind hart, die Stimmung ist apokalyptisch, viele Menschen sind depressiv und verlieren ihren Lebenswillen.

Doch nicht so in Spes I. Hier leben ausgewählte Künstler:innen im wahrsten Sinne des Wortes unter einer Käseglocke, die Ihnen Harmonie und Sicherheit gibt. Esther ist eine von ihnen. Ihre Sonnenbilder sind heiß begehrt, sie geben ihren Betrachter:innen Hoffnung. Und Hoffnung ist ein rares Gut. So rar, dass Menschen dafür manipuliert werden, um sie zu bekommen.

Carla Kaspari hat mit "Das Ende ist beruhigend" einen größtenteils sehr friedlichen, und gerade dadurch einen sehr bedrückenden Zukunftsroman geschrieben, dessen Ende mal so gar nicht beruhigend ist.
In einer klaren, fast sanften Sprache erzählt sie von einer Zukunft, die vom Klimawandel und den Auswirkungen von KI geprägt ist und leider viel zu realistisch scheint.
Anstatt auf große Horrorbilder zu setzen, lässt sie uns sehr lange in der harmonischen Blase von Spes I verweilen. Führt uns ein in die Routinen Esthers, in die Regeln der Gemeinschaft und wiegt uns - ähnlich wie ihre Protagonistin - in Sicherheit. Bis bei ihr und bei uns der Realitätsschock einsetzt.

Am Ende bleiben viele Fragen: Was macht das Leben eigentlich lebenswert? Ist ein bisschen Manipulation und Realitätsverlust wirklich ein so schlimmer Preis? Wer setzt die Grenzen der Moral, wenn die Welt untergeht? Welche Verantwortung trägt die Wissenschaft? Und warum sind es in hundert Jahren eigentlich immer noch die Reichen, die die Welt regieren?
"Das Ende ist beruhigend" ist ein kluger, nachdenklicher Roman, der mich noch länger beschäftigen wird und der uns eine weitere Warnung sein sollte. Es ist schon lange 5 nach 12 und der Klimawandel sollte uns alle aufs höchste Maß beunruhigen! Und dieses Buch hier auch.
Profile Image for Hans.
1 review
May 3, 2025

Jede Person über 30 kennt schließlich die unangekündigten Momente der Trauer über die eigene vergangene Jugend, die so plötzlich kommen, wie sie wieder gehen. Man muss einen Umgang mit ihnen finden, da man sonst zur ewigen Melancholikerin wird und für seine Mitmenschen unerträglich.


Profile Image for Simone Eichenberg.
1 review
September 19, 2025
Überraschend starkes Buch!
Der Klappentext hat mich ehrlich gesagt nicht sofort abgeholt – gekauft habe ich es nur, weil ich der Autorin auf Instagram folge und sie super witzig finde. Umso mehr hat mich das Buch dann überrascht: extrem spannend, dicht erzählt und mit einer besonderen Stimmung, die mich komplett gefesselt hat. Ich habe es in einem Rutsch verschlungen – und das Ende bewusst hinausgezögert, weil ich nicht wollte, dass es vorbei ist.

Besonders beeindruckt hat mich die Mischung aus dystopischer Welt und utopischem Gegenentwurf. Für mich geht es dabei weniger um Freundschaft, sondern vielmehr um Kunst, Menschsein und fast schon Matrix-artige Fragen. Ein ungewöhnliches, intensives Buch, das mich nachhaltig beschäftigt hat.
Profile Image for Alma Fuchs.
3 reviews
October 1, 2025
auf seine eigene art furchtbar gruselig, aber dabei unterhaltsam und packend. toll und anders
Profile Image for Sarah.
152 reviews13 followers
August 9, 2025
"Kurz überlegt er, wie frustrierend es ist, dass es meistens die Zufälle sind, die den Lauf der Dinge bestimmen, auch dann, wenn man selbst es ist, der diese Dinge kontrolliert."

"Mitteleuropa ähnelt zu großen Teilen einem verlassenen Gewerbegebiet."

"Wir Menschen sind sehr einfach gestrickte Wesen, am Ende viel zu einfach gestrickt für diese komplexe Welt."
68 reviews
August 19, 2025
Ich mochte es sehr gerne. In einer fernen Zukunft folgt man einer Gruppe weniger sehr privilegierter Leute, die ein angenehmes Leben führen, während angedeutet wird, dass es für den Großteil der Anderen ziemlich unangenehm ist. Das Setting einer "soften Autokratie" fand ich ganz originell, aber über weite Strecken des Romans plätschert die Geschichte etwas vor sich hin, erst am Ende passiert so richtig etwas. Ist aber dennoch schön geschrieben und gut zu lesen.
1 review
April 22, 2025
Nach ihrem ersten Roman ziemlich unerwartet, aber ähnlich wie der erste hat auch dieser mich sofort reingesogen und ich konnte ihn nur schwer weglegen. Tolle, präzise Sprache mit einem eigenen Witz und viele verrückte, kluge Ideen in der Story!
61 reviews
April 27, 2025
Endlich eine neue Idee im Bereich Dystopie/Utopie!

Die Autorin Carla Kaspari entwirft in ihrem aktuellen Roman „Das Ende ist beruhigend“ mal ganz neue Ideen bezüglich einer Zukunftsversion und dem ungewöhnlichen Art und Weise, wie den Menschen der Zukunft „geholfen“ werden soll.

Wir lernen Dean im Jahre 2125 kennen, ein sogenannter „Sponsor“, was für nichts anderes als „superreich“ steht und der mit seinem Geld in der Städte- und gesellschaftlichen Entwicklung dem Staat (sofern dieser überhaupt noch existiert) unter die Arme greift. Soll heißen: Die Sponsor:innen dieser Zukunft entscheiden in eigenen Gremien, in denen nur der eigene Finanzwert zur Teilnahme befähigt, was gebaut werden soll, wie die Menschen leben sollen. Wichtig bleibt dabei immer der Profit, denn eigentlich erscheint das Leben für die Durchschnittsbevölkerung kaum noch lebenswert. Die Luft ist mit Partikeln so durchsetzt, dass man sie kaum noch atmen kann und die UV-Werte der Sonnenstrahlen so hoch bzw. die Hitze so stark, dass man sich kaum noch im öffentlichen Raum aufhalten/leben kann. Berlin ist kaum noch bewohnbar, die Randgebiete sind längst aufgegeben. Nur Dean hat sich entschieden, seinen eigenen Luxuswohnkomplex in Berlin bauen zu lassen. Die Menschen um ihn herum verlieren jegliche Hoffnung, für sich selbst und für unseren Planeten. Aus dieser Situation heraus kommt Dean eines Tages eine Idee und er lässt eine verlasse Ortschaft in Italien zu einem Kreativen-Paradies umbauen. Dort gibt es saubere Luft, genügen gesunde Nahrung und entspannende Mediationen, damit sich die dorthin eingeladenen kreativen Menschen, aus allen möglichen Bereichen, auf ihre Arbeit und kreativen Prozesse konzentrieren können. Um mit den entstanden Werken die „Normalbevölkerung“ bei Laune zu halten. So meint man zumindest zu Beginn der Lektüre. Was sich hinter dieser Siedlung wirklich verbirgt und damit auch die ungewöhnliche Idee der Autorin, kann an dieser Stelle nicht verraten, sondern muss selbst erkundet werden. Dies muss man zusammen mit der Ich-Erzählerin Esther, einer deutschen Malerin, die mit ihrer besten Freundin Théa seit 2130 in Spes I (so der Name der Siedlung) lebt, herausfinden.

Was genau Carla Kasparis Roman ist, eine Dystopie oder eine Utopie, oder eine Utopie in der Dystopie, ist kaum zu greifen. Sie macht auf jeden Fall einiges richtig, wenn es um das Erzählen ihrer Idee geht. So gefällt mir besonders der ganz fein abgestimmte Schreibstil. Die Parts, die sich mit Dean beschäftigen sind aus der personalen Perspektive verfasst und wirken recht konventionell im Stil. So richtig interessant wird es, wenn wir die Stimme von Esther lesen. Diese hat nämlich eine sehr spezielle Wortwahl und Art des Beschreibens. Zunächst wundert man sich noch, aber dann wird mit Erfassen ihrer Lebensbedingungen in Spes I, woher ihre Art kommt. Sie ist nämlich unglaublich achtsam und psychologisch geschult, in ihrem Denken. Jeder Satz ist genau austariert, klingt wie aus psychologischen angehauchten Selbsthilfebüchern zu Achtsamkeit und Fremd- bzw. Selbstwahrnehmung. Dies ist keine artifizielle Art des Schreibens von der Autorin, die sie nicht im Griff hat, sondern gezielt eingesetzt, denn wir merken im Verlauf: In Esthers Denken, Fühlen und Handeln wird quasi eine Form der Gehirnwäsche sichtbar. Wie diese funktioniert? Bleibt erneut ein Geheimnis in dieser Buchbesprechung und muss selbst erlesen werden. ;)

Hier eine kleine Kostprobe von Esthers Gedankenwelt:

„Obwohl ich es nicht anders kannte [Anm.: selbst zu kochen], habe ich hier im Dorf gemerkt, wie sehr mir der Vorgang gefehlt hat. Produkte auszuwählen, die man später zubereiten und dann zu sich nehmen wird, ist eine zutiefst befriedigende Tätigkeit, die mich mit Glück und Ruhe erfüllt. Vor allem, wenn es sich um Produkte handelt, die größtenteils lokal angebaut oder hergestellt werden. Einen Moment halte ich inne, um dankbar zu sein für die qualitativ hochwertigen Lebensmittel in Spes I.“

Esther zuzuhören ist, als ob man einen Werbespot für ein Bio-Wellness-Achtsamkeits-Ressort mit idyllischen Bildern und in Weichzeichner ansieht. Uns ist natürlich klar, dass diese Idylle nur trügerisch sein kann.

Schlussendlich hat mir die Lektüre von „Das Ende ist beruhigend“ auf literarischer Ebene und auch bezüglich der inhaltlichen Ideen sehr gefallen. Das Buch liest sich ganz wunderbar in kurzer Zeit, ist ein knackiger Pageturner. Definitiv eine Leseempfehlung für alle, die aus dem Bereich Dystopie/Utopie mal etwas anderes lesen wollen.

4,5/5 Sterne
Profile Image for Madame F.
255 reviews3 followers
April 13, 2025
Was mich von Beginn an an “Das Ende ist beruhigend” von Carla Kaspari faszinierte, war die brillante Idee der Dystopie, in der der Klimawandel unsere Erde in den Sommermonaten quasi unbewohnbar macht. Kaspari spielt mit dieser Vision, indem sie abgeschirmte Dörfer kreiert, die mithilfe modernster Technologie ein künstlich idyllisches Lebensumfeld aufrechterhalten – ein kleiner Rückzugsort, der an das erinnert, was wir heute als "Normalität" kennen. Innerhalb dieser technologisch kontrollierten Oasen werden Konflikte und aufrüttelnde Emotionen nicht offen ausgetragen, sondern stattdessen schnell "wegtherapiert". Diese Mechanismen, die tief in die Vorstellung einer übertechnologisierten Zukunft eingebettet sind, regen zum Nachdenken an: Wie weit wären wir bereitzugehen, um das Vertraute zu bewahren, wenn die Welt draußen vor Hitze und Chaos brennt? Und wer wäre überhaupt in der Lage, davon zu profitieren?
Ich fand es klug, wie Kaspari den Klimawandel als treibende Kraft für gesellschaftliche Umbrüche und persönliche Dilemmas einsetzt. Die Vorstellung, dass unsere Sommer so extrem werden könnten, wie es aktuell immer häufiger prognostiziert wird, verleiht dem Buch eine überraschende Aktualität – man merkt beinahe, dass die Autorin den Finger am Puls der Zeit hat. Es ist faszinierend zu lesen, wie aus einer globalen Bedrohung eine intime, aber zugleich gesamtgesellschaftliche Frage wird: Wie viel Kontrolle über unsere Emotionen und Konflikte sind wir bereit abzugeben, wenn unser Überleben auf dem Spiel steht?
Leider konnte ich mich aber nicht vollständig von den Figuren mitreißen lassen. Für mich blieben die Charaktere zu distanziert und gedanklich eingeengt, sodass eine tiefere emotionale Verbindung oft auf der Strecke blieb. Ihre inneren Konflikte wirkten teilweise unausgearbeitet und zu flach, was den ansonsten spannenden Plot noch ein wenig abbremsen ließ – besonders, wenn es um die zentrale Hoffnungsthematik geht, die für mich nicht ganz stimmig umgesetzt wurde (ohne zu spoilern!).
Trotz dieser Schwächen schätze ich das Buch sehr als Denkanstoß. Für mich sind die gelungenen Gedankenspiele um technologische Utopien und dystopische Realitäten ein Highlight, das das Werk von Carla Kaspari in die Riege der interessanten Zukunftsvisionen einreiht. Es ist oft überraschend und regt den Geist an – auch wenn nicht alle Seiten des Puzzles perfekt zusammenpassen.
Insgesamt liest sich "Das Ende ist beruhigend" wie eine spannende Reise in eine nicht allzu ferne Zukunft, die gleichermaßen fasziniert und Fragen aufwirft. Für alle, die sich für Klimawandel, technologische Lösungen und deren Auswirkungen auf unser menschliches Miteinander interessieren, ist dieses Buch definitiv eine Lektüre wert – auch wenn man zwischendurch das Bedürfnis verspürt, die Selfcare-Methoden der abgeschirmten Dörfer zu hinterfragen.
Ich gebe "Das Ende ist beruhigend" von Carla Kaspari 3,5 von 5 Sternen – eine Bewertung, mit der ich mich schwer getan habe, die aber ehrlich und persönlich meine zwiegespaltenen Gefühle widerspiegelt.
1 review
July 22, 2025
Das Buch löste bei mir auf Anhieb starke Planet-Magnon-Assoziationen aus. Wir haben ein Sci-Fi-ähnliches Setting und bewegen uns mit Spes I in einem Mikrokosmos, in dem junge Menschen im Millenialalter ein Zusammenleben kultivieren, das von achtsamer Introspektion, wohltemperierten Räumen und intellektueller Erhabenheit geprägt ist. Jede Gemütsregung wird bewusst wahrgenommen und vor dem Hintergrund der eigenen gegenwärtigen Lebenslage eingeordnet, der Austausch mit Mitmenschen dient nicht der Erfüllung sozialer Konventionen, sondern der Befriedigung zuvor reflektierter emotionaler Befürnisse und der gegenseitigen gedanklichen Förderung. Alles ziemlich Dolphin eigentlich.
Auch die Wirkung der Substanz Pure Hope ähnelt in ihrer Beschreibung der von Magnon. "Es besteht Hoffnung" lässt Leif Randt seinen Protagonisten nach dem Konsum auf den letzten Seiten seines Romans sagen.
Dazu kommen diverse kleine Details: Ein Kommitee, das irgendwie die Dinge lenkt, die Coaches als begleitende Mentorenfiguren, die an die Dozenten erinnern, selbst die Begriffe Fellow und Midage fallen bei Kaspari und die Nebenfigur Marten trägt sogar denselben Namen wie Planet Magnons Protagonist. Soweit so gut. Man könnte es niemandem verübeln von Planet Magnon inspiriert zu sein und die Romane liegen ja auch 10 Jahre auseinander. Zwar gelingt es Kaspari nicht, die analytisch-schwebenden Introspektionen ihrer figuren mit derselben sprachlichen Brillianz wie Randt zu formulieren, manchmal wirkt es gar angestrengt, dennoch ensteht mit Spes I eine Welt, die plastisch und eigen genug ist, um sich auf sie einzulassen.

Leider folgt dann der Plottwist, der in seiner Banalität wirklich an Netflix-Serien wie Biohackers erinnert. Da wo Planet Magnon mit Ambivalenzen und Andeutungen arbeitet, operiert Das Ende ist beruhigend recht grob. Letztlich bricht Kaspari damit das ganze Buch, auf ziemlich klare und eher uninteressante ethische Fragen herunter (Gewinnung der Substanz, Ziel der Substanz). Natürlich ist klar, dass der Roman ein Kommentar auf heute ist. Die Klimaziele sind nicht mehr einzuhalten, der Point of no return ist erreicht, das Ende ist schon da, auch in 2025. Ich glaube, das hätte man anders erzählen können. Ich wäre gerne das ganze Buch über in Spes geblieben.
1 review
April 29, 2025
Der Roman entwirft eine Zukunftsvision in der als Achtsamkeit getarnter, tatsächlich aber drogeninduzierter Eskapismus und spätkapitalistische Klimakrise aufeinander knallen. Ein nicht ganz abwegiger Ausblick, wenn man sich anschaut, wie etwa aus den fortschrittsgläubigen Flower Power Hippies die ketamin microdosenden Tech Bros des Silicion Valley geworden sind. Jene Bros also die nun die Plattformen monetarisieren, auf denen unsereins seinen Van Life Voyeurismus betreibt, um im Alltag nicht alle Hoffnung auf ein gutes Leben im Schlechten zu verlieren.

Dass der Roman aber nicht bei dieser Analyse stehen bleibt und sich im kulturpessimistischen Zynismus verliert, sondern unvoreingenommen ergründet, wie Menschen sich unter diesen Umständen tatsächlich verhalten, ist seine größte Stärke. Denn hier gibt es natürlich weit mehr Optionen als es die meisten Utopien/Dystopien suggerieren. Die Frage, wie man es mit der falschen Hoffnung hält, dürfte wohl etwas komplexer sein, als zB der holzschnittartige Dualismus, den die Wachowski Brüder mit ihren blauen und roten Pillen in der Matrix verabreichen. Carla Kaspari überlässt es jedenfalls dem Leser, sich selbst einen Reim daraus zu machen, welches Ende jetzt genau als beruhigend gelesen werden muss.

Um diesen geschickt eingefädelten Versuchsaufbau spinnt der Roman eine spannende, kurzweilig und elegant erzählte Geschichte. Dass dies teilweise zu Lasten der Tiefe bei der Einführung von Charakteren und Setting geht, ist absolut nachvollziehbar. Es führt nämlich dazu, dass man so schnell in Spes I mit seinen Bewohnern drin, wie man durch das Buch durch ist. Zudem sprüht der Roman (ähnlich wie sein sehr guter Vorgänger ,Freizeit‘) von einer sprachlichen Einfühlsamkeit des Alltäglichen, die einen immer wieder schmunzeln lässt.



Profile Image for ms_svensson.
46 reviews8 followers
April 29, 2025
Im Jahr 2130 lebt die Malerin Esther in Spes I, einer abgeschotteten Siedlung im Norden Italiens. Diese vermeintliche Utopie bietet ihren Bewohner*innen ein scheinbar perfektes Leben unter einer Kuppel, geschützt vor den Herausforderungen der Außenwelt. Doch mit der Ankunft eines neuen Paares beginnt die Fassade zu bröckeln, und Esther wird mit Fragen nach Freiheit, Kontrolle und der wahren Natur ihrer Umgebung konfrontiert. 

Der Einstieg in den Roman fiel mir iwie schwer. Die ersten hundert Seiten wirkten auf mich distanziert, und es fiel mir schwer, eine Verbindung zur Protagonistin Esther aufzubauen. Doch ab Seite 100 nahm die Geschichte an Fahrt auf und entwickelte eine unerwartete Tiefe.

Carla Kaspari gelingt es, eine dystopische Zukunft zu zeichnen, die gleichzeitig erschreckend realistisch und faszinierend ist. Die Themen rund um Überwachung, Selbstoptimierung und die Suche nach Authentizität werden auf ungewöhnliche und nachdenklich stimmende Weise behandelt. Besonders beeindruckt hat mich die Art und Weise, wie die Autorin die scheinbare Idylle von Spes I dekonstruiert und dabei grundlegende Fragen über unsere Gesellschaft aufwirft.

Trotz des holprigen Starts hat mich Das Ende ist beruhigend letztlich überzeugt. Ein Roman, der zum Nachdenken anregt und lange nachhallt.
Profile Image for Alina_liest07.
132 reviews6 followers
April 13, 2025
Die perfekte Mischung aus Dystopie und Unterhaltung
Wir schreiben das Jahr 2130- der Klimawandel hat das menschliche Zusammen- und Überleben enorm verändert. Während durch Hitze und Luftverschmutzung in den überbleibenden Städten fast unmögliche Zustände herrschen, gibt es auch einige wenige „Dörfer“ in denen das Leben ganz anders, fast paradiesisch, aussieht. In einen von ihnen wohnt Esther, eine begnadete und sehr begehrte Künstlerin. Doch als zwei Neuankömmlinge ankommen, beginnt sich jedoch die Stimmung im Dorf allmählich zu ändern…

„Das Ende ist beruhigend“ ist schwer einzuordnen, irgendwo zwischen Utopie und Dystopie, ist es vor allem eine spannende Geschichte voller cleverer, origineller Ideen.
Der Stil ist locker und kreativ, das Tempo nimmt im Laufe der Erzählung immer weiter an Fahrt auf und es gibt die ein oder andere, mal mehr oder weniger vorhersehbare, Wendung.

Ich habe das Buch nur so verschlungenen und hatte dabei vor allem richtig viel Spaß!
Alles in allem ein sehr gelungener Genre Mix aus Science-Fiction, Dystopie und Unterhaltung!

Fazit: „Das Ende ist beruhigend“ ist ein echtes Lesevergnügen, dass mich hervorragend unterhalten hat. Klare Leseempfehlung – das perfekte Buch für ein paar spannende Lesestunden im Frühjahr oder Sommer!
53 reviews
July 5, 2025
Interessantes Buch. Die dystopische Zukunftsbeschreibung regt definitiv zum Nachdenken an und kann auch zu Unmut und Verzweiflung führen - gerade weil man die Abwegigkeit teilweise leider in Frage stellen kann. Ich zumindest war nach Ende der Lektüre nicht beruhigt.
Trotzdem ein gutes, anderes Buch, welches auch durch die wechselnden Perspektiven und Stile hervorsticht.
Profile Image for Helena Fink.
29 reviews1 follower
April 26, 2025
Es liest sich fast so, wie der zweite Teil von meinem Buch. Eine Klima- und Lebensvorstellung mit utopischen Wurzeln in einer dystopischen Welt. Und eine Abenteuergeschichte. Ich habe es gerne gelesen!
77 reviews
April 12, 2025
Auf der Fahrt nach Kopenhagen in einem Rutsch gelesen. Die klare, elegante Sprache zieht einen schnell und tief ins Buch.
Profile Image for Julia.
33 reviews1 follower
April 16, 2025
Eine Mischung aus Schöne neue Welt und Soylent Green. Liest sich schnell weg, ist allerdings literarisch nicht sehr anspruchsvoll.
3 reviews
April 20, 2025
was für ein kleines, wundersames, viel zu kurzes buch. wäre gern noch länger mit esther und ihren gedanken unterwegs gewesen. pageturner und trotzdem so kunstvoll!
Profile Image for furorefelix.
30 reviews8 followers
August 27, 2025
review gibts im kneipenbuchclub #3 - vlog auf tiktok :)
2 reviews
September 20, 2025
4,5 Sterne. Abzug, da mir das Ende etwas zu abrupt kam. Ansonsten: lange nicht mehr so einen flüssigen Text gelesen, der auf diese Weise nachhallt. Beunruhigend beruhigend.
1 review
December 2, 2025
toll toll toll, ich bin so traurig dass es ausgelesen ist
2 reviews
April 19, 2025
Hab es an zwei Tagen durchgelesen. Das Buch ist schwer zu beschreiben, aber es macht irgendetwas mit einem und ich muss immer wieder an Spes I denken
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