Was man wirklich über Klima-Kipppunkte wissen muss
Überschwemmungen, Hitzewellen, Dürren, Waldbrände – die Auswirkungen des immer extremeren Wetters sind auch hierzulande zunehmend spürbar. Aber all das ist erst der Weil das 1,5-Grad-Limit nicht mehr zu halten ist und die Erderhitzung fortschreitet, drohen in naher Zukunft im Klimasystem mehrere sogenannte Kipppunkte überschritten zu werden. Die Folgen wären einschneidend, auch für Deutschland.
Benjamin von Brackel und Toralf Staud liefern, was man über Kipppunkte wirklich wissen muss. Sie schildern die jahrzehntelange Erforschung der Kipppunkte, ihre möglichen Folgen und die Kontroversen der Fachwelt – eine der größten Detektivgeschichten unserer Zeit, deren Ausgang über nichts weniger entscheidet als über das Schicksal unserer Zivilisation. Die Autoren nehmen uns mit auf eine Weltreise zu den wichtigsten Kippelementen im von den eisigen Landschaften der Pole über die Warmwasserheizung Europas bis zum Amazonas-Regenwald. Sie erklären, wie unsere Erde – und auch die Klimawissenschaft – funktioniert.
Am Ende weiß man, welche Kipppunkte einem tatsächlich Sorge bereiten sollten und welche weniger. Nicht zuletzt zeigt das Buch positive Kipppunkte in Technologie und Gesellschaft auf. Diese könnten exponentielles Wachstum beim Klimaschutz ermöglichen und uns noch davor bewahren, in ein chaotisches Klima abzustürzen. Ein dramatisches Wettrennen gegen die Zeit.
sehr gute Übersicht, leidet manchmal darunter, von Journalisten geschrieben worden zu sein, weil man recht oft unnötigerweise erfährt, dass irgendein Wissenschaftler per Videoanruf erreicht wurde, naja, jedenfalls auf die beste Weise furchterregend und lehrreich, mir jedenfalls geht's nach diesem Buch besser
Klartext: Dieses Buch ist eine absolute Klima-Achterbahnfahrt – und ich saß in der ersten Reihe! Am Kipppunkt von Benjamin von Brackel und Toralf Staud hat mich so gepackt, dass ich gefühlt in den Amazonas-Regenwald eingewickelt wurde, während mir gleichzeitig arktische Eisschollen um die Ohren flogen. Wer dachte, Kipppunkte wären nur so ein nerdiger Wissenschaftsbegriff, der wird hier eines Besseren belehrt – mit Schmackes.
Die beiden Autoren schaffen es, komplexe Klimaphänomene in eine Art Detektivgeschichte zu verwandeln, bei der Sherlock Holmes vor Neid erblassen würde. Plötzlich wird einem klar, dass diese Kipppunkte keine Zukunftsmusik sind, sondern brandaktuelle Bedrohungen, die sich heimlich, still und leise anschleichen. Und genau das macht es so fesselnd.
Trotz des ernsten Themas bleibt der Humor nicht auf der Strecke. Ich habe beim Lesen tatsächlich öfter gegrinst – was bei einem Buch über den drohenden Klima-Kollaps schon eine Kunst für sich ist. Die Reise zu den globalen Kippelementen ist gespickt mit Anekdoten, die so abgefahren sind, dass man sich fragt, warum das nicht längst alle wissen.
Besonders genial finde ich, dass Brackel und Staud nicht in Weltuntergangsstimmung versinken, sondern auch die positiven Kipppunkte beleuchten – ja, es gibt Hoffnung! Technologien, gesellschaftliche Umbrüche, Menschen, die anpacken. Das Buch liefert keinen erhobenen Zeigefinger, sondern eher einen freundschaftlichen Klaps auf den Hinterkopf: "Komm, beweg dich, es ist noch was drin!"
Was bleibt, ist eine Mischung aus Respekt vor der Natur, Wut über politische Trägheit und dem Gefühl, jetzt wirklich Teil dieses Wettrennens zu sein. Kurz: Wer wissen will, warum die nächsten Jahre entscheidend sind, sollte sich dieses Buch schnappen. Es liest sich wie ein Thriller – nur, dass wir alle mittendrin stecken.
„Am Kipppunkt“ von Toralf Staud und Benjamin von Brackel ist ein hervorragend recherchiertes Sachbuch, das sich mit einem der drängendsten Themen unserer Zeit auseinandersetzt: den Kipppunkten im Klimasystem. Die Autoren schaffen es, diesen komplexen und oft abstrakt wirkenden Begriff verständlich zu erklären und seine weitreichenden Folgen für das globale Ökosystem nachvollziehbar darzustellen.
Das Buch beleuchtet nicht nur die wissenschaftlichen Grundlagen der Kipppunkte, sondern zeigt auch eindrucksvoll, welche Entwicklungen bereits im Gange sind und welche Kettenreaktionen drohen könnten. Dabei gelingt es den Autoren, ohne Alarmismus oder moralischen Zeigefinger zu schreiben. Stattdessen setzen sie auf eine faktenbasierte, nüchterne Darstellung, die dennoch eindringlich wirkt.
Besonders wertvoll sind die vielen internationalen Best-Practice-Beispiele, die zeigen, dass Handlungsspielräume bestehen und Lösungen möglich sind. Dadurch wirkt das Buch nicht nur warnend, sondern auch motivierend. Für Leserinnen und Leser mit Vorkenntnissen ist es zudem ein Gewinn, weil es aktuelle Forschungsergebnisse übersichtlich zusammenfasst und viele sorgfältig dokumentierte Quellen an einem Ort zugänglich macht. Gleichzeitig eignet es sich auch für Einsteiger, da jedes Kapitel mit einer Einführung beginnt und durch eine Übersichtskarte Orientierung bietet. Wer querliest, findet sich schnell zurecht.
„Am Kipppunkt“ ist ein informatives, gut strukturiertes und trotz des ernsten Themas hoffnungsvolles Buch, das sowohl aufklärt als auch zur Auseinandersetzung anregt. Eine klare Empfehlung.