Heute schon gestritten? Nein? Dann wird´s aber Zeit!
Commedienne und Psychologie-Nerd Lara Ermer will uns den Spaß am Streiten wiedergeben und aktuelle Debatten mit Argumenten aus 198 psychologischen Studien sprengen.
Ständig gibt es Konflikte, die Welt ist irgendwie unruhig geworden und selbst mit der besten Freundin und Tante Susanne verstehst du dich plötzlich nicht mehr? Lara Ermer rä Bitte nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern – mit voller Kraft voraus in den nächsten Streit starten! Unterdrückter Ärger ist nachweislich nicht gut für uns, ein kleiner Clinch kann da als Ventil wirken. Und wenn wir uns schon in die Arena stürzen, wieso dann nicht auch einfach mal Recht haben?
Deswegen besinnt sich Lara Ermer auf die Macht der Fakten und psychologischen Studien und liefert die Totschlagargumente gleicht Die Gesellschaft ist dabei vollends auseinanderzudriften und die Polarisierung größer denn je? Nun ja, eigentlich nicht. Ein Großteil der Menschen schließt sich immer noch »mittigen« Positionen an. Die extremer eingestellten Ränder links und rechts bleiben in der Unterzahl – sie diskutieren nur gerne so laut, dass man sie kaum überhören kann. Vielleicht sollten wir ihnen also nicht kampflos das Feld überlassen und dabei gleichzeitig etwas für unsere mentale Gesundheit tun. Außerdem erfahren wir in diesem Buch, dass es unglaublich erschöpfend ist, sich politisch korrekt auszudrücken, gleichzeitig aber politisch korrekte Sprache am Arbeitsplatz Kreativität und Innovation des Unternehmens fördert. Und wir lernen, warum Verschwörungstheorien, die wir uns selbst zusammenbasteln, besonders verführerisch sind.
In ›Alle gegen alle‹ bekommen wir Totschlagargumente und psychologische Fakten an die Hand, die uns helfen, die nächste Familienfeier zu überstehen, die Tagesschau wieder ohne explodierenden Puls zu schauen und einfach gelassener durchs Leben zu gehen.
Unterhaltsame Kommunikationshilfe vom FeinstenSpannende PerspektivenJede Menge Spaß und Humor
Die Witz-Wissen-Ratio ist 50/50 und das macht es zu dem Sachbuch, das ich bisher am leichtesten lesen konnte. Man lacht und lernt und damit erreicht das Buch genau das, was es wollte.
Ich gebe dem Buch 4 bis 4,5 Sterne. Was mir wirklich gefallen hat: Das Buch arbeitet mit unglaublich vielen Studien, und vor allem werden diese auch tatsächlich angegeben. Gerade bei Themen wie Political Correctness, Verschwörungstheorien oder gesellschaftlichen Triggerpunkten fand ich das extrem angenehm, weil man merkt, dass hier nicht einfach nur irgendeine Meinung rausgehauen wird, sondern dass die Autorin versucht, psychologische Forschung verständlich und humorvoll aufzubereiten.
Außerdem mochte ich den Ton des Buches total. Es war konstruktiv, oft lustig und nie trocken, obwohl es eigentlich um ziemlich komplexe gesellschaftliche Themen geht. Ich hatte beim Lesen wirklich das Gefühl, dass da jemand versucht, Menschen zum Nachdenken zu bringen, ohne sich dabei komplett im akademischen Elfenbeinturm zu verlieren. Gerade dieser Mix aus Wissenschaft, Humor und Alltagssprache hat das Buch für mich stark gemacht.
Warum dann keine vollen fünf Sterne? Teilweise haben mich manche Witze oder bestimmte humoristische Einschübe nicht ganz abgeholt, weshalb ich einige Passagen eher überflogen habe. Das ist natürlich Geschmackssache, aber manchmal hat mich der Humor ein bisschen aus dem eigentlichen Gedankengang rausgebracht. Und was mich tatsächlich mehr gestört hat: Es gibt keine direkten Fußnoten im Text. Dadurch war beim Lesen oft nicht sofort klar, was genau gerade auf einer Studie basiert und was eher Interpretation oder Zuspitzung der Autorin ist. Die Quellen stehen zwar hinten drin, aber man muss dann teilweise nochmal zurückblättern und die Passage erneut lesen, um genau nachzuvollziehen, worauf sie sich bezieht. Mit Fußnoten oder direkteren Verweisen wäre das Buch für mich noch stärker gewesen. Gegebenenfalls war es Absicht der Autorin, um den Lesefluss zu erleichtern.
Trotzdem insgesamt wirklich ein sehr gutes, unterhaltsames und gleichzeitig informatives Buch, das sich angenehm von vielen simplen Debattenbüchern abhebt. Gerade wenn man sich für Psychologie, gesellschaftliche Konflikte, Internetkultur oder moderne Empörungskultur interessiert, macht das Lesen echt Spaß.
In "Alle gegen alle" berichtet Autorin und Comedian Lara Ermer auf Basis von Studien und anderen wissenschaftlichen Unterlagen, warum wir streiten. Natürlich geht es dabei einmal um das direkte Zwischenmenschliche aber auch darum, warum in der Gesellschaft immer mehr gestritten und eskaliert wird. Eigentlich ein sehr fachliches Thema, aber die Autorin bringt es mit viel Humor locker rüber. Der Teil dazu, wie wir damit umgehen und wie wir besser streiten, hat mich etwas enttäuscht. Das war mir zu oberflächlich. Trotzdem ein interessantes Buch und sehr unterhaltsam.
Es werden viele wichtige psychologische Konzepte niedrigschwellig vorgestellt, denen wir in Diskussionen und im Streit begegnen. Liest sich gut und macht Spaß :)