Es gibt mehrere Arten, eine Geschichte zu erzählen. Aber nur eine, die alles verändert.
Ildingen, 1950er Jahre. Evelyn Borowski hat alles, was sie sich je erträumt hat: Ein Eigenheim mit Garten, einen fürsorglichen Mann und das lang erwartete Töchterchen Silvia. Trotzdem ist sie nicht glücklich: Sie vermisst ihren Beruf als Ärztin und fühlt sich fremd und allein in dieser süddeutschen Kleinstadt. Und Betti, ihre Freundin und Schwägerin,sorgt mit losem Mundwerk und rasantem Fahrstil für reichlich Ärger.
1989, in Berlin liegt Aufbruch in der Luft. Silvia Borowski aber macht einen Schritt zurück. In einem geklauten Polo fährt sie Hals über Kopf Richtung Süden. Neben ihr die erst wenige Wochen alte Tochter Hannah. Was erwartet sie in ihrem Heimatort, aus dem Silvia vor vielen Jahren überstürzt geflohen ist? Ist sie stark genug, sich der Vergangenheit zu stellen?
Ein leises Buch.....intensiv, tiefgreifend und spannend...von der ersten bis zu letzten Seite ein Leseerlebnis!!!!
Silvia lebt in West Berlin....1989 begibt sie sich mit ihrer keinen Tochter Hannah auf eine Reise in ihre Vergangenheit und reist zu ihrer Mutter Evelyn in das kleinbürgerliche Kaff ihrer Kindheit. Das Verhältnis zu ihrer Mutter ist schwierig....denn Silvia flüchtet vor schwierigen Situationen....doch nun beginnt sie sich der Vergangenheit zu stellen.
Ein durchweg durchdachter und stilistisch hochwertiger Roman, der in seiner Einfachheit geradezu genial ist!
Wie schon bei „Junge Frau…“ habe ich auch dieses Buch flott gelesen und fühlte mich bestens unterhalten. Allerdings habt mich die Geschichte der Frauen nicht ganz so gepackt, auch wenn mir die Zeitreise ins Jahr 1989 mit den Erinnerungen an die Musik und den Walkman sehr gut gefallen hat. Aber alles in allem eine gute 2 mit einer klaren Leseempfehlung - und ich habe richtig Lust, die „Junge Frau…“ nochmal zu lesen
Kennt Ihr das? Ihr habt von einer Autorin ein Buch gelesen, das euch wahnsinnig gut gefallen hat. Dann kommt ein neues Buch von ihr heraus und ihr brecht die aktuelle Lektüre ab, um es zu lesen. So ging es mir mit Alenas neuen Werk. Nach *Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid* habe ich auf einen Tag *Bei euch ist es immer so unheimlich still* durchgesuchtet.
Das Wiedersehen mit den drei Frauen war sehr emotional und richtig spannend. Im Vorgängerband haben wir Evelyn im Altenheim kennengelernt. Ihre Enkelin Hannah hat sich um sie gekümmert. Hannahs Mutter Silvia ist da nicht ganz so präsent gewesen. In diesem Buch lernen wir Evelyn und Silvia sehr gut kennen und verstehen. Silvia, die alleinerziehende junge Frau, die ein lockeres Leben in Berlin führt. Ihrer Hanna eine liebevolle Mutter ist. Evelyn, die es schwer hatte, in einem Krankenhaus als Ärztin akzeptiert zu werden.
Drei Generationen und irgendwie dreimal ähnliche Probleme. Viele unausgesprochene Worte. Zu viele Geheimnisse.
Ich konnte Evelyn im 1. Teil nicht besonders gut leiden. Nun kann ich sie verstehen. Ihre eigene Familiengeschichte hat die introvertierte Person aus ihr gemacht, die ihrer Tochter keine Mutterliebe zeigen konnte. Ihr Ehemann Karl war da das ganze Gegenteil. Der Chirurg hatte zwar wenig Zeit für die kleine Hannah, aber die Liebe zu seiner Tochter war zwischen den Zeilen spürbar. Karls Familie hatte Evelyn wie eine eigene Tochter aufgenommen. Alle waren überglücklich, über die späte Schwangerschaft von Evelyn.
Für mich war es manchmal ziemlich hart zu lesen, wie sich die Ärztin Evelyn gegenüber ihrer kleinen Tochter verhalten hatte. Die kleine Silvia musste funktionieren. War oft eine Enttäuschung für ihre Mutter. So hat es mich nicht gewundert, dass die blutkunge Silvia das freie wilde Leben in Berlin genoss. Ohne Luxus und Konventionen. Viele Jahre nur noch lockeren Kontakt mit der Mutter hatte. Dennoch findet sie in ihrer größten Not wieder zu ihrer Mutter in Ildingen.
Die Geschichte spielt abwechselnd in den 50ern, 60ern, 70ern und 80iger Jahren. Endet bei der Wiedervereinigung. Besonders Hannahs Tante Betti habe ich ins Herz geschlossen. Sie war Evelyn stets eine gute Freundin und Schwägerin. Hat für ihre Eltern beruflich zurückgesteckt. Dabei wäre sie mit Sicherheit eine gute Ärztin geworden. Viele Jahre waren ihr Bruder Karl und sie eine perfekte Einheit.
Besonders als Tante war sie wirklich perfekt. Hat der Hannah immer zugehört. Ihre wunderschöne Momente beschert. War in Krisenzeiten für sie da. Betti hatte das Herz auf der Zunge getragen. Sich gerne in Kneipen amüsiert und sich nicht um das Gerede im Dorf geschert.
Was im weiteren Verlauf mit manchen Protagonisten passiert ist, hat mir ein paar Tränen entlockt.
Auch in diesem Buch spielt der zweite Weltkrieg, wie so oft, eine Rolle. Er nimmt aber nicht zuviel Raum ein. Im Fokus stehen 4 wunderbare Frauen, die man gerne auch im realen Leben um sich hätte. Die alle vier nicht so richtig in das Dorf Ildingen passen.
Fazit:
Ich habe sämtliche Bewohner in dem süddeutschen Örtchen Ildingen ins Herz geschlossen. Hatte einfach nur wunderschöne Lesestunden. Die Geschichte liest sich wie Butter. Man lernt mürrische alte Menschen verstehen. Sie alle haben eine Geschichte. Ich denke, sie würden noch viele gute Bücher füllen. Und ganz ehrlich, ich möchte sie alle lesen. Mit *Bei euch ist es immer so unheimlich still* habe ich den Anfang gemacht. Ob mir das Ende gefallen hat? JA!
Herlichen Dank Alena Schröder. Ich habe jedes einzelne Wort genossen.
Ein wirklich schön erzähltes und leicht zu lesendes Buch, obwohl die Geschichte dahinter durchaus Knall-Potenzial hat, mit den ganzen Konflikten, die hier aufbrechen und ans Tageslicht kommen. Vieles nimmt Bezug auf die Vergangenheit, aber nichtsdestotrotz fand ich es schön, dass die Tochter bei ihrer Mutter mehr oder weniger sofort aufgenommen wurde, und sich dies im weiteren Verlauf verfestigt hat. Keine Über-Dramen, bei denen man von einem Cliffhanger zum nächsten schwingt. Auch wenn manchmal der Handlungsverlauf etwas sehr vorhersehbar ist, und die Personen etwas sehr klischeehaft daherkommen, hat mich Alena Schröder mit ihrem Schreibstil und den Dialogen sehr gut unterhalten. Vor allem die 80er Jahre waren für mich persönlich sehr heimelig. Vielleicht sollte ich das Vorgängerbuch der Autorin auch noch lesen...
Alena Schröder macht in ihrem Roman „Bei euch ist es immer so unheimlich still“ damit weiter, womit sie bei ihren Debütroman „Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid“ aufgehört hat; eine intensive und berührende Familiengeschichte zu schreiben.
Wir dürfen eintauchen in diese Geschichte und erleben, was passiert, wenn ankommen nicht zu Hause ist und was generationsübergreifende Traumata und die Gesellschaft in der die handelnden Personen leben mit ihnen machen. Es ist der Blick vor allem auf die Frauen der Familie und somit auch ein Roman, welcher mit der Lupe einen Blick auf die vermeintliche Rolle der Frau in der jeweiligen Zeit wirft.
Ich mag den Schreibstil von Alena Schröder und dass der Roman an den verschiedenen Ecken seiner Erzählung mit überraschenden Wendungen aufwartet.
Alena Schröders Debüt-Roman “Junge Frau am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid” war im letzten Jahr mein absolutes Lieblingsbuch. Wievielen Menschen ich das Buch schon empfohlen habe, kann ich gar nicht mehr zählen. Als dann die Ankündigung zu “Bei euch ist es immer so unheimlich still” kam, war klar: Das ist die Neuerscheinung, auf die ich mich in diesem Jahr am meisten freue!
Ich gebe aber zu: ein kleines bisschen Angst hatte ich davor, dieses Buch zu lesen, zu oft schon war ich von einem Buch begeistert und der Nachfolger konnte an diese Begeisterung nicht anknüpfen. Hier war die Sorge allerdings unbegründet, Alena Schröder hat mich wieder komplett abgeholt, ich habe es doll geliebt - auch wenn das Buch nicht gaaaaaanz an “Junge Frau…” hereingereicht hat. Das lag aber auch dran, dass “Junge Frau…” von der Handlung her einen stärkeren Spannungsbogen besitzt, wie “Bei euch…”. Was Alena Schröder aber einfach so gut kann, wie kaum jemand anderes: Zum einen liebenswerte, interessante und multidimensionale Charaktere schreiben und zum anderen mehrere Handlungs- und Zeitstränge miteinander verknüpfen. Hoffe auf ganz schnellen Alena-Schröder-Nachschub, werde auf jeden Fall alles lesen, was sie veröffentlicht und wenn es nur ihr Einkaufszettel ist #ultra <3
Worum geht’s? Evelyn hat alles, was sie sich wünscht und ist dennoch nicht glücklich, sie vermisst ihren Beruf. Als Ärztin in den 1950er Jahren ist sie nun an Kind und Küche gebunden und fühlt sich überfordert und auf das Hausfrausein reduziert. Knapp 40 Jahre später kommt ihre Tochter sie aus Berlin besuchen – auf dem Nebensitz in einem Wäschekorb ein 6 Monate altes Baby.
Meine Meinung: Mit „Bei euch ist es immer so unheimlich still“ setzt Alena Schröder ihre historische Romanserie um Hannah, Evelyn und Silvia fort. Dieses Buch hatte zwar nicht die Spannung nach dem verlorenen Erbe, wie im letzten Buch, auch sind hier die historischen Details etwas weniger breit ausgeführt, sodass es mehr eine Art Familienroman ist, dennoch war es unheimlich mitreißend. Der Schreibstil wieder wirklich schön, die Protagonisten muss man einfach gernhaben und mit ihren Worten hat sie erneut wunderschöne Szenerien und Bilder gemalt. Man kann dieses Buch auch lesen, ohne den Vorgängerband zu kennen, aber ich würde die Lektüre des ersten Romans empfehlen, um schonmal einen Eindruck der Familien zu erhalten.
Hier erleben wir Evelyn in den 1950er Jahren, wie sie als einzige Frau unter Männern in ihrem Traumberuf Ärztin versucht, Fuß zu fassen, bis sie ein Kind bekommt und zur Hausfrau wird. Und Silvia, Evelyns Tochter, die im ersten Buch eine eher untergeordnete Rolle hatte, kommt hier auch zum Zug. Mit ihr erleben wir das Berlin kurz vor der Grenzöffnung und bekommen ein bisschen mit von dem Leben in einer Hausbesetzer-WG und wie sie versucht, als alleinerziehende Mutter klarzukommen.
Wie gesagt, so richtig ins Detail geht Frau Schröder hier mit den historischen Hintergründen nicht. Aber mir waren die Charaktere noch aus dem ersten Buch im Hinterkopf und ich mochte einfach alle, sodass es schön war, an deren Leben im jeweiligen Jahrzehnt anzuknüpfen und sie weiter begleiten zu dürfen. Hier haben wir zwei starke Frauen, die versuchen, ein Kind großzuziehen und merken, dass es hierfür wirklich ein Dorf braucht. Wir erleben ein bisschen Drama, die Angst, als Frau zu versagen oder nicht zu genügen, aber auch schöne Momente und ja, ich habe mich beim Lesen wohlgefühlt und bin noch tiefer in das Familienleben von Evelyn und Silvia, aber auch von Hannah hineingekommen. Und eine Stelle gibt es, als Evelyn ihre Wohnung entrümpelt, an dem die Kommode aus dem ersten Teil vorkommt. Ob sie wohl das Bild des Vermeer aus dem ersten Roman finden werden?
Was jetzt noch fehlt, ist ein Ausflug nach Rio zu Senta. Im ersten Buch hatte Hannah sich ja in einen Flieger dorthin gesetzt und in diesem Buch haben wir die Briefe von Senta an Evelyn gelesen. Jetzt würde ich zu gerne wissen, wie es ihr und ihrem Mann Julius dort ergangen ist, vielleicht erzählt uns das die Autorin ja in ihrem nächsten Buch?
Fazit: In Alena Schröders Roman „Bei euch ist es immer so unheimlich still“ treffen wir Evelyn, Silvia und Hannah aus ihrem ersten Roman wieder und knüpfen dort an, wo wir aufgehört haben. Es hat mir Spaß gemacht, in die Vergangenheit zu reisen und alle wiederzusehen. Wir haben hier weniger historische Details, dafür aber umso mehr Familienmomente und es war ein schönes Buch. Ich habe mich beim Lesen wohlgefühlt mit den Familien, dem typischen Familiendrama, den Freuden und dem Leid. Und ich freue mich schon sehr auf das nächste Buch der Autorin, vielleicht dürfen wir dann Senta und Julius nach Rio folgen und erleben, wie es den beiden dort ergangen ist?
Silvias Tochter Hannah ist gerade erst geboren, da beschließt sie, aus ihrer Berliner WG abzuhauen und sich auf den Weg nach Ildingen zu machen. Dort lebt Evelyn, Silvias Mutter. Die beiden hatten lange keinen Kontakt mehr. Nun leben sie wieder zusammen, arbeiten ihre Vergangenheit auf und überlegen, was sie mit dem Rest des Lebens anfangen sollen.
Ich finde, wenn man inhaltlich von diesem Buch spricht, kommt nie so viel rüber wie es tatsächlich der Fall ist. Alena Schröder schreibt einfach so schön und einfühlsam und gibt damit jedem ihrer Charaktere eine ganz besonderer Tiefe. Seit ihrem Debüt war ich neugierig, mehr über diese Familie zu erfahren, was nun bei „Bei euch ist es immer so unheimlich still“ ermöglicht wurde. In wechselnden Perspektiven und unterschiedlichen Zeitsprüngen erfahren wir sowohl Silvias als auch Evelyns Vorgeschichte. Der Fokus liegt auf der Mutter-Tochter-Beziehung und gleichzeitig gibt es eine intensive Nebenerzählung eines weiteren Familienmitglieds. Mich hat der neue Roman von Alena Schröder wieder vollkommen überzeugen können, das war ein Highlight für den Sommer und ein Buch für‘s Herz. Ich hoffe sehr, dass noch ganz viel mehr von der Autorin kommen wird ♥️
Sehr schön geschrieben. Aus dem Leben und den Wundern des Alltags heraus. Tolle Frauenfiguren.
Achtung Spoiler: Meiner Meinung nach werden die Figur Georg und seine Taten nicht klar genug eingeordnet und zu sachte umschrieben. Ein 25-jähriger mit einer 15-jährigen ist hier keine Affäre, sondern Machtmissbrauch. Auch wenn die Bewältigungsstrategie der Protagonistinnen Flucht & Verdrängung sind, hätte die Situation des Missbrauchs insgesamt klarer outgecallt werden sollen und nicht als „normale Affäre“ abgestempelt werden. Auch wenn es im gesellschaftlichen Alltag leider oft wie im Buch beschrieben läuft, sollten Verherrlichungsmechanismen nicht noch reproduziert werden und wenn zumindest z.B. durch eine neue Erzählperspektive (wenn die Protagonistinnen es nicht in ihrer Rolle selbst sehen) eingeordnet werden.
Trotzdem ein angenehmer Anschlussroman.
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Oha, das war wieder gut. Ein Buch gegen Leseflauten. Voller sympathischer Charaktere, mit einigen "neeeiiiin"s, "oohAAAA"s, "nicht dein ernst?!"s und Tränen und Lachen. (Wärs auch nur halb so gut geschrieben, wärs ein guter Seifenoper-Plot, das muss man mögen, ich habs geliebt.)
Ein perfekt konstruiertes Buch, ohne dass es zu konstruiert wirkt. Die Charaktere fühlen sich echt an. Ich habe das Gefühl, dass das Leben in der westdeutschen Kleinstadt nach dem Krieg sehr treffend eingefangen ist - das Spießbürgertum, das Gerede gleichzeitig zu dem ohrenbetäubenden schweigen über die wirklich wichtigen Dinge und die jüngere Vergangenheit. Meine Empathie für Silvia wurde von Seite zu Seite größer, und ich habe mich auch um Verständnis für Evelyn bemüht, aber es fiel mir schwer. Was mir sehr bitter aufgestoßen ist: wie gut Vater Karl weg kam, als sanfter und fähiger Arzt, ein progressiver Ehemann und Vater, als ob er nicht trotzdem für die Wehrmacht gekämpft und schlimmste Dinge getan hat, was am Anfang des Buches auf zwei Seiten stattfindet. Durch seinen zeitigen Tod ist er diese heilige Figur in der Familie und so kommt er auch im Buch viel zu gut weg, ist das nicht auch Teil des totschweigens der deutschen Schuld?
Die Geschichte von Silvia und ihrer Mutter Evelyn spielt auf zwei verschiedenen Zeitebenen, die sich gegenseitig ergänzen. Langsam erfahren wir, wer Georg ist, das Ende von Tante Betti und alles, was der Ankunft von Hannah vorausgeht. Im Hintergrund stehen die historischen Ereignisse eines Deutschlands, das zunächst zerstört aus dem Zweiten Weltkrieg hervorgeht und dann zum Erstaunen der Bewohner den Fall der Mauer beobachtet.
La storia di Silvia e di sua madre Evelyn prosegue su due diversi piani temporali che si completano a vicenda. Piano piano veniamo a scoprire chi sia Georg, la fine della zia Betti e tutto quello che precede l'arrivo di Hannah. In tutto questo da sfondo lo fanno gli avvenimenti storici di una Germania che prima esce distrutta da una seconda guerra mondiale e poi osserva, tra lo stupore degli abitanti, la caduta del muro.
Nachdem ich bereits "Junge Frau am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid" von der Autorin sehr gerne gelesen habe, habe ich mich auch sehr auf ihren neuen Roman "bei euch ist es immer so unheimlich still" gefreut.
Alena Schröder erzählt die Geschichte zweier Frauen, Tochter und Mutter, in zwei allmählich annähernden Zeitebenen. Der Erzählstil gefällt mir richtig gut. Ich konnte sowohl Evelyn als auch Silvia nachvollziehen und der Geschichte emotional folgen. Die Zeitreise wurde von Schröder sehr gut umgesetzt. An sich hat mir aber leider der letzte kleine Funken gefehlt. Gelesen habe ich diese Geschichte trotzdem sehr sehr gerne und möchte eine Leseempfehlung aussprechen - nicht nur für dieses Buch sondern auch für "junge Frau am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid".
Genauso atmosphärisch und gut geschrieben wie sein Vorgänger, an den ich mich erst einmal wieder erinnern musste, um die Handlungsfäden aufzugreifen. Die Geschichte hat mich aber nicht auf dieselbe Weise gepackt - wahrscheinlich, weil ich mich selbst eher mit der Gegenwart und der im ersten Buch Ende 20-jährigen Hannah identifizieren konnte, dazu die Schatzsuche nach dem Bild mit dem unvergleichlich schönen Titel und das Eintauchen in die mysteriöse jüdische Familienvergangenheit.
Dieser Roman spielt ebenfalls in zwei Zeiten, die aber näher beieinander sind, und folgt Evelyn frisch verheiratet und als junge Mutter von Sylvia in den 50ern, sowie Sylvia, ebenfalls junge Mutter im Jahr 1989. Meine Identifikationsfigur Hannah ist hier leider nur ein Baby. Insgesamt bin ich vielleicht nicht so nostalgisch für die Themen dieser Zeitebenen. Die Konflikte, die sich im Buch abspielen, sind insgesamt domestischer, stiller, als im ersten Buch. Die präzisen Beobachtungen zwischenmenschlicher Beziehungen und Geheimnisse sorgen trotzdem für ein rundes Leseerlebnis.
Alena Schröders Bücher machen dasselbe mit mir wie warmer Sommerregen. Immer ein bisschen aufregend, aber auch viel Wonne. So war es dieses Mal auch und ich habe Evelyn, Silvia und Hannah so herrlich lieb gewonnen, dass es mir zum zweiten Mal schwerfiel, sie gehen zu lassen. Niemand schreibt so einnehmend und wohlwollend wie Alena Schröder, ich habe das Buch in zwei Tagen verschlungen und wünschte, ich könnte es noch einmal zum ersten Mal lesen. In jeder Seite gibt’s ein Geheimnis und eine Erkenntnis - das macht es so schwer das Buch wegzulegen und so leicht, die Geschichte zu mögen. ❤️
Ein toller zweiter Teil, der einen guten Einblick in Evelyns und Silvias Beziehung bietet. Mir zumindest wurde während der Lektüre immer klarer, warum sie so sind wie sie sind. Auch die neuen Nebencharaktere fand ich klasse, besonders Rüdiger. Ungefähr auf der Hälfte des Buches dümpelt die Handlung etwas vor sich hin und mir war nicht klar, warum bestimmte Szenen erzählt wurden. Dann hat die Autorin aber den Handlungsstrang wieder aufgenommen und das letzte Drittel des Buches war noch sehr gelungen. Das Ende fand ich stark. Nach zwei Büchern hätte ich immer noch Lust, die Charaktere in einem weiteren Roman noch besser kennenzulernen (obwohl schon klar ist, was passiert). Wie im ersten Teil war der Erzählstil klasse. Die Geschichte der Borowskis wird mich sicher weiterhin beschäftigen.
„Ildingen“ 🇩🇪☘️🌿🧑🧑🧒🏥👨🏼⚕️👩🏼⚕️❤️👵🏼👩🏼🍼🍼🚼 Vor dem lesen dieses Romans hatte ich schon viel Respekt, weil es mal was ganz anderes war im Vergleich zu dem, was ich in letzter Zeit gelesen habe. Aber ich bin absolut begeistert und liebe alles daran🤩 Der Schreibstil von Alena ist so flüssig und man kann ohne Probleme mehrere Seiten am Stück verschlingen. Auch wenn das Thema vielschichtig und teils düster ist, lässt sie es leicht wirken und man fliegt durch die Seiten. Als Gen Z habe ich (abgesehen vom Schulwissen) nicht die große Ahnung von der damaligen Zeit, weshalb ich es nochmal interessanter fand, aus der Perspektive einer Frau bzw. Mutter alle Schwierigkeiten, Niederschläge, aber auch fröhliche Momente zu erleben. Der Sprung in der Generation von Mutter und Tochter macht es nochmal besser und jedes Kapitel bringt neue Wendungen und Erkenntnisse mit sich, die ich auf jeden Fall nicht habe kommen sehen 🤯 Ein absolutes Highlight für mich persönlich und ich empfehle es jedem der mal aus der Komfortzone gelockt werden will und gemütliche, ernste Stunden mit einem fantastischen Buch verbringen möchte 🥰
Ich hatte gar keine hohen Erwartungen an dieses Buch, da ich mir nicht vorstellen konnte, dass es an das erste Buch herankommen würde. Ich muss aber sagen, dass es mir sehr gut gefallen hat. Gerade die Mutter-Tochter-Beziehung zwischen Evelyn und Sylvia und die Einbettung in den historischen Kontext waren schön beschrieben. An manchen Stellen war die Handlung ein kleines bisschen vorhersehbar, aber das hat keinesfalls die Freude am Lesen vermindert!
Sehr schön erzähltes und leichtes Buch was man gut in 2-3 Tagen weglesen kann. Nachfolgerbuch zu „Junge Frau am Fenster…“ was ich auch schon sehr gern mochte. Sylvia flüchtet aus ihren Leben in Berlin mit einem kleinen Polo 1989 mit ihrer neugeborenen Tochter Hannah nach Illdingen ins Schwabenländle zu ihrer Mutter Evelyn. Die beiden haben ein schwieriges Verhältnis zueinander und es kommen nach und nach die Familiengeheinnisse ans Licht.
Das Szenario des quasi zweiten Teils der Familiengeschichte war zwar wesentlich banaler, hat mich aber umso sehr überzeugt. Silvias und vor allem Bettis Geschichte waren sehr berührend.
Die Story hätte auch ohne Einbauen des Mauerfalls Sinn ergeben, wieso wird immer zwanghaft ein historisches Ereignis eingebaut?!
Ebenso leicht zu lesen wie der Vorgängerroman, starke Frauenfiguren und ebenso treffende wie berührende Beobachtungen zu Familien-/Mütter-Tochter-/Freundschaftsdynamiken.
K(l)eine Kritik: Ebenso wie im Vorgängerroman finde ich, dass auch dieses Buch ein paar Handlungsstränge mehr aufmacht, als nötig wäre - die Erzählung käme ohne Probleme auch mit der Hälfte der familiären Verflechtungungen und Dramen aus, vllt dann mit noch etwas mehr Tiefgang. Gleichzeitig eröffnen sich so Anknüpfungspunkte für Folgeromane ;) ... die ich auch wieder gerne lesen werde!
Mir hat der erste Roman von Alena Schröder "Junge Frau, am Fenbster stehend, Abendlicht, blaues Kleid" unheimlich gut gefallen und so habe ich gerne zu der Fortsetzung, die zeitlich aber vor dem ersten Roman spielt, gegriffen.
Hier geht es um Evelyn, Hannas Großmutter aus dem 1. Buch, und ihre Tochter Sylvia. Die Geschichte wird wieder in mehreren Zeitebenen erzählt, so dass sich am Ende ein umfassendes Bild dieser Familiengeschichte ergibt.
Evelyn ist nach dem Krieg mit ihrer Freundin Betti aus dem zerstörten Osten Deutschlands in ihre kleine schwäbische Heimatstadt gegangen, denn ihre Familie ist tot. Sie arbeitet als Ärtin, medizinisch anerkannt, doch als Frau in der Position eher ein Fremdkörper. Als sie dann Bettis Bruder Karl heiratet und Tochter Sylvia kommt, ändert sich ihr Leben radikal. Sie wird zur Hausfrau und Mutter degradiert, so kommt es ihr vor. Statt Fachgespräche zu führen, ist sie ans Haus gefesselt, muss kochen, backen, Wäsche waschen und das kränkliche schreiende Baby versorgen. Das Verhältnis zu Sylvia ist gestört, denn letzendlich fühlt sich Evelyn um ihr Leben betrogen.
Sylvia, die eine schwierige Kindheit hatte und schließlich ins Internat abgeschoben wird, hat sich nach einem schrecklichen Ereignis von der Mutter losgesagt und verschwindet. 1989, als sie mit ihrem Baby Hannah jedoch nicht mehr weiter weiß, kehrt sie schließlich in die Heimat zurück und versucht, sich ihrer Mutter zu nähern. Doch diese ist nicht bereit zu reden.
Ich mochte auch diesen Roman von Alena sehr gerne. Der Schreibstil ist flüssig und durch die Zeitsprünge entwickelt sich ein Sog, bei dem ich immer weiterlesen musste, um endlich das vollständige Bild der Geschehnisse in Sylvias und auch Evelyns Vergangenheit zu erfahren.
Beide Frauen sind tief verletzt und verschlossen, doch die Klärung der Geschehnisse der Vergangenheit sind unumgänglich.
Die Schilderung der 50/60er Jahre fand ich sehr gelungen. Die oftmals vom Wohl des Ehemanns abhängigen jungen Frauen wollten sich gerne entfalten und wurden dann entweder als Rebellin schief angeschaut oder haben sich so gut es ging angepasst.
Ebenfalls gelungen geschildert fand ich Sylvias innere Konflikte. Sie wollte unabhängig sein, doch ist sie verletzt, als der Erzeuger ihrer Tochter ihr den Rücken zukehrt.