In kaum einer anderen westlichen Demokratie sind Vermögen so ungleich verteilt wie in Deutschland. Wir sind ein Hochsteuerland für mittlere Arbeitseinkommen, aber ein Niedrigsteuerland für Vermögende. Wie kann das sein? Ist das gerecht? Warum haben Superreiche geringere Steuer- und Abgabensätze als der Durchschnitt hierzulande? Und wie bekommen wir es hin, dass unser Steuersystem allen dient? Julia Jirmann zeigt leicht verständlich die wesentlichen Zusammenhänge auf. Wer sind Deutschlands Superreiche? Wer erbt am meisten? Wie unterscheiden sich die Verhältnisse in Ost- und Westdeutschland? Wer zahlt welche Steuern und wie viel? Gibt es einen Unterschied zwischen Männern und Frauen? Jirmann räumt mit einigen Mythen auf und macht konkrete Reformvorschläge für ein gerechteres Steuersystem. Denn die hohe Ungleichheit schwächt den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Fähigkeit des Staates, zum Wohle der Allgemeinheit Probleme wie den Klimawandel, öffentliche Mobilität, Bildung und Sicherheit anzugehen.
Ein Buch, welches die Untätigkeit und das grenzenlose Versagen der Politiker der letzten Jahrzehnten aufzeigt. Aktueller denn je mit einer Regierung die mit Superreichen und Großkonzernen kuschelt und gleichzeitig dem Sozialstaat den Kampf ansagt.
Dieses Buch zu lesen hat mich unglaublich sauer gemacht, es hält einem (gut und verständlich erklärt) vor Augen was falsch läuft und was besser laufen könnte, was besser laufen MUSS wenn sich die Schere in Deutschland nicht noch weiter öffnen soll.
Kurz gesagt: auch für Laien verständlich erklärt bringt es einen an den Rand der Verzweiflung. In diesen Zeiten ein sehr wichtiger read !!!!
Ich möchte eine ganz besondere Leseempfehlung für "Blackbox Steuerpolitik" aussprechen: Das Buch gibt mit ca. 150 Seiten einen kompakten Überblick über unser Steuersystem und seine gravierendsten Gerechtigkeitslücken. Es ist dabei rhetorisch völlig unaufgeregt: Wenn man bei der Lektüre politische Wut empfindet – wie sie bei mir mehrfach hochgekommen ist –, dann nicht wegen einer emotional aufputschenden Schreibweise. Im Gegenteil, viel sachlicher dürfte es kaum möglich sein aufzuschreiben, wie ungereimt, inkonsistent und im Konflikt mit den selbstgesetzten Zielen das deutsche Steuersystem ist. Auch die Vorschläge, die Jirmann macht, setzen nur darauf, dass das Steuersystem an den bestehenden unstrittigen politischen Zielen ausgerichtet wird, nicht darauf, neue weiterreichende politische Ziele zu erreichen wie Umverteilung in Richtung einer klassenlosen Gesellschaft oder einer echten Leistungsgesellschaft. Ihr Reformvorschlag, der bereits im Titel versprochen wird, sollte daher "eigentlich" die breite demokratische Mitte von Linke bis Union (mit Ausnahme der FDP) ansprechen. (Es ist eine politische Farce, dass gerade die Union Steuerpläne propagiert, die kontraproduktiv für ihre selbsterklärten politischen Ziele ist.) Er besteht aus den folgenden Punkten: a) Einführung einer Vermögenssteuer von 2% ab 10 Millionen Vermögen, b) keine weitere Senkung der Unternehmenssteuern bei Umsetzung der globalen Mindestbesteuerung, c) Übergewinnsteuer, wenn Umsatzrentabilität >10% und Umsatz >20 Milliarden, d) Abschaffung des Ehegattensplitting, e) Abschaffung aller Ausnahmen im Immobilienbereich, f) effektive Erb- und Schenkungssteuer mit höheren Freibeträgen plus Ausnahme für eine selbstgenutzte Immobilie, allerdings mit Lebensfreibeträgen (statt alle 10 Jahre) und ohne Ausnahmen für vererbte Unternehmen (Verschonungsbedarfsprüfung) und Erbschaften mit >300 Wohnungen.
Kurz und knackig. Wir müssen aufhören Politik für reiche zu machen! Dies können wir nur mit unserem Wahlverhalten beeinflussen. Der ‚trickle down effect‘ funktioniert einfach nicht. Super Reiche werden in diesem Land bevorzugt, obwohl sie es nicht nötig haben und ärmere Leute bleiben auf der Strecke. Ungerechtigkeit und Ungleichheit stehen an der Tagesordnung.
Dieses Buch legt die größten Störfaktoren auf bezüglich Steuer Subventionen vom Staat für die Superreichen in unserer Gesellschaft.
Sehr interessantes Thema und auch sehr gut geschrieben. Leider bleibt mir das Buch deutlich zu oberflächlich. Es ist schlicht zu kurz um in vernünftigem Maße auf die Themen einzugehen!