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Frantz Fanon: Ein Porträt

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Frantz Fanon hat in seinem kurzen Leben (1925–1961) als Psychiater, Schriftsteller und Journalist, als Freiheitskämpfer und als Vordenker der Dekolonialisierung nahezu Unermessliches geleistet. Er starb, als die meisten afrikanischen Länder gerade erst ihre Unabhängigkeit erreicht hatten; seine Warnungen an kolonisierte Länder auf dem Weg zur Unabhängigkeit haben sich als prophetisch erwiesen. Fanons Analysen werfen noch immer ein erhellendes Licht auf die postkolonialen Konflikte von heute.
Geboren auf den Antillen, kam Frantz Fanon, wie sein Zeitgenosse Che Guevara, als Arzt zu seiner revolutionären Laufbahn in einem fremden Land. Er kämpfte bei den Forces Françaises Libres gegen Nazideutschland, gründete Afrikas erste sozialtherapeutische Psychiatrie im algerischen Blida und reiste als Sprecher der algerischen Befreiungsbewegung durch Afrika. Sein Buch Die Verdammten dieser Erde wurde »Das kommunistische Manifest der antikolonialen Revolution« genannt. Fanons Schriften sind heute Klassiker des Postkolonialismus.
Zum 100. Geburtstag Frantz Fanons im Juli 2025 erscheint jetzt die Neuausgabe der großen Biografie seiner Weggefährtin Alice Cherki. Sie arbeitete in Algerien und Tunesien als Psychiaterin an seiner Seite und war wie er während des Algerienkrieges in der Befreiungsbewegung aktiv. Sie beleuchtet Entstehungsgeschichte und -kontext von Fanons Texten und Ideen und zeigt, dass Fanon die individuellen und sozialen Auswirkungen der rassistischen Unterdrückung ebenso im Blick hatte wie Möglichkeiten, die Entfremdung zu überwinden.

388 pages, Kindle Edition

Published October 14, 2024

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Alice Cherki

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Profile Image for Tobi.
11 reviews
June 27, 2026
Man sollte keine kohärente und gut strukturierte Biografie erwarten, denn dafür möchte das Buch zu viel. Nichtsdestotrotz bietet es einen wirklich sehr erhellenden Einblick in zentrale Stationen von Fanons Schaffen. Dabei versucht die Autorin stets, die biografischen Etappen mit den Schreibprozessen seiner Werke in Kontakt zu bringen, was aber aufgrund der Kürze zwangsläufig unterentwickelt bleiben muss. Leider merkt man dem Buch die große Begeisterung Cherkis für Fanon an. Dabei versucht sie ihn, gegen eine posthume Idealisierung zu verteidigen, trägt letztlich aber selbst dazu bei.

In der Gewaltfrage verrennt sie sich ein wenig. Sie versucht Fanon, vor der teleologischen Gewaltemphase in Sartres Vorwort zu „Die Verdammten dieser Erde“ in Schutz zu nehmen, verpasst es dabei aber Fanons eigenes Hadern mit der antikolonialen Gewalt in der Praxis der algerischen Revolution angemessen herauszuarbeiten.

Schmunzeln musste ich bei gelegentlichen (subtilen) Seitenhieben gegen den (Post-)Strukturalismus.
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