In der Beziehung zur eigenen Mutter liegt der Schlüssel zur Freiheit
Viele erwachsene Töchter und ihre Mütter treibt die Frage um, warum sie nicht miteinander auskommen. Sie rätseln, warum Gefühle von Wut, Enttäuschung und unerfüllter Sehnsucht die Beziehung dominieren, gerade dann, wenn beide Frauen selbstständig und mit beiden Beinen im Leben stehen. Diese Brüche und Entfremdungen zwischen Mutter und Tochter können gekittet und viele Fehler und Missverständnisse in der nächsten Generation vermieden werden. Es lohnt sich, hinter die Fassaden zu schauen, denn es gibt etwas, das Töchter mindestens genauso dringend von ihren Müttern benötigen wie Nä Freiheit.
Was diese besondere Beziehung ausmacht und was Töchter von ihren Müttern brauchen, wie sich Frauen gegenseitig stärken können, um Freiheit und Selbstbestimmung zu erlangen, beschreibt die Sozialpsychologin Sarah Trentzsch empathisch und praxiserfahren in diesem augenöffnenden Buch.
Ich kann mir gut vorstellen, dass das Buch nicht für jeden was ist. Als Tochter, die die Beziehung zur Mutter gerade neu gestaltet und selbst Mutter einer Tochter fand ich es echt interessant. Es war jetzt nicht alles super neu für mich, aber ich mochte die konzentrierte Darstellung.
Das Buch legt einen massiven Fokus auf die Mutter-Tochter-Beziehung, was zu erwarten ist - allerdings werden mir dabei andere Beziehungen zu sehr ausgeblendet. Gerade was das Thema der Väter betrifft, fand ich das Buch zu einseitig.
Kurzum, ich habe ein paar gute Denkanstöße mitgenommen. Das Buch liest sich kurzweilig und flüssig, was ja nicht bei jedem Sachbuch so ist. Dafür gibt es von mir 4 Sterne.
Ich habe jetzt wirklich lange darüber nachgedacht, wie ich dieses Buch bewerte, und ich glaube, ich werde keine Sterne vergeben.
Dieses Buch beschreibt individuelle Beziehungen von Müttern und Töchtern, hinter diesen Geschichten stecken Menschen, und ich möchte mir nicht anmaßen, dies zu bewerten. Zwischenmenschliche Beziehungen und ihre Entwicklungen sind immer sehr komplex.
Ich hatte gehofft, einige wissenschaftliche Ansätze zu lesen und neue Erkenntnisse zu patriarchalen Prägungen und „Mutterschaft“ als soziales Konstrukt zu bekommen, aber das Buch war eher eine Sammlung von Erfahrungsberichten, um verschiedene Lebensrealitäten darzustellen.