Birgit er sykepleier i Bodø under andre verdenskrig og blir involvert i motstandsarbeidet. Hun forelsker seg i en russisk krigsfange, men det hemmelige forholdet får katastrofale følger. Nadia blir tatt til fange av tyskerne på landsbygda i Ukraina og sendt til Bodø som tvangsarbeider. En norsk NS-soldat er den eneste som gir henne følelsen av å ha verdi som menneske. I Bodø krysses Birgits og Nadias veier. Begge er mormors venninner, og som henne fortier de sine historier. Alt som skjer dem, deler de bare med hverandre. Når krigen er slutt, fortsetter historien i Bodø, Oslo, Moskva og på Etterretningstjenestens gård i Gudbrandsdalen. En fortelling om vennskap som gjør livet verdt å leve til tross for store prøvelser - og om håp, styrke og skjebnesvanger kjærlighet.
Romanen er inspirert av sanne historier og faktiske hendelser, og er en frittstående bok i Trude Teiges mormor-trilogi: Mormor danset i regnet, Morfar pustet med havet og Mormors utrolige venninner.
Die Trilogie Trude Teiges vorhergehende Romane um die Norwegerin Tekla und ihre Ehe mit dem deutschen Wehrmachtssoldaten Otto, sowie die Kriegserlebnisse ihres Nenn-Großvaters Konrad im Indischen Ozean spielen während des Zweiten Weltkriegs und der deutschen Besetzung Norwegens, bis in die 50er Jahre. Im dritten Band erfährt die Berichterstatterin Juni von zwei Freundinnen Teklas, Birgit Johansen und Annelise Friedmann, die als Krankenschwestern nördlich des nördlichen Polarkreises in Bodø arbeiteten. Da die Erlebnisse der beiden Generationen parallel stattfinden, können die Romane unabhängig voneinander gelesen werden, ich halte es für sinnvoller, zuvor im ersten Roman Tekla kennenzulernen.
Inhalt Teklas Freundin Birgit, mit der Juni durch Besuche vertraut war, sprach Russisch, das sie bei einem Exil-Russen lernte. Ihre Begegnung mit Ilja empfand sie als Fenster zur Welt. Durch Birgits Russisch-Kenntnisse gelangt sie in Bodø in Kontakt zu Zwangsarbeiter:innen, die u. a. aus Russland und der Ukraine von der deutschen Wehrmacht verschleppt wurden. Insgesamt berichtet die Icherzählerin Juni von bis zu 800 Gefangenen im Lager und 40 Babys, die inzwischen geboren waren. Zwangsarbeit zum Ausbau der norwegischen Infrastruktur im hohen Norden war lange kein Thema in Norwegen.
Dass Birgit schließlich nach Kriegsende in der norwegischen Botschaft in Moskau als Agentin für die USA gearbeitet haben soll, hört Juni bei deren Beerdigung zum ersten Mal. Obwohl Birgit als Schwesternschülerin im Krankenhaus vermutlich bis zum Umfallen gearbeitet haben muss, gerät sie in den Kreis des norwegischen militärischen Widerstands gegen die Besetzung. Den unlösbaren Konflikt, dass sie zwar offiziell wie im Geheimen Einzelpersonen retten könnte, die Verhaftung einer Pflegekraft aber ein größerer Schaden für ihr Land wäre, zeigt Trude Teige hier anschaulich. … Bereits in den 50er Jahren wird Birgit von einem Psychiater ermahnt, ihre persönlichen traumatischen Ereignisse in einer Therapie zu bearbeiten, Medikamente allein würden ihre psychische Erkrankung nicht heilen. Weitaus entschiedener als Birgit “alles kann man nie erzählen“, schweigt Marianne über ihre Erlebnisse.
Mit dem Schicksal der drei Norwegerinnen nimmt Trude Teige den Faden kollektiver Verdrängung von Kriegstraumata auf. Deutschland wurde in den 80ern des vorigen Jahrhunderts unfreiwillig mit diesem Thema konfrontiert, als in der zwischen 1910 und 1920 geborenen Frauengeneration eine Häufung von schwereren psychischen Erkrankungen auftrat. Auch ich habe hautnah miterlebt, welch fatale Folgen kollektive (oder staatlich verordnete) Verdrängung von Kriegstraumata haben kann. …
Fazit Wie in den vorhergehenden Romanen vermittelt Trude Teige sehr eingängig Erlebnisse und Traumatisierungen unter deutscher Besatzung Norwegens. Ob Birgit als spätere Angestellte im Außenministerium anders als die Normalbevölkerung privilegierten Zugang zu einer Therapie hatte, bleibt offen. Auch wenn sich im Roman Zufälle häufen, hat er unzweifelhaft das Verdienst, Verschwiegenes und Verdrängtes ins Bewusstsein zu rücken – vom Thema Zwangsarbeit, über norwegische Kollaborateure, Einzelpersonen, die Gefangene aus dem Land brachten, vererbten Traumata bis zum tief verwurzelten politischen und privaten Misstrauen, dass der Kalte Krieg zwischen Ost und West aufbaute.
Der dritte und letzte Teil der Trilogie um die Großeltern von Enkelin Juni, die (wie auch in Band 2) hier nicht wirklich vorkommt - was mir sehr gut gefiel, denn die Geschichten sind auch ohne Gegenwartsstrang stark/solide genug.
Die Großeltern (Tekla fast nur aus der Ferne als Briefeschreiberin, Konrad nur namentlich erwähnt) spielen in diesem Buch nicht die Hauptrolle, sondern Teklas beste Freundin Birgit. Es erschien mir etwas weniger mitreißend als die beiden Vorgänger, war aber ein schöner Abschluss der Reihe.
Wie Trude Teige im Schlusswort beschreibt: Zu wenige Frauen haben die Geschichten unserer Zeit mit verfasst. Allein dafür sind ihre drei Bände sehr wichtig.
Entgegen des Vermerks der Autorin in der Danksagung lassen sich die Bücher zwar einzeln lesen, das letzte enthält aber einige „Spoiler“, besonders bezogen auf ersten Band. Der Reihe nach gelesen sind sie sehr stimmig.
Das Buch handelt im 2. Weltkrieg und auch in dem danach. Der Roman schneidet so viele wichtige politische, kulturelle und soziale Themen an! Was ich ganz wichtig finde ist, dass das Thema „Vergessen“ thematisiert wird. Früher wie heute ist es so unglaublich wichtig, dass wir niemals (!) vergessen und Geschichte so aufarbeiten müssen, damit die Wir + die Nachwelt daraus lernen kann.
Das Ende finde ich irgendwie tragisch-schön. Es zeigt die Vergänglichkeit aber auch Leben. Mein Herz hatte so ein Kribbeln und es fühlte sich an als würde es sich ausdehnen - aus Trauer, Mitgefühl, Vermissen und Unfassbarkeit über die damaligen Geschehnisse der Zeit.
Wir sehen uns wieder am Meer von Trude Teige gehört dank Netgalley Norwegen im Krieg, befreundete Krankenschwestern überlegen wie sie ihre Arbeit weiterführen sollen. Anette meldet sich als Krankenschwester für die Front bei den Deutschen, Birgit wechselt in den Norden, während Tekla am Ort bleibt. Wir folgen Birgit, die dank ihrer Russischkenntnisse ukrainische Zwangsarbeiterinnen unterstützt und sich im Widerstand engagiert. Kurz vor Kriegsende gerät sie in die Fänge der Gestapo und entrinnt dem Foltertod nur knapp. Doch auch ihr weiteres Leben bleibt spannend…. Am Ende finden sich die 3 Freundinnen vom Anfang plus Nadia, eine der Ukrainerinnen. Birgits Leben ist turbulent und berührt viele politische Aspekte der Zeit Krieg- und Nachkriegszeit. Ihre Entscheidungen sind nicht immer logisch und vor Allem nicht gefahrlos und so geht sie oft den zu harten Weg. Trotzdem und gerade deshalb bauen ihre Freundschaften sie auf und stärken ihr den Rücken. Dieses Buch ist ungewöhnlich, da es sich weder auf eine bestimmte geschichtliche Zeit beschränkt, noch ein ganzes Leben abbildet. Das Zeitfenster, in dem Birgit begleitet wird, endet fast willkürlich – es hätte genauso auch weiter erzählt werden können. Die Personen sind stark dargestellt und wirken auf mich überzeugend, auch wenn die Motive nicht immer eindeutig sind. Das Hörbuch ist gut und ansprechend gelesen und war eine interessante Erfahrung. #WirsehenunswiederamMeer #TrudeTeige #NetGalleyChallenge! #KathrinliebtLesen #Bookstagram #Rezension #Audiobook
Likte denne boka veldig godt, så angrer ikke på å ha anbefalt den til så mange kunder på jobb haha. Syns den egentlig bare ble bedre utover. Den startet som 4-stjerner, men utviklet seg gjennom historien til å bli 5. Kjempe bra bok.
In den ersten beiden Büchern der Autorin wird über Juni`s Großmutter und Großvater geschrieben, das letzte Buch ihrer Trilogie widmet die Autorin Theklas Freundinnen Birgit, Nadia und Annelies. " Wie sehen uns wieder am Meer" hat mir wieder ausgesprochen gut gefallen, weil es über die Kriegszustände und die Nachkriegszeit in Norwegen und Russland berichtet, Ländern, die nicht so häufig in Büchern vorkommen.
Im Mittelpunkt dieses Buches stehen Birgit und Nadia. Nadia wird von den Deutschen aus der Ukraine verschleppt, die Norwegen besetzt haben und muss als Zwangsarbeiterin in den Fischfabriken in Bodo arbeiten, sieblebt in einem Lager. Birgit kommt als Krankenschwester in diesen kleinen norwegischen Ort und lernt Nadia im Rahmen ihres Berufes kennen. Wir erfahren als Leser viel über die Zustände, die in solchen Lagern herrschten, von der Willkür und Grausamkeit der deutschen Besatzer und der Ausweglosigkeit der russischen Kriegsgefangenen, die zu tausenden in Norwegen in Lagern lebten und dort mishandelt wurden.
Birgit engagiert sich neben ihrem Beruf als Krankenschwester im Widerstand und hilft entflohenen Kriegsgefangen bei der Flucht und sich zu verstecken. Außerdem arbeitet sie als Spionin für die Amerikaner. Als sie dabei erwischt wird, wird sie von den Deutschen kurz vor Kriegsende gefangen genommen. Nach dem Krieg arbeitet sie für die norwegische Botschaft in Moskau, trifft dort ihre Liebe wieder und wird dort widerum vom KGB erpresst, für dwen KGB zu arbeiten.
Mich haben die Schicksale von Nadia und Birgit, aber auch von Annelies, die aber nur eine Nebenrolle hat , stark bewegt und noch lange beschäftigt. Trude Teige versteht es sehr gut dem Leser die Kriegs,- aber auch die Nachkriegszeit in diesen beiden Länder nahe zu bringen, die politischen Entwicklungen, die dazu führten, dass Russland und Norwegen sich immer weiter voneinander entfernten.
Tekla, Juni´s Großmutter spielt hier insofern eine Rolle, als sie durch Briefe und Gespräche in die Geschichte involviert ist.
Schade, dass diese Reihe mit diesem Buch endet, ich habe alle drei Bücher, die man auch unabhängig voneinander lesen kann, sehr gerne gelesen und kann sie nur empfehlen.
So ein fantastisches Buch! Trude Teige versteht es brillant, die Vergangenheit durch die authentische Darstellung der historischen Ereignisse zum Leben zu erwecken. Auch sensible und schwierige Themen fasst sie so gekonnt in Worte, dass das Lesen leicht ist, aber dennoch sehr berührend, dramatisch und eindrucksvoll.
Schauplatz ist zunächst das von Deutschen besetzte Örtchen Bodø in der Provinz Nordland in Norwegen. Dorthin verschlägt es die Krankenschwester Birgit nach dem Tod ihrer ersten Liebe Ilja. Bei ihm hat die Norwegerin russisch gelernt und ihre Liebe zu Russland entwickelt.
Trude Teige hat die Atmosphäre des besetzten Ortes Bodø sehr authentisch eingefangen. Die Beschreibung der Lebensumstände in den Lagern der Zwangsarbeiter kann niemanden kalt lassen. Birgit schaut nicht weg, sondern versucht zu helfen, so gut sie kann. Sie freundet sich mit der Ukrainerin Nadja an, die aus ihrer Heimat verschleppt wurde, um in der Fischfabrik zu arbeiten. Besonders berührend finde ich, wie die Freundschaft der Frauen ihnen Kraft gibt und sie trotz aller Verluste und traumatischen Erlebnisse nicht aufgeben lässt. Dadurch strahlt die Geschichte für mich so viel Hoffnung und Positivität aus, eben weil es immer wieder Menschen gibt, die alles riskieren, um anderen zu helfen.
Birgit gerät zwischen die Fronten, dabei wollte sie nur helfen. Das hat mich tief berührt. Aber tröstlich finde ich, dass trotz der schlimmen Umstände die Freundschaften Halt geben und einen positiven Blick in die Zukunft zulassen. Auch wenn manche Wunden niemals verheilen werden und mehr als oberflächliche Narben zurücklassen.
Ein wunderbares Buch, das mich genauso beeindruckt hat wie die beiden vorherigen Bücher.
Wir sehen uns wieder am Meer, ist der dritte Band der Großmutter – Reine der norwegischen Schriftstellerin Trude Teige. Die Reihe hat damit einen würdigen Abschluss. Dieses Mal ist Theklas Freundin Birgit die Protagonistin. Interessant ist, das die Erlebnisse und Schicksale, tatsächlich Frauen geschahen. Durch die beiden vorherigen Bücher wusste ich schon von den Kriegsjahren in Norwegen und das es viele norwegische Nazis gab. Hier erfährt man noch, das es viele ukrainische Frauen und Mädchen gab, die von den Deutschen verschleppt worden waren und dann unter elenden Bedingungen Zwangsarbeit verrichten mussten. Das wird so genau geschildert, da leidet man mit. Dann, nach dem Krieg, ging das Elend ja noch weiter. Die Autorin hat mich wieder total überzeugt, da warte ich doch auf das nächste Buch. Es ist ein lesenswertes Buch.
Die Sprecherinnenstimme kannte ich bereits aus anderen Hörbüchern und fand sie wieder großartig – warm, klar und sehr angenehm zu hören. Auch die Geschichte hat mich wirklich begeistert. Sie wird interessant, abwechslungsreich und mitreißend erzählt, sodass ich durchgehend gerne weitergehört habe. Auch das Setting in Norwegen fand ich sehr interessant.
Mormors utrolige venninner er en vakker og gripende fortelling om kvinner og deres vennskap før, under og etter 2. Verdenskrig. En viktig oppfølger til Teige sine bøker om sine besteforeldre. Liker alle bøkene men jeg liker best de som omhandler familien og historien deres.
Nachdem ich die ersten beiden Teile von Trude Teiges Trilogie gelesen hatte, war klar, dass ich auch den letzten Band lesen würde. Leider war „Wir sehen uns wieder am Meer“ für mich eher enttäuschend. Zwar verpackt die Autorin wie auch in „Als Großmutter im Regen tanzte“ und „Und Großvater atmete mit den Wellen“ Geschichte in Geschichten, aber persönlichen Schicksale in diesem Buch fand ich schwach und zu episodenhaft. Punkten konnte dieser Teil der Serie nur durch den historischen Hintergrund, der wie üblich gut recherchiert und sehr interessant war. Aber von vorn. Das Freundinnen-Dreiergespann Birgit, Tekla und Anneliese geht mit der Besetzung Norwegens durch die Deutschen 1944 vollkommen unterschiedlich um. Anneliese stammt aus einer Nazi-Familie und meldet sich freiwillig als Krankenschwester an die Front. Tekla und ihre Geschichte sind aus „Als Großmutter mit dem Regen tanzte“ bekannt. Birgit, die Protagonistin dieses Buchs, lernt in ihrer Freizeit Russisch, ihr Russischlehrer bringt ihr neben der Sprache auch vieles über die Kultur bei. Nach dem Tod ihres Lehrers und Vertrauten, zieht Birgit nach Bodø im Norden Norwegens, schließt sich dort dem Widerstand an und trifft auf die 16jährige Nadia. Die junge Frau wurde aus der Ukraine verschleppt und arbeitet als Zwangsarbeiterin in der örtlichen Fischveredelungsfabrik. Zwischen Birgit und Nadia entsteht eine enge Freundschaft. Bei der Arbeit im Krankenhaus lernt sie den schwerverletzten Russen Alexander Abramow kennen und lieben und hilft dabei, ihn gesund zu pflegen, bis er Norwegen verlassen kann. Dank ihrer Russischkenntnisse bekommt sie nach dem Krieg einen Job beim Auswärtigen Amt in Moskau und kommt ihrem Ziel, Alexander wiederzufinden, näher. Bald werden auch verschiedene Geheimdienste auf sie aufmerksam und versuchen, sie anzuwerben. Ich habe alle drei Teile der Trilogie hintereinander weggelesen und bin beim letzten hin- und hergerissen. Der geschichtliche Hintergrund war genauso gut recherchiert und in die Lebensgeschichte der fiktiven Charaktere eingeflochten, dennoch fand ich das Buch nicht so gut wie die Vorgänger. Da man aus den anderen Teilen weiß, dass sich Birgit, Anneliese und Tekla später in ihrem Leben regelmäßig bei Tekla auf der Insel getroffen haben, weiß man in etwa, wie die Geschichte ausgehen wird und das nahm mir die Spannung. Die Zustände im Lager und für die Zwangsarbeiterinnen, die F**ter und die Ver***ltigungen durch die Nazis, aber auch die Naivität vieler, die immer wieder betonten, dass „XY nicht so ist, wie die anderen“, sind hervorragend und bildhaft beschrieben. Manche hatten damit Recht, manche nicht, aus heutiger Sicht mit dem Wissen über die damalige Zeit, ist vieles nicht nachvollziehbar. Dennoch fand ich die Einblicke in die Gedankenwelten interessant. Sprachlich fand ich das Buch so gut wie die anderen Teile der Trilogie, aber der Aufbau machte es für mich schwerer zu lesen. Es ist zwar alles in allem eine zusammenhängende Geschichte, aber auch eine Aneinanderreihung von Ereignissen mit einigen großen Sprüngen. Die Charaktere fand ich auch nicht ganz so greifbar beschrieben, selbst zu den Protagonisten konnte ich keine wirkliche Bindung aufbauen. Wieder einmal stellt Trude Teige starke Frauen in den Mittelpunkt ihrer Erzählung. Der Krieg wirft auch lange nach seinem Ende seine Schatten auf ihr Leben und prägt ihr ganzes weiteres Leben auf unterschiedliche Weisen. Das Buch ist der Abschluss der Trilogie, kann aber gut ohne Vorkenntnisse gelesene werden. Ich würde fast so weit gehen, dass es für mich ein Nachteil war, die anderen Teile zu kennen. Dadurch wusste ich in etwa, wie es ausgehen würde und das nahm mir komplett die Spannung. In diesem Buch fehlte mir neben der Spannung aber auch die Emotionen, Trude Teige schreibt meiner Meinung nach in diesem Band viel distanzierter als in den anderen und das fand ich etwas enttäuschend. Auch die Tatsache, dass sie die Geschichte durch ihr „alter ego“ Juni Berke, die Enkeltochter von Tekla (Protagonistin im ersten Band) schreibt, fand ich eher befremdlich, denn dieses Buch ist kein autofiktionaler Roman. Da fand ich diesen „Twist“, dass Juni plötzlich als Autorin aller drei Bücher in Erscheinung tritt ein bisschen seltsam. Aber Trude Teige verknüpft alle eventuellen losen Enden in diesem Buch und bringt die Serie zu einem passenden Schluss. Von mir gibt es drei Punkte.
„Ich hatte niemals vor, eine Trilogie zu schreiben“ lässt Trude Teige wissen. Und doch ist es mit diesem hier das dritte Buch, das von wahren Geschehnissen während des Zweiten Weltkrieges erzählt. Schon „Als Großmutter im Regen tanzte“ hat mich tief bewegt und auch den zweiten Roman über ihren Ehemann musste ich danach unbedingt lesen. Ja, „Und Großvater atmete mit den Wellen“ geht unter die Haut, beide Bücher möchte ich nicht missen, genau so ergeht es mir mit diesem letzten Buch „Wir sehen uns wieder am Meer“.
Die meisten Bücher über die schlimmen Schicksale, die der Zweite Weltkrieg verursacht hat, handeln von Männern. Frauen werden leicht vergessen, obwohl ihre Kriegserlebnisse genauso schrecklich sind. Als Trude Teige die Geschichte einer Frau erfährt, die ursprünglich aus Weißrussland stammt und 1943 von den Deutschen nach Norwegen verschleppt wurde, um dort als Zwangsarbeiterin ihr Dasein zu fristen, hat sie das Thema nicht mehr losgelassen.
Juni Bjerke erzählt hier von ihrer Großmutter Tekla, die als „Deutschenmädchen“ verachtet wird. Ihre Freundin Birgit geht als Krankenschwester in den Norden, dort begegnet sie der 16jährigen Nadja, die aus der Ukraine zur Zwangsarbeit in einer Fischfabrik verschleppt wird. Wir gehen zurück ins Jahr 1944, die Deutschen haben Norwegen besetzt.
Birgit will helfen, darum ist sie in diesem Krankenhaus. Bald jedoch gerät sie zwischen die Fronten. Der stramme Nazi Sven Svendsen umwirbt sie, irgendwann dann verfolgt er sie – eine gefährliche Konstellation für Birgit, die in einer Widerstandsgruppe aktiv ist. Dieser Svendsen macht für den Gestapochef Holck die Drecksarbeit, ich bin ganz nah dabei, ich bin entsetzt. Ein mehrstöckiges Haus dient als Hauptquartier und Folterkammer, des Öfteren musste ich ganz tief durchatmen. „Nicht alle Deutschen sind Nazis“ sagt der Lagerarzt. Das glaube ich schon, aber viele, viel zu viele waren es doch. Die einen tragen ihre Gesinnung ganz offen zur Schau, andere eher verkappt und später dann will es keiner gewesen sein.
Mit Nadja wird gnadenlos umgesprungen. Was der Mensch alles aushalten kann, ist unvorstellbar und noch schlimmer ist es, was diese rechte Gesinnung aus Menschen macht. Wie verroht und gefühlskalt muss man sein, dass sichtlich kranke, extrem geschwächte junge Frauen zur Arbeit gepeitscht werden. Nadjas Freundin Daria hält diesem Druck nicht mehr stand und auch viele andere klappen zusammen, fallen, bleiben liegen.
Dieses dritte Buch ist in vier Teile gegliedert, bis Juli 1945 sind wir im Zwangsarbeiterlager, in der Fabrik, bei den Gestapo-Leuten und deren menschenverachtenden Methoden. Wir sind im Krankenhaus, treffen einen Kollaborateur, Birgit dolmetscht dank ihrer Russischkenntnisse. Ab August 1947 erfahren wir, wie es mit den Freundinnen weitergeht. Ich möchte nicht detailliert darauf eingehen, aber einmal in diesen Strudel hineingezogen, ist es schier unmöglich, dem jemals zu entkommen. Oder doch?
Trude Teige ist eine wunderbare Erzählerin, die Geschichten um die drei Frauen sind fiktiv, sie basieren jedoch auf wahren Begebenheiten, sie erzählen von einer Zeit, die nie vergessen werden darf. Ich bin erschüttert, ich bin zutiefst bewegt. Auch dies ist ein Buch, das man lesen sollte.
Großartiger Abschluss der "Großmutter-Trilogie" Trude Teige entführt den Leser in ihrem bewegenden Roman in die dunklen Zeiten des Zweiten Weltkriegs in Norwegen, verbunden mit einer fesselnden Familiengeschichte bis in die Gegenwart. Mit ihrer einfühlsamen und detailreichen Schreibweise schafft sie es, die persönlichen Schicksale ihrer Figuren lebendig werden zu lassen. Dieser Roman ist der letzte Teil der "Großmutter-Trilogie", die jedoch unabhängig voneinander gelesen werden können. Jedoch ist es ratsam, zum besseren Verständnis, mit dem ersten Band "Als Großmutter im Regen tanzte" zu beginnen. Erzählt wird die beeindruckende Geschichte von drei Frauen – einer Widerstandskämpferin, einer Zwangsarbeiterin und einem „Deutschenmädchen“ –, deren Leben durch die Wirren des Krieges miteinander verbunden ist. Besonders beeindruckend ist die kraftvolle Darstellung ihrer inneren Konflikte und Entscheidungen, die über Generationen hinweg nachwirken. Der Roman beruht auf wahren Begebenheiten und zeigt die erstaunliche Fähigkeit der Autorin, Geschichte auf menschliche und greifbare Weise lebendig werden zu lassen. Trude Teige zählt zu Recht zu den bedeutendsten und bekanntesten Schriftstellerinnen Norwegens. Mit ihrem Werk gewährt sie tiefgehende und berührende Einblicke in oftmals unbekannte Schicksale unserer Geschichte, deren Auswirkungen bis in das Leben der kommenden Generationen spürbar sind. Ihre sorgfältige Recherche verleiht ihren Romanen Authentizität und Tiefe. Besonders beeindruckend ist, wie die Autorin reale historische Hintergründe in eine fiktive, aber glaubwürdige und bewegende Handlung einbettet. Die Figuren wirken lebendig und vielschichtig, ihre Schicksale lassen einen nicht los. Der Wechsel zwischen den Zeitebenen – Teklas Enkelin Juni, die 2024 die Geschichte ihrer Großmutter erfährt, bildet die moderne Rahmenhandlung – sorgt für zusätzliche Tiefe und macht deutlich, wie Geschichte nachwirkt, selbst Jahrzehnte später. Frau Teiges Sprache ist klar und gleichzeitig eindringlich, ihre Erzählweise einfühlsam, ohne ins Sentimentale abzurutschen. Sie schreibt über Menschlichkeit, Schuld, Vergebung und die Kraft von Freundschaft in dunklen Zeiten – Themen, die aktueller nicht sein könnten. Die Handlung ist spannend, aufwühlend und emotional mitreißend. Unvorhersehbare Wendungen lassen keine Langeweile aufkommen, sondern führen dazu, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann. Die einzelnen Charaktere sind nachvollziehbar und authentisch dargestellt. Die Geschichte ist emotional packend, während sie gleichzeitig die Tiefgründigkeit und die komplexen Gefühle der Figuren nicht aus den Augen verliert. „Wir sehen uns wieder am Meer“ ist mehr als nur ein historischer Roman; es ist eine berührende Reflexion über die Auswirkungen vergangener Entscheidungen auf die nachfolgenden Generationen. Es ist ein äußerst gelungenes Werk, das noch lange nach dem Lesen nachhallt. Daher verdient dieser Roman meiner Meinung nach 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung.
Das Cover und der Klappentext hatten mir direkt zugesagt, leider kannte ich die Vorgängerbände der Reihe nicht, aber es war auch ohne Vowissen nicht problematisch in der Geschichte mitzukommen und ich wollte nun zumindest das neuestes Werk der Reihe nicht verpassen.
Die Geschichte dreht sich um die junge Krankenschwester Birgit, diese begegnet Norwegen 1944 der 16-jährigen Nadia, die aus der Ukraine zur Zwangsarbeit in der Fischfabrik verschleppt wurde. Als Birgit sich dem Widerstand anschließt und Nadia einen Kollaborateur trifft, geraten sie in höchste Gefahr. Ihre Geheimnisse teilen sie nur mit dem ‚Deutschenmädchen‘ Tekla. Weit über den Krieg hinaus müssen die Freundinnen Entscheidungen fällen, die noch das Leben ihrer Kinder und Enkel prägen werden.
Der Einstieg in die Geschichte ist mir erst aber nicht so leicht gefallen denn der Schreibstil war weniger locker und leicht, sondern glich eher einem Bericht der damaligen Zeit und ich konnte mich deshalb nicht gleich in die Geschichte hineinfallen lassen sondern habe meine Zeit gebraucht. Ich mag einen bildhafteren und lebendigeren Schreibstil normalerweise lieber um in der Geschichte mitzufiebern. Auch die vielen Namen der Charaktere haben es mir anfangs schwer gemacht diese richtig zuzuordnen.
Die beiden Protagonistinnen unterscheiden sich charakterlich, die eine ist Krankenschwester und möchte Menschen helfen und gelangt immer mehr in eine Wiederstandsgruppe hinein, die andere hat als Zwangsarbeiterin kein einfaches Leben und muss erst einmal wieder lernen den Menschen zu vertrauen. Beide Protagonistinnen wurden recht sympathisch und authentisch für die damalige Zeit beschrieben und ich konnte ihr Handeln und ihre Gedanken verstehen, aber so richtig nahe sind sie mir leider nicht gekommen und die Nebencharaktere konnte ich bis zuletzt nur schwer voneinander unterscheiden. Sicher wäre es deshalb leichter die Bücher doch in der richtigen Reihenfolge zu lesen, auch wenn man sonst kein richtiges Vorwissen braucht.
Die damalige Zeit wurde dafür wirklich sehr gut eingefangen und die sehr dunklen Zeit Deutschlands wurde ungeschönt beschrieben. Ich konnte einiges über die Zeit dazulernen, gerade wie es den Menschen in Schweden damals ergangen und ich habe die Geschichte gerne gelesen und hatte ein paar Unterhaltsame Stunden damit, langweilig wurde es nicht.
Fazit: Eine Geschichte bei der man viel über damals lernen kann, der Schreibstil hat mir jedoch nicht so zugesprochen deshalb erhält das Buch 3,5 von 5 Sternen.
Birgit ist Krankenschwester in Oslo und zieht während des Krieges nach Bodö, um dort in dem neuesten Hospital in Norwegen zu arbeiten. Die Stadt leidet unter deutscher Besatzung. Birgit ist sehr traurig, denn sie musste sich von ihren Freundinnen Tekla und Anneliese trennen und sie hat die beiden aus den Auge verloren. Das ist aber auch normal im Jahre 1944. Sie hat sehr viel zu tun, denn jeden Tag werden Verletzte eingeliefert, vor allem aus der Fischfabrik in der junge Ostarbeiterinnen ausgebeutet wurden. Zwei dieser jungen 16-jährigen Mädchen, Daria und Nadja, nimmt sie Kontakt auf und es hilft ihr, dass sie russisch sprechen kann. Auch im Krankenhaus muss sie in dem kommenden Jahr Entscheidungen treffen, die für ihr Lebensweg gefährlich werden könnten. Das Hörbuch „Wir sehen uns wieder am Meer“ von Trude Teige, gelesen von Yara Blümel ist ein sehr aufrüttelnder Roman aus den Kriegs- und Nachkriegsjahren in Norwegen. Die Autorin skizziert das Leben den Krankenschwester Birgit, deren Leben dieses Buch bestimmt. Es ist ein aufregendes und gefährliches Leben, gerade wegen ihrer russisch Kenntnisse und der Angst vor Spionage durch die Norweger und Amerikaner. Aber auch der Kalte Krieg ist in den fünfziger Jahren in vollem Gange und so ist es nicht verwunderlich, dass viele Menschen, auch Birgit unter Verdacht geraten. Aber es ist auch die Kriegszweit die Spuren bei ihr hinterlassen und nicht so wenige. Natürlich gibt es auch die Liebe, die in diesem Buch einer große Rolle spielt und einigen der Hauptcharaktere in unterschiedlicher Weise trifft. Die Autorin zeigt auch, sehr authentisch beschrieben, die Brutalität der Deutschen und deren Helfer und das Leben von Zwangsarbeitern und -arbeiterinnen. Natürlich gehört auch der Untergrund in Norwegen zur Geschichte des Landes und auch hier ist die Arbeit die Birgit leistet, ein gutes Beispiel. Aber auch das Vergessen dessen, was man für das Land getan hat, gehört dazu. Alles in allem ist es ein sehr überzeugendes Buch, das auch in anderen Ländern hätte spielen können, aber hier sehr eindrucksvoll eine tolle Geschichte erzählt wird. Die Sprache in diesem Roman ist sehr gut nachvollziehbar und sehr gut verständlich. Auch gelesen wird das Buch sehr einfühlsam und so ist es möglich diese Story gut nachzuvollziehen. Ich finde es eine schöne Geschichte, die sehr informativ, aber auch sehr einfühlsam geschrieben und vorgetragen wird. Es ist ein Stück guter Unterhaltung und ich möchte dieses Hörbuch gerne weiterempfehlen.
Ein Buch über das Entsetzliche, was Menschen anderen Menschen antun können, und ein Plädoyer für die Freundschaft und das Leben 1944 in Norwegen. Die deutschen Nazis haben das Land besetzt und Gefangenen- und Zwangsarbeiterlager eingerichtet. Einige Norweger dienen sich der deutschen Besatzung an, manche übernehmen die brutale Gesinnung, andere engagieren sich im Widerstand. Die junge Birgit zieht von Oslo in den Norden, um als Krankenschwester zu arbeiten. Sie freundet sich mit Nadia an, die aus der Ukraine von den Deutschen verschleppt wurde und nun in der Fischfabrik schuften muss. In dem Krankenhaus, in dem Birgit arbeitet, hilft eine Widerstandsgruppe, u.a. geflohenen, russischen Kriegsgefangenen und sie schließt sich der Gruppe an.
Ungefähr zwei Drittel des Buches erzählen von den letzten Kriegsjahren 1944/45 in der nordnorwegischen Kleinstadt. Der ruhige, aber intensive Erzählstil und die Charakterisierung von Nadia und Birgit und von vielen anderen Personen machen diese schwierige Zeit (be-)greifbar. Sowohl die leisen Töne zwischenmenschlicher Annäherung als auch die brutale Realität unter der Besatzung ziehen mich in die Geschichte hinein und machen sie lesenswert.
Die Erfahrungen der Frauen in der Kriegszeit prägt auch ihr Nachkriegsleben. Davon erzählt das letzte Drittel des Buches, das mich trotz der eindrücklichen Erzählweise nicht wirklich fesseln konnte. Hier flacht der Spannungsbogen meiner Meinung nach ab, die Geschichte wirkt konstruiert und an mancher Stelle vorhersagbar. Wobei ich die Geschehnisse, die geschildert werden (und die ich nicht spoilern möchte), für glaubhaft und in der damaligen Zeit realistisch halte.
Umrahmt wird die Erzählung von Birgit durch Prolog und Epilog in der Jetzt-Zeit (den ich nicht gebraucht hätte), der an die anderen Bücher von Trude Teige anknüpft, insbesondere an »Als Großmutter im Regen tanzte«, in dem die Geschichte von Birgits Freundin Tekla in den Kriegsjahren erzählt wird. So ist es folgerichtig, dass auch in »Wir sehen uns wieder am Meer« im Regen getanzt wird. Ich fand das Buch so eindrücklich, dass ich nun auch das erste Buch von Trude Teige lesen werde.
Mein Fazit: ein bedrückendes und wichtiges Buch über das Entsetzliche, was Menschen anderen Menschen antun können und ein Plädoyer für die Freundschaft und das Leben. Oder wie es Birgit sagt: »Aber das Leben ist nicht nur das, was geschehen ist. Es ist auch das, was geschieht und noch geschehen wird.«
Zweiter Weltkrieg aus einer norwegischen Perspektive - Berührend und spannend
1944, Bodø: Norwegen ist während des Zweiten Weltkriegs von den Deutschen besetzt. Birgit Johansen entschließt sich zu einer Ausbildung als Krankenschwester und geht in den Norden Norwegens um dort zu helfen. Durch eine Affäre mit ihrem Russischlehrer hat sie eine Faszination für das Land und die Sprache gelernt. Dadurch ist es ihr möglich, unter anderem mit der 16-jährigen ukrainischen Zwangsarbeiterin Nadia zu sprechen und sich für sie einzusetzen. Als kurze Zeit später ein schwer verletzter russischer Kriegsgefangener eingeliefert wird, schließt sich Birgit dem Widerstand an und begibt sich in höchste Gefahr.
Nachdem auch schon der erste Band davon handelte, wie Kriegstraumata sich auch auf nachfolgende Generationen auswirken, haben wir hier im dritten Band auch wieder eine Enkelin, die sich an die Enkelin von Tekla wendet, um die Geschichte ihrer Großmutter zu teilen, die eine der besten Freundinnen Teklas war. Ich habe mich in Anbetracht der Menge an Romanen mit Handlungen im Zweiten Weltkrieg gefragt, welche Geschichten noch erzählt werden können, ohne sich wie eine Wiederholung anzufühlen. Und doch ist es Trude Teige gelungen. Zum einen weiß man über Norwegens Rolle im Zweiten Weltkrieg vergleichsweise wenig und zum anderen endet die Handlung um Birgit nicht mit der Befreiung Norwegens, sondern reicht tatsächlich bis in den Kalten Krieg hinein. Dabei ist Birgit keine unrealistische Heldin, sondern findet sich zunächst eher unfreiwillig im Widerstand wieder aufgrund ihrer Russischkenntnisse. Durch die eingestreuten Kontakte zu Tekla und Anneliese werden Verknüpfungen zu den vorherigen Bänden geknüpft, aber auch andere Frauenschicksale des Zweiten Weltkriegs dargestellt. Dennoch ist eine Kenntnis der vorherigen Bände nicht zwingend nötig. Neben dem norwegischen Widerstand widmet sich das Buch auch dem Thema der Kollaboration und dem der Zwangsarbeit, wofür Menschen bis nach Norwegen verschleppt wurden, um dort in Fischfabriken zu arbeiten. Das ganze passiert weitgehend einfühlsam und spannend, in einem unaufgeregten Stil wird eine dunkle Zeit der europäischen Geschichte erzählt und die Leiden vieler Menschen nachfühlbar vermittelt, wobei der Handlungsstrang in der Fischfabrik etwas farblos bleibt und einige Figuren weniger überzeugen als andere. Insgesamt ist dieses Buch ein guter Abschluss der Trilogie.
Es handelt sich bei dem historischen Roman Wir sehen uns wieder am Meer um den dritten Teil einer Triologie über drei Freundinnen im zweiten Weltkrieg, bei der auch alle Bände unabhängig gelesen werden können. Im Mittelpunkt steht die junge Norwegerin Birgit, die sich gerade entschlossen hat, sich freiwillig als Krankenschwester für ein Militärkrankenhaus in einer norwegischen Kleinstadt zu melden. In Oslo hält sie nichts mehr. Ihre Freundinnen ziehen weiter, ihr russischer Geliebter ist gestorben und so beginnt ihr schicksalhafter Weg. Im Krankenhaus angekommen, erfährt sie von den schlimmen Taten der deutschen, von den Zwangsarbeiterlagern und von dem Schrecken des Kriegs. Doch ganz persönlich lernt sie auch Nadia kennen, die als Zwangsarbeiterin aus der Ukraine hergeholt wurde. Die beiden freunden sich an und Birgit versucht ihr zu helfen, wo es geht. Ob das schon der erste Schritt in den Widerstand ist? Man weiß es nicht, denn in Birgits jungem Leben geht es Schlag auf Schlag. Von der jungen Frau, zur Militärkrankenschwester, zur Widerstandskämpferin, zur Gefolterten, zur Agentin – aus jedem einzelnen Schritt mehr wird ein ganzer Lebensweg. Ich glaube, genau das hat es für mich zu einem wahnsinnig guten Hörerlebnis gemacht. Denn, wo man sich in anderen Büchern fragt, wie man eigentlich vom normalen Mädchen zur Widerstandskämpferin wird, so sieht man es hier. Denn dieses Hörbuch transportiert die vielen kleinen Entscheidungen von Birgit so untermittelbar hintereinander, dass man gar nicht mehr zum Durchatmen kommt. Mit Birgit erleben wir, wie sie mit all dem erlebten immer mehr zur Widerständlerin und letztlich auch Agentin wird. Aus einzelnen Entscheidungen wird ein ganzer Lebensweg. Und als Hörer ist man sehr nah an Birgit und dem, was sie denkt und fühlt. Die Spannung habe ich sehr geliebt und auch, dass es so viele Erlebnisse gibt, an denen wir teilhaben können. Man hat das Gefühl, man ist ein halbes Leben lang dabei. Ich konnte richtig mitfiebern. Ganz Besonders habe ich mich auch gefreut, als am Ende der Erzählungen auch die anderen beiden Freundinnen wieder auftauchen und sich so der Kreis der Triologie schließt. Von mir gibt es eine fette Empfehlung, denn hier kamen weder Spannung, noch Persönlichkeit, noch Emotionen zu kurz!
Inhalt siehe Klappentext. Ich habe von Trude Teige bereits die Hörbücher „Als Großmutter im Regen tanzte“ und „Und Großvater atmete mit den Wellen“ gehört. Die Romane werden von Enkelin Juni erzählt, so auch der dritte Band der Reihe „Wir sehen uns wieder am Meer“. Diesmal geht es um die Freundinnen ihrer Großmutter Tekla und auch Großvater Konrad kommt darin vor. Hauptpersonen sind Krankenschwester Birgit, die später als Geheimagentin arbeitet, sowie deren Freundin und Schützling Nadia, die als Zwangsarbeiterin in die Ukraine verschleppt wurde. Der Hörer begleitet die beiden Frauen ein knappes Jahrzehnt: Von Juli 1944 bis Juli 1953, also seit den letzten Kriegsmonaten und noch viele Jahre weiter. Es geht nicht nur im Arbeiten und Leben, sondern ums Überleben. Was dachten Birgit und Nadia, wie und warum handelten sie, stellvertretend für zu viele Frauen zur damaligen Zeit, nicht zählbar. Das Hörbuch mit all seiner Brutalität und Schonungslosigkeit wird in 8:03 Stunden von Yara Blümel ganz wunderbar eingelesen. Solch ernste Themen, dass einem beim Zuhören teils der Atem stockte, aber doch passend vertont. Ich habe ihr so gerne zugehört, so konnte ich zumindest die Worte und Namen hören, die ich beim Lesen selbst nicht korrekt ausgesprochen hätte. Wieder einmal wird mir bewusst, wie wenig wir in der Schule über den Zweiten Weltkrieg erfahren oder gar gelernt haben, die Lücken sind unendlich groß. Man darf und sollte die Themen, mit denen sich Birgit, Nadia und auch Annelise und Tekla auseinandersetzen mussten, den Gefahren, denen sie ausgesetzt waren, nicht verdrängen, nur weil sie „schon“ 80 Jahre zurückliegen. Die Wunden und Erinnerungen sind immer noch da, wenn nicht bei den Betroffenen direkt, dann aber in ihren Familien. Es fällt sicher schwer, darüber zu sprechen, das merkt man, als Birgit vom Arzt untersucht wird, als sie bei Tove und Andreas wohnt; aber Schweigen hilft leider niemandem weiter (das sagt man als Nichtbetroffener so einfach). Ich habe das Hörbuch gehört und parallel dazu das eBook gelesen, beides hat mich in seinen Bann gezogen, allerdings fand ich die Hörbuchversion noch etwas fesselnder. Beiden Medien gebe ich 4,5 Sterne mit Hör- bzw. Leseempfehlung.
„Wir sehen uns wieder am Meer“ von Trude Teige, übersetzt aus dem Norwegischen von Gabriele Haefs, ist ein bewegender Roman über Freundschaft, Mut und das Weitertragen von Erinnerungen über Generationen hinweg. Die Geschichte entfaltet sich auf zwei Zeitebenen: 2024 erfährt Juni Bjerke durch einen überraschenden Anruf erstmals von der Vergangenheit ihrer Großmutter Tekla und deren engster Freundinnen. In Rückblenden führt uns der Roman zurück ins Jahr 1944, in ein von den Deutschen besetztes Norwegen, wo sich die Krankenschwester Birgit, die zur Zwangsarbeit verschleppte Ukrainerin Nadia und das sogenannte „Deutschenmädchen“ Tekla begegnen und ein außergewöhnliches Band knüpfen.
Trude Teige gelingt es eindrucksvoll, den historischen Kontext mit persönlichem Schicksal zu verweben. Die Besatzung Norwegens und der Widerstand werden detailreich und glaubhaft geschildert, ohne dabei ins Dokumentarische abzugleiten. Besonders wertvoll ist der Blick auf Frauenschicksale in einer Zeit, die in der historischen Aufarbeitung oft männlich dominiert erzählt wird. Dass diese Perspektive in den Mittelpunkt rückt, macht das Buch zu einem wichtigen Beitrag gegen das Vergessen – auch wenn es sich um einen fiktionalen Roman handelt.
Die Hörbuchfassung, gesprochen von Yara Blümel, verleiht der Geschichte zusätzlich Leben. Blümel trifft den Ton der Figuren feinfühlig und lässt ihre Emotionen authentisch wirken, was besonders bei den dramatischen Szenen im Krieg und den leisen Momenten zwischen den Freundinnen berührt. Schade ist allerdings, dass es sich um eine gekürzte Fassung handelt – einige Handlungsstränge hätten in voller Länge noch stärker gewirkt.
Für mich war die Lektüre besonders eindrücklich, da mir die NS-Zeit in Norwegen bisher kaum bekannt war. Umso spannender war es, die Dynamiken der Besatzung und des Widerstands aus dieser Perspektive kennenzulernen. Auch ohne eigene Norwegen-Erfahrung konnte ich die Atmosphäre am Meer gut nachempfinden – sie erinnert mich an die langen Sommertage in Schweden, die ich sehr liebe.
Ein stilles, tiefgründiges Buch über weibliche Solidarität und die Kraft der Erinnerung. Fünf von fünf Sternen.