Irgendwie konnte mich diese Fortsetzung nicht hundertprozentig überzeugen.
Das hat mich selbst wahrscheinlich am meisten überrascht, weil ich fest damit gerechnet hatte, dass mir Band zwei mindestens so gut wie Band eins gefallen wird. Das Fazit fällt dann doch eher durchwachsen aus.
Wo fange ich an.....
Die ersten Zweidrittel der Geschichte waren durchaus spannend und es blieb kaum Zeit zum Durchatmen, weil ständig etwas passiert ist. Es gab unerwartete Wendungen, die mir auf jeden Fall erstmal sehr gut gefallen haben, aber dann gipfelte das Ganze in ein Ereignis, das vielleicht nicht ganz so gut gewählt war. Denn auch, wenn es für einen Schockmoment sorgte, so trug meiner Meinung nach nichts, was daraus folgte, wirklich zur Handlung bei. Es entstanden eher Längen, und der Spannungsbogen, der sich unaufhörlich bis dahin nach oben geschraubt hatte, fiel auf einmal in sich zusammen wie ein Soufflé. Zumindest habe ich das so empfunden.
Vieles, was zum Ende hin passierte, kam sehr aus dem Nichts. Wirklich sehr. Mich hatte es da aber schon längst verloren, weshalb ich dann nur noch versucht habe, zu verstehen was da eigentlich passiert, aber ich denke, ich bin daran irgendwie gescheitert. Vieles wirkte wirr und nicht gut durchdacht, und tatsächlich habe ich noch die eine oder andere Frage offen.
Was die Charaktere betrifft, muss ich sagen, dass ich eigentlich keine Bindung zu ihnen aufbauen konnte.
Mir fehlte die Tiefe und auch die Charakterentwicklung.
Besonders an Vincent ist mir aufgefallen, dass die Ausarbeitung der Charaktere zugunsten des Plots zurückstecken musste. So richtig einzuschätzen war er ja in Teil eins schon nicht, aber man merkte hier eben sehr, dass hinter seiner Fassade viel mehr steckt. Nur kommt es leider nicht richtig zur Geltung. Eigentlich ist er ein gebrochener Mensch, das wird auch mehrfach so gesagt, jedoch ließ der Plot es eben nicht zu, ihn tiefergehend darzustellen. Ich hätte das aber sehr cool gefunden, denn so blieb er für mich lange einfach der creepy Typ, der nicht verwunden hat, dass Alice sich nicht für ihn entschieden hat.
Alice selbst war mir in diesem Teil einfach zu passiv. Sie muss ständig gerettet werden und bringt sich in schwierige Situationen, die am Ende niemandem helfen. Sie hätte ja wenigstens das wichtige Spielerhandbuch lesen können, wer weiß, ob sie dann nicht von selbst auch mal auf etwas Entscheidendes gekommen wäre.
Das Ende selbst hat mir leider nicht allzu gut gefallen. Ich war emotional auch nicht mehr involviert. Die Beziehung zwischen Jack und Alice konnte mich auch nicht erreichen. Dafür hatten sie einfach viel zu wenig Raum um sich zu entfalten und mich abzuholen.
Insgesamt ein starker Anfang, aber dann einfach ein zu schwaches letztes Drittel. Schade!