Schon als Kind in der Hochhaussiedlung ist Lorna mit ihren roten Haaren und grünen Augen Sie ist die Beste beim Fußball, immer hilfsbereit und nimmt sich einen Außenseiter zum Freund. Für den eher schüchternen Erzähler wird die intelligente, empathische und leidenschaftliche Lorna die erste große Liebe. Man zieht zusammen in eine WG, geht auf Reisen und schmiedet Zukunftsplä Sie will Psychologie oder Sozialpädagogik in Tübingen studieren, und er will an die Kunstakademie in Stuttgart. Aber dann wird Lorna eine unruhig, aggressiv, unberechenbar. Irgendwann legt sie Feuer in der WG, vor der Tür ihrer Mitbewohnerin Katharina. Lorna kommt in die Psychiatrie. Heraus und wieder hinein, immer wieder. Dann lässt sich der Erzähler von Katharina verführen. Es ist die folgenschwerste Entscheidung seines Lebens. Paul Maars »Lorna« ist eine zarte Novelle über eine empfindsame junge Frau und einen Mann, der das Glück, das ihm in Lornas Gestalt begegnet ist, nicht erkannt hat. Es ist eine Novelleüber die erste große Liebe, die man nicht versteht, während man sie lebt. Und es ist eine berührende Geschichte darüber, wie schnell alles vorbeigeht und dass gleichzeitig nichts vorbei ist. Dass man mit dem, was man versäumt oder falsch gemacht hat, leben muss.
Paul Maar is one of the most important modern German writers for children and young people. He is a novelist, playwright, translator and illustrator.
He was born on 13 December 1937 in Schweinfurt. After the early death of his mother he lived with his grandfather in the rural area of Theres in northern Bavaria. He went to school at the Gymnasium in Schweinfurt, and later studied at the State Academy of Arts in Stuttgart. He then worked as a stage designer and stage photographer for the Franconian castle theatre Massbach. After that he spent ten years as an art teacher. Since 1976 he has worked as a freelance writer. He lives in Bamberg with his wife and three children.
"Lorna" ist eine Novelle, die man in einem Rutsch durchlesen kann! Paul Maar mal ganz anders.
Lorna ist die erste große Liebe für den Erzähler. Sie sind zusammen zur Schule gegangen, sind über Umwege zu einem Paar geworden und bestreiten nun zusammen die ersten Schritte als heranwachsende Menschen. Sie ziehen zusammen in eine WG und schmieden Zukunftspläne. Sie wollen beide studieren. Doch plötzlich scheint Lorna wie ausgewechselt. Die intelligente, charmante und empathische Lorna weicht einer aggressiven und unberechenbaren Lorna, die das gesamte Leben des Erzählers durcheinander bringt.
Insgesamt war diese Novelle für mich recht interessant zu lesen und war auch flott beendet. Die Beziehungsstruktur der beiden Protagonisten war sehr wechselhaft und hat gezeigt, wie verwirrend und unbelehrbar oft die erste große Liebe ist. Ein Fehler reiht sich an den nächsten, es wird immer wieder vergeben, eine Zukunft wird herbeigeträumt, die so nie entstehen wird, der Gegenüber wird zu einem Wunschbild verformt und es wird immer wieder an der Liebe festgehalten, selbst wenn nichts mehr dafür spricht. Und es geht darum, dass diese Liebe nicht einfach wieder weg geht, sondern dass diese Person für immer in deinem Herzen bleibt.
Eine emotionale Novelle über die erste große Liebe, die nie fehlerlos ist und trotzdem nie vergehen wird.
Die rothaarige Lorna und Paul Maars Icherzähler kennen sich seit ihrer Kindheit. Nach dem Abitur will Lorna Psychologie oder Sozialpädagogik studieren, der Erzähler arbeitet an seiner Bewerbungsmappe für ein Kunststudium. Beide sind Kinder alleinerziehender Mütter, beide arbeiten selbst für ihren Lebensunterhalt. Im schützenden Umfeld ihrer jungen Liebe und der WG mit Mitbewohnerin Katharina erkrankt Lorna massiv an einer bipolaren Störung und wird in die Psychiatrie eingewiesen. Während Katharina manisches Verhalten in einem anderen Fall bereits kennengelernt hat, wirkt der Erzähler, der – gereift - auf sein Leben als circa 20-Jähriger zurückblickt, überwältigt und überfordert. Aus heutiger Sicht muss er mit den Entscheidungen von damals leben. Außenstehende Leser könnten sich fragen, wo damals unterstützende Strukturen gefehlt haben und wie junge Leute heute auf eine so tragische Situation vorbereitet sind.
Fazit Die inhaltlich bedrückende Novelle lebt von den unterschiedlichen Temperamenten des jungen Paars, die Paul Maar empathisch einfängt: die temperamentvolle, couragiert gegen soziale Ungerechtigkeiten antretende Lorna trifft auf einen eher nüchtern handelnden Partner, der darauf dringt, dass Gesprächspartner zur Sache kommen.
Eindrückliche und schonunglose Schilderung der Lebensgeschichte von Lorna, die der Ich-Erzähler von Kindesbeinen an kennt und liebt. Nach einer kurzen Phase des Glücks wird deutlich, dass sie unter einer bipolaren Störung leidet. Die bedrückende, schlicht erzählte Schilderung ihrer Leidensgeschichte durch ihren Gefährten, der sie trotz aller Widrigkeiten und Verletzungen begleitet, geht während der Lektüre sehr nahe. Es ist wirklich beeindruckend, wie es Maar gelingt, dieses komplexe Krankheitsbild auf so wenigen Seiten abzubilden.
Paul Maar ist es gelungen, auf wenigen Seiten eine Fülle von Emotionen und Gefühlen zu vermitteln. Die Geschichte hat mich tief berührt und nachhaltig bewegt.
Inhalt: Jeder ist ein bisschen in Lorna aus der Hochhaussiedlung verliebt - schließlich ist sie die Beste im Fußballspielen. Auch der Ich-Erzähler wäre gerne mit ihr zusammen, traut sich aber nicht, sie anzusprechen. Umso überraschter ist er, als Lorna die Initiative ergreift und sich ihm annähert. Die Liebe zwischen beiden keimt; nach dem Abitur ziehen sie kurzerhand in eine WG, um ihren Träumen nachzujagen - doch dann verändert sich Lorna plötzlich…
Persönliche Meinung: “Lorna” ist eine Novelle von Paul Maar, der eigentlich für seine Kinderbücher, die mittlerweile als Klassiker gelten, bekannt ist. Dass er aber auch für eine erwachsene Lesergruppe schreiben kann, beweist er eindrücklich in “Lorna”. Wir begegnen hier einem namenlosen Ich-Erzähler, der aus der Retrospektive seine Beziehung mit Lorna darlegt. Dementsprechend finden sich typische Coming of Age-Elemente: die erste Liebe, das Entdecken der Sexualität, die Loslösung von den Eltern sowie das Übernehmen von Verantwortung. Dabei erscheint die Beziehung zwischen dem Ich-Erzähler und Lorna zunächst als hoffnungsfroh und leichtfüßig. Anders formuliert: Die Zukunft scheint ihnen offen. Dies kippt aber, als Lorna von dem Tod ihres Vaters erfährt, den sie nie kennengelernt hat. Sie greift zu Drogen, fällt in psychotische Zustände. Der Ich-Erzähler versucht Lorna zu unterstützen, kommt aber immer mehr an seine Grenzen, was authentisch dargestellt wird. Sehr hat mir - aufgrund der Tragik - auch das Ende der Novelle gefallen. Der Schreibstil von Paul Maar ist anschaulich, zugleich aber auch sehr bedächtig/nachdenklich, sodass man der Handlung eingehend folgen kann. Insgesamt ist “Lorna” eine tiefsinnige Novelle über die erste große Liebe, die einen nie so wirklich loslässt.
Für die kurze Länge ist die Novelle relativ dicht und reflektierend. Es geht um viel mehr als eine gescheiterte Beziehung, auch psychische Erkrankungen und deren Behandlung, soziale Schichten und Ungerechtigkeiten, sowie Eltern-Kind-Verhältnisse werden angesprochen. Und gerade darin, dass sie nur angeschnitten und nicht in aller Ausführlichkeit behandelt werden, liegt auch das Wesentliche, denn: es spiegelt die Gesellschaft wieder, in welcher diesen Themen ebenso Aufmerksamkeit fehlt.
Die Charaktere des Erzählers und Lornas sind ausgearbeitet und facettenreich, man kann ihre Vielschichtigkeit gut nachvollziehen. Neben dem vielen Seelenschmerz, der auf unterschiedliche Art in dem Buch mitschwingt, wird auch auf fehlende Strukturen aufmerksam gemacht, die die beiden jungen Protagonisten hätten auffangen sollen.
Eine sehr reduziert erzählte, dramatische Liebesgeschichte. Die Kürze des Textes und die Beschränkung auf das Wesentliche verhindern nicht, dass der Leser am Schicksal und der Beziehung der Protagonisten emotional Anteil nehmen kann. Die Geschichte wirkt einerseits zeitlos, andererseits stellenweise (auch eingedenk des Alters von Paul Maar) überraschend modern.