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Entromantisiert euch!

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Das Märchen von der großen Liebe

Kaum etwas wird mehr romantisiert als romantische Liebe …
Die Liebe – sie wird seit Jahrhunderten leidenschaftlich in Liedern besungen, in der Literatur wird ihr gelobhudelt, und in Filmen wird sie selbst in ihren toxischsten Ausformungen glorifiziert. Wir haben die romantische Liebe trotz ihrer Volatilität und meist relativ kurzen Dauer zu einem zentralen gesellschaftlichen Organisationsmodell gemacht. Romantische Liebe ist das, was uns pausenlos und von klein auf als unerlässlicher Bestandteil von Lebensglück und Erfüllung ins Hirn gehämmert wird. Dabei ist ihre Realität alles andere als romantisch – und das vor allem für Frauen.

… kaum etwas hat diese Romantisierung weniger verdient!
Heteroromantische Beziehungen bilden den Rahmen dafür, dass Frauen zwei Drittel der unbezahlten Arbeit übernehmen, weniger verdienen und in Abhängigkeiten rutschen. Unverheiratete Frauen ohne Kinder sind dagegen die glücklichste und gesündeste Bevölkerungsgruppe. Sie haben eine höhere Lebenserwartung als verheiratete, während verheiratete Männer länger leben als unverheiratete. Romantische Beziehungen mit Männern schaden gesundheitlich, emotional und wirtschaftlich.

Eine provokante Wutschrift aus feministischer Perspektive
In diesem großartigen Essay arbeitet Beatrice Frasl diese Ungerechtigkeiten auf und plädiert für ein Umdenken. Romantische Liebe ist eine patriarchale Indoktrinationskampagne, deren Narrativ sich seit Jahrhunderten durchsetzt. Wie gut, dass wir sie nicht brauchen. Dass wir selbstbestimmt entscheiden können, was Liebe für uns bedeutet.

277 pages, Kindle Edition

Published April 17, 2025

185 people are currently reading
1978 people want to read

About the author

Beatrice Frasl

2 books16 followers
Beatrice Frasl ist Kulturwissenschafterin, freie Autorin, Podcasterin, Kolumnistin und Speakerin – und eine der einflussreichsten feministischen Stimmen im deutschsprachigen Raum. Seit 2018 hostet sie den preisgekrönten Podcast «Große Töchter», der sich in tiefgründigen Gesprächen mit feministischen Themen auseinandersetzt. Auf Social Media ist sie als @fraufrasl bekannt.

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Community Reviews

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185 (31%)
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59 (10%)
2 stars
31 (5%)
1 star
10 (1%)
Displaying 1 - 30 of 114 reviews
Profile Image for Aniya.
341 reviews37 followers
December 13, 2025
Edit: Ich schieße das Buch doch hoch auf fünf Sterne, weil es großartig ist und ich Frasl nicht in allem zu hundert Prozent zustimmen muss. Außerdem finde ich es angesichts des Zustands der (Männer-) Welt unerlässlich, den Choice-Feminismus in die Mottenkiste zu packen und wieder radikaler zu werden!

Original Rezension:

Es war so, so überfällig, dass eine kluge Feministin endlich niederschreibt, was viele von uns denken… oder zumindest irgendwie so ganz tief in uns drin ein bisschen fühlen.

“Entromantisiert euch” ist genau das, was drauf steht: ein Plädoyer dafür, die romantische Liebe und Paarbeziehung vom Thron zu stoßen, zu dezentrieren, ja, vielleicht sogar ganz sein zu lassen.

“Nur sie schafft es, Frauen dabei auch noch glauben zu machen und im Anschluss selbst versichern zu lassen, sie würden all das, all die Unterwerfung und Selbstunterwerfung und Ausbeutung und Selbstausbeutung, auch noch freiwillig machen - aus Liebe eben.”

Im ersten Teil zeigt Frasl auf, wie absurd die Überhöhung der romantischen Liebe ist und dass sie zu Einsamkeit führt, weil man andere Bindungen vernachlässigt oder gar auslaufen lässt. Neue Formen der Verbundenheit, des Zusammenlebens, der Liebe müssen her, die Beziehungen zu Freund*innen und Familie sollten mehr in den Fokus gestellt werden.

“Freundschaft ist auch ein Rahmen, in dem Frauen entdecken können, wie unwichtig Männer für sie sind und wie abträglich die Beziehungen zu ihnen für sie.”

In der Mitte hat mich Frasl kurz verloren, als sie anfing, Eva Illouz zu zitieren, mit deren Vorstellung von Liebe und Beziehung ich so gar nicht gut kann. Es wird kritisiert, dass Consent der einzige moralische Kompass ist, den wir in Beziehungen haben, aber Alternativen werden nicht genannt. Außerdem wird behauptet, Trennungen fänden zu leichtfertig statt, wenn man bedenkt, dass diese für die Person, die sich gar nicht trennen will, so schmerzhaft und einschneidend seien. Auch hier wird keine Lösung genannt. Dass die meisten Trennungen und Scheidungen von Frauen ausgehen und die Tatsache, dass das überhaupt möglich ist, eine riesige Errungenschaft ist, sieht am Ende immerhin auch Frasl.

Der letzte Teil war dann wieder einfach nur stark. Es geht um all die Dinge, die eine romantische Beziehung (vor allem zu einem Mann) eher in Arbeit, Einsamkeit, Lieblosigkeit oder gar Gewalt verwandeln. Frasl zitiert dabei fleißig andere Feministinnen und Studien, die sehr eindeutig belegen, dass Frauen große Verliererinnen in (hetero) Beziehungen sind, während Männer gewinnen - an Gesundheit, an Lebensjahren, an Liebe, an Zeit, an Lebensqualität, sogar an beruflichen Erfolg und damit einhergehend auch an Geld.

“Dafür wurde sie nämlich gewissermaßen erfunden, die romantische Liebe mit ihrer romantischen Paarbeziehung und der daraus resultierenden Kleinfamilie, damit Sie (ja, Sie!) Arbeit erledigen, die sonst niemand erledigen will. Und das gratis. Und gern.”

Zu Männern ist derweil leider das belegt:

“Sie erleben Arbeitsteilung dann als fair, wenn Frauen den Großteil davon übernehmen.
(...) Frauen dienen, Männer lassen sich bedienen, Frauen sind verantwortlich und Männer helfen ein bisschen mit (dafür werden sie dann sehr gelobt).”

Dass Frauen im Falle einer (ernsteren) Krankheit sogar sehr häufig von ihren Partnern verlassen werden, weil sie nicht mehr als Haushaltshilfe und Fürsorgerin funktionieren, hat mich nochmal richtig getroffen. Tatsächlich habe ich im erweiterten Bekanntenkreis zwei Fälle von krebserkrankten Frauen erlebt und die wurden beide von ihren Männern verlassen.

Frauen ohne Partner sind im Durchschnitt glücklicher, zufriedener, gesünder, entspannter und interessanterweise auch weniger einsam. Frasl belegt das, ich kann das durch anekdotische Evidenz bestätigen.

Einige werden sich von diesem Buch unfassbar angegriffen fühlen, stellt es doch das infrage, was wir als normal empfinden und von klein auf eingetrichtert bekommen. Das ist schmerzhaft, aber nötig!

Immer mehr Frauen entscheiden sich bereits für ein Leben ohne Partner, Datingappanbieter haben mit massiven Verlusten weiblicher Mitglieder (und von Gewinnen) zu kämpfen, Männer wähnen sich in einer Einsamkeits-Epidemie. Sie haben nie gelernt, tiefe Bindungen abseits von Romantik aufzubauen, an sich und ihren sozialen Skills zu arbeiten, sich richtig zu kümmern, ihr Bedürfnis nach Nähe auch miteinander und mit platonischen Freund*innen zu stillen.
Ich fürchte, wir werden im nächsten Jahrzehnt einiges erleben. Und bete, dass unsere Freiheit bestehen bleibt und wir uns weiterhin gegen Beziehungen und Ehen mit Männern entscheiden können. Aber ich sage es ganz ehrlich: Ich habe schreckliche Angst vor dem, wozu die ganz normalen Typen noch so fähig sind. Und wer das für Quatsch hält: ihr werdet staunen.
Profile Image for Katja Härlein.
30 reviews2 followers
July 30, 2025
Eines vorweg: Die grundlegende These des Buches ist völlig valide. (Kurz zusammengefasst: Der Fokus auf heteroromantische Paarbeziehung ist nichts Naturgegebenes, sondern dient im Patriarchat hauptsächlich dem Erhalt des Status Quo. Derartige Beziehungen bringen Vorteile für Männer mit sich und Nachteile für Frauen, von einem Plus an unbezahlter Care Arbeit über Abhängigkeiten aller Art bis hin zu Altersarmut und gesundheitlichen Problemen.)

Und jetzt das Aber: Mit einer Prise Polemik kann ich bei dem Thema gut leben, aber die Autorin verliert sich leider allzu oft in stark subjektiven Ausführungen, etlichen Wiederholungen und fehlerhaften Schlussfolgerungen. Mein Lieblingsbeispiel: "In Österreich ist jede dritte Frau von Gewalt betroffen. Das bedeutet im Übrigen auch, dass ungefähr jeder dritte Mann ein Täter ist." (S. 170) Ähm. Nein.

Gänzlich verloren hat sie mich im Kapitel "Aber wenigstens der Sex ist schlecht", in welchem sie Frauen jegliche Lust und Agency schlichtweg abspricht. Guter Sex ist für Frauen, wenn sie diesen unbeschadet überstanden haben. Schlechter Sex ist immer gewaltvoll - was Frauen selbst aber gar nicht verstehen, denn sie sind "schlechte Analystinnen des eigenen Leidens" (S. 193). Und was ist mit sexpositiven Frauen? Ach ja, die hecheln einem patriarchalen Trend hinterher (mMn kein völlig abwegiges Argument), checken das in ihrem choice-feministischem Denken aber auch nicht, weil sie noch nie "über tatsächlichen Feminismus gestolpert sind" (S. 194). Was dieser "tatsächliche Feminismus" ist, wird leider nicht erklärt. Schade.

Ein kleiner Lichtblick ist das Kapitel, in welchem die Autorin untersucht, weshalb Intimität in Freundschaften keine Rolle spielt und fast ausschließlich innerhalb von Paarbeziehungen toleriert wird. Spannende Thesen, logische Zusammenhänge und vor allem wenig subjektive Meinung.

Fazit: Super spannendes Thema, aber an der Ausführung hapert es doch größtenteils sehr.
Profile Image for Nici.
225 reviews
May 8, 2025
3.5 aufgerundet

ENTROMANTISIERT EUCH ist ein exzellent recherchiertes Buch, das wachrüttelt und wichtige Impulse gibt, aber den eigenen Ansprüchen nicht gerecht wird. Von jedem positiven Eindruck blieb leider auch ein bitterer Nachgeschmack. Ich fand den Schreibstil angenehm, wenn auch ein wenig wiederholend. Immer wieder ertappe ich mich dabei, Absätze zu überfliegen, die immer und immer wieder bereits gesagtes anders wiedergaben, ohne einen neuen Impuls zu liefern.

Obgleich die Autorin durchweg gendert (top!), bleibt sie inhaltlich bei einer binären Sichtweise von cis Männern und cis Frauen. Letztere werden im Text explizit als Adressatinnen angesprochen, was a) unnötig ist und b) Männern, die dieses Buch lesen, das Gefühl geben, in dieser Diskussion nicht willkommen zu sein. Dabei braucht es Männer, die sich mit den vielen wichtigen Themen, die Beatrice Frasl behandelt, auseinandersetzen. Ohne deren Umdenken bleibt das Patriarchat bestehen. So unnötig Ressentiments zu schüren und explitizit nicht weibliche Leser*innen auszuschließen fand ich wirklich fatal und unverständlich.

Auch wird "LGBT" als Kürzel genannt (immerhin, dabei ist zumindest LGBTQ längst die Norm), aber Asexualität nur einmal erwähnt, und nur im Kontext der Kinsey Scale als Ende des Spektrums. Dabei setzen sich asexuelle und aromantische Personen seit Jahren mit am Lautesten für Entromantisierung und Priorisierung von Freund*innenschaften ein. Dass im Kontext nicht-normativer Beziehungen nur Polyamorie besprochen wird, hat mich stutzig gemacht, da queerplatonische Beziehungen existieren und immer mehr an Relevanz gewinnen. Sie halte ich für eine viel realistischere Alternative zur traditionellen, auf Männer fokussierten Beziehung. Auch hier wird erneut deutlich, dass sich das Buch im Prinzip an hetero cis Frauen richtet. Aber ungleiche Machtverhältnisse werden nicht gelöst, indem cis Frauen aufhören, Beziehungen mit cis Männern einzugehen. Auch die Einbindung behinderter Personen hätte ich mir dringend gewünscht.

Am Aufschlussreichsten fand ich die Auseinandersetzung mit dem Verfilmung von THE IDEA OF YOU und Erläuterung der Wortherkunft von "gossip." Alles in allem, ein lesenswertes Buch, gespickt mit krassen Statistiken wie aus einem Horrorfilm. Und das ist das Patriarchat schließlich: der absolute Horror.

Danke an lovelybooks für das kostenlose Rezensionsexemplar.
Profile Image for Mia.
274 reviews1 follower
August 25, 2025
Beatrice Frasl regt in diesem Buch dazu an, unser Verständnis von Liebe zu hinterfragen, zu überarbeiten und dadurch letztlich auf eine neue Ebene zu bringen. Sie fordert, die Liebe zu unseren nicht-romantischen Beziehungspersonen zu zentrieren und letztlich die totale Abschaffung der romantischen Liebe.

Klingt provokant und das ist es auch ganz bewusst. Ich empfehle wirklich sehr, dieses Buch zu lesen, gerade wenn dieser Ansatz einem sehr fremd und unverständlich erscheint. Am Ende stimmt man wahrscheinlich nicht mit allem überein, was die Autorin vorschlägt, aber dennoch sind viele ihrer Anregungen extrem wertvoll. Auch wenn gar nicht so viel davon komplett neu für mich war, hatte ich eine sehr spaßige und bestätigende Leseerfahrung!

Einen großen Stern Abzug gibt es aber dafür, dass wegen der Tatsache, dass das Buch berechtigterweise einen sehr starken Fokus auf heteroromantische Beziehungen legt, queere Realitäten deutlich zu kurz kommen. Auch wenn die Autorin queere romantische Beziehungen zurecht nicht von ihrer Kritik ausnimmt, bleibt die Argumentation hier zu dünn! Lebensrealitäten abseits einer binären Geschlechterordnung kommen im Buch praktisch gar nicht vor, ebensowenig wird das Ace-Spektrum berücksichtigt (nur eine Erwähnung und dann auch noch falsch erklärt).
Das ist sehr schade, da queere Perspektiven auf Geschlecht und Beziehungen aller Art und insbesondere aromatische und asexuelle Lebensrealitäten in vielerlei Hinsicht genau den subversiven Charakter haben, den sich die Autorin wünscht und die Argumentation deshalb deutlich hätten erweitern und stärken können!

Trotzdem bin ich sehr froh, das Buch gelesen zu haben und wünsche mir, dass noch viele weitere Bücher dieser Art folgen, die aufzeigen, wie tief wir alle eigentlich im fucking Sumpf des Patriarchats feststecken und von wie viel Liebe wir umgeben sein können, wenn wir uns aus diesem Sumpf herausarbeiten.
Profile Image for thegreatfoxby.
92 reviews4 followers
October 4, 2025
Hab’s als Hörbuch gehört, das war leider sowohl in der Klarheit der Aufnahme als auch in der Art wie es gelesen wurde, nicht sehr gut.

Die Grundthese und ihre theoretische Herleitung stelle ich nicht in Frage, das ist okay bis spannend (das Freundschaftskapitel) aufgeschrieben, aber da war nicht viel Neues wenn man ähnliche Werke gelesen hat. Leider war es auch sehr repetitiv.

Mit der Forderung, die romantische Liebe abzuschaffen, hätte ich mir mehr Auseinandersetzung mit Praxis und den eigenen Gedanken der Autorin gewünscht und eben auch mit dem eigenen Begehren, dass man ja nicht einfach ausschalten kann. Einfach nur „dump him, Date your friends“, so einfach ist es nicht, wo ist die Lust geblieben?

Was ich mich frage ist, wie die Autorin, die eigentlich seit Jahren immer wieder zu Bisexualität spricht, in diesem Buch sich dann doch so sehr auf die Beziehungen mit Männern einschießen kann, es wäre doch viel spannender gewesen da mehr reinzugehen, auch wenn ich nicht glaube, dass queere Beziehungen komplett befreit sind, aber grade deswegen macht man es sich ja nicht so einfach.

Aber klassischer Dump him-Feminismus lässt sich eben besser vermarkten.
Profile Image for Eva.
165 reviews15 followers
June 1, 2025
Vieles in diesem Buch war nicht neu für mich, aber alles an einer Stelle + unterstützender Recherche und Statistiken zu sehen, war definitiv nochmal augenöffnend! Der Ton war teilweise etwas provokant, was mich am Anfang irritiert hat, aber im Grunde ist er absolut gerechtfertigt - ist nicht jede Deklaration der allumfassenden romantischen Liebe auch provokant?
Das Buch ist sehr heteronormativ, was zwar Sinn macht, aber natürlich auch schade ist. Außerdem hätte man - wie bei jedem Sachbuch, meiner Meinung nach - 50-100 Seiten kürzen können.
In the end: nehmt eure nicht-romantischen Beziehungen (Freund:innen, (selbstgewählte) Familie, etc) ernster! 🫂
Profile Image for Emma S.
36 reviews1 follower
July 22, 2025
Selten hat uns ein Buch zu so vielen wertvollen Gesprächen angeregt.
Eine Orientierung hin zu ehrlichen, aufrichtigen, emotional wertvollen Beziehungen mit Menschen, die immer für mich da sind: meine Freundinnen! Hin zu romantischen Abenden mit ihnen!

»Wenn ich an Liebe denke, denke ich an meine Freund*innen! «

»Schwesternschaft ist mir ein inneres Bedürfnis, denn um mich herum leben zahllose glänzende, begabte, engagierte, unglaublich tolle Frauen, die meine ganze Unterstützung und Liebe verdienen. Sie und Frauen im Allgemeinen sollen von meiner zwischenmenschlichen Energie profitieren.«

»Wenn Männer profeministisch handeln wollen, müssen sie den Großteil der Arbeit (Beziehungsarbeit, Emotionsarbeit, Mental Load) in ihren Beziehungen erledigen, egal ob das romantische, freundschaftliche oder familiäre Beziehungen sind. Wenn sie das Gefühl haben, den überwiegenden Großteil zu erledigen, ist die Aufteilung in der Realität vermutlich gerade mal annähernd gerecht.«
13 reviews1 follower
June 8, 2025
Nope. Das musste ich leider nach 1/3 abbrechen. Vielleicht stimmt es, das man mit dem Alter weniger radikal wird - aber das war mir streckenweise too much. Während einiges in diesem ersten Drittel für mich einleuchtend war oder ich mich darin wiedergefunden habe, gab es auch einige Stellen, die mir nicht gefallen haben. Es war mir oft ein bisschen zu viel “Männer sind so und Frauen sind so”, z.T. zu wenig differenziert. Aber der Punkt des Abbruchs kam bei mir als Verliebtheit mit psychischen Erkrankungen verglichen wurde. Im Prinzip kann man da schon Parallelen ziehen, aber es werden Behauptungen z.B. zu Borderline-Persönlichkeitsstörungen oder Zwangsstörungen aufgestellt, die einfach nicht haltbar sind und die auch nicht mit Quellen belegt werden. Außerdem werden vermeintliche Fakten über Hirnstrukturen und Neurotransmitter vermittelt - auch hier ohne oder mit unzureichenden Quellenangaben. Keine Empfehlung.
50 reviews3 followers
September 30, 2025
Ich hatte hohe Erwartungen und wurde maßlos enttäuscht. Die Seiten, die Frasl für redundante Wiederholungen nutzt, hätte sie vielleicht für mehr Lösungsorientierung nutzen können. 80% Probleme aufmachen und subjektiv anklagen, dabei kaum ein originärer Gedanke, komplett binär geschrieben und gedacht, um dann auf den letzten 10 Seiten ein paar andere Möglichkeiten aufmachen, aber trotzdem „Entromantisiert euch!“ als Schlusswort zu rufen. Komplett queere Lebensweisen bei so einem Thema zu ignorieren muss man dann wohl auch bewusst wollen, da gibts doch eigentlich schöne Ideen. Naja. Vielleicht hab ich auch schon zu viel darüber gelesen. Was sie zur Bedeutung von Freund*innenschaft (von mir gegendert) sagt, finde ich gut und wichtig, deswegen überhaupt 2 Sterne.

Ich empfehle allen, die sich mit dem Thema beschäftigen wollen lieber „Das Ende der Ehe“ von Emilia Roig zu lesen - Das ist wesentlich intersektionaler, weniger binär und reflektierter geschrieben.
9 reviews
January 11, 2026
Ich wollte dieses Buch unbedingt mögen, stimme der Autorin in vielen inhaltlichen Punkten zu, aber die Wiederholungen haben mich gekillt. Ebenso die wiederkehrenden Unterstellungen an die Leser:innenschaft á la "Sie denken bestimmt, dass..." Nein, denke ich nicht, ich habe bereits 100 Seiten dieses Buches gelesen, wieso sollte ich plötzlich denken, dass die Autorin beim Thema Einsamkeit darüber schreiben wird, dass heteroromantische Paarbeziehungen der Einsamkeit entgegenwirken? Mir war es auch generell zu binär und stereotyp geschrieben. Am spannendsten fand ich die Statistiken, zB zur Aufteilung von unbezahlter Carearbeit im Vergleich 2023 zu 2008 (ich hoffe, die von mir genannten Jahreszahlen stimmen einigermaßen, weiß es nicht mehr auswendig), obwohl sie mir nicht neu waren.
Vielleicht ist dieses Buch als kompletter Neueinstieg in das Thema gedacht, mich hat es leider nicht abgeholt.
3 reviews
September 2, 2025
Dieses Buch hatte so viel Potenzial. Viele der Themen die Frasl aufbringt empfinde ich als unglaublich wichtig & wertvoll. Für mich hatte das Buch leider einige große Probleme, weshalb ich es nicht genießenkonnte sondern mich beim Lesen immer wieder aufegregt habe:

- Queere Sichten werden komplett ausgeklammert - was ja okay wäre, wenn die Autorin nicht immer wieder Rückschlüsse von heterosexuellen Beziehungen (und vor alle Männer in ihnen) auf "die romantische Liebe" schließen würde.
- Auch das Thema Polyamorie wird mit "Dadurch potenziert sich das Problem ja nur" abgehandelt - ohne dass irgendwie zu begründen oder sich erstmal damit auseinander zu setzen? (Mehr dazu unten)
- Die Autorin spricht die Lesenden viel direkt an und unterstellt ihnen diverse Meinungen. "Sie denken jetzt bestimmt Verliebt Sein ist das schönste Gefühl der Welt" usw, leider unterstellt sie ihren Lesenden dabei ein Weltbild einer naiven 16-Jährigen Romantikerin die noch nie in ihrem Leben das Wort Feminismus gehört hat. Mit dieser Person konnte ich mich in keinster Art und Weise identifizieren. Ich musste immer wieder die Augen rollen wenn Frasl teilweise mehrere Absätze hintereinander aufzählt was sie glaubt, was ich glauben würde, und konnte nicht anders als mich angegriffen fühlen von diesen Unterstellungen.
- Hinzu kam, dass diese Unterstellungen regelmäßig gefolgt waren von "Aber ich werde Ihnen jetzt die Wahrheit erzählen, nämlich xyz". Frasl ist nicht nur der Meinung dass wir die romantische Liebe enthronen sollen (wo ich ja mitgehen würde) sondern, dass wir sie abschaffen müssen und das macht sie sehr klar, ohne Raum für abweichende Meinungen. Der Tonfall ist sehr die Wahrheit mit Löffeln gefressen. Der Ganze ist sehr raging feminist, womit ich an sich kein Problem habe(!), aber von einem ganzen Buch zu einem so intensiven und heiklen weil so persönlichem Thema hätte ich mir mehr Raum für Komplexität, Dissonanz, Widersprüche, Unklarheit, Offenheit gewünscht.
- Viele der von Frasl angesprochen Themen sind mMn nur anzureichend bearbeitet und verbunden. Sie bezieht sich nur sehr punktuell auf wissenschaftliche Literatur und wenn dann sehr so, dass es für sie reinpasst. Das Buch ist kein populärwissenschaftliches Buch, was ich von der Aufmachung her erwartet hätte, aber vielleicht ist das my mistake. Es wäre auch verkraftbar wenn a) der Aufbau und die Argumentation schlüssiger wäre und b) Frasl nicht gleichzeitig mit einem enormen Selbstbewusstsein ihre Meinung als ungegenbelegbar propagieren würde.
- Sie stellt an mehreren Stellen die sehr sehr spannende Frage "Was bleibt von der romantischen Liebe übrig wenn man Patriarchat und Kapitalismus rausnimmt?" und beantwortet sie dann nur mit "Ich behaupte nichts" OHNE DASS DANN IRGENDWIE ZU BEGRÜNDEN ODER ZU ERKLÄREN.
- Sie behauptet die romantische Liebe sei eine Erfindung der Mittelschicht des 19. Jahrhunderts. Hat sie Mal eine antike Sage gelesen???
- An einigen Stellen gab es Widersprüche, die nicht aufgelöst oder benannt worden sind, so zB das Männer einerseits keinerlei Energie in romantische Beziehungen stecken weil ihnen romantische Beziehungen egal sind weil sie sich über andere Dinge definieren und keinen gesellschaftlichen Druck haben in einer romantischen Beziehung zu sein aber andererseits viel mehr auf Beziehungen angewiesen sind weil sie keine engen Freund:innenschaften führen und zB nach einer Trennung viel schneller wieder eine neue Partnerin haben. Das kann man zusammen bringen, Frasl tut es aber einfach nicht.
- Vieles wiederholt sich sehr. Frasl gibt das sogar zu und sagt dass uns die Lügen über die romantische Liebe ja auch andauern neu gefüttert werden da sei es ja nur schlüssig sich jetzt auch zu wiederholen??? Macht das Buch nicht angenehmer zu lesen. In Kombi mit den ellenlangen Monologen was wir Lesenden angeblich über die romantische Liebe denken wirkt es auf mich als hätte es noch Seiten zu füllen gegeben.

Ich glaube trotzdem dass das Buch für viele Menschen sehr relevante Inputs geben kann, aber wahrscheinlich nur wenn dass der erste Einstieg in das Thema ist. Wer sich schon Mal ein wenig mit dem Thema beschäftigt hat wird wahrscheinlich hier nichts Neues finden und potenziell sehr genervt vom Ton sein.
Profile Image for Lisa Sophie.
80 reviews
August 22, 2025
Wichtiges Buch. Etwas frustrierend. Aber die Zahlen und Fakten sprechen für sich.
Profile Image for Toniqu.
31 reviews1 follower
May 31, 2025
Gerade Frauen machen in romantischen Beziehungen fett miese, das zeigt Beatrice Frasl in ihrem Sachbuch, das verschiedene Bereiche von Zufriedenheit über finanzielle Aspekte bis hin zu Sex abklappert. Es geht darum, wie die Versessenheit auf romantische Liebe und Intimität von anderen - oft gesünderen, langlebigeren und erfüllenderen - Formen der Liebe abhält. Es ist beispielsweise ein Mythos, dass zunehmende Einsamkeit durch romantische Beziehungen gelöst werden kann. Im Gegenteil, oft ist die heteronormative Zweisamkeit ein Verstärker der Einsamkeit.

Es geht nicht um mehr Unverbindlichkeit und dieses ganze Sex positive, Poly und oder Ikkimel-Badass BlaBla (no shade), sondern es geht um die Frage, wie wir bessere Beziehungen führen können - vor allem platonische.

Vielen Leuten wird die Autorin an einigen Stellen zu radikal klingen, das weiss ich jetzt schon ohne die Bewertungen gelesen zu haben, vermutlich weil sie daheim einen ganz lieben Typen sitzen haben. Aber ist immerhin ein Sachbuch mit top dokumentierten Quellen - Beatrice Frasl simply has seen enough I guess.

Ich hoffe, das lesen soo viele Leute. Vor allem junge Frauen, denen von früh bis spät eingebleut wird, das romantische Liebe das non plus ultra für sie ist. Dieses Buch beweist das genaue Gegenteil.

Male loneliness epidemic I have some bad news for you
5 reviews
June 9, 2025
Puh das hat einige Unklarheiten und Zweifel in mir auf eine systematische Ebene gebracht und nun fühle ich mich noch gewappneter und selbstverständlicher in meiner Ablehnung zur Romantik Zentrierung. Volle Empfehlung, auch wenn für Menschen, die dolle im Feminismus drin sind, viele Wiederholungen dabei sein werden. Finde aber auch Frasls Argumentation, dass wir jahrelang indoktriniert wurden mit heteronormativer Hierarchisierung der Romantik und nun auch einige Wiederholungen wichtig für unser Umlernen sind, sehr einleuchtend. Stellenweise echt provokant und sogar in mir als Erstes auf Widerspruch stoßend, dann aber höchst nachvollziehbar und witzig auf eine Art.

Lest es und steckt eure Energie anschließend wieder mehr in Freund*innenschaften und euren Revolutionsgeist.
Profile Image for SophiePfeiffer.
13 reviews
September 2, 2025
Hatte einige gute Denkanstöße, verliert sich aber zu häufig in Verallgemeinerungen und teilweise inhaltlich falschen Aussagen (z.B. Jede Dritte Frau wird Opfer von Gewalt = jeder Dritte Mann ist Täter). Wen das Thema Liebe und Partnerschaft interessiert lieber "Das Ende der Ehe" lesen, hier schafft es die Autorin deutlich reflektierter zu schreiben.
Profile Image for Paula.
87 reviews
August 29, 2025
"Nun gut, ich will die romantische Liebe auch nicht kaputt reden. Dafür braucht sie mich gar nicht. Sie ist schon kaputt."

Oha.

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, weil dieses Buch so unfassbar krass war. Ich sehe einige Dinge mit anderen Augen, ich habe einige neue Fragen, die ich mir stelle und einige Erkenntnisse gewonnen. Aber die Frage, die ich am dringendsten beantwortet haben will, ist: Ist eine heteroromantische Paarbeziehung auf Augenhöhe überhaupt möglich??? Denn selbst wenn man die Gewalt außer acht lässt, sind da so viele Faktoren, die dagegensprechen: Mental load, insgesamt die Sozialisierung von Männern: Sie haben keine engen Freundschaften, können mit ihren Freunden nicht über tiefgründige Themen sprechen, sind auf eine Frau angewiesen, weil sie selber nichts auf die Reihe kriegen, bekommen körperliche Nähe nur durch Sex, ...

Ich habe sehr sehr viele Notizen zu diesem Buch, sehr viele Gedanken und werde mir auch in Zukunft wahrscheinlich noch viele Gedanken machen. Der erste Teil des Buchs war am eindrucksvollsten, es ging um Freundschaften, Verliebtheit (da war ich am schockiertesten), Kapitalismus und körperliche Nähe. Der zweite Teil war mir fast schon zu aggressiv. Denn es wurde so dargestellt, als sei heteroromantische Liebe niemals möglich und als wäre Liebe an sich schlecht. Ich dachte mir "Aber es sind doch nicht alle Beziehungen so!" Wahrscheinlich ist ein bisschen zu viel "not all men" in meinem Kopf verankert, aber eigentlich wurde mir beigebracht, die Dinge erst mal positiv zu betrachten, und dieser Teil war einfach durchtränkt von Pessimismus, gepfeffert mit so viel Zynismus, dass es mir fast schon zu viel wurde. (ein sehr gutes Zitat: "Denn ja, Heterobeziehungen machen Frauen zwar arm, unglücklich, ungesund und verringern ihre Lebenserwartung, aber hey, wenigstens der Sex ist schlecht.")

Eigentlich hat sie ja komplett recht. Also, die Zahlen haben recht. Im Normalfall ist es für eine Frau fatal, eine Beziehung mit einem Mann einzugehen. Aber aus irgendeinem Grund habe ich mich teils angegriffen gefühlt, zum Beispiel, als es um diverse Disneyfilme ging. Die Autorin hat abgesehen von diesem Buch andere Texte zur Liebe in Disneyfilmen geschrieben, aber ich habe beschlossen, sie nicht zu lesen, weil Disney für mich immer noch Magie und Kindheit bedeutet. Auch, wenn ich weiß, dass dahinter oft viel Problematik steckt. Außerdem finde ich den Gedanken seltsam, alle Männer aus unseren Leben zu verbannen. Weil alleine werden wir Sexismus nicht bekämpfen können. Männer sind oft das Problem, aber ohne Frauen erkennen sie das vielleicht gar nicht.

Mein Haupt-take-away ist, dass ich Freund:innenschaften mehr priorisieren sollte bzw sie von ihrer Wichtigkeit nicht unter die romantische Liebe stellen darf. Und dass es ok ist, wenn man eben keine romantische Liebe findet. Dass man nicht allein ist. Dass man sogar viel weniger allein ist.

Erkenntnisse/Fakten:

Beziehungen allgemein

- Dunbar's Number: Jeder Mensch kann 150 Beziehungen aufrechterhalten (auch Bekannte, Arbeitskolleg:innen & co)
- erotoromantisch = sexuelle und romantische Beziehung
- Single-Menschen fühlen sich allein (/einsam), weil sie allein GELASSEN werden, wenn z.B. alle anderen in einer romantischen Beziehung sind, Organisation um Leben mit romantischer Partner:in komplett selbstverständlich
- "natürliche Dauer" einer monogamen Beziehung: 4 Jahre

Freundschaften

- Sprache: mit Freund:innen ist man nicht "zusammen", auch wenn man sie schon ewig kennt, man ist "nur" befreundet, als wäre es weniger wert, Liebe des Lebens, Rest des Lebens mit jemandem verbringen, "kann keine Freundschaft sein"
- Frauenfreundschaften: shared intimacy, Männerfreundschaften: shared activities
- mein LIEBLINGS-fun-fact: Herkunft des Wortes "gossip", früher "godsibb" -> wichtige Person, "in Gott verbunden", also eigentlich positiv, dann aber negativ, weil bei Geburten nur Frauen anwesend: Männer hatten Angst, dass schlecht über sie geredet wurde
- Durch jede romantische Beziehung "opfert" man 2 Freund:innen.

Verliebtheit

- "In der Tat sind bei Verliebtheit dieselben Gehirnregionen aktiv wie bei Suchtkranken." plötzlich ergibt so Vieles Sinn...
- Verliebtheit destabilisiert psychisch -> anfälliger für psychische Krankheiten bzw. Verstärkung von schon vorhandenen psychischen Krankheiten
- "Das ist auch der Grund, warum jene physischen Codes, die auf gute Fruchtbarkeit oder auf eine optimale Versorgung mit Sexualhormonen verweisen, von uns als besonders attraktiv empfunden werden."
- "Verliebtheit hat nichts mit Liebe zu tun."
- "Verliebtsein = Sucht, Besessenheit, Ausschluss anderer, unstillbare Forderung nach Anwesenheit, Lähmung anderer Interessen und Aktivitäten."
- broken-heart-syndrom = stressbedingte, dilatative Kardiomyopathie, Funktionsstörung der linken Herzkammer
- Sprache: Präfix "ver" impliziert, dass etwas schiefgegangen ist (verlaufen, verschreiben, ...) => verliebt: "bewegt uns von Liebe weg, die wir bereits in unserem Leben haben"

Alleinsein

- Männer verlassen ihre Frauen, wenn sie krank sind = "partner abandonment" WTF???????, Frauen bleiben natürlich bei ihnen, um sich zu kümmern...
- Einsamkeit = sozialer Schmerz, dieselben Hirnregionen wie bei physischem Schmerz werden aktiv!
- Isolation macht krank, Krebsrisiko steigt um 22%, Herzinfarktrisiko um 34%

Körperliche Nähe

- durch Kriminalisierung von Homosexualität: körperliche Nähe unter Männern tabu, weil im 18. Jhdt strafbar (Todesstrafe & co), aber irgendwie bis heute so geblieben...
- "homohysteria" = "nerröse Abgrenzung" von allem, was schwul wirken könnten
"huidhonger" = Niederländisch für "Hauthunger" :) = wir wollen und brauchen körperliche Nähe
- Studie: Menschen können sich nicht sehen, nur berühren und müssen durch Berührung Emotionen kommunizieren: funktionierte
- Menschen "müssen Sex haben", um IRGENDWIE körperliche Nähe zu bekommen (vor allem Männer), Sexdates werden oft nur für das Kuscheln danach ausgemacht

Arbeit

- alleinerziehende Frauen arbeiten 9h unbezahlt, welche in einer Paarbeziehung 9,5 => Partner erzeugt noch zusätzliche Arbeiet!
- Frauen müssen "Therapeutinnen" für ihre Männer sein: bei psychischen Problemen gehen Männer nur zu Frauen, meistens zur Partnerin, Frauen gehen aber auch zuerst zu Frauen => Frauen müssen immer die emotionale Arbeit leisten

Gewalt

- Gewalt durch Männer: häufigste Todesursache Schwangerer
- 26% aller schwulen Männer erfahren im Laufe ihres Lebens Gewalt in ihrer Beziehung, 43,8% lesbischer Frauen (Gewalt durch Männer in früheren Beziehungen ist aber mit eingerechnet!!)
- Studie: "The national intimate partner and sexual volence surcey (NISVS) 2010 findings of victimization by sexual orientation

andere Fakten:
- Vagina hat weniger Nervenenden, muss so sein, weil da ja Babys durchkommen!! => Penetration KANN für eine Frau gar nicht so intensiv sein wie z.B. wenn die Klitoris stimuliert wird
- Frauen bleiben länger single, je intelligenter und beruflich erfolgreicher sie sind (🤡🤡🤡)
- Lysistrata in der griechischen Mythologie: überzeugt Frauen, mit ihr einen Sexstreik zu machen, bis die Männer den Krieg beenden (Sparta vs Athen)
Profile Image for Melanie Häupl.
14 reviews
July 17, 2025
Sie schreibt definitiv über viele Dinge, die ich persönlich als besonders lesenswert erachte. (Alle Unterkapitel aus Kapitel I bis auf „Das schönste Gefühl der Welt“) Da behauptet Frasl, dass der Zustand von Verliebtheit oder besser gesagt die Symptome dieser eine psychische Krankheit sei(en) oder dieser ähnle(n). Da wäre ich etwas vorsichtig und hinterfrage diese Behauptung, überhaupt wenn es dazu wissenschaftlich keinen Grundkonsens gibt. Das Kapitel zu gossip fand ich augenöffnend, bei manchen Dingen konnte ich gut relaten. Teilweise (möglicherweise) bewusst überspitzte Formulierungen und Aussagen, die getroffen werden. Ich fand manche Sätze sehr hochgestochen und auch das Vokabular etwas elitär und vom Zugang her etwas unpassend, insbesondere da sie ja laut ihren eigenen Aussagen primär Heterofrauen ansprechen sollte, die aus diesem sozioökonomischen Teufelskreis und dem Ungleichgewicht im Sinne von: „Mann arbeitet Frau ist seine Hausfrau, Sekretärin, Seelsorgerin,…) ausbrechen sollten und sich mehr auf eigene Ziele und Wünsche zu fokussieren, als auf Wünsche und Bedürfnisse deren Männer. Das Buch und das Thema polarisieren auf jeden Fall und das zurecht.

Beim nächsten Buch wünsche ich mir keine zirkuläre Argumentationsstrategie, in welcher sie sich in den letzten Seiten meiner Meinung im Kreis dreht, sondern etwas mehr interdisziplinäreres Denken (Queers, Transpeople, POC, Menschen mit Behinderungen, …)
9 reviews1 follower
June 6, 2025
Hat mich sehr zum denken angeregt, viele valide Punkte und mich motiviert über mein eigenes Beziehungsgefüge nachzudenken. Ich kann aber nicht zu 100 % zustimmen. Auch einige Bereiche fand ich etwas zu übertrieben - Verliebtheit mit psychischen Erkrankungen vergleichen z.B. Ein etwas zu dichotomes Denken, mit wenig Spielraum, dass Lebensentwürfe, die außer der Vorstellung der Autorin liegen könnte auch möglich wären. Und auch das allgemeine Absprechen der Fähigkeit der Männer, sich mit dem Patriarchat auseinanderzusetzen - I get it, it's hard but I still believe in change.
159 reviews
August 23, 2025
Kann ich empfehlen, regt zum Nachdenken an. In meinem Fall auch über Dinge, die ich noch nie hinterfragt habe.

Es hat sich leider etwas wiederholt, manche Passagen fand ich etwas undifferenziert und unlogisch. Hätte mir außerdem mehr Fokus auf Queerness gewünscht.

Ich hab mich definitiv ein paarmal „angegriffen“ gefühlt, als Frau in einer hetero Beziehung – aber das Buch soll ja auch ein bisschen wehtun. Unterstreicht ja nur den Punkt, wie sehr bestimmte Vorstellungen über romantische Beziehungen in unserer Gesellschaft vorherrschen und wie schwer es ist, das nach jahrelanger Indoktrination wieder herauszubekommen
Profile Image for Marie.
12 reviews
September 22, 2025
Dieses Buch beschreibt sehr gut alle meine Gedanken um romantische Beziehungen nicht mehr zu priorisieren. Ich befinde mich jetzt ein bisschen wie in einer Trauerphase um die so schön weich gezeichnete romantische Liebe. Bin aber motiviert noch mehr Halt in Freund*innenschaft zu finden.
Ein negativer Punkt ist die sehr binäre Sprache, ich verstehe natürlich die Erläuterungen an binären patriarchalen Strukturen, hätte mir da aber noch ein bisschen mehr Kritik an der Binarität gewünscht.
Profile Image for Anne Nothtroff.
20 reviews
November 20, 2025
Ganz tolles und wichtiges Buch! Finde es total schade, dass Beatrice Frasl sich an manchen Stellen durch Verallgemeinerungen bisschen ihre eigenen Argumente entkräftet. Nichts ist pauschal, nichts funktioniert für alle gleichermaßen. Das ist ja eigentlich auch eine der Aussagen, die sie mit ihrem Buch treffen möchte.
Profile Image for Dennis.
58 reviews4 followers
July 29, 2025
Lektüre leider nicht beendet, nur selektiv (ca. 50%). gute Argumente gegen die bürgerliche Kleinfamilie aus weiblicher Sicht. leider wird das Kind mit dem Bade ausgeschüttet und jede Form von heterosexueller "Liebe" zum Fokus der Ablehnung.

die Grundthese: "sobald du den Fehler machst, dich zu verlieben oder einen Funken Liebe zuzulassen, bist du rettungslos in der Spirale Ehe-Kinder-Gewalt-Verlassenwerden-Altersarmut gefangen." Das passt für eine Polemik, nicht aber für ein Buch, das zumindest stellenweise als Sachbuch ernstgenommen werden kann und will. zudem ist es sehr repetitiv. leider keine Empfehlung.
Profile Image for Caro.
233 reviews2 followers
June 23, 2025
Dieses Buch ist genial. Ich kann es jeder Person nur empfehlen, vor allem Frauen* egal ob in einer romantischen Beziehung oder nicht, egal ob heterosexuell oder queer. In dem Buch sind so viele Gedankenanstöße, wie ich es lange nicht mehr erlebt habe. Es geht um platonische Liebe, Freund*innenschaft und das auf eine wissenschaftliche wie auch nahbare Art und Weise.
Profile Image for Sophie.
311 reviews
September 13, 2025
Finally sagt (oder besser: schreibt) es mal jemand! Im einer Welt, die so stark auf romantische, heterosexuelle Beziehungen fokussiert ist, ist es so schwer, wenn man da nicht reinpasst. Doch mit wem soll man reden, wenn für alle die romantische Beziehung das Wichtigste im Leben ist?

Ich habe in meinen weiblichen Freundschaften häufig die Erfahrung gemacht, dass ich links liegen gelassen werde, weil der Partner wichtig ist. Wenn ich das angesprochen habe, wurde meine Gefühle allerdings nicht ernstgenommen. Erst als die Beziehung zu Ende war, war ich wieder gut genug.
Lange Zeit habe ich mich dem untergeordnet, weil ich auch geglaubt habe, dass Freundschaften weniger wert sind.

Jede weiblich gelesene Person - und vor allem Heterosexuelle - sollten dieses Buch lesen! Es kann einem nur die Augen öffnen.

Mein einziger Kritikpunkt, aber dafür ein großer: Frasl geht lediglich auf heterosexuelle Beziehungen ein, queere Perspektiven kommen lediglich an einzelnen Stellen vor. Da hätte ich mir einen differenzierten Blick gewünscht - insbesondere weil die aromatische und asexuelle Community seit jeher für eine Entromantisierung der Gesellschaft plädieren!
Profile Image for Annika.
2 reviews
January 8, 2026
In meinem Freundinnenkreis wird dieses Buch fast wie eine Bibel behandelt und jetzt, nachdem ich es gelesen habe, verstehe ich auch warum. Es ist eine Ode an die Liebe jenseits heteronormativer Paarbeziehungen und zeigt, wie begrenzt und zugleich gefährlich die dominante Vorstellung von „Liebe“ insbesondere für Frauen* in cis-heterosexuellen Zweierbeziehungen ist.

Gleichzeitig macht das Buch sichtbar, wie viel mehr Liebe sein kann: wie vielfältig, solidarisch und tragend sie ist, besonders in Freund*innenschaften. Liebe außerhalb der cis-hetero-Paarbeziehung prägt unser Leben maßgeblich, kommt aber viel zu oft zu kurz.

Für meine Freundis und mich hat das Buch unglaublich viel Gesprächsstoff geliefert und uns dazu gebracht, unsere Freund*innenschaften bewusster wertzuschätzen und zu priorisieren. Ein Buch, das ich wirklich jeder Person, vor allem jeder Frau*, empfehlen würde.
2 reviews
October 8, 2025
Hab auf ein aromantisches Manifest 2.0 gehofft, stattdessen wird hauptsächlich hetero Frauen von Beziehungen mit Männern abgeraten und Aromantik nur in Nebensätzen erwähnt. Für viele bestimmt spannend, für mich hat‘s daher aber nur oberflächlich am Konstrukt romantische Liebe gekratzt; hat mich nicht ganz abgeholt.
Profile Image for Iz.
152 reviews
October 27, 2025
honestly großes kino. bin aus dem zustimmend nicken, verärgert die Stirn runzeln, mich ertappt fühlen, resigniert lachen, genervt die Augen rollen nicht mehr herausgekommen und würde das ganz ganz ganz vielen menschen (allen) ans herz legen.
Profile Image for Pia Graewe.
4 reviews
August 14, 2025
Mir hat das Buch richtig gut gefallen, die Autorin stellt sehr schlüssig da, wie wichtig nicht romantische Beziehungen sind & schlägt vor romantische Beziehungen weniger zu zentrieren.
Displaying 1 - 30 of 114 reviews

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