Jump to ratings and reviews
Rate this book

Stehlen, Schimpfen, Spielen

Rate this book
«Ich bin die Marie Kondo der Literatur. If it doesn′t spark joy – weg damit in die Mülltonne.»

Barbi Marković hat sich das Stehlen als kulturelle Unverschämtheit zum Programm gemacht. In ihrem neuen Buch erzählt sie, wie es dazu kam und warum man ihr trotz offener Piraterie die Originalität nie abgestritten hat. Fast nie. Aber es geht auch um die Kraft und den Zug einer guten, rhythmisch abgestimmten Schimpftirade. Es geht um Machtverhältnisse. Um Regeln, die man sich selbst auferlegt. Darum, objektiv zu sein, und wütend, aber auf niemanden konkret. Distanz zu erzeugen, damit die Geschichte näher kommen kann. Dass die Texte am Ende mehr wissen als die Person, die sie geschrieben hat, und über mehr berichten als nur über ein Privatschicksal. – Wie geht das? «Stehlen, Schimpfen, Spielen» gibt Antworten.

«Der Genuss ihrer witzigen und scheinbar so einfachen Sätze, die die absurde Fallhöhe zwischen Alltag und existenzieller Weltlage ausmessen, soll bitte nicht enden.» Jury zum Preis der Leipziger Buchmesse 2024

122 pages, Kindle Edition

Published May 13, 2025

4 people are currently reading
318 people want to read

About the author

Barbi Marković

10 books28 followers
Barbi Marković (b. 1980) is a Serbian writer. She studied German literature at university in Vienna and Belgrade and worked as an editor for the publisher Rende Verlag in Belgrade.

In 2009, Marković caused a sensation with the Thomas Bernhard remix novel “Ausgehen”. In 2016, she published the novel “Superheldinnen”, for which she received the Alpha Literature Prize, the Adelbert von Chamisso Prize and the Reinhard Priessnitz Prize in 2019. In 2017, Barbi Marković read at the Ingeborg Bachmann Prize. In 2023, Barbi Marković received the Berlin Art Prize for Literature. Most recently published by Residenz Verlag: “Die schissene Zeit” (2021) and “Minihorror” (2023). In “Minihorror”, Barbi Marković creates a monument of perfidy and compassion for the fearful workers of our society, which makes us feel both caught and understood when we read it. She was awarded the Prize of the Leipzig Book Fair for “Minihorror” in 2024.

Ratings & Reviews

What do you think?
Rate this book

Friends & Following

Create a free account to discover what your friends think of this book!

Community Reviews

5 stars
25 (14%)
4 stars
74 (43%)
3 stars
53 (30%)
2 stars
16 (9%)
1 star
3 (1%)
Displaying 1 - 22 of 22 reviews
Profile Image for Alexander Carmele.
489 reviews469 followers
July 9, 2025
Vehemente erste Schritte, das Selbstbespiegelungskabinett zu durchbrechen

Michel Foucault betonte in seiner Antrittsvorlesung, publiziert als Die Ordnung des Diskurses, dass ihm der Anfang einer jeden Rede nicht behage, dass der Anfang fast wie eine Hybris erscheine, gemessen an dem, weshalb er überhaupt angefangen hat zu reden, nämlich in Anschluss an seine Vorgänger und Vorbilder. Barbi Marković schlägt in eine ähnliche Kerbe, indem sie sich durchweg in Frage stellt, ja einen Text darüber schreibt, wie sie nicht in der Lage ist, eine Vorlesung vorzubereiten:

13 Tage in Folge sitzt sie am Computer, mit der Ambition, die beste Poetikvorlesung aller Zeiten zu schreiben. Schreibt immer das Gleiche nieder und löscht es. Hinauf, hinunter, in verschiedenen Schriftarten. Das ist so sinnlos. Sie fürchtet sich vor Wörtern. Diese große Autorin. Wie soll sie eine Poetikvorlesung schreiben, wenn sie nicht einmal weiß, was eine Poetikvorlesung ist?

In diesem Sinne erscheint der Anfang ihres Schreibens konsequent im Sinne Foucault als Nichtanfang, nämlich als ein Plagiat, indem sie nämlich Thomas Bernhards Erzählung Gehen übersetzt und spielerisch modernisiert. Als nächstes schlägt sie vor und setzt es partiell auch um, das, was in Städten geschrieben steht, aufzuschreiben und zu sammeln und geht dann nach Umwegen dazu über, Computerspiele zu verschriftlichen, also Inhalt, Rhythmik einem Jump‘n’Run-Spiel anzupassen. Gänzlich postmodern, poststrukturalistisch angehaucht schließt sie deshalb:

Jetzt war ich endlich bei einer Ärztin. In der Ambulanz haben sie gelacht: «Sie hat zu viel geschrieben!», hat ein Kollege gesagt. HAHAHA. «Eine Szenenschreibenentzündung!» HAHAHAHA. Ich habe mich beim Schreiben dieser Poetikvorlesung so sehr ins Zeug gelegt, dass ich mir den Diskus eingerissen habe.

Zum Diskurs fehlt nicht viel. Das Rauschen der Sprache, das copy&paste als Methode, die Leerheit als Performance findet hier einen resonanten, aber borniert-eigenwilligen Boden, der in seiner Transparenz überzeugt, obgleich er etwas endlos und beliebig, eiernd, daherkommt. Barbi Marković gewann mit Minihorror den Leipziger-Buchmesse-Preis 2024, das wiederum den Slapstickcomic literarisiert, im Grunde also wieder eine kulturell-transmediale Aneignungsstrategie verfolgt. In Stehlen, Schimpfen, Spielen bekennt sie sich dazu:

Du bist ein Feigling, Barbi, eine Verräterin deiner eigenen Seele. Du bist eine Lügnerin, das ist der wahre Grund, aus dem du schreibst. Es wäre besser, wenn du aufhören würdest. Es wäre besser, du würdest dich darauf konzentrieren, deine idiotische Seele in Ordnung zu bringen, bevor du hier komplett scheiterst. Bevor alles aus ist.

Anders als viele andere, bspw. Daniel Kehlmanns Kommt, Geister , Juli Zehs Treideln oder Judith Hermann ‎Wir hätten uns alles gesagt , betreibt sie in ihrer Poetikvorlesung also eine konsequente Dekonstruktion ihres Schreibens und ihrer Schreibpersona, die gerade dadurch eine Öffnung hin zu etwas Neuem bereiten könnte. Dieser Weg liest sich vehement und intensiv. Er lässt auf einen schriftstellerischen Durchbruch hoffen, nämlich dann, wenn das Erzähl-Ich von Barbi Marković erkennt, dass jeder Text von vorne anfängt und fängt er nicht von vorne an, müsste es ihn eigentlich auch nicht geben. Die Vehemenz birgt jedoch, falls es nicht gelingt, noch eine andere Gefahr: sich letztlich darin wie Foucault zu gefallen.
Profile Image for Ileana (The Tiniest Book Club).
225 reviews39 followers
May 8, 2025
Schon vor dem immensen Erfolg von „Minihorror“, das 2024 den Preis der Leipziger Buchmesse erhielt, kam für Barbi Marković die Anfrage der Paris Lodron Universität Salzburg, im Mai 2024 die renommierte Stefan-Zweig-Poetikvorlesung zu halten.

Die insgesamt drei Vorlesungen über ihr Schreiben erscheinen nun am 13. Mai in einem schmalen Band bei Rowohlt Hundert Augen.

Zwei Jahre hatte Marković Zeit, den Text für die Poetikvorlesung zu verfassen. Zwei Jahre: das reicht für Haus, Kinder, österreichische Staatsbürgerschaft und Sixpack. Wann fängt sie an? Zwei Wochen vorher. Der Countdown der Selbstzweifel läuft.

Bei ihrer Zusage stellt sie sich vor, wie sie den Text auswendig doziert, vor einem begeisterten Publikum, was für ein Geniestreich! Alle brüllen ihren Namen und
sind entwaffnet von der puren schriftstellerischen Magie: „Ihr ist einfach alles wurscht, sie entzaubert den ganzen Beruf!“ Als es dann auf den letzten Drücker ans Schreiben geht, schlägt das Impostersyndrom zu: Barbis innerer Kritiker ist gnadenlos. Wie in der Grundschule schreibt sie erstmal nur, dass ihr nichts einfällt. Und beginnt damit wirklich, den Beruf der Schriftstellerin zu entzaubern. Das ist ehrlich, sympathisch und - auf zugleich lässige und unbeholfene Art - inspirierend.

„Ausgehen“, Markovićs erstes Buch, ist ein Thomas-Bernhard-Remix, als Stadtschreiberin von Graz beginnt sie das Experiment, verschiedene Städte tatsächlich „abzuschreiben“ (beides Beispiele für das Stehlen). Weitere Texte sind geprägt durch das Immer-und-(fast)-Überall-Schreiben und das Verwerten realer Personen/ Augenblicke/ Schimpftiraden. Gespielt wird auch, zum Beispiel mit ihrem Roman „Die verschissene Zeit“, der, umgesetzt in Form eines Rollenspiels, ihrer Freundesclique eine Kindheit in Belgrad 1995 näherbringen soll.

Ich hätte die Vorlesungen wahnsinnig gern live miterlebt. „Stehlen, Schimpfen, Spielen“ macht Lust auf mehr Barbi Marković!
Profile Image for Hanna.
649 reviews86 followers
July 5, 2025
Eigentlich wollte ich ja nur kurz mal reinschnuppern in dieses Buch und ehe ich mich versah, hatte ich es in einem Satz ausgelesen. Und dabei fällt es mir schwer zusammenzufassen was ich da eigentlich genau gelesen habe. Es ist so eine Art Meta-Lektüre, wir begleiten Barbi Marković dabei wie sie sich abmüht eine Poetikvorlesung zu erarbeiten. Und am Ende ist natürlich der Weg das Ziel gewesen, alles hat Hand und Fuß und vor allem jede Menge Humor. Da gibt es viel Selbstreferenzielles, ein paar Insider für in Wien lebende Leser:innen die früher vielleicht auch ganz gern die Transporter-Bar aufgesucht haben und vor allem jede Menge Kluges, das aber nicht oberschlau rüberkommt.
Als jemand, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Straßen Wiens in alphabetischer Reihenfolge zu fotografieren und zu jeder ein Heft zu gestalten (falls sich wer fragt, ja, ich bin immer noch bei A), war ich natürlich begeistert von ihrem Projekt Graz, Alexanderplatz im Zuge dessen sie ganze Straßenzüge “abgeschrieben” hat. Toll!
“Stehlen, Schimpfen, Spielen” war jedenfalls mein erstes Buch von Barbi Marković, es wird aber nicht das letzte sein.
Profile Image for Robert.
145 reviews5 followers
May 20, 2025
6/10
Stehlen, Schimpfen, Spielen ist mein viertes Buch von Barbi Marković. Die Autorin von Minihorror legt hier ein Buch vor, das als Produkt aus dem Versuch entstanden ist, eine Poetikvorlesung zu schreiben. Innerhalb von 14 Tagen muss Barbi Marković für die Universität Salzburg eine Vorlesung auf die Beine stellen. Gut, eigentlich hätte sie zwei Jahre Zeit gehabt, aber wer von uns nie prokrastiniert hat, werfe die erste Poetikvorlesung.
Stehlen, Schimpfen, Spielen beschäftigt sich wie kein anderes Buch der Autorin, das ich gelesen habe, mit ihrem eigenen Œuvre. Dabei dreht es sich ständig um sich selbst und um das damit verbundene simultane Entstehen aus sich selbst heraus. Ich habe mich teilweise an Hasenprosa erinnert gefühlt, auch wenn mir Stehlen, Schimpfen, Spielen deutlich besser gefallen hat. Trotzdem kam ich erst auf den letzten 30 Seiten rein und dann war es schon vorbei. Hätte ich Stehlen, Schimpfen, Spielen zuerst gelesen, hätte ich möglicherweise nicht noch einmal zu einem Marković Buch gegriffen. Aber ironischerweise denke ich, dass mir Markovićs andere Bücher (insbesondere Die verschissene Zeit) nach Lektüre von Stehlen, Schimpfen, Spielen noch einmal besser gefallen hätten. Ich bin gespannt auf das nächste Buch.
Profile Image for ˗ˏˋ lia ˎˊ˗.
639 reviews438 followers
June 4, 2025
“ich bin die marie kondo der literatur. if it doesn’t spark joy — weg damit in die mülltonne.”

stehlen, schimpfen, spielen nimmt uns mit auf eine spannende reise, wie die autorin nach ewigem prokrastinieren ihre poetikvorlesung vorbereitet. leider hat mit persönlich der schreibstil überhaupt nicht zugesagt, sodass ich gar keinen zugang zu diesem werk gefunden habe. für mich macht es daher auch wenig lust auf mehr, auch wenn das grundkonzept wirklich interessant war, aber die umsetzung wohl nicht für jedermann geeignet.

2 stars
Profile Image for Jule.
358 reviews17 followers
June 18, 2025
Am Anfang habe ich nur bedingt ins Buch gefunden und befürchtet, dass es sich um einen 136 Seiten langen Werbetext für ihre bisher veröffentlichten Bücher handelt. Auch wenn das vermutlich nicht so intendiert war und ich es auch nicht unbedingt gerne zugeben möchte (selbst wenn dem so wäre), bei mir hat es auf jeden Fall funktioniert.
Weil ich etwas gänzlich anderes erwartet hatte, war ich zunächst enttäuscht. Da die Autorin aber zu Beginn klarstellt, dass der Text anders sein wird als erwartet, weil sie den Ankündigungstext lange im Voraus schreiben musste, fühlte ich mich nur kurz irregeleitet. Nachdem ich dann eingesehen hatte, dass ich einzig über meine eigenen Erwartungen gestolpert war, konnte ich meine aufkeimende Empörung hinter mir lassen und dem Text eine Chance geben.
Die Autorin scheint in ihrem eigenen Universum zu leben und hat in ihrem Text die Tür dazu aufgemacht, wenngleich ich das Gefühl hatte, beim Lesen in eins meiner eigenen mir bis dato noch unbekannten Universen zu stolpern.
An machen Stellen habe ich laut gelacht. Kapitel, die ich gern mochte: Abschreiben (mit Referenz zu ihrem Projekt Graz, Alexanderplatz), Schimpfen (Referenz zu ihrem Buch Die verschissene Zeit), Spielen (Referenz zu einer Performance von ihr).
Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr mag ich das Buch.
Zum Schluss bleibt für mich noch offen: was ist eigentlich eine Poetikvorlesung?
Profile Image for Rosen de Almeida.
69 reviews7 followers
November 3, 2025
Eine Poetikvorlesung, die gerne Woolf, Vonnegut und Benjamin sein wollte und dann einfach Marković die sich im Galopp einer 2 Wochen Deadline nähert. Habe ich etwas gelernt? Stehlen als Technik ist unterschätzt, bzw. war es, denn im Zeitalter der Tech Bros ist es halt normal, die Urheberrechte anderer zu treten. Besser, sich ans Schimpfen und Spielen zu halten, aber bitte dort nicht stehen bleiben, weder poetologisch noch sonst.
Profile Image for Michelle.
53 reviews
August 15, 2025
War leider gar nicht mein fall. Das eh schon recht magere buch enthält viele auszüge aus anderen Büchern der autorin. manche teile fand ich interessant, zB das abschreiben von städten oder das beschreiben eines walkthroughs eines spiels, aber sonst hab ich das glaub ich nicht wirklich verstanden.
Profile Image for Janina.
876 reviews82 followers
May 27, 2025
WUHU hab schon hart gegrübelt, ob ich das Buch überhaupt kaufen soll, weil ich ihr Buch Minihorror nicht mochte, aber da es eine Poetikvorlesung ist (und mich das immer interessiert!), habe ich mir gedacht, ach, was soll's! Und nach anfänglichem Hmm-Gefühl hat es mir nach und nach immer mehr zugesagt. Auch der zwischenzeitliche Mini-Stil (in der Charakterstimme aus Minihorror) hat mich nicht gestört und mir bei der Preisrede sogar gefallen (oh Freude! oh positive Überraschung!), weil gemerkt: in Maßen kann gut sein, im Überfluss nicht für mich. Ich fand das sehr sehr toll mit den Zwischeninhalten, wie im Titel vorhergesagt, Stehlen, Schimpfen, Spielen. :)
Profile Image for thrays.
48 reviews21 followers
July 6, 2025
der titel hat mich so abgeholt aber der inhalt und schreibstil leider geht so!
Profile Image for Sabrina _lesewesen.
281 reviews9 followers
May 19, 2025
Welche Sache habt ihr zuletzt mal richtig weit nach hinten geschoben?

Fühlt euch auf jeden Fall nicht schlecht, denn die Autorin Barbi Marković hat beim Zusammenstellen ihrer Poetikvorlesung ganz schön prokrastiniert. 2 Jahre hatte sie Zeit, um sich glänzendes Haar und ein Six Pack zuzulegen und dann musste sie doch 14 Tage vor Beginn schauen, dass sie zumindest ein Skript getippt bekommt.

Daher gibt‘s auch 14 Kapitel, naja plus eins für den Tag 0, in die das Buch eingeteilt ist. Passend zum Titel der Vorlesung „Stehlen, Schimpfen, Spielen“ mussten diese dann noch mit Inhalten gefüllt werden. Und das macht Barbi Marković prima, zwischen „Szenenscheidentzündung“ und Gipsarm führt sie uns durch ihre Werke - von denen es schon viel mehr gibt als ich dachte.

Eine spannende Reise war das, was hat sie aus anderen Texten geklaut und sich zu eigen gemacht, was entstand aus dem Spielen und wen hat sie so richtig schimpfen lassen? Dazu gibt es natürlich noch viele Verknüpfungen mit ihrer Biografie, Humor und Selbstironie.

Es war hier gar nicht vonnöten, ihre Bücher unbedingt zu kennen, viel mehr hat das Buch richtig viel Lust auf den nächsten Marković gemacht.
Profile Image for Anna.
101 reviews2 followers
June 8, 2025
Barbi Marković ist eine meiner absoluten Lieblingsautorinnen und hat mit Stehlen, Schimpfen, Spielen mal wieder einen Text der Sonderklasse rausgehaut. Eine Poetikvorlesung wie keine andere, in der Marković brilliant über getohlene Texte, die Last/Lust zu Schreiben, das richtige Maß aus Minderwertigkeitskomplex und Größenwahn, die Kunst des Schimpfens und die Freude am Spielen schreibt.

Grandios! Ich habe so oft laut lachen müssen.

(Besonders spannend, wenn mensch ihre Bücher gelesen hat, deren Genese etc. hier verhandelt wird. Aber umgekehrt, bekommt mensch vielleicht genau nach dieser Lektüre Lust, alle Marković-Bücher zu verschlingen;)
Profile Image for Madame F.
262 reviews3 followers
May 15, 2025
In „Stehlen, schimpfen, spielen“ lädt Barbi Marković uns in ihr Schreiben ein, als säße man mitten in ihrer Poetikvorlesung (um deren Vorbereitung sich der Text dreht): Es geht um das Stehlen – von Gedanken, Ideen und Formulierungen –, um das Schimpfen als stilistische Waffe und ums Spielen mit Sprache und Regeln. Zwischen wütenden Tiraden und scheinbar ziellosen Monologen reflektiert sie, wie ein Text entsteht, wenn die Autorin gleichzeitig Dozentin, Piratin und Clown ist.
Das Lesen von „Stehlen, schimpfen, spielen“ kam mir vor wie eine turbulente Taxifahrt durch eine fremde Stadt – mit geöffneten Augen und ohne Navi. Markovićs Metakritik am eigenen Schreibprozess hat mich immer wieder schmunzeln lassen: Wie sie erzählt, dass sie ihre Poetikvorlesung eigentlich erst kurz vor knapp schreibt – ein ausführlich im Rowohlt-Text dokumentiertes 13-Tage-Marathonprojekt. Diese Einblicke in ihr kreatives Chaos fand ich mitreißend und wertvoll für jede angehende Autor:in oder Leser:in.
Aber so sehr ich ihre Experimentierfreude bewundere, so sehr fühlte ich mich unterhalten wie verwirrt: Die Sätze stolpern teils wie betrunken durch die Seiten, stellenweise war mir einfach zu viel Nonsens in den Wendungen – zu oft trifft man auf ungezähmte Wortspaziergänge und abrupt endende Gedankensprünge, Satzfragmente, die wie torkelnde Punks durch die Seiten stolpern, und Dialoge, die in einem Meer aus „Warum eigentlich?“ enden. Ich verlor bisweilen den Faden – und zwar nicht im Sinne von „Wow, so innovativ!“, sondern eher im „Hä, was wollte sie mir gerade sagen?“
Ein Lichtblick waren für mich die Passagen, in denen Marković über das Stehlen als künstlerische Unverschämtheit spricht: Sie beschreibt, wie jede Idee eines Textes Regeln und Tabus umschiffen muss, damit am Ende etwas echt Eigenes entsteht. Diese poetischen Reflexionen wirkten auf mich wie kurze Inseln der Klarheit im Ozean der Sprachspielereien.
Fazit: 3/5⭐️
Wer Lust auf eine literarische Wundertüte hat, in der sich Poetik, Piraterie und Paradebeispiele fürs Prosastolpern die Hand reichen, wird hier unterhalten – wer einen stringenten dramaturgischen Plan sucht, eher nicht.
Profile Image for Katerina Gousi.
7 reviews
January 28, 2026
Eine gute Überraschung! Es liest sich sehr schnell und ist ernst und zugleich humorvoll und originell. Ich habe die Selbstreflexivität, Ironie und Distanzierung von einer zu ernsten und akademischen Selbstinszenierung der Autorin total genossen und mich mit ihren Selbstzweifel (besonders bezüglich des Schreibens in der Zweitsprache) identifiziert. Ich werde auf jeden Fall Barbi Markovics andere Werke lesen.
101 reviews1 follower
September 6, 2025
Barbi Markovic erzählt von ihren bisherigen Werken und wie sie entstanden sind. Das Buch kann man sehr schnell lesen, es ist unterhaltsam und abwechslungsreich. Sie hat sehr kreative Ansätze um neue Texte entstehen zu lassen.
5 reviews
June 22, 2025
Eine Poetikvorlesung, wie man sie sich immer gewünscht hat.
Profile Image for Adriana Inilloc.
45 reviews
December 31, 2025
hab ich nach 60 Seiten weg legen müssen. am Anfang fand ich es ziemlich klug und lustig, aber der Schreibstil hat mich nicht abgeholt.
Displaying 1 - 22 of 22 reviews

Can't find what you're looking for?

Get help and learn more about the design.