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Am Meer ist es schön

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Die bewegende Geschichte einer Kinderfreundschaft – gefühlvoll erzählt von Bestsellerautorin Barbara Leciejewski


Frau Petri zerriss Susis Brief, einmal, zweimal, dreimal, viermal. Kleine Fetzen flogen in den Mülleimer. »Nimm diese hübsche Ansichtskarte, schreib etwas Schönes. Darüber freuen sich deine Eltern ganz sicher, und das möchtest du doch, oder nicht?«

Sechs Wochen Kuraufenthalt an der Nordsee – ein toller Urlaub, versprechen ihr die Eltern. Doch die achtjährige Susanne und die übrigen Kinder verbringen im »Haus Morgentau« die schlimmste Zeit ihres Lebens. Wer den Teller nicht leer isst, die Regeln bricht oder sich anderweitig aufsässig zeigt, wird von den Erzieherinnen hart bestraft. Kein Hilferuf dringt zu den Eltern durch, denn die Briefe der Kinder werden kontrolliert. Doch immer wieder schlagen Susanne und ihre Freunde den »Tanten« ein Schnippchen. Dann kommt es zu einem Vorfall, der Susanne noch Jahrzehnte später in ihren Alpträumen verfolgt – bis sie beschließt, sich endlich dem Trauma ihrer Kindheit zu stellen. 

353 pages, Kindle Edition

Published May 30, 2025

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About the author

Barbara Leciejewski

19 books10 followers

Ratings & Reviews

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Community Reviews

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Displaying 1 - 20 of 20 reviews
Profile Image for Nadine Schrott.
692 reviews67 followers
July 24, 2025
Ein intensives Buch, das ein Kindheitstrauma in den Mittelpunkt stellt....und mich zutiefst berührt hat!

Susi wird als Kind in den 1960er Jahren zur Erholung an die Nordsee zur Kur geschickt ... und erlebt dort eine schreckliche Zeit.

In ihrem Trauma gefangen führt das Sterben ihrer Mutter sie zurück in ihre Erinnerungen....

Ein wirklich wichtiges Buch!

Absolut lesenswert!
Profile Image for Margarita.
42 reviews
June 7, 2025
Barbara Leciejewski trifft mit ihrem neuen Roman „Am Meer ist es schön“ mal wieder mitten ins Herz. Diesmal steht das Schicksal der sogenannten Verschickungskinder im Mittelpunkt. Susanne erinnert sich an dieses traumatische Kapitel ihrer Kindheit, während in der Gegenwart ihre Mutter im Sterben liegt. Die Erzählung springt kapitelweise zwischen den Zeiten hin und her.
Erschreckend, dass ich vor diesem Buch noch nie von Verschickungsheimen gehört habe. Ich finde es gut, dass Barbara Leciejewski hiermit aufmerksam macht auf so ein wichtiges Thema. Mit dem Wissen, dass solche Heime wirklich existiert haben, fühlt man umso mehr mit Susanne und den anderen Kindern mit. Sie erleben Schreckliches, alles im Namen einer „Kur“. Dabei behandelt Barbara Leciejewski das Thema mit Sorgfalt und Feinfühligkeit. Zu keinem Zeitpunkt werden die Beschreibungen zu graphisch. Und dennoch fühlt man die Verzweiflung, Ungerechtigkeit und Ausweglosigkeit mit jedem Tag in diesem Heim mehr. Ich wollte die Kinder alle einfach nur fest umarmen.
Ich habe definitiv ein paar Tränen der Wut, aber auch der Freude vergossen. Denn inmitten all des Leids steht nämlich auch Freundschaft, Zusammenhalt und Liebe im Vordergrund und verleiht der gesamten Geschichte eine hoffnungsvolle Note. Das Ende war das Sahnehäubchen - bittersüß schön.
Einen Stern Abzug gibt es für mich nur, weil mir in den Gegenwarts-Kapiteln manchmal die Spannung gefehlt hat und so das Buch etwas in die Länge gezogen wurde.
Alles in allem ein absolut lesenswerter Roman über einen leider vergessenen, aber doch so wichtigen Teil der deutschen Geschichte. Große Gefühle vorprogrammiert.
667 reviews
May 20, 2025
Geht unter die Haut
Barbara Leciejewski schafft es erneut, mit ihrer meisterhaften Erzählkunst eine Geschichte zu weben, die tief ins Herz geht und den Leser nicht mehr loslässt. In "Am Meer ist es schön" entführt sie uns auf eine emotional aufwühlende Reise, die in den 1960er-Jahren im Kinderheim "Haus Morgentau" ihren Anfang nimmt und bis ins Jahr 2019 reicht, als Susanne ihrer inzwischen verstorbenen Mutter von den dunklen Jahren ihrer Kindheit berichtet.
Was diese Geschichte so außergewöhnlich macht, ist die feinfühlige und zugleich authentische Darstellung des Grauens, das missbrauchte Kinder im Schatten eines unbarmherzigen Systems erleiden mussten. Frau Leciejewski zeichnet tiefgründige Charaktere, deren Gefühle und Gedanken sie mit großer Kompetenz und Sensibilität zugänglich macht. Die realitätsnahe Beschreibung der Misshandlungen, Demütigungen und traumatisierenden Erfahrungen werden durch akribisch recherchierte historische Fakten lebhaft und glaubwürdig in die Erzählung eingebunden – eine Leistung, die diesem Buch Authentizität verleiht und die Dringlichkeit der Thematik unterstreicht.
Der flüssige Schreibstil, die dramatischen Wendungen und die dichte Atmosphäre fesseln den Leser von den ersten Seiten an. Es ist ein Buch, das sowohl durch seine Ernsthaftigkeit als auch durch seine emotionale Tiefe beeindruckt, ohne jemals kitschig zu wirken. Besonders berührend sind die Szenen, in denen Susannes innerer Kampf gegen das Trauma sichtbar wird, begleitet von den Beweggründen und inneren Konflikten anderer Figuren.
Diese Geschichte ist mehr als nur eine Schilderung von Leid – sie ist ein Zeugnis für die Kraft der Verarbeitung und des Überlebens. Der Autorin gelingt es gekonnt aufzuzeigen, wie alte Wunden die Gegenwart beeinflussen, und gibt damit den Opfern eine Stimme. Das Lesen war für mich eine emotionale Achterbahnfahrt, die mir nur selten Tränen und tiefe Nachdenklichkeit erspart hat.
Ein ganz wichtiger Aspekt des Romans ist die Darstellung einer besonderen Freundschaft unter den Verschickungskindern, die einander Halt geben. Trotz der schrecklichen Umstände finden die Kinder Trost und Unterstützung in ihrer Gemeinschaft – ein Hoffnungsschimmer inmitten des Schreckens. Diese Freundschaften verleihen der Geschichte eine zusätzliche Tiefe und zeigen, wie zwischenmenschliche Verbundenheit Kraft spenden kann, selbst in den dunkelsten Zeiten.
Ich kann dieses Buch jedem ans Herz legen, der sich für Geschichten interessiert, die Mut machen, die Wahrheit ans Licht bringen und die den Mut erfordern, sich den eigenen Dämonen zu stellen. Barbara Leciejewski beweist einmal mehr, warum sie eine so erfolgreiche Schriftstellerin ist. Es ist ein Buch, das sicherlich noch lange nachwirkt. 5 wohlverdiente Sterne und eine uneingeschränkte Leseempfehlung.

Profile Image for Dorle Schmidt.
145 reviews
December 30, 2025
Selten hat mich ein Buch so gebeutelt, viele Erinnerungen wurden geweckt. Es ist sehr wichtig, dass dieses Thema öffentlich wird. Dafür bin ich der Autorin und dem Verlag sehr dankbar.
Es gibt nur zwei Punkte, die ich nicht so richtig finde in der Erzählung:
1. Spielt das Thema Schule trotz der endlosen Aufenthalte einiger Kinder nie eine Rolle im Tagesablauf von „Haus Morgentau“.
2. Dass es in einem Heim Jungen und Mädchen gegeben haben soll.
Beides halte ich für unwahrscheinlich. Ich war selbst in einem katholischen Heim in Reichenhall wegen Asthma. Da gab es nur Mädchen und ich war nur während der Ferien da… mit 7 Jahren für 6 lange Wochen.
Vielleicht spielt hier die Sehnsucht nach einem Happy End eine große Rolle.
Profile Image for Dani_liest.
435 reviews29 followers
August 23, 2025
Sabine ist 57 Jahre alt und in manchen Nächten plagen sie noch immer Alpträume über ihre Zeit in der Kinderkur. Im wachen Zustand hat Sabine diese Wochen weitestgehend verdrängt. Bis ihre Mutter im Sterben liegt und endlich alles, was so viele Jahre ungesagt blieb, ausgesprochen wird.

Barbara Leciejewski erzählt mit sehr viel Fingerspitzengefühl von einem Schicksal, mit dem viele einstige Verschickungskinder zu kämpfen haben. Unter dem Deckmantel der Erholung wurden in den 60er Jahren und auch noch später, Kinder zur Kur geschickt. Dort erwartete sie allerdings keine fröhliche Zeltlagerstimmung sondern Drill, drakonische Strafen, Misshandlungen und im schlimmsten Fall Medikamententests.

Mich haben die beschriebenen Szenarien wirklich sehr erschüttert, zumal dies ein dunkler Fleck der Geschichte ist, der vielen nicht bekannt ist. Tatsächlich habe ich selbst erst vor kurzem erfahren, was in diesen Heimen passiert ist. Als ich in meinem Freundeskreis davon erzählte, waren diese ebenfalls überrascht. Ich frage mich auch, was das für Menschen gewesen sein müssen, die dort gearbeitet haben. Wie es sein kann, dass man dermaßen skrupellos ist. Die im Buch beschriebene Tante Erna schockiert mit Brutalität. Es ist wirklich schlimm, wie wenig Rechte Kinder damals hatten, dass sie all das ertragen mussten und dass ihnen teilweise noch nicht einmal von den eigenen Eltern geglaubt wurde.

„Am Meer ist es schön“ hat mich auf ganzer Linie mit seinem einfühlsamen und informativen Schreibstil und den liebevoll gezeichneten Charakteren begeistert. Obwohl die Geschichte sehr düster ist, erzählt sie gleichzeitig auch von Freundschaft, Verbundenheit und Liebe. Auch die Gegenwartshandlung hat mich sehr bewegt. Eine entzweite Familie, die am Totenbett wieder zusammen findet. Von mir gibt es 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
Profile Image for Britsbookworld.
247 reviews12 followers
August 31, 2025
Ein ganz großartiger Roman, mit einer intensiven Geschichte und einer Thematik, die erzählt werden muss. Man erfährt die Geschichte von Susi, die 1968 auf eine Kur geschickt wurde - die Eltern dachten, es wäre die schönste Zeit für das Mädchen, aber wie mit den Kindern wirklich umgegangen wurde, wusste niemand. Bis sie 2018 ihr Schweigen bricht und ihrer Familie erzählt, was wirklich in Haus Morgentau geschah. wunderbar geschrieben und authentisch erzählt... ganz klare Empfehlung
Profile Image for Azyria Sun.
631 reviews4 followers
June 4, 2025
Eindrucksvoll und bewegend

Worum geht’s?
Mit 8 Jahren wird Susi zur Erholung in ein Kurheim für Kinder geschickt. Alle freuen sich, dass sie so eine tolle Möglichkeit bekommt, die zudem von der Krankenkasse finanziert wird. Doch die Tanten dort sind streng. Die Regeln hart. Aber wer glaubt schon einem kleinen Kind?

Meine Meinung:
Ich habe schon viele Bücher von Barbara Leciejewski gelesen, aber mit dem historischen Roman „Am Meer ist es schön“ hat sie sich nochmals selbst übertroffen. Auch ihre anderen Bücher habe ich verschlungen. Der Mix aus Fakt und Fiktion gepaart mit den Charakteren, die einem sofort ans Herz wachsen, ist einfach jedes Mal wieder ein Erlebnis. Doch dieses Buch war irgendwie noch fesselnder, noch bewegender und noch mitreißender.

Wir begleiten Susanne, die am Sterbebett ihrer Mutter beginnt, von ihrer Vergangenheit im Kurheim zu erzählen, die ihr damals niemand geglaubt hat. In zwei Zeitsträngen begleiten wir sie und ihre damaligen Freunde bzw. ihre heutige Familie. Und ja, ich habe alle Charaktere geliebt. Die Kinderclique, jedes ein ganz eigener Typ aber alle absolut toll dargestellt. Und auch ihre Familie, ihr Bruder, ihre Schwester und ihre Tochter. Lauter Herzensmenschen, auch wenn einige schwierige Charaktere sind.

In ihrer Erzählung nimmt uns Susanne aus der Gegenwart mit ins Jahr 1969 und zeigt, was damals in den sog. Verschickungsheimen passiert ist. Ich habe davon zuvor tatsächlich noch nichts gehört gehabt; umso geschockter war ich, über die dortigen Zustände zu lesen, wie teilweise noch Erziehungsmethoden des Dritten Reichs verwendet wurden. Und basierend auf diesen Fakten baut Frau Leciejewski ihre für mich emotionalste, fesselndste, erschreckendste und mitreißendste Geschichte auf. Ich konnte mit den Kindern mitfühlen, ihre Hoffnungen und ihre Ängste. Das Buch war ein absoluter Pageturner, man wollte – wie auch Susis Familie in dem Buch – unbedingt und sofort wissen, wie es weitergeht, was noch alles passiert ist. Schon lange hat mich keine Geschichte mehr so gepackt, wie dieses Buch! Und auch die Gegenwart, mit der sich am Ende der Kreis zur Vergangenheit schloss, war genial! Wir durften erleben, wie durch Susis Geschichte und ihre totkranke Mutter eine Familie wieder zusammenwuchs. Es war einfach wundervoll, während des Buches Teil dieser beiden Gruppen sein zu dürfen. Sie begleiten zu dürfen. Mit ihnen zu fühlen und vor allem sich mit ihnen zu freuen! Ein geniales Buch, ein absoluter Pageturner und ganz klar eines meiner Jahreshighlights! Das Buch muss man gelesen haben!

Fazit:
„Am Meer ist es schön“. Eigentlich. Doch Barbara Leciejewski nimmt uns mit in eine ganz andere Realität. In die der Verschickungsheime. Und darum baut sie eine absolut emotionale und fesselnde Story auf, die mich von der ersten bis zur letzten Seite und auch darüber hinaus nicht mehr losgelassen hat. Erschreckende Wahrheiten, sensationelle Herzenscharaktere, eine unglaubliche Geschichte und viele schöne Momente – das dürfen wir hier erleben.

5 Sterne von mir – ich hätte noch ewig weiterlesen können!
Profile Image for Tinstamp.
1,111 reviews
October 28, 2025
"Am Meer ist es schön" zeigt ungeschönt die Geschichte vieler Verschickungskinder, die zwischen den 60iger bis hinein in die 80iger Jahre, auf Erholung geschickt wurden. Hört sich an, wie Urlaub und wurde den Eltern und Kindern auch so vermittelt. Was jedoch viele in unterschiedlichen Heimen erlebt haben, ist einfach nur grausam.
Auch die achtjährige Susanne soll zur Erholung an die Nordsee fahren. Der Hausarzt findet sie zu dünn und zu klein, außerdem lispelt sie. Den Eltern wird der sechswöchige Aufenthalt schmackhaft gemacht und sie freuen sich für ihr jüngstes Kind. Im "Haus Morgentau" erwarten Susi jedoch harte Strafen, stundenlanges Stehen auf einen Sessel und Isolierung in einem dunklen Raum. Nachts darf nicht zur Toilette gegangen und der Teller muss immer leer gegessen werden. Die "Tanten" quälen die Kinder und setzen drakonische Strafen für die kleinsten Vergehen. Die Karten und Briefe, die die Kinder nach Hause schreiben dürfen, werden kontrolliert. Die Hoffnung, dass die Eltern Susi abholen kommen, wenn es ihr nicht gefällt, schwindet von Tag von Tag.
Als sie endlich nach Hause kommt, erzählt sie den Eltern von den schlimmsten Wochen ihres Lebens, doch ihr glaubt niemand. Die Folgen dieses Aufenthalts verfestigen sich in Alpträumen bis ins Erwachsenenalter.
Erzählt wird die Geschichte in Rückblenden am Sterbebett von Susannes dementer 87-jährigen Mutter. Diese lebt im Seniorenheim und hat hin und wieder lichte Phasen. Eines Tages bricht sie bei Susis Besuch in Tränen aus und entschuldigt sich bei ihr. Tochter Julie möchte wissen, was die Großmutter damit meint und so beginnt Susanne von damals zu erzählen.....

Barbara Leciejweski erzählt mit viel Empathie und zeigt auf, wie es vielen Kindern damals ergangen ist. Unfassbar, dass keinem der Kinder geglaubt wurde und erst Jahrzehnte später diese Misshandlungen aufgedeckt wurden.
Die Charaktere sind liebevoll gezeichnet. Leciejewski versteht es wunderbar, die kindliche Naivität, gepaart mit der Angst nicht mehr nach Hause zu dürfen, darzustellen. Man leidet mit Susanne und ihren Freunden Matti, Moni, Rüdiger und dem kleinen Holger mit. Unvorstellbar, dass bereits fünfjährige diesen Quälereien ausgesetzt wurden.

Neben dem Thema rund um die Verschickungskinder hat die Autorin auch noch ein paar Familiengeheimnisse eingebaut. Generell ist das Thema Familie ein Großes. Durch die Erlebnisse von Susanne im "Haus Morgentau", die sie am Bett der Mutter erzählt, kommen sich nach Jahren der Entfremdung auch die Geschwister wieder etwas näher. Dadurch erhält auch der Gegenwartsstrang etwas mehr Tiefe.

Dem fiktiven Roman liegen hunderte von ähnlichen Schicksalen zugrunde. Barbara Leciejewski hat mit ihrem Buch all diesen Kindern ein Sprachrohr gegeben. Vielen Dank!

Fazit:
Ein aufwühlender und sehr lesenswerter Roman. Dem Thema rund um die Kinderverschickungen sollte viel mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden. Barbara Leciejewski hat schon mal mit "Am Meer ist es schön" einen großartigen Anfang gemacht. Sie erzählt einfühlsam und mit großer Empathie über Kinderschicksale.
1,307 reviews2 followers
May 22, 2025
Ich habe bereits einige Bücher der Autorin gelesen, die mir sehr gut gefallen haben, darunter auch "Fritz und Emma" und "Für immer und noch ein bisschen länger". Nachdem ich den Klappentext gelesen habe, wollte ich auch dieses Buch unbedingt lesen. Ich habe schonmal etwas von den schrecklichen Kuren der Verschickungskinder gehört und wollte mit diesem Buch gerne noch mehr darüber erfahren. Die Geschichte macht einen auf jeden Fall nachdenklich und wird noch eine Weile nachhallen.

Die Geschichte handelt von der damals 8-jährigen Susi, die sechs Wochen Kuraufenthalt an der Nordsee verordnet bekommt. Schnell jedoch stellt Susi fest, dass diese Wochen zu den schlimmsten ihres Lebens werden! Wer den Teller nicht leer isst, die Regeln bricht oder sich anderweitig aufsässig zeigt, wird von den Erzieherinnen hart bestraft. Kein Hilferuf dringt zu den Eltern durch, denn die Briefe der Kinder werden kontrolliert. Doch immer wieder schlagen Susanne und ihre Freunde den »Tanten« ein Schnippchen. Dann kommt es zu einem Vorfall, der Susanne noch Jahrzehnte später in ihren Alpträumen verfolgt, bis sie beschließt, sich endlich dem Trauma ihrer Kindheit zu stellen.

Ich weiss nicht genau ob es am Thema lag, aber diesmal empfand ich den Schreibstil der Autorin nicht so einnehmend und berührend wie in ihren anderen Büchern. Sehr schnörkellos wird vom Aufenthalt im Haus Morgentau berichtet und sehr erschütternd wird über das Leben der Kinder dort erzählt, aber die Geschichte konnte mich nicht ganz so sehr berühren wie ich das zunächst gedacht hatte. Das Buch wechselt kapitelweise zwischen der Gegenwart und 1969, die Zeit in der Kinderkur, der Strang in der Vergangenheit hat mir dabei besser gefallen als die Gegenwart. In dieser geht es um Susannes Mutter, die in einem Pflegeheim ihre letzten Tage verbringt. Die Schwestern und das Leben im Heim wurden hier etwas klischeehaft beschrieben wie ich finde und teilweise ist mir dieser Erzählstrang auch zu zäh gewesen. Mit der kleinen Susi dagegen konnte ich wirklich mitfühlen und es war wirklich schockierend was die Kinder damals alles erleben mussten und es war teilweise wirklich hart weiterzulesen.

Das Thema des Buches macht auf jeden Fall nachdenklich und ich finde auch sehr wichtig, dass über das Leid der Verschickungskinder berichtet wird und diese Schicksale nicht in Vergessenheit geraten. Das Ende des Buches ist mir fast etwas zu euphorisch gehalten und die anderen Bücher der Autorin fand ich vom Schreibstil her noch berührender als dieses, aber insgesamt auf jeden Fall ein Buch, dass ich alleine schon vom Thema empfehlen kann.
216 reviews
August 26, 2025
was für ein Buch


Ich habe schon einige Bücher dieser Autorin gelesen und jedes Mal bin ich begeistert.
Auch mit diesem Buch das ein Kapitel unserer Geschichte beschreibt, das sicherlich viele meiner Generation betraf und das gern unter den Tisch gekehrt wird, hat Barabara Leciejewski mich wieder begeistert.

Sie verbindet zwei Themen miteinander, die es in sich haben, die Kinderverschickung von hunderttausenden von Kindern und ihre Konsequenzen und die Zustände in Pflegeheimen und der Abschied der Kinder von ihrer Mutter.

Susanne Lach ist als Kind nach St. Peter- Ording verschickt worden, da sie für zu leicht befunden wurde. 6 Wochen sollte sie eine schöne Zeit am Meer verbringen mit vielen anderen Kindern. Die Eltern wähnten sie in guten Händen.
In den sechziger Jahren ein gängige Praxis bei vielen Kinder, was sich allerdings in diesen Heimen zugetragen hat an psychicher und physischer Gewalt, ist erst vor einigen Jahren durch eine Dokumentation im Fernsehen publik gemacht worden. Seitdem nehmen sich viel Autoren dieses Themas an.
Diese Autorin hat dieses Thema sehr sensibel und kenntnisreich umgesetzt.

Erzählt wird diese Geschichte, in dem Susanne, die ihre Mutter in einem Pflegeheim betreut, ihrer Tochter, die sie begleitet, diese Geschichte erzählt. Auch ihre Mutter , die im Sterben liegt, will plötzlich wissen, wie das denn früher gewesen ist, denn als Susanne aus der Kur zurückkam und erzählte, was ihr dort Schreckliches passiert ist, haben die Eltern ihr nicht geglaubt. Sie wurde mit dem Erlebten allein gelassen und das hat tiefe Traumata hinterlassen, die bis ins Erwachsenenalter nachhallen und ihr Leben maßgeblich beeinflusst haben.

Es ist schon erschreckend zu lesen, was sich in diesen Heimen teilweise zugetragen hat. Erzeihungsmethoden, die noch die deutliche Handschrift der Nazipädagogik trugen, haben die Seelen vieler Kinder verletzt und sie konnten sich nicht wehren.
Fast jeder hat in der Familie jemanden, der in solch einer Kur war. Nicht alle Heime waren so schrecklich , wie das hier beschriebene, aber es gab auch welche, die noch schlimmer waren. Es soll sogar zu Todesfällen gekommen sein.

Hoffen wir, das solch eine Zeit nicht wiederkommt.
41 reviews1 follower
August 18, 2025
Eine Kur mit lebenslanger Wirkung

Worum geht’s?

Susie ist für ihr Alter zu dünn und schmächtig, sodass sie vom Arzt in Kur geschickt wird. 6 Wochen Sommeraufenthalt in St. Peter Ording sollen helfen. Doch als wäre das Heimweh nicht schon schlimm genug, erlebt sie in Haus Morgentau Unbeschreibliches. Ein strenges Regiment, unerbittliche »Tanten«, drakonische Strafen für kleinste Vergehen. Schließlich endet der Aufenthalt mit einer tragischen Katastrophe. Als sie endlich wieder zuhause ist, der nächste Schock: Niemand glaubt, was wirklich passiert ist, nicht mal die eigene Familie. Erst Jahre später erzählt Susanne als erwachsene Frau ihrer Tochter Julie und ihrer sterbenden Mutter von ihren Erlebnissen und stößt endlich auf offene Ohren.


Wie war`s?

Schon als mir dieser Roman das erste Mal in einer Verlagsvorschau ins Auge fiel, wusste ich sofort, dass ich ihn irgendwann lesen muss. Meine eigene Mutter war auch so ein Verschickungskind. Bei ihr war es Borkum, aber bis auf den tragischen Ausgang der sogenannten Kur hätte das auch ihre Geschichte sein können. Zwangsernährung mit Haferbrei, vor dem vollen Teller sitzen, notfalls das Erbrochene aufessen, nachts nichts auf die Toilette dürfen. Und dann die Kontrolle der Briefe, welche die Kinder nach Hause schicken wollten. So oder so ähnliches hat sich das Schicksal damals immer und immer wieder wiederholt, und ich würde behaupten, dass sehr viele Verschickungskinder einen Knacks fürs Leben davongetragen haben.

Fazit

»Am Meer ist es schön« ist alles andere als leichte Urlaubslektüre. Ich persönlich kann sagen, dass mir dieses Buch ganz schön nachgelaufen ist. Ein Roman, der nachdenklich macht und zeigt, wie wichtig es ist, sich mit den Schicksalen dieser Kinder und dem damals getanen Unrecht auseinanderzusetzen. Trotz der ernsten Thematik von mir 5 Sterne und eine uneingeschränkte Leseempfehlung.
71 reviews
May 20, 2025
Fast vergessenes Trauma

„Wir haben unsere Narben davongetragen, und die bleiben uns bis ans Ende unseres Lebens. Ich will Gerechtigkeit. Ich will, dass man davon weiß.“ (S.309/310)

In „Am Meer ist es schön“ begleiten wir Susanne, deren Mutter im Sterben liegt. Dieses Ereignis reißt alte Wunden auf. Als Kind wurde Susanne aufgrund ihres geringen Gewichts ohne ihre Eltern in ein Kurheim geschickt. Was sie dort erleben musste, verfolgt sie bis heute und auch ihre Mutter trägt die Schuld noch in sich.

Die Geschichte springt zwischen Gegenwart und Vergangenheit, was grundsätzlich gut funktioniert, aber teilweise den Lesefluss hemmt, vor allem die Gegenwartskapitel wirken mitunter etwas zäh, die Rückblicke sind teils eindringlich, teils auch etwas schleppend. Dadurch hat auch die emotionale Tiefe gelitten. Trotz der dramatischen Erfahrungen hat mich das Buch nicht so berührt, wie es dieses wichtige Thema eigentlich sollte.

Besonders erschütternd ist die Schilderung der Zustände in den sogenannten "Verschickungsheimen", ein Thema, das fast vergessen scheint und das das Buch trotz mancher Schwächen lesenswert macht. Der Stil ist typisch Leciejewski: etwas kitschig, aber noch im Rahmen. Insgesamt liest sich der Roman zügig, die Umsetzung bleibt jedoch hinter dem wichtigen Thema zurück.

377 reviews4 followers
July 4, 2025
Einfühlsam erzählt

Die achtjährige Susanne wird von ihren Eltern zu einem vermeintlich erholsamen Kuraufenthalt an die Nordsee geschickt. Doch statt Urlaub erlebt sie im Heim „Haus Morgentau“ eine schlimme Zeit voller Strenge, Einschüchterung, Angst und Strafen. Die Kinder werden von den Erzieherinnen, den sogenannten „Tanten“ hart behandelt, und ihre Briefe nach Hause werden zensiert. Trotz allem gelingt es Susanne und den anderen Kindern manchmal, auch schöne Momente zu erleben oder manchen Sanktionen davonzukommen.
Jahre später, als ihre Mutter im Sterben liegt, beschließt Susanne, sich mit ihrer Vergangenheit auseinanderzusetzen.
Die Geschichte ist nicht kitschig, sondern sehr authentisch erzählt. Sie berührt tief, ist aber durch die entstandenen Freundschaften auch hoffnungsvoll. Besonders der Erzählstrang in der Vergangenheit ist eindrucksvoll geschrieben.
Der Schreibstil ist leicht, flüssig und angenehm unaufgeregt.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen – vielleicht nicht ganz so sehr wie andere Werke der Autorin, aber es hat mich bewegt und zum Nachdenken gebracht. Es greift ein ernstes Kapitel auf, das damals viele Kinder betroffen hat und das viele bis heute nicht loslässt. Dabei wird nichts verharmlost, aber auch nicht dramatisiert, stattdessen vermittelt die Geschichte trotz allem Hoffnung.

Profile Image for Martina Weiss.
497 reviews5 followers
February 10, 2026
Barbara Leciejewski gehört schon seit einiger Zeit zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen und ich kaufe mittlerweile jeden Roman von ihr, ohne auf den Klappentext zu schauen.
Es war also höchste Eisenbahn, ihr aktuellstes Buch endlich zu lesen. Wie gesagt: kein Klappentext - kein Plan worauf ich mich da einlasse.
Ihr Schreibstil zog mich, wie immer, sofort in die Handlung und - ruckzuck - hatte ich alle nur erdenklichen emotionalen Ausfälle, die man während einer Lektüre haben kann. Und nein, hierbei handelt es sich nicht um eine berührend kitschige Lovestory, sondern um systemische und vom Staat geförderte Kindesmisshandlung genannt Kinderkuraufenthalt in Deutschland bis rein in die 80er Jahre.
Ehrlich gesagt war dies das erste Mal, dass ich mit der Thematik in Berührung kam und es verwundert mich, dass der mediale Aufschrei nicht viel lauter ist. Wir reden hier immerhin über viele Kurheime, viele Kinder und von der Generation X und Boomer. Die Verdrängung wird groß sein und wie so oft: Erzählungen von Frauen und Kindern wird erst einmal keinen Glauben geschenkt. (Die Gesellschaft kotzt mich einfach nur noch an!)
Ein wichtiges, aber sehr hartes Buch.
Danke Barbara fürs sichtbar machen.
Profile Image for Inge H..
464 reviews8 followers
May 28, 2025
Kinderverschickung

Der Roman Am Meer ist es schön, von Barbara Leciejewski hat ein schönes idyllisches Cover.
Deshalb wollte ich es auch lesen. Allerdings ist der Inhalt meist traurig.
Es wurde ja schon viel bekannt, wie brutal diese Verschickungen waren.
In dieser Geschichte leidet die fast sechzigjährige Susanne immer noch an Alpträumen.
Ihre Eltern hatten ihr damals nicht geglaubt, das sie so eine schlimme Zeit hatte.
Jetzt fünfzig Jahre später liegt ihre Mutter im Sterben.
Da bittet die Mutter Susi um Entschuldigung und will die ganze Erinnerung wissen.
So gibt es jetzt zwei Zeitebenen, einmal 1968 und dann 2018.
Das ist von der Autorin sensibel und bewegend berichtet.
Es ist erschütternd, das es so Vielen Kindern passiert ist.
Die Eltern haben sich gefreut, das ihre Kinder mal ans Meer oder auch woanders hin konnten.
Wenn sie wirklich erführen was ihre Kinder erdulden mussten, waren sie nicht in der Lage, etwas zu unternehmen, oder einige glaubten es einfach nicht.
Der Roman ist gut erzählt und man kann ihn gerne lesen.

2,310 reviews13 followers
June 1, 2025
Zum Inhalt:
Was als Kuraufenthalt für Kinder gedacht war, wird für die Kinder zum absoluten Horrortripp. Statt entsprechend ihrer Defizite gefördert zu werden, werden sie gequält und hart bestraft, wenn sie aufsässig sind. Die Eltern erfahren nichts davon, denn die Briefe werden kontrolliert. Auch Jahre später leiden sie unter den Folgen.
Meine Meinung:
Mir war die Geschichte der Verschickungskinder nicht wirklich bekannt und ich finde es echt schrecklich, was wahrscheinlich zehntausende Kinder durchleiden mussten. Hier wird in wechselnden Zeiten die Geschichte von Susanne erzählt, mal in der Vergangenheit im Haus Morgentau, mal in der Gegenwart mit der Familie von Susanne. Ich fand es eine enorm emotionale Geschichte, die zudem auch sehr gut erzählt war. Ich musste immer wieder daran denken, wie schrecklich sich die Kinder gefühlt haben müssen, wie sehr es auch später ihr Leben bestimmt hat. Ein tolles Buch, dass es verdient gelesen zu werden.
Fazit:
Tolle Geschichte
190 reviews
June 16, 2025
erschütternde Geschichte

Das Buch „Am Meer ist es schön“ von Barbara Leciejewski, erschienen im List Verlag, erzählt die bewegende Geschichte einer Kinderfreundschaft unter den sogenannten Verschickungskindern.
Die achtjährige Susanne wird zusammen mit anderen Kindern für einen vermeintlich erholsamen Kuraufenthalt an die Nordsee geschickt. Doch im „Haus Morgentau“ erleben sie statt Erholung Misshandlungen und Kontrolle. Die Briefe der Kinder werden von den Erzieherinnen kontrolliert, um jegliche Kommunikation mit den Eltern zu verhindern.
Ein einschneidendes Ereignis während des Aufenthalts verfolgt Susanne noch Jahrzehnte später in ihren Alpträumen, bis sie sich schließlich dem Trauma ihrer Kindheit stellt.

Die Autorin versteht es, diese Geschichte zu erzählen. Der Schreibstil ist sehr einfühlsam und mit viel Fingerspitzengefühl, das Buch hat durchaus Tiefgang und ist nichts für Zwischendurch.

Von mir gibt es eine Empfehlung
160 reviews
February 2, 2026
Ein sehr berührendes Buch. Authentisch. Unvorstellbar, wie lange diese Zustände "normal" waren.
Sehr gut geschrieben und einfühlsam gelesen.
Empfehlenswert.
Displaying 1 - 20 of 20 reviews

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