Eine gefährliche Protestbewegung. Eine Leiche in der Isar. Und eine junge Ermittlerin mit einer besonderen Fähigkeit.
Als eine Gruppierung junger Frauen Deutschland mit Aktionen erschüttert, wird LKA-Ermittlerin Obalski ins Münchner Jugendamt eingeschleust. Sie soll heimlich Informationen über die Bewegung, ihre Methoden und Ziele beschaffen. Obalski scheint perfekt geeignet für diesen Auftrag, denn sie hat gelernt, Menschen und ihre Verhaltensweisen lesen. Schon bald gewinnt die empathische Forensikerin das Vertrauen ihrer Schützlinge, und ihr wird Bei diesem Fall geht es um weit mehr als protestierende Teenager – es geht um brutale Gewalt.
Obalski steht vor einem Wer ist hier eigentlich Täter, wer Opfer? Und wie weit sind die Aktivistinnen bereit zu gehen? Da wird eine Leiche aus der Isar geborgen …
„Wut, Ohnmacht, Selbstermächtigung – und ein starker Umschwung mitten im Text“
Der Titel Riot Girl charakterisiert den Inhalt auf eindrucksvolle Weise – laut, unbequem, politisch. Aber genau darin liegt auch ein kleiner Nachteil: Er verrät zu früh, wohin die Reise geht. Der Überraschungsmoment bleibt damit aus.
Die erste Hälfte des Buches hat mich emotional noch nicht vollständig abgeholt – sie wirkte distanzierter, fast tastend. Ich brauchte eine Weile, um in die Erzählweise hineinzufinden, die Charaktere zuzuordnen und mich auf die Atmosphäre einzulassen. Doch dann kommt ein klarer Bruch. Ein erzählerischer Umschwung, der alles verändert. Plötzlich wird es nah, dringlich, aufwühlend, Denn ab der Mitte zieht die Spannung spürbar an, steigert sich stetig bis zum Ende – wenn auch deutlich später, als ich es mir zunächst erhofft hatte. So hat mich zweite Hälfte hat berührt: Tief. Roh. Direkt.
Als weibliche Leserin habe ich mit den Mädchen sofort mitfühlen können – zuerst vorsichtig, dann immer intensiver. Diese Hilflosigkeit, die Ungerechtigkeit, der stille innere Aufschrei: Jede Frau kennt ihn. Es ist dieser Moment, in dem man spürt, dass etwas fundamental falsch läuft – und man sich dennoch schuldig fühlt. Und dafür auch noch beschämt wird. Ein Geschlecht ist keine Ausrede. Und diese Botschaft bringt das Buch klar auf den Punkt. Ebenso wie die Frage: Wo hört Wut auf, wo beginnt Rache – und kann Rache auch gegen das eigene Schweigen gerichtet sein?
Die Welt kann ein grausamer Ort sein, das Werk bildet dies direkt ab aber zeigt gleichzeitig, dass es Hoffnungsschimmer gibt! Die letzte Botschaft hallt lange nach: Mein Körper gehört mir. Und niemand sonst entscheidet darüber.
Dass das Buch als erster Teil einer größeren Geschichte gedacht ist, merkt man – der Aufbau wirkt in Teilen vorbereitend. Aber ich werde auf jeden Fall weiterlesen. Denn was das Buch am Ende entfaltet, hat es in sich.
Eigentlich ganz unterhaltsam, aber spätestens mit dem durch Stampfen ausgelösten Erdbeben war mein Sense of Disbelieve dann doch überfordert. Der zwanghafte Versuch eine „moderne Jugendsprache“, die in meinen Augen so nicht existiert, zu verwenden, hat dem Ganzen dann auch nicht mehr geholfen.
‘*‘ Meine Meinung ‘*‘ Der Klappentext hatte mich neugierig gemacht. Eine junge Frau ist Quereinsteigerin bei der Polizei und wird umgehend als verdeckte Ermittlerin eingesetzt. Zugegeben, das klang bereits etwas unrealistisch, aber ich war bereit, mich darauf einzulassen. Im Zentrum der Geschichte steht eine Gruppe Teenagerinnen, die durch extreme Challenges andere junge Mädchen in ihren Bann zieht. In Zeiten von TikTok leider keine völlig abwegige Vorstellung. Doch dass durch synchrones Hüpfen so vieler Mädchen ein „Erdbeben“ ausgelöst wird, bei dem sogar Gläser aus den Regalen fallen, war der Moment, in dem mich das Buch endgültig verlor. Das Anliegen, auf Gewalt gegen Kinder und Jugendliche aufmerksam zu machen, ist absolut wichtig. Leider driftet die Geschichte dabei immer wieder ins Unglaubwürdige ab. Schade, denn das Thema hat großes Potenzial und hätte die Grundlage für einen starkes Buch sein können. Ein weiterer Kritikpunkt ist der Umgang mit gendergerechter Sprache. Die Autorin wirkt bemüht, alles konsequent mit Sternchen zu gendern, was beim Hören den Eindruck erweckt, als hätte der Text Schluckauf. Es gibt elegantere, flüssigere Wege, geschlechtergerecht zu schreiben. Hier wären stilistisches Feingefühl oder ein entsprechender Kurs empfehlenswert. Viele Dialoge erschienen mir auch gestelzt und ich fragte mich häufig „Wer redet so“. Auch hatte ich das Gefühl, dass die Autorin zu viele amerikanische Serien gesehen hat. Im deutschsprachigen Raum ist es ungewöhnlich, sich konsequent nur mit dem Nachnamen anzusprechen. Die Damen vom Jugendamt reden sich gegenseitig mit Nachnamen an und ich wurde an meine Zeit im Kaufhof in meinen Zwanzigern erinnert: Dort durften wir uns vor den Kunden nicht duzen, aber selbst da war ein „Du, Frau Müller“ noch üblicher als das bloße Verwenden des Nachnamens. Insgesamt hat mich das Drumherum nicht überzeugt und es mindert imho leider auch die Wirkung der eigentlichen Handlung. Mit viel gutem Willen vergebe ich drei Sterne. Ach ja, „Riot Girl“ heißt übersetzt Revoluzzerin, Krawallmacherin. ‘*‘ Klappentext ‘*‘ Eine gefährliche Protestbewegung. Eine Leiche in der Isar. Und eine junge Ermittlerin mit einer besonderen Fähigkeit. Als eine Gruppierung junger Frauen Deutschland mit Aktionen erschüttert, wird LKA-Ermittlerin Obalski ins Münchner Jugendamt eingeschleust. Sie soll heimlich Informationen über die Bewegung, ihre Methoden und Ziele beschaffen. Obalski scheint perfekt geeignet für diesen Auftrag, denn sie verfügt über eine besondere Fähigkeit: Sie kann Menschen und ihre Verhaltensweisen lesen. Schon bald gewinnt die empathische Forensikerin das Vertrauen ihrer Schützlinge und trifft auf ein Mädchen mit runenförmigen Verletzungen am Arm. Ihr wird klar: Bei diesem Fall geht es um weit mehr als protestierende Teenager – es geht um brutale Gewalt. Obalski steht vor einem Dilemma: Wer ist hier eigentlich Täter, wer Opfer? Und wie weit sind die Aktivistinnen bereit zu gehen? Da wird eine Leiche aus der Isar geborgen ...
Als Sachbuchautorin befasst sich Susanne Kaiser mit Mysogynie, Genderstereostypen, toxischer Männlichkeit, Sexismus und Feminismus. Da ist es kaum verwunderlich, dass auch in ihrem Debütroman Gewalt gegen - sehr junge - Frauen thematisiert wird. In "Riot Girl" schlagen die Mädchen, denn es geht um eine Bewegung von Teenagerinnen - zurück, organisieren sich über soziale Medien und die Vertaggung durch Influencerinnen, um flashmobs zu organisieren, die buchstäblich Wellen schlagen.
LKA-Forensikerin Obalski wird als verdeckte Ermittlerin ins Münchner Jugendamt eingeschleust, um Informationen über die Organisation der Influenzas und ihre Ziele zu ermitteln. Schon bald stellt sie fest - es scheint eine Untergruppe zu geben, die sich radikalisiert. Als nach einer konspirativen Party an der Isar eine Leiche auftaucht, stellt sich die Frage - greifen die Gruppenmitglieder auch zu Gewalt? Und was hat es mit dem runenförmigen Symbol zu tun, das bei mehreren Mädchen in den Arm geritzt wurde? Sind das Selbstverletzungen oder Spuren von systematischer Gewalt, denen sie ausgesetzt sind?
Obalski hat schon bald das Gefühl, dass ihr die Zeit davonläuft - nicht nur, weil Interna der Soko an die Medien durchgestochen werden. Es muss einen "Maulwurf" im Kreis der Ermittler geben. Kann sie ihren Kollegen trauen? Verstörende Bilder lassen zudem darauf schließen, dass es eine Gruppe mächtiger Männer gibt, die darauf abfahren, Mädchen Gewalt anzutun.
Vielleicht liegt es ja an den Fällen, mit denen sich Kaiser in ihrer nicht-literarischen Tätigkeit befasst, aber die Charaktere des Romans sind ein wenig sehr holzschnittartig geraten. Hier die Träger männlicher Privilegien, da die Machos und Aufreißer unter Obalskis Kollegen und in ihrer Stammkneipe und als einsamer Leuchtturm in der Nacht toxischer Männlichkeit eben die empathische Obalski, die nicht nur als erste den Durchblick hat, sondern auch ziemlich problemlos das Vertrauen der Mädchen gewinnt. Da sind die Rollen einfach zu klischeehaft verteilt, um echte Spannung aufkommen zu lassen und das Ergebnis erinnert ein bißchen an Agitprop-Literatur wie in den 70-er Jahren. Vielleicht hätte die Autorin ihren Leser*innen genug Intelligenz und Empathie zutrauen sollen, Schlussfolgerungen zu ziehen, ohne dass jedes Mal der Wink mit der Litfassäule kommen muss. Schade angesichts des wichtigen Themas. Der Plot ist dennoch spannend und nachdenkenswert.
**** Mein Eindruck **** Ich habe schon lange kein Buch mehr gelesen, das mich so ernüchtert zurückgelassen hat. Die Thematik – der Einfluss sozialer Medien, das Zusammenspiel einer digital vernetzten Jugend über ganz Deutschland hinweg und die damit verbundenen gesellschaftlichen Folgen – klang auf den ersten Blick sehr vielversprechend und hochaktuell. Das Thema bleibt im Verlauf der Geschichte auch durchgehend präsent, und die Ermittlerin bemüht sich sichtlich, Zugang zu dieser Welt zu finden. Doch als Figur blieb sie für mich blass – mir fehlte es an Persönlichkeit, Tiefe und Nähe. Auch die Handlung plätscherte für meinen Geschmack zu sehr dahin. Es war zwar interessant, die Entwicklung der Ermittlungen zu verfolgen, aber echte Spannung kam nie auf. Ich wartete ständig auf einen Wendepunkt, auf ein Ereignis, das mich wirklich packt – leider vergeblich. Das vorhandene Potenzial wurde aus meiner Sicht nicht ausreichend ausgeschöpft. Positiv hervorzuheben ist dennoch der angemessene Umgang mit Sprache und die durchaus treffende Darstellung der Themen rund um die heutige Jugend und ihren digitalen Alltag. Schriftstellerisch gab es starke Momente – aber sie blieben eher vereinzelt.
**** Empfehlung? **** Ein Buch mit einer relevanten und gesellschaftlich brisanten Thematik, das jedoch in der Umsetzung wenig fesselt. Für Leser*innen, die weniger Wert auf Spannung legen und sich eher für den analytischen Blick auf digitale Jugendkultur interessieren, könnte es dennoch lohnenswert sein.
"Unter dem Clip findet sich in den Shownotes ein nummerierter Forderungskatalog: «1. Sexualisierte Gewalt bestrafen, 2. Gewalttäter verfolgen, 3. Gewalttäter verurteilen, 4. Catcalling bestrafen, 5. (Sexuelle) Gewalt gegen Frauen und Mädchen im Netz verfolgen, 6. Trends und Challenges über Essstörungen verbieten, 7. TikTok & Co auf ethische Standards verpflichten, 8. Sexualisierung in Werbung und Unterhaltungskultur verbieten, 9. Body Positivity als Ideal in Schulbücher aufnehmen, 10. Sex Positivity als Ideal in Schulbücher aufnehmen.»"
"«Nee, aber wenn sie auf diese Weise den Maulwurf finden, soll es mir recht sein.» «Oder Maulwürfin. Sie gendern auch nur, wenn es Ihnen passt. Wenn es einen Maulwurf gibt, dann gibt es auch eine Maulwürfin.»"
"Ich bin privilegiert. Aber was ist mit meinen Freundinnen? Wer hätte ihnen geglaubt und für sie ermittelt? Wenn die Täter Start-up-Gründer und wichtige CEOs sind. Wissen Sie, dass Esra ihren Onkel schon vor Jahren das erste Mal angezeigt hat? Vor Jahren! Wissen Sie, was daraufhin passiert ist? Nichts! Und sie ist nicht die Einzige. Das wird einfach nicht ernst genommen und schon gar nicht verfolgt. Kennen Sie die Quote derjenigen, die für eine Vergewaltigung verurteilt werden? 0,2 Prozent der Taten führen zu einer Verurteilung. Und einige dieser Dudes bekommen sogar nur Bewährung. Meistens fehlt es halt an Beweisen."
Riot Girl von Lea Kaiser ist ein rebellischer, atmosphärisch dichter Krimi, der mich mit seiner wütenden Energie und der ungeschönten Sprache direkt gepackt hat. Im Zentrum steht eine Ermittlerin, die sich radikal von klassischen Krimiheldinnen abhebt: unbequem, scharfzüngig und absolut kompromisslos.
Sie kämpft nicht nur gegen Verbrechen, sondern auch gegen ein System, das Frauen kleinhalten will und tut das mit einer Haltung, die ich gleichzeitig gefeiert und bewundert habe. Die Geschichte bleibt spannend bis zur letzten Seite, ist durchzogen von bissigem Humor und gesellschaftskritischem Ernst (sexualisierte Gewalt, Social‑Media‑Kultur und rechte Milieus) ohne sich jemals in Klischees oder Betroffenheit zu verlieren.
Dieses Buch will nicht gefallen, es will irritieren, aufrütteln, Position beziehen. Und das gelingt. Wer feministische Literatur mag, die sich nicht anbiedert, sondern klare Kante zeigt, wird an diesem Buch genauso viel Freude haben wie ich. Lea Kaiser liefert mit Riot Girl nicht nur einen spannenden Fall, sondern auch ein literarisches Statement.
Was für ein Buch: ich wurde regelrecht in den „Fall für Obalski“ hineingesogen und auch wenn ich gar keine Krimileserin bin, fand ich diesen absolut phantastisch. Denn Obalski ermittelt als verdeckte Ermittlerin im Jugendamt in München einen hochbrisanten Fall: eine Gruppierung junger Frauen ruft im Internet zu Protestaktionen gegen Männergewalt auf - wer sind diese Mädchen und wie weit werden sie gehen? Susanne Kaiser ist ein feministischer Roman erster Güte gelungen, der nicht nur hochspannend und klug, sondern auch warmherzig und empathisch ist - das muß frau bei diesem gewaltvollen Thema erst einmal schaffen! Ich wünsche diesem Buch ganz viele Leser*innen und hoffe insbesondere, dass ihn auch viele Männer lesen werden - Susanne Kaiser legt ihren Finger einfach so meisterhaft in die vielen Wunden unserer Zeit, da gibt es für einige sicher noch viel zu lernen. Alle, die sich schon viel mit Feminismus auseinandergesetzt haben, freuen sich sicher über eine frische und moderne Ermittlerin in der Welt der Kriminalliteratur: ich freue mich jedenfalls schon auf den nächsten Fall für Obalski!
Mocny, feministyczny kryminał, z którego zapamiętam tło (przemoc wobec kobiet i oddolne protesty przeciwko patriarchatowi), a nie śledztwo, które zwłaszcza w końcówce ginie pod ciężarem technicznej i social-medialnej nowomowy. Widać tu świeże spojrzenie na gatunek, który już od dłuższego czasu zaczął zalatywać smrodkiem długo niewietrzonego pomieszczenia. I jest tu też coś, co lubię najbardziej: zaproszenie do świata, czasami tylko światka, do którego na codzień nie mam wstępu - tutaj specyficznej przestrzeni dziewczyn, których życie dominują media społecznościowe, czyli właściwie prawie wszystkich dzisiejszych nastolatek, istot - z racji braku posiadania córki - dla mnie tajemniczych i innych, niż sama byłam. Plusem jest oczywiście Monachium. Fajnie byłoby tylko, gdyby autorka w kolejnych tomach nie rozpływała się tak nad piwem i jego gęstą pianą, bo momentami zaczynałam podejrzewać, że została zasponsorowana przez przemysł browarniczy. Ale może tylko jest fanką tego napoju.
Der Roman war gut genug, dass er sich in einem Rutsch lesen lässt. Allerdings bin ich während des Lesens auf einige Probleme gestoßen: Die Dialage wirkten manchmal unpassend, einige der Begleitumstände waren unlogisch. Spannungsreich war der Roman auch nicht wirklich. Krimitechnisch war der Roman jetzt auch nicht überragend. Die zu lösenden Tatfragen bewegten sich auf dem Schwierigkeitsniveau einer Tatortfolge. Nichtsdestotrotz mochte ich die Obalski irgendwie.