Okay, manche von euch werden vielleicht die Augen verdrehen und denken „Oh nein, nicht schon wieder Bridgerton?!“ - verzeiht mir, aber es muss leider sein! Meine monatliche Teestunde mit Julia. Quinn ist dringend nötig, nach allem, was um uns herum so passiert.
Colin ist nun an der Reihe oder besser gesagt. Penelope und Colin sind in diesem Band die Hauptfiguren. Penelope ist schon eine alte Jungfer (mit 28!)und hat die Hoffnung längst aufgegeben, dass Colin sich in sie verliebt. Ihr ist klar, dass so , wie sie aussieht - mit den paar Pfund zu viel - er zwar weiterhin ein guter Freund sein wird, aber sich sicherlich nicht nach ihr verzehrt. Sie hat aber ihren Frieden gemacht, begnügt sich damit, ihn aus der Ferne anzuhimmeln und schreibt weiter inkognito an dem Gesellschafts Journal, der Lady Whistledown. Zehn Jahre schon verbirgt sie dieses Geheimnis vor Allen.
Als Colin merkt, dass Penelope wirklich eine sehr treue Freundin ist und sie ihn zu einem Kuss überredet, verändert sich sein Blick auf die junge Frau.
Ich Spoiler mal direkt: Sie kriegen sich! Ich denke, das überrascht Euch kein bisschen. Der Weg dahin ist gar nicht mal so kompliziert, viel weniger dramatisch als in der Serie und mit langen Gesprächen gepflastert. Ich finde, dass dieser Teil relativ handlungsarm ist. Es gibt endlose Neckereien, wenn nicht sogar Diskussionen und Colin läuft nur so über vor Liebe und Aufmerksamkeit. Eigentlich ja ganz schön. Aber es ist mir auch ein kleines bisschen auf den Nerv gegangen. Den Zauber, den ich in den vorherigen drei Bänden mal mehr mal weniger verspürt habe, hatte ich in diesem Buch so gut wie gar nicht. Die beiden, insbesondere er, kamen mir manchmal vor wie große, etwas trotzige Kinder, und Colin hat meinem Empfinden nach einem sehr arroganten Zug. Aber das Ganze will ich auch mal nicht überbewerten. Man fliegt nur so durch die Seiten, das Gehirn muss sehr wenig, meine Bauchspeicheldrüse hingegen gehörig arbeiten um den ganzen Zuckerguss zu verdauen.
Einen großen Kritikpunkt muss ich allerdings noch äußern. Es gibt zwei Epiloge in dieser Reihe. Und der letzte beschäftigt sich mit Eloise. Ich wurde restlos gespoilert, wie ihre Geschichte ausgeht. Warum macht Julia Quinn das? Welchen Gewinn haben wir dadurch, außer dass wir im nächsten Band eigentlich schon die Pointe wissen? Ich kann mir nicht vorstellen, dass das lukrativ für die Autorin ist, wenn die ein oder andere Leserin das nächste Buch nicht mehr kauft, weil sie ja schon weiß wie es ausgeht. Eine Spoilerwarnung zum Eingang des Kapitels hätte auf jeden Fall nicht geschadet.
Ich werde natürlich den 5. Band im März lesen. Aber ein bisschen widerwillig gehe ich jetzt schon daran