Ich las das Buch, nachdem ich die Bühnenadaptation (im Maxim Gorki Theater in Berlin) gesehen hatte, die mich begeistert und fasziniert hat. Die Erzählungen sind auf vielen Ebenen (sprachlich, erzählerisch, inhaltlich) verworren, verwirrend, verstörend. Und das, bewusst, natürlich. Gerade das macht das Buch auf weiten Strecken fesselnd. Man hat das Gefühl, an der inneren Welt von Menschen teilzunehmen, die verschiedene, tiefe Traumata versuchen zu verarbeiten.
Die Erzählungen enttäuschten allerdings nicht selten mit jähen, flachen, schwachen Enden. Und die Protagonisten sind fast allesamt so geschrieben, das man zwar teilweise mit ihnen mitfühlt, aber so richtig fassbar werden sie selten, als dass der Leser eine tiefe Empathie für sie entwickeln könnte.
Insgesamt eine schwere Kost, die nur bedingt mich als Leser literarisch belohnt hat. Die Bühnenversion von Sebastian Nübling & Ensemble im Berliner Gorki Theater hat es in der Tat geschafft, die m.E. gelungenere Ausdrucksform für Rasha Abbas‘ Erzählungen zu finden.