kunst ist politisch. das macht auch dieser essay, der zwar sehr wissenschaftlich und trocken formuliert war, aber dennoch die bedeutung von kunst für die menschheit untermalt hat, deutlich klar. von der relevanz der autorInnenschaft bis hin zur abgrenzung bzw ähnlichkeit zu fakes waren viele interessante takes dabei, die sowohl pro und contra argumente dargestellt haben - obwohl die autorin offensichtlich gegen ki-kunst argumentiert, was mir gut gefallen hat, denn natürlich darf man die existenz nicht einfach leugnen und muss auch ihre vorteile sehen. die autorin sieht mehrere szenarien, wie es in zukunft weitergehen mag, einige davon sehr erschreckend, aber trotzdem schürt sie auch hoffnung und ruft zum tatdrang auf.
„Die Kunstpraxis würde sich gegenüber der simulierten Kunst dann als eine permanente Revolution durch Kunstwerke auszeichnen, die im Sinn der Avantgarde des 20. Jahrhunderts gänzlich anders sind als all das, was es zuvor gegeben hat. KI mag Kunst schaffen, die ununterscheidbar vom Bestehenden ist, doch sie vermag keine Kunstformen zu produzieren, die gänzlich neu sind. Der Preis dieser Entwicklung könnte jedoch sein, dass wir immer aufs Neue mit Cavells Frage konfrontiert wären, ob das, was dabei herauskommt, wirklich Kunst ist. Die Chance läge darin, dass die KI zum Motor wird, der Künstler dazu treibt, sich weiterzuentwickeln und neue Ausdrucksweisen zu finden“!!!
Um mit den von Hegel zitierten Worten zu enden:
„Wenn die Philosophie ihr Grau in Grau malt, dann ist eine Gestalt des Lebens alt geworden, und mit Grau in Grau lässt sie sich nicht verjüngen, sondern nur erkennen; die Eule der Minerva beginnt erst mit der einbrechenden Dämmerung ihren Flug.“