Möbelrestaurateurin Juno hat die digitale Welt bewusst hinter sich gelassen. Handy? Fehlanzeige! Facebook? Nein, danke! Mit Plattenspieler und Video-Tapes lässt sie die Achtziger aufleben. Eines Tages schneit YouTube-Star Taro in ihre Werkstatt und bittet sie, ihm bei der Restaurierung eines japanischen Teeschranks zu helfen. Was Juno nicht weiß: Nicht der Teeschrank ist das Projekt. Sie selbst ist die Challenge. Ganz Deutschland schaut zu, wie Taro seine eigenen Flirttipps an ihr ausprobiert. So ungeplant wie unerwartet entwickeln Juno und Taro jedoch echte Gefühle füreinander. Als Juno herausfindet, dass sie zur YouTube-Berühmtheit geworden ist, kann das nur das Ende bedeuten. Oder?
Digital Detox geht auch ohne Fortschritt Shaming. Nicht alles Neue ist schlecht, aber genau diese Boomer Mentalität wird vermittelt - in 2024. Achtsamkeit und medienkompetentes Verhalten kann vielleicht (noch) nicht jede:r, aber Arschöcher gibt es nicht nur im Internet. Ich dachte das wird eine plump dramatische Liebesgeschichte zum schnellen Weglesen, aber mich hat viel zu viel wütend gemacht an dem früher-war-alles-besser-Genörgel.
“Love Me Like It’s Yesterday” ist ein süßer Roman, der mit einer tollen Geschichte & ebenso tollen Charakteren und wunderbarem Schreibstill hervorsticht. So viel ich allerdings auch gemocht habe, genauso viel habe ich auch zu kritisieren.
Der Schreibstil ist locker, lässt sich toll lesen und unterstreicht vor allem Junos Persönlichkeit. Erzählt wird aus beiden Perspektiven der Hauptcharaktere, die ich sehr gemocht habe: Juno und Taro, beide Mitte 30. Juno, die sich seit mehreren Jahren komplett aus der digitalen Welt verabschiedet hat und nun selbstständig mit ihrer eigenen Werkstatt ist und sich auf das Restaurieren von Möbeln spezialisiert hat und Taro, der praktisch im Internet lebt und nach einem Psychologiestudium und Arbeit in einer Klinik, jetzt YouTuber ist mit entsprechendem Content ist. Juno ist sich während des gesamten Romans treu geblieben, während eine tolle charakterliche Entwicklung stattgefunden hat. Währenddessen hat Taro deutlich mit viel Selbstreflexion geglänzt.
Was ich besonders toll fand, war die Liebe zum Detail, den die Autorin in Junos Arbeit, als auch generell in die Kapitelüberschriften gelegt hat!
Viele der Nebencharaktere habe ich gemocht und fand sie sehr sympathisch, wie zum Beispiel Junos Azubi oder einige Teilnehmer aus der Selbsthilfegruppe.
Mit um die 550 Seiten ist das Buch dann doch an einigen Stellen etwas zu lang und man hat gemerkt, vor allem in der zweiten Hälfte, dass es sich, auch wenn es nur wenige Stellen waren, mehr nach Seiten füllen angefühlt hat. Ich glaube, mit mindestens 50 Seiten weniger wäre das Buch genauso gut geworden und es hätte sich nicht viel verändert.
Ein Thema, das immer wieder im Buch aufgekommen ist: Die Kritik an Internet & Social Media findet hier komplett einseitig statt. Selbst wenn die Argumente aller Beteiligten nachvollziehbar sind, wird nichts gesagt, was man nicht schon vor & seit mindestens 5 Jahren gehört hat. Es gibt wenig Entgegenkommen und es herrscht oft eine “das Internet ist böse” Energie. Das erinnert mich dann doch leider etwas an die trotzige Gemeinde, die sich gegen die Digitalisierung in vielen Bereichen stellt. Dementsprechend kann ich mich nicht ganz dem Buchuntertitel "Liebesgeschichte zum Trendthema "Digital Detox" anschließen.
Ich hätte mir von Juno in manchen Situationen, z.B. in Gesprächen mit ihrer Nachbarin, eine andere Reaktion gewünscht, statt gewisse Aussagen einfach über sich ergehen zu lassen. Vor allem, wenn ich daran denke, dass Juno ja Mitte 30 und nicht 22 ist.
Das Ende war etwas kitschig für meinen Geschmack. Was mich jedoch wirklich gestört hat, ist, dass das Ende sehr abrupt war. Wenn man sich die letzten drei oder vier Kapitel anguckt, hat hier einfach ein Epilog gefehlt, der alles nochmal zu einem entsprechenden Ende führt und den Roman, für mich, schön abgerundet hätte.
Nichtsdestotrotz ist “Love Me Like It’s Yesterday” ein süßer Roman und ich würde ihn weiterempfehlen!
Ein YouTuber namens Taro, der hauptberuflich Tipps verteilt, wie man seiner Traumfrau näher kommen kann, wird zu einer Challenge aufgerufen: all die Tipps, die er anderen gibt, soll er selbst anwenden und somit beweisen, dass diese zum Erfolg führen. Dazu bekommt er Juno zugeteilt, eine Frau, die nur im realen Leben, nicht jedoch auf sozialen Medien stattfindet. Dieser Fakt erschwert die Challenge erheblich, doch Taro will sein Gesicht nicht verlieren und gibt trotzdem sein bestes. Er wird die Online-Welt schon von seinen Tipps überzeugen und Juno für sich gewinnen -oder ? Dass er das Vorgehen moralisch nicht unterstützt, ist dabei jedoch eine große Hürde…
In der heutigen Zeit ein Leben komplett abseits vom Internet und Social Media zu führen - dieser Aspekt hat mich total interessiert und so konnten mich auch die 560 Seiten Länge des Buches, die ich für einen normalen Liebesroman meist als zu lang empfinde, nicht davon abschrecken, zu dem Buch zu greifen. Leider muss ich jedoch gestehen, dass die Umsetzung mir persönlich gar nicht zugesagt hat und ich das Buch daher bei etwa der Hälfte abgebrochen habe. Die Geschichte wird super ausführlich erzählt, was natürlich positiv ist, um die Charaktere und deren Umstände kennenzulernen, jedoch für den Fortgang der Story wirklich hinderlich war. Viele Elemente haben sich wiederholt und waren zusätzlich dazu noch so umschweifend erklärt, dass bis zur Hälfte des Buches kaum etwas inhaltlich passiert war und ich mich quasi quälen musste, zu dem Buch zu greifen. Die Charaktere an sich waren durchaus interessant und hatten sehr liebenswerte Eigenschaften - da muss ich zum Beispiel an die Möbelrestaurateurin Juno denken, die all den Möbelstücken auf ihrer Arbeit Namen gibt. Ihre Arbeit war auch ein wirklich gut recherchierter und interessanter Teil des Buches - ebenso wie Tacos YouTuber-Dasein, das ihn regelmäßig an moralische Grenzen gibt und ihn zum grübeln anregt. Selbst nach knapp 250 Seiten kamen Taro und Juno sich jedoch nicht sonderlich nah und so habe ich das Interesse an der Geschichte verloren. Abgesehen davon, dass ich das mutmaßliche Ende schon sehr früh erahnen ließ, dessen Auflösung aber wahrscheinlich noch recht lange gedauert hätte, fand ich vor allem Junos Verhalten oft anstrengend. Während sie sich aus guten Gründen dafür entschieden hat, ein Leben abseits des Internets zu führen, was ihr eigenes und gutes Recht ist, verlangt sie für ihre Lebensweise besonders viel Verständnis, was sie aber in die andere Richtung überhaupt nicht gewillt ist, entgegenzubringen. Für sie ist der scheinbar einzig richtige Weg ein Leben abseits von Social Media und co - diese Ansichtsweise würde sie am liebsten jedem aufschwatzen und das wurde mir einfach zu realitätsfern, einseitig und anstrengend. Ein Buch mit durchaus einiges an Potenzial - was mich persönlich jedoch gar nicht angesprochen hat.
Könnt ihr euch ein Leben komplett ohne Handys und ohne Social Media vorstellen?
Love me like it's yesterday Von Juliane Käppler
Juno ist eine Frau, die der digitalen Welt bewusst den Rücken gekehrt hat. Sie verkörpert eine Gegenwelt zum schnelllebigen, digitalen Alltag. Taro hingegen ist ein umschwärmter YouTube-Star, ist herzerwärmend und humorvoll zugleich. Er ist ein Kind dieser Welt, immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen und Abenteuern für seine YouTube-Community.
Die Begegnung der beiden könnte unterschiedlicher nicht sein. Taro sieht in Juno eine willkommene Abwechslung und eine neue Herausforderung für seine Flirttipps, die er auf seinem Kanal präsentiert. Was er nicht ahnt: Juno ist nicht nur ein Charmant, sondern auch eine Frau mit einer starken Persönlichkeit und einem großen Herzen.
Juliane Käppler verwebt auf gekonnte Weise die Themen Digital Detox und moderne Romantik miteinander. Auch wenn mich das Cover eher weniger anspricht verbirgt sich dahinter so viel mehr. Sowohl die Haupt- als auch die Nebencharaktere sind liebenswert und skurril zugleich. Die Autorin entführt uns in eine Welt, in der die Liebe auf ungewöhnliche Weise erblüht.
„Love me like it's yesterday“ ist eine leichte und unterhaltsame RomCom, eine humorvolle Liebesgeschichte mit Tiefgang. Die Geschichte zeigt, dass Liebe auch in Zeiten von Social Media und Dauererreichbarkeit möglich ist, wenn man bereit ist, sich auf seinen Partner einzulassen und über seinen eigenen Schatten zu springen.
Das etwas andere Romance Buch. Was wären wir ohne die sozialen Medien? Wie beeinflussen Sie uns, unsere Beziehungen, unseren Alltag? Wer sind wir online und wie agieren wir? Würden wir das was wir online äußern auch analog sagen? Sind wir uns bewusst was manche Kommentare online, offline anrichten?
Ich mochte die Geschichte von Juno und Taro sehr, da die Lebensentwürfe so enorm unterscheiden und ich mich auch frage, ob die sozialen Medien immer so präsent sein müssen. Die Story lässt einen den Umfang der Nutzung des Internets/der sozialen Medien hinterfragen. Und ich finde das gut und auch wichtig, denn ja: wir sind mehr als die digitale Version von uns. Mir hat es sehr gefallen wie Taro sein Leben und Handlungsweisen hinterfragt hat und gemerkt hat, was er möchte und wo seine Prioritäten liegen. Auch wenn Juno ganz der digitalen Welt abgeschworen hat (auch wenn ich ihre Gründe nachvollziehen kann), so erkennt sie doch auch gewisse Vorteile. Besonders hat mir der Einblick in Junos Beruf als Restauratorin gefallen. Ihre ganz persönliche Herangehensweise, den Möbeln Namen zu geben, fand ich sehr unterhaltsam.
Ich hätte gerne einen Epilog gehabt wie sie gemeinsam dauerhaft ihre Welten vereinen. Das Buch war mit über 500 Seiten für eine Liebesgeschichte relativ lang, da wäre für mich der Platz gewesen für das „danach“.
Die Liebesgeschichte zwischen der Möbelrestaurateurin Juno und dem YouTuber Taro hat mich von Beginn an begeistert. Ich mochte, wie Juno sich trotz einiger Tücken durch dem Alltag ohne Handy oder Social Media geschlagen hat. Habe ich Ihre Motivation dahinter anfangs noch hinterfragt, kam mir Juno von Kapitel zu Kapitel immer näher und ich konnte sie immer besser verstehen.
Auch Taros Motivation hinter der Wette und wie sie ihm immer weniger wichtig wurde, habe ich gut nachvollziehen können. Bei ihm mochte ich besonders den Umgang und die Gespräche mit seiner Schwester.
Die Liebesgeschichte zwischen den beiden fand ich sehr gelungen und real. Das Happy End kam mir dann zum Ende, nach dem vorherigen Bruch, dann doch etwas zu abrupt.
Nichts desto trotz kann ich das Buch jedoch allen, die eine erwachsene Liebesgeschichte suchen guten Gewissens empfehlen.
This entire review has been hidden because of spoilers.
🤩Spoilerfreie Rezension für ein außergewöhnliches Herzens❤️-Buch – ein Keeper 🤗🤩
Ich muss gestehen, dass ich vor diesem Buch bereits von Juliane Käppler aber auch von ihren Pseudonymen bereits Bücher gelesen habe. Dies und der Umstand, dass die Thematik derart außergewöhnlich ist, sorgten dafür, dass ich dieses Buch unbedingt lesen wollte. Und ob mir das Buch gefallen hat, das verrate ich euch jetzt – wie immer ohne Spoiler 😉
Titel Bereits der ungewöhnliche Titel ist Programm. Er passt wunderbar, ist prägnant. Und ehrlich, kein Titel hätte besser passen können!
Cover Das Cover ist zwar passend, allerdings mag ich diese Art von Gestaltung nicht, auch wenn es sehr viele derartige Buchcover – weitgehend im englischsprachigen Raum – gibt. Da ich aber kein Coverkäufer bin, sondern es mir um die Geschichte geht, spielt das für meine Wertung keine Rolle.
Schreibstil Wir werden sofort mitten ins Geschehen geworfen. Gerade am Anfang fand ich es etwas verwirrend, da nicht klar war, wer nun wer ist. Das gab sich aber schnell und dann nahm die Geschichte erst richtig Fahrt auf. Wir erleben das Ganze aus der Sicht des jeweiligen Charakters und deshalb kommen die Gefühle auch 1:1 direkt beim Leser an.
Die Thematik des Buches war schon mal faszinierend, aber das war noch nichts im Vergleich zu der Umsetzung! Kann man sich 100%ig mit den Charakteren identifizieren? Bei weitem nicht. Aber man hat durchaus schon das ein oder andere Déjà-vu! Und Juliane Käppler beweist Fingerspitzengefühl bei der Geschichte, indem sie auch die ein oder andere (Lebens-) Weisheit mit einfließen lässt.
Mich brachte das Buch durchaus mehrfach dazu, über bestimmte Dinge nachzudenken, die derart „normal“ sind, dass man sich das ein oder andere heutzutage nicht mehr überlegt – und schon gar nicht hinterfragt! Ihr wisst nicht, was ich meine? Dann lest das Buch! Es ist ein absoluter Keeper!
Falls jemand denkt, die Geschichte sei in irgendeiner Art und Weise vorhersehbar: - ehrlich gesagt: egal was ihr vermutet oder denkt: ihr kommt nicht drauf! Sie wird euch mitreißen, euch den Atem stocken lassen, das Herz aufgehen lassen – und dann wird es zerrissen… kurzum, es gibt sicher kein Gefühl, das ihr nicht erleben werdet. Und das auf eine nachdrückliche Art und Weise, die seinesgleichen sucht! Volle Punktzahl!
Protagonisten Wir haben es hier mit Protagonisten zu tun, die gegensätzlicher fast gar nicht sein könnten. Und dennoch ergänzen sie sich! Es ist tragisch, herzzerreißend, beängstigend, traurig, schön, … ehrlich gesagt, mir fehlen die Worte! So gut ist es! Es sind liebenswerte, tolle, sich echt anfühlende – und definitiv authentische Charaktere. Ich habe sie im Laufe des Buches (zugegebenermaßen eher schneller als langsam) kennen- und lieben gelernt. So sehr, dass es schwer ist, sie wieder gehen lassen zu müssen – wobei ich denke, dass sie sich so eingenistet haben, dass sie niemals ganz gehen werden 🤗. Ich ertappe mich immer wieder dabei, wie mich das Buch zum Nachdenken bringt – und meinen Blick auf meine Umwelt und bestimmte Verhaltensweisen definitiv verändert hat! 😘
Storyline Im Laufe der Zeit (und nach ehrlich unzähligen Büchern) kommt es einem so vor, als hätte man alles auf die ein oder andere Art schon gelesen. Man spekuliert daher immer, wie es weitergehen könnte, vermutet etwas, verwirft anderes, … kurzum, man fiebert mit. Nun ja, mitgefiebert ist definitiv das richtige Wort. Nur dass ich ziemlich oft danebenlag. Und das auf so beeindruckende Weise, dass es echt großartig ist. Ein riesiges Kompliment dafür!
Stimmung Die Stimmung ist trotz der durchaus auch ernsten Themen nie zu schwermütig. Es gibt immer wieder rührende und auch berührende Situationen, auch lachte ich zuweilen laut auf (guckt also, wo ihr das Buch lest 😉) aber das Ganze wird – trotz Intensität - definitiv nie schwerfällig. Es ist ein Spaghat, der der Autorin anscheinend mit Leichtigkeit gelingt! Chapeau für ein wunderbares, beeindruckendes, gefühlvolles Buch!!!! 🎩
Setting Wie bereits gesagt, ich kenne kein Buch, das so ist wie dieses. Aber es ist ein wirklich wunderbares Buch. Für mich definitiv ein Keeper!!!!
Sonstiges Der Seitenumfang entspricht wirklich dem, was das Buch braucht. Ich fand es toll, dass es in diesem Buch nicht einfach eine schnelle Auflösung gibt und danach die „Friede, Freude, Eierkuchen-Mentalität“ herrscht. Das Buch bleibt sich von Anfang bis Ende treu – und das auf eine nachdrückliche Art und Weise, die sich durch diese zurückhaltende Vorgehensweise direkt ins Herz katapultiert! Es ist einfach nur Wow!
Botschaft Ich finde ja immer, dass es die kleinen leisen Dinge sind, die umso lauter nach außen wirken können. Dieses Buch von Juliane Käppler ist für mich so ein Buch, bei dem auch eine kleine Botschaft nachdrücklich wirken konnte.
Gibt es auch Kritikpunkte? Wenn überhaupt dann nur den, dass ich dieses Buch gerne als Hardcover bekommen möchte. Warum? Meine Buchschätze liebe ich sehr, und wenn ein Keeper wie dieses Buch richtig gewürdigt werden soll, dann wäre es bombastisch, wenn man ihm eine Hardcover- oder Schmuckausgabe ermöglichen könnte.
Oh, und einen Epilog hätte ich gerne auch noch bekommen. Ich liebe es, wenn es im Epilog darum geht, wie sich das Ganze weiterentwickelt hat – oder auch nicht. 😉 Aber wer weiß… ich hoffe auf alle Fälle auf ein Spin-Off, in dem ich ebenfalls mehr von den Charakteren von „Love Me Like It’s Yesterday“ erfahren kann. *flehenderBlickinRichtungLübbeVerlagwerf*
Gesamtfazit Dieses Buch ist derart einnehmend, dass ich mich echt frage, warum vorher noch niemand auf die Idee kam, ein derartiges Setting zu kreieren! Wenn man es dann noch schafft diese Thematik mit Würde, Feingefühl und Sensibilität zu meistern und gleichzeitig der Gesellschaft den Spiegel vorzuhalten ohne Schulmeisterhaft daherzukommen, dann heißt es für mich, dass damit ein grandioser Keeper geschaffen wurde. Dafür gebührt Juliane wirklich mehr als nur ein dickes Lob! Noch einmal: Chapeau Juliane Käppler!
Insofern: eine absolute, überzeugte und definitiv vollumfängliche Leseempfehlung. Diese Art zu schreiben ist wirklich selten und wer das kann hat definitiv eine einzigartige Gabe! Definitiv 5 von 5 ⭐⭐⭐⭐⭐ (mehr geht ja leider nicht)
Info: Das Buch habe ich im Rahmen einer Leserunde bei LovelyBooks vorab gelesen und durfte mich mit anderen Lesern darüber austauschen. Selbstverständlich hat dies meine Meinung zum Buch in keinster Weise beeinflusst.
Darum geht es: Taro und Juno sind Mitte dreißig und leben in Leipzig. Da hören ihre Gemeinsamkeiten aber auch schon auf und normalerweise wären die zwei sich maximal zufällig begegnet, aber nicht aufgefallen. Denn während Taro als Dating-Coach auf YouTube seine Brötchen verdient, hat sich Juno schon vor Jahren aus der digitalen Welt zurückgezogen und lebt wie in den Achtzigern. Doch im Zuge einer Challenge auf seinem Kanal, um seine Glaubwürdigkeit zu beweisen, landet er in Junos Werkstatt. Anfangs ist da nichts zwischen ihnen außer all den Differenzen. Aber je öfter die Challenge Taro zu Juno führt, desto mehr wünscht er sich, dass er sie ohne die Challenge kennengelernt hätte. Denn aus einer Lüge kann keine Liebe werden, oder?
Meine Meinung: Es kommt nicht oft vor, dass mich ein Buch bereits im ersten Absatz zum Lachen bringt. LOVE ME LIKE IT’S YESTERDAY hat aber genau das geschafft, was ich als besonders gutes Zeichen wertete und weshalb ich mit Begeisterung ins Buch startete. Der Erzählstil ist ausschweifend, steckt voller Metaphern und bildreichen Beschreibungen, voller Witz und lauteren und leiseren Botschaft. Dadurch braucht man eine gewisse Konzentration beim Lesen und fliegt zwar nicht durch die Seiten, verbringt dafür aber umso unterhaltsamere Stunden mit diesem Roman.
Im Verlauf des Lesens hat mich das Buch immer wieder mit all seinen „Seiten“ überrascht und überzeugt. Von Anfang an habe ich bemerkt, wie originell und kreativ die Story ausgestaltet ist. Das reicht von all den Eigenarten der Protagonistin Juno über die Wortneuschöpfungen für die Kapitelnamen, die Vielzahl spannender Fakten zu Gott und der Welt bis hin zu den wunderschönen Schauplätzen der Geschichte.
Überrascht hat mich außerdem, dass der Roman mit wechselnder Perspektive zwischen Juno und Taro erzählt wird, was man auf den ersten Blick gar nicht vermutet. Man lernt beide Figuren unfassbar gut kennen und ich habe selten derart plastische Hauptfiguren erlebt. Juno und Taro haben tolle Stärken und authentische Schwächen. Sie haben ihre Ecken und Kanten und stecken voll liebevoller Details. Juno ist eine Marke für sich, eine verträumte Realistin. Wie sie in sich ruht hat mich beeindruckt und ihren Weg während der Geschichte zu begleiten, hat mir unglaublich gut gefallen. Taro ist studierter Psychologe, was in seinen Überlegungen und ausführlichen Gedankengängen gut zur Geltung kam. Ich mochte seine bedachte Art – auch wenn ich verstehen kann, wenn manche etwas Zeit benötigen, um anfangs mit ihm warmzuwerden. Aber keine Sorge: Es lohnt sich absolut, Taro diese Zeit zu geben, denn er ist ein unglaublich einfühlsamer, liebevoller Kerl.
Die Nebenfiguren sind zahlreich und decken diverse Generationen und Charakterzüge ab. Jede einzelne Figur bringt ihre eigene Note und Geschichte in den Roman ein. Ich muss aber sagen, dass ich zwar viele Figuren gerne mochte, aber mit wenigen recht warm wurde, da die meisten starr auf einen Persönlichkeitstyp festgelegt sind.
Thematisch ist die Geschichte extrem breit aufgestellt. Ich finde den Titel LOVE ME LIKE IT’S YESTERDAY zwar total passend für das Buch, aber man sollte sich davon nicht täuschen lassen, denn es geht um viel mehr als „nur“ eine Liebesgeschichte. Der Roman ist geprägt von Gesellschaftskritik – oft gepaart mit einem Augenzwinkern. Es geht vor allem darum, wie sehr die modernste Technik, das Internet und Social Media unseren Alltag prägen. Uns Menschen sowie die gesamte Gesellschaft verändern. Auch davon abgesehen werden diverse interessante Aspekte angesprochen, die einen beim Lesen und darüber hinaus zum Nach- und Überdenken anregen. Das fand ich gut gewählt, denn die meisten von uns denken wohl zu selten aktiv über diese Dinge nach. Ich muss aber sagen, dass ich einige Aussagen im Buch persönlich zu überspitzt und polarisiert finde und es auf Dauer ziemlich viel Kritik gibt. Hinzu kommt, dass die vielen Seiten zwar durchaus Platz für viele Themen und (Neben)Figuren bieten, das für mich aber nicht rundum passende Ende zeigt, dass es doch etwas viel von beidem war.
Mein Fazit: LOVE ME LIKE IT’S YESTERDAY ist ein sehr empfehlenswerter Roman für alle, die mehr als „nur“ eine Liebesgeschichte lesen möchten und weniger nach einer Lektüre zum Abschalten und mehr nach einem Schmöker zum Nachdenken suchen. Für mich als Romantikerin traf nicht alles komplett meinen Geschmack: Das mittlere Drittel war durch die vielen Nebenhandlungen etwas langatmig, das Ende etwas plötzlich/knapp und ich persönlich bin einfach kein Fan davon, wenn ein Buch es der eigenen Fantasie überlässt, den Schluss weiterzuspinnen. Auf der anderen Seite ist es schön zu sehen, dass Romantik auch ohne Kitsch funktioniert und eine Liebesgeschichte so real, aktuell und authentisch sein kann, dass sie ebenso im wirklichen Leben passieren könnte. Alles in allem vergebe ich LOVE ME LIKE IT’S YESTERDAY 4 von 5 Sternen.
PS: Abschließen möchte ich mit einer persönlichen (spoilerfreien) Triggerwarnung. Das Buch behandelt das Thema Cybermobbing und handelt von betroffenen Figuren. Achte bitte auf deine persönlichen Grenzen, wenn auch du Erfahrungen mit Mobbing und/oder Cybermobbing hast. Die entsprechenden Szenen können einem sehr nahegehen und das Buch ist ernster als das knallig pinke Cover vielleicht vermuten lässt.
Eine überzeugende Geschichte rund um die sozialen Netzwerke
Juno ist für mich ein sehr starker Charakter. Sie kommt ohne Handy und Internet aus. Erfolgreich arbeitet sie als Möbelrestauratorin. Die Arbeit geht ihr nie aus, obwohl sie nicht einmal eine Website hat, die auf ihre kleine Schreinerei aufmerksam macht. Besonders beschädigte Antiquitäten haben es ihr angetan. Um in ihrer Werkstatt in Schwung zu kommen, lässt sie per Plattenspieler und Tapes die 80er Jahre aufleben.
Taro ist ein YouTube-Star, der zuvor in einer Klinik als Psychologe gearbeitet hat. Er gibt Tipps, wie ein Mann eine Frau erobern kann. Um seinen Account wieder auf Vordermann zu bringen, lässt er sich zu einer Challenge überreden, die eigentlich gar nicht seinen Idealen entspricht. Er soll das Herz der Möbelrestauratorin Juno erobern und seine Fortschritte per Video festhalten. Womit er nicht gerechnet hat: Er verliebt sich in die unkonventionelle Juno. Die Frau, die Kleidung nach dem totalen Zufallsprinzip trägt und deren einzige Möglichkeit, sie zu erreichen, ein Festnetzanschluss bietet.
Ich muss ehrlich gestehen, dass mich die ersten Seiten daran zweifeln ließen, ob dies ein Buch nach meinem Geschmack sein könnte. Bald schon war mir jedoch klar: Hier handelt es sich um ein Buch mit sehr wichtigen Botschaften. Wie You Tube und Co. immer mehr unser Leben bestimmen, ist wirklich beängstigend. Vor allem Mobbing und Stalking können das Leben eines Menschen regelrecht zerstören.
Lange Zeit erfährt man nicht, warum Juno sich komplett vom Internet zurückgezogen hat. Mir war von Anfang an klar, dass sie ein schlimmes Erlebnis gehabt haben musste. Mit ihrer besten Freundin hat sie eine erfolgreiche Selbsthilfegruppe gegründet, die Mobbingopfern einen Raum bietet, über ihre Probleme zu sprechen.
Juno und Taro kommen sich immer näher. Ich war gespannt, ob Taro ihr irgendwann die Wahrheit sagen würde. Der Frau, die jedem Möbelstück in ihrer Werkstatt einen Namen gibt. Der Frau, die sein Herz unheimlich berührt und seine Beiträge auf den sozialen Netzwerken nicht kennt.
Die Geschichte ist einfach nur wunderschön. Sie spielt in der wunderschönen Stadt Leipzig, in die Juno von Hamburg zurückgekehrt ist, um die Werkstatt ihres Opas zu übernehmen. Nebenbei hält man sich selbst einen Spiegel vor: Wie viel Zeit verbringe ich eigentlich selbst täglich im Internet? Die Geschichte hat mich zur richtigen Zeit erreicht. Schon vor diesem Buch habe ich mir fest vorgenommen, sehr viel weniger Zeit im Internet zu verbringen. Mir Anregungen zu Büchern wieder mehr auf traditionelle Weise zu holen. Durch Spaziergänge in Buchläden, in denen ich die meisten Bücher zum ersten Mal sehe. Ganz wird mir das wahrscheinlich nie mehr gelingen, aber immerhin teilweise!
Es hat mir in der Seele wehgetan, wie Juno die Wahrheit über Taro erfahren hat. Wie es mit den Beiden weitergeht, solltet ihr selbst ergründen. Ich kann Euch eins versprechen: Es wird spannend und sehr emotional.
Fazit
Menschen auf herkömmlichen Weg kennenlernen ist die beste Option für eine Partnerschaft. Emotionen sind in keinem Dating-Portal spürbar. Das Leben mit allen Sinnen wahrnehmen - ohne Handy - ist für viele Menschen nicht mehr möglich. Aber die Möglichkeit besteht nach wie vor. Dies sind die Botschaften, welche ich der Story entnommen habe. Und ehrlich gesagt, ich habe es nie anders gemacht.
Lasst Euch nicht von dem Cover täuschen. Zwischen den Buchdeckeln befindet sich eine ernsthafte Geschichte. Die charmanten Kapitelüberschriften habe mich lächeln lassen. Juno hat eigene Wörter dafür entworfen.
Von mir eine klare Empfehlung. Danke Juliane Käppler.
Inhalt: Juno hat der digitalen Welt abgeschworen, zu sehr wurde sie verletzt und so verzichtet sie gewollt auf Handy und Co. Taro ist YouTube-Star und lässt sich, für mehr Follower, auf eine Wette ein, bei der Juno die Hauptrolle spielen soll.
Eine Begegnung, die unterschiedlicher nicht sein kann und doch so berührend ist ...
Meinung: Seit 2012 kenne ich Juliane, seit 2012 begeistert sie mich mit ihren Büchern und in jedem Werk schafft sie es, eine Welt zu kreieren, die in meinem Kopf real wird. Bei diesem Buch hat sie es allerdings noch heftiger werden lassen, sie hat die Welt, so wie sie ist, in ein Buch gepackt und die Schattenseiten der digitalen Medien herausgearbeitet. Sie behandelt Themen wie Mobbing, Happy Slapping, Stalking, die Sucht immer erreichbar zu sein (und dies wirklich zu wollen), den Umgang mit digitalen Freunden und die ständige Jagd nach Followern und Likes. Auf der anderen Seite zeigt sie den krassen Gegensatz, wie es ist und war kein Handy zu haben, nur erreichbar zu sein, wenn ein Telefon vorhanden ist oder man sich wirklich sieht. Wie tiefgründig Gespräche sein können, wenn man sich mit sich beschäftigt und wie lebenswert das Leben sein kann. Die beiden Welten parallel laufen lassen ist Juliane sehr gut gelungen und das ganze dann auch noch mit einer Liebesgeschichte zu versüßen macht "Love me like it's yesterday" zu einem wahnsinnig genialen Buch. Auch wenn der Einstieg in die Geschichte aufgrund der heftigen Themen (bspw. Mobbing) keine leichte Kost ist, so ist der Schreibstil fesselnd und man will unbedingt wissen, wie das ganze ausgeht. Dafür sorgen auch die Charaktere, welche unterschiedlicher nicht sein können. Wie oben schon erwähnt, es ist die reale Welt, alle sind anders, jeder ein Individuum und jeder ist in seiner Welt. Daher sind die Figuren passend gezeichnet und erstehen vor dem inneren Auge, passen sich an und verändern sich. Eine Geschichte mit vielen Wendungen, Wirrungen und ganz viel Vibe von heute und den 80ern, als es noch kein Internet gab.
Besonders angetan hat es mir ein Zitat von Taros Mutter, als Japanerin beschreibt sie die Situation ihres Sohnes natürlich nur indirekt: Zitat: Seite 344: [...] In der Stille des Hains beobachtet der reife Bambus die Tänze des Windes und der Sonne. Er lässt sich beugen, aber nicht brechen, und er streckt sich zum Sonnenlicht, wenn es sich zeigt. Wie der Bambus, der den Wind nicht fürchtet und zur Sonne strebt, so sollte auch der Mensch Entscheidungen treffen: beweglich im Geist, bereit, sich zu beugen, doch stets in Richtung des Lichts wachsend. Er sollte den Moment erkennen, wenn er sich offenbart, und nicht zögern, denn die Sonne wartet nicht darauf, dass der Bambus sich entscheidet zu wachsen. [...]
Die Ausdrucksweise ist sachlich, liebevoll und voller Gefühl, sodass jeder Lesende in die Geschichte eintauchen kann.
Cover: Das Cover ist schön gestaltet. Obwohl ich die Farbe Pink sehr mag, ist mir das Cover allerdings zu grell. Hier könnte man aber sagen, dass es aufmerksam macht und darum geht es ja auch, um Anziehung und gesehen werden.
Fazit: Ein Buch, auf das man sich einlassen sollte, dann erfährt man, was wahre Liebe ist, was die digitalen Medien mit uns machen, wozu wir sie allerdings auch nutzen können. Und wie man es dennoch schafft ein Leben zu bekommen, das sein eigenes ist. Ich bin sehr berührt von den Schicksalen der Charaktere, von den Situationen und von den ganzen Wendungen, welche ich nicht kommen gesehen habe. Daher volle 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung an JEDEN!
Habt ihr in letzter Zeit ein Buch gelesen, dessen Grundidee euch sehr gut gefallen hat, das euch dann doch letztendlich nicht zu hundert Prozent überzeugen konnte? Bei mir war es so bei "Love me like it's yesterday" von Juliane Käppler erschienen bei Bastei Lübbe. Kurz zur Handlung: Juno ist Schreinerin und restauriert mit Herzblut alte Möbel, hat aber die digitale Welt aus ihrem Leben verbannt. Von Facebook, Instagram, YouTube und Co will sich nichts mehr wissen, lieber hört sie alte Mixtapes auf der Stereoanlage ihres verstorbenen Großvaters. Doch eines Tages taucht Taro bei ihr auf und bittet sie, ihm bei der Restauration einen alten japanischen Teeschranks zu helfen. Allerdings weiß Juno nicht, dass Taro auf YouTube einen Flirtcoaching-Kanal betreibt und sie selbst ein Teil seiner YouTube Challenge ist. Mehr muss nicht verraten werden, denn schließlich kann sich jeder denken, dass dann doch die Gefühle und das schlechte Gewissen Taro einen Strich durch die Rechnung machen. Meine Meinung: Die Grundidee dieses Romans hat mir so gut gefallen, dass er auf meiner Wunschliste gelandet ist und ich ihn von meiner besten Freundin zum Geburtstag bekam. Das Buch ist aus der ich-Perspektive der beiden Hauptprotagonisten Juno und Taro erzählt. Diese Erzählperspektive mag ich sehr, da sie mir die Protagonisten sehr nahe bringt. Auch der Schreibstil von Juliane Käppler ist locker und leicht und ich mochte, wie sie durch liebevolle Details Juno ausgearbeitet hat, z. B. gibt Juno all den Möbeln, die sie restauriert, liebevoll Namen. Juno war mir von Anfang an sympathisch, den Grund für ihren Verzicht auf modernen Medien und Digitales kann sich der Leser von Anfang an denken. Auch Taros Handeln wurde versucht zu erklären, doch dies konnte ich trotzdem nicht nachvollziehen. Sich auf diese Challenge einzulassen, war aus meiner Sicht kindisch und infantil. Die Themen Mobbing und Cybermobbing, die in diesem Buch behandelt werden, finde ich sehr wichtig. Und auch die Aussage dieses Buches, den Einfluss der Sociale Media auch kritisch zu hinterfragen. Nur leider beginnt da auch meine Kritik. In diesem Buch gibt es nur Extreme. Alle modernen digitalen Medien sind schlecht, back to the roots das Motto. Doch so pauschal kann man dies nun mal nicht sagen! Ich denke, dass die Kunst einfach darin liegt, einen verantwortungsvollen Umgang mit der digitalen Welt zu lernen, denn ohne sie zu leben ist schwer möglich. Auch führten die extremen Längen im Storytelling dann dazu, dass über weite Teile die Geschichte vor sich hin plätscherte und wenig passierte. Mit über 550 Seiten ist die Geschichte meines Erachtens zu lang und es hätte ihr gut getan, um 150 Seiten gekürzt zu werden. Aber das ist sicherlich Geschmackssache und vielleicht würdet ihr es beim Lesen ganz anders empfinden. Abschließend möchte ich betonen, dass die Thematik dieses Buches wichtig ist, mich allerdings die Umsetzung nicht ganz überzeugen konnte. Deshalb sind es am Ende für mich 3,5 Sterne von fünf geworden.
Love Me Like It’s Yesterday hat mir wirklich sehr gefallen. Auch das Cover mit seinen knalligen Farben mag ich gerne. Es zieht die Aufmerksamkeit auf sich, und irgendwie passt das. Denn in meinen Augen sollten am besten ganz viele auf dieses Buch aufmerksam werden. Ich habe sowohl Juno als auch Taro im Laufe der Geschichte immer mehr in mein Herz geschlossen. Beim Lesen beschlich mich immer wieder das Gefühl, sie wären echt und ich würde wie ein Geist neben ihnen stehen, unfähig, einzugreifen. Beide sind unfassbar vielschichtige Charaktere, an denen es immer mehr Facetten gibt, sie es zu entdecken gilt. Das hat mich unter anderem beim Lesen gehalten, denn auch die Handlung an sich hat mich an den Seiten kleben lassen. Die Art und Weise, wie Juliane Käppler diese Geschichte erzählt ist komplex und leicht gleichermaßen. Man lernt viel über das Restaurieren von Möbeln, aber auch über psychologische Aspekte des Lebens, denn Taro teilt immer mal wieder die ein oder andere Weisheit mit uns Lesern. Beide, sowohl Juno, als auch Taro kamen mir als Charaktere, besonders wegen dieser vielen Schichten, die sie für mich greifbar gemacht haben, sehr authentisch vor. Würde ich plötzlich einem, oder sogar beiden gegenüber stehen, ich wäre ehrlich gesagt wenig überrascht. Das Thema des Buches wiegt schwer, wurde aber leicht und handlich verpackt. In meinen Augen hat die Autorin diese Idee unfassbar gut umgesetzt und ich kann mich nicht erinnern, ein Buch dieser Art schon einmal gelesen zu haben. Alles, was passiert, hat mich subtil oder ziemlich direkt zum Nachdenken gebracht und mich viel hinterfragen lassen und das finde ich, besonders wenn diese Thematik ihren Platz in der Geschichte findet, wirklich gut. Das ist auch eine der Punkte, die ich am meisten an diesem Buch mochte; es hat mich zum Nachdenken angeregt. Sicher liefert die ein oder andere Stelle sicher Diskussionspotential, aber das gehört dazu. Ich finde es dennoch gut, wie offen und transparent mit dem Thema Social Media und Handykonsum umgegangen wurde. Ich glaube, wir alle vergessen viele negative Punkte der Nutzung solcher, weil sie einfach zum Alltag gehören und beinahe normal scheinen, obwohl sie das nicht sein sollten. Ich hatte definitiv meinen Spaß beim Lesen, immer wieder gab es Stellen, die mich zum lauten Lachen oder amüsierten Grinsen gebracht haben. Mit Junos trockenem Humor oder einfach bestimmten Situationen, mit denen sie konfrontiert wird, lockert Juliane Käppler einige ernste Themen immer wieder gekonnt auf und bringt Abwechslung in die Geschichte, was das Lesen wirklich erleichtert hat. Auch die Handlung an sich blieb spannend bis zum Ende und ich könnte nicht glücklicher über ebendieses sein.
Fazit: Ein wirklich wundervolles Buch für eine breitgefächerte Zielgruppe, was ernste und aktuelle Themen bespricht und ordentlich zum Nachdenken anregt, aber mit humorvollen Momenten auflockert. Alles in allem kann ich Juno und Taros Geschichte wirklich nur allen ans Herz legen.
Love Me Like It's Yesterday, von Juliane Käppler, erschienen im Lübbe Verlag am 25. Oktober 2024 Taschenbuch 560 Seiten
Klappentext - siehe Buchbeschreibung
Inhalt Juno hat kein Handy und ist glücklich damit. Doch der Influencer Taro kann sich ein Leben ohne Handy nicht vorstellen. Aufgrund einer Challenge wird Juno sein Untergang. Doch wie reagiert Juno, als sie von der Sache erfährt?
Meine Meinung Schnell werde ich in Junos Möbelrestauration reingezogen und ich fühle mich auf Anhieb sehr wohl dort. Ihre Liebe zum Beruf lernen wir auf vielfältige Weise kennen und auch Juno ohne Handy ist eine absolut liebenswürdige junge Frau. Ihre Vergangenheit und somit der Grund ohne Handy und damit ohne sozialen Medien zu leben, hat mich sehr traurig gemacht. Und dann ist da der smarte gut aussehende Taro, der Juno mit einer Geschichte in seine digitale Welt zieht. Juno ist am Anfang zurecht skeptisch, doch einmal über ihren Schatten gesprungen, fliegen die Schmetterlinge wild umher. Und auch Taro verliebt sich in Juno und verbringt sehr gerne viel Zeit mit ihr. Dabei wird sein Handy immer mehr abgedrängt. Juliane Käppler hat mit diesem Roman den Nerv der Zeit getroffen. Unsere wertvolle Lebenszeit verbringen wir lieber mit unseren Handys. Unsere 'Freunde' leben alle in den sozialen Netzwerken. Keiner ist anwesend um einen bei einem Sieg auf die Schulter zu klopfen oder bei einem Verlust, einen in den Arm zu nehmen. Da stellt sich die Frage, wollen wir das wirklich? Und keiner ist da, wenn die wüsten Beschimpfungen losgehen. Die Story von Juno und Taro öffnet uns die Augen. Man beginnt nachzudenken ... muss ich diesen kostbaren Moment, den ich gerade erlebe, wirklich mit allen teilen? Oder genieße ich diesen Moment einfach mit meinem Freund oder meiner besten Freundin im Real-Life? Beide Protagonisten haben ihr Päckchen zu tragen und es ist sehr spannend, wie sie damit umgehen. Ich fand es auch sehr schön zu sehen, wie sich die Gedanken und das Verhalten von Taro immer mehr verändert hat. Und auch Junos Leben hat sich verändert. Was ist sie bereit zu ändern um an Taros Seite sein zu können. Und was passiert mit Juno und Taro als die Challenge auffliegt?
Fazit Die Autorin hat einen ganz wunderbaren Schreibstil, der mich direkt in Junos und Taros Welt zieht. Ihre Beschreibungen bringen mich an den Ort des Geschehens und auch die Gefühle erreichen mein Herz. Eigentlich möchte ich nicht, dass Juno erfährt, warum Taro sie aufgesucht hat. Die zwei sind so süß miteinander und auch ich genieße die Zeit ohne Handy, höre wunderschöne Musik aus den 80er-Jahren. Für mich sollte die Geschichte nicht enden. Aber das tut sie leider und deswegen lege ich sie jeden ans Herz. Egal wie jung oder alt, schnappt euch das Buch und verzichtet hin und wieder mal darauf, immer on zu sein. Von mir gibt es 5 🐥🐥🐥🐥🐥 und das Prädikat 'wertvoll'
Juno restauriert Möbel und passend zu dieser Liebe für alte, vielleicht schon etwas aus der Zeit gefallenen Dinge, kapselt sie sich ebenso von den Neuheiten der modernen Welt ab. Sie hat keine Profile auf Social Media, nutzt kein Onlinebanking und hat nicht einmal ein Handy. Stattdessen hört sie ihre Musik über Tapes, telefoniert ausschließlich über ihren Festnetzanschluss und hat dennoch keine Angst etwas zu verpassen. Bis sie Taro trifft. Taro ist YouTube-Star und braucht ihre Hilfe bei der Restauration eines japanischen Teeschranks. Da Juno nicht weiß, wer Taro ist und seinen Kanal nicht kennt, ist ihr nicht klar, dass sie ein Teil einer Challenge ist. Denn Taro gibt Männern online Flirttipps und soll nun aller Welt beweisen, dass diese auch wirklich funktionieren. Das Zielobjekt ist dabei ausgerechnet Juno. Je besser die beiden sich kennenlernen, desto näher kommen sie sich und bald schon rückt die Challenge für Taro in den Hintergrund. Bis Juno von ihr erfährt und damit die gemeinsame Zukunft auf dem Spiel steht.
Meine Meinung:
Das Cover gefällt mir sehr gut und auch den Titel finde ich ansprechend. Der Schreibstil der Autorin ist toll. Ich habe es selten erlebt, dass jemand so viele wichtige Themen einbaut, ohne dabei den roten Faden der Haupthandlung zu verlieren. Dieses Buch ist kein Buch, das man im Halbschlaf mal ein bisschen durchblättert. Es regt zum Nachdenken an und fordert die Leser heraus. Juno lebt ziemlich zurückgezogen und ist ein konfliktscheuer Mensch. Sie liebt ihre Arbeit mit den Möbeln und mir hat es unfassbar viel Spaß gemacht, ihr dabei zuzusehen. Allein die Namensfindung und ihre Wortneuschöpfungen waren sehr cool. Junos Lebensweise zeigt, wie viel Einfluss Geschehnisse in unserem Leben auf die Zukunft haben können. Wie radikal sie alles verändern können. Je näher man Juno kennenlernt, desto besser versteht man die Hintergründe für ihre Abneigung gegenüber Handys etc. Gleichzeitig haben mich Junos Erlebnisse und ihre Einstellung zu diesen Dingen nachdenklich gemacht. Wie viel von dieser Scheinwelt "Social Media" brauchen wir wirklich? Wie viel davon ist gesund und ab wann sollte man die Reißleine ziehen? Diese Fragen muss sich auch Taro stellen, als ihm sein Kanal und die Challenge immer mehr entgleiten. Ich fand, dass die Challenge unmöglich war und hatte Sorge, dass Taro Juno unbedacht in der Öffentlichkeit vorführt. Doch dann wurde ich zunehmend überrascht, weil er die wichtigsten Grenzen gewahrt hat, obwohl er so unter Druck gesetzt wurde. Am besten aber fand ich die Selbsthilfegruppe im Buch. Ich hoffe und wünsche mir, dass es diese Gruppen genau so wirklich gibt und zwar viele davon. Damit sich Betroffene gegenseitig unterstützen können.
Fazit: Ein Buch, das einige sehr wichtige Themen anspricht und zum Nachdenken anregt.
„Love Me Like It’s Yesterday“ von Juliane Käppler ist eine ungewöhnliche Lovestory, in der zwei völlig gegensätzliche Welten aufeinanderprallen. Die 36-jähre Juno ist mit Herz und Seele Möbelrestauratorin und setzt auch ansonsten lieber auf Altbewährtes. Ein Handy besitzt sie nicht und von Sozialen Medien hält sie sich komplett fern. Stattdessen liebt Juno alles aus den 80-er Jahren, sowie Videokassetten, Musiktapes und Schallplatten. Als überraschend der attraktive Taro in ihrer Werkstatt auftaucht, damit sie seinen japanischen Teeschrank restauriert, ahnt Juno nicht, dass Taro eigentlich ein bekannter YouTube-Star ist und sie seine neue Challenge. Dating-Coach Taro hat unter Druck einer Wette zugestimmt, dass er mit seinen Methoden jede Frau von sich überzeugen kann. Also dokumentiert er seine Fortschritte mit Juno auf seinem Kanal, während er langsam echte Gefühle für sie entwickelt.
Wer eine leichte und humorvolle RomCom erwartet, der wird wahrscheinlich enttäuscht werden. Ich gebe zu, dass meine Erwartungshaltung nach dem Cover und Klappentext auch zunächst eine andere war, aber trotzdem kann man sich auf diese besondere Lovestory einlassen. Die Autorin lässt sowohl Juno als auch Taro aus ihren Sichtweisen erzählen, was mir immer sehr gefällt. Die Einblicke in ihre Gefühle sind aufschlussreich, auch wenn man als Beobachter weiß, dass wie bei einem Unfall in Zeitlupe alles auf den großen Knall zusteuert. Juno ist sympathisch, aber sie ist mit ihren Ansichten etwas aus der Zeit gefallen. Ich kann ihre Beweggründe verstehen und es ist erschreckend, wie groß der Druck der Gesellschaft ist, sich anzupassen, damit man nicht zurückgelassen wird. Taro ist dazu der Gegensatz, aber er merkt langsam, dass er sich in den Welten der Sozialen Medien selbst verloren hat. Zuerst erscheint ihm Junos Welt völlig unverständlich, aber bald beginnt er, sich darauf einzulassen und die Vorteile zu verstehen. Juliane Käppler spricht sehr viele ernste Themen an und bringt einen damit automatisch zum Nachdenken. Das finde ich auch gut und wichtig, aber ehrlicherweise war mir die generelle Sichtweise oft zu negativ. Es ist richtig, die Dinge zu hinterfragen und zu reflektieren, doch hier gibt es ausschließlich Negativbeispiele. Diese existieren ohne Frage und leider viel zu häufig, aber eben nicht ausschließlich. Es kommt, wie überall, auf das richtige Maß an. Die Lovestory zwischen Taro und Juno konnte mich definitiv abholen und der Funke sprang auch über. Welchen Kompromiss sie wählen oder ob sie überhaupt zueinander finden, sollte man auf jeden Fall selbst im Buch lesen.
Love Me Like It's Yesterday ist ein Einzelband und kann somit völlig unabhängig gelesen werden.
Das Cover ist mit seinen grellen, knalligen Farben auf jedenfall ein Blickfang. Ich finde das ja immer mal eine super nette Abwechslung und hebt sich auf alle Fälle von der Masse ab.
Was war ich gespannt auf diese Story. Was wohl passieren wird, wenn diese zwei absolut gegensätzlichen Welten von Juno und Taro aufeinander prallen?
Juno, die sich aus gutem Grund von jeglicher Art der heutigen Kommunikationsmitteln verabschiedet hat und lediglich ein Telefon in ihrer Werkstatt hat, in der sie Möbel restauriert. Ich war vom ersten Satz an Fan von Juno. Sie ist ein wirklich positiver Charakter mit so manchen Eigenheiten, die ich auch in mir wiederentdeckt habe. Ihr Begeisterung zu den alten Möbelstücken, deren liebevolle Restauration, ihre Liebe zu Worterfindungen und der 80er Vibe hat mich fasziniert.
Und dann gibt es noch Taro, den You Tube Star. Ich fand ihn irgendwie von Anfang an sympathisch und er hat das Herz am rechten Fleck. Aber wie weit bringen ihn Follower, Zahlen und Likes?
Allerdings werde ich nun wirklich kein Fan mehr von Frau von Großeimern und ihren Prinzen 🤪. Gerade in den letzten Kapiteln fand ich sie nochmal nervtötender als zuvor schon 🫣😅
Ich möchte euch hier überhaupt nicht spoilern und stattdessen für dieses Buch eine klare Leseempfehlung aussprechen. Lest die Geschichte der beiden selbst und findet heraus, ob es für Juno & Taro doch noch ein Happy End geben kann 🥹❤️🩹. Kann es für die Liebe eine zweite Chance geben?
Mich hat Love me like it's Yesterday mit den vielen wunderschönen Aspekten und Besonderheiten super unterhalten. Ich habe gelacht, gebangt, gehofft und es hat mich zum Nachdenken angeregt. Es beleuchtet so viele aktuelle Themen von Social Media bis hin zu Cybermobbing und deren Auswirkungen auf die Gesellschaft. Was macht dieses ständige Online sein mit uns? Wieviel Konsum ist noch gesund?
Fazit
Scroll less - Love more! Wie sehr ich diesen Satz feier! 🙌😍
Ein wirklich besonderes Buch, dass mir noch eine Weile im Gedächtnis bleiben wird. Nicht nur, dass ich jetzt einen ganz bestimmten Film aus den 80ern schauen möchte. Auch in diesem gewissen Punkt muss ich Juno zu 100% zustimmen: Wirrplinken 📵 geht garnicht! 🤯🙂↔️ Wenn ihr jetzt neugierig seid, und wissen möchtet, was mit "Wirrplinken" gemeint ist greift zu Love me like it's Yesterday, packt das Handy für kurze Zeit beiseite und genießt es, wenn die 80er auf japanische Kultur treffen!
Love me like it´s yesterday ist keine seichte Liebesgeschichte wie man vielleicht vom Cover her erwarten könnte. Die Protagonisten sind die 36jährige Juno, selbständige Möbel-Restauratorin, die kein Smartphone, Email, Internet nutzt und der 34jährige Taro, der als Psychologe gearbeitet hat und dann eine Karriere als Beziehungsratgeber via YouTube gestartet hat. Über diesen YouTube Kanal lässt sich Taro zu einer Wette hin, bei der er Juno kennenlernen soll und erfolgreich mit ihr flirten soll. Bei den beiden prallen tatsächlich Welten aufeinander. Juno lebt absolut analog, sie hört nur Musik und sieht nur Filme, die "alt" sind, also mindestens aus den 1980er Jahren, sie leitet eine Selbsthilfegruppe für Menschen, die schreckliche Erfahrungen gemacht haben mit sozialen Medien wie Mobbing oder Jobverlust und Shitstorms. Taro dagegen lebt von Sponsoren und seine Arbeit ist sein Youtube Kanal, er kann praktisch nicht ohne Smartphone und Co. sein und lebt auch noch davon.
Wie die beiden sich kennen- und liebenlernen ist wunderschön beschrieben und geht wirklich sehr zu Herzen. Die Rahmenhandlung ist natürlich eine klassische Liebesgeschichte. Aber - und deswegen gebe ich Sterne - das Setting und die Idee ist schon mal genial und hat mich sehr zum Nachdenken gebracht. UND - die Autorin schafft es mit vielen kleinen Besonderheiten die Geschichte besonders zu machen und den immerhin recht umfangreichen etwa 550 Seiten starken Roman dadurch wirklich zu einer Geschichte zu machen, in der ich mit-leben und mit-fühlen konnte. Die inneren Monologe der Figuren sind absolut toll geschrieben, die Perspektivwechsel immer passend. Die Figuren haben Tiefgang und die Ideen und Gedanken, die wir über die Lektüre mitgegeben bekommen, ebenfalls - und die Gedanken haben bei mir noch lange nachgewirkt. Und nicht zuletzt - Juno erfindet regelmäßig Wörter, die es noch nicht gibt, aber geben sollte, und das ist eine so tolle Idee und so schön umgesetzt, dass ich absolut begeistert bin.
Eine ganz klare und eindeutige Leseempfehlung für ein wunderschönes Buch, das zwar im Sommer spielt, aber auch sehr gut jetzt gelesen oder zu Weihnachten verschenkt werden kann, weil das Thema und die Umsetzung so schön und herzergreifend sind, dass es einfach perfekt ist!
Das Cover ist sehr knallig und sticht direkt ins Auge. Mir gefällt es sehr gut.
In diesem Roman geht es um die Tischler Meisterin Juno, die sich auf Möbelrestaurationen spezialisiert hat. Juno hat Aufgrund von Mobbing dem digitalen Leben abgeschworen, lebt mit Plattenspieler, Videokassetten und Musikkassetten gefühlt in den Achtzigern. Das alleine ist schon total großartig und hat mir unsagbar gut gefallen.
Eines Tages taucht Taro in Junos Werkstatt auf und bittet Juno darum ihr bei der Restauration eines alten japanischen Teeschranks zu helfen. Juno stimmt zu. Ahnt jedoch nichts davon das Taro ein Youtuber ist und nur Aufgrund einer Challenge bei ihr aufgelaufen ist, wozu er sich von seiner Community hat hindrängen lassen. Taro gibt auf seinem Kanal Tipps zum richtigen flirten. Seine Follower fordern von ihm das er am „Lebenden“ Beispiel beweisen soll das seine Tipps funktionieren.
So kommt Juno ins Spiel. Jedoch hat Taro keinerlei Ahnung davon, das Juno wegen Mobbing der digitalen Welt den Rücken gekehrt hat. Als Juno dann herausfindet warum Taro zu ihr gekommen ist, bricht alles über ihr zusammen.
Alle Charaktere in diesem Roman sind unbeschreiblich liebenswert. Juno ist meine absolute Lieblings Protagonistin überhaupt. Es sollte viel mehr Junos auf dieser Welt geben! Dieser Roman hallt definitiv nach. Man bekommt hier klar vor Augen geführt was Cybermobbing mit einem Menschen machen kann! In der virtuellen Welt „vergessen“ einige das auf der anderen Seite auch ein Mensch sitzt. Die Anonymität des Internets jedoch macht es jedem sehr einfach sich wie die Axt im Walde aufzuführen ohne Rücksicht auf Verluste und ohne Rücksicht auf die Gefühle und die Empfindungen seines Gegenübers.
Die Geschichte von Juno und Taro regt auf jeden Fall nachhaltig zum Nachdenken an.
Mein Fazit Mein Herbsthighlight mit sehr Liebenswerten Charakteren und einer ganz wundervollen Geschichte. Noch dazu regt dieser Roman zum Nachdenken an und zur eigenen Reflektion. Hier kann ich mit gutem Gewissen eine Leseempfehlung aussprechen.
ᐧ☼𐩐.☽*˚:⋆。 Rezension 。⋆:˚*☾.𐩐☼ᐧ Anzeige I Rezensionsexemplar
„Love me like It`s yesterday“ von Juliane Käppler Ein Herzensbuch und Wohlfühlort für alle „back to the 80´s“ Fans!
Klappentext: Möbelrestaurateurin Juno hat die digitale Welt bewusst hinter sich gelassen. Handy? Fehlanzeige! Facebook? Nein, danke! Mit Plattenspieler und Video-Tapes lässt sie die Achtziger aufleben. Eines Tages schneit YouTube-Star Taro in ihre Werkstatt und bittet sie, ihm bei der Restaurierung eines japanischen Teeschranks zu helfen. Was Juno nicht weiß: Nicht der Teeschrank ist das Projekt. Sie selbst ist die Challenge. Ganz Deutschland schaut zu, wie Taro seine eigenen Flirttipps an ihr ausprobiert. So ungeplant wie unerwartet entwickeln Juno und Taro jedoch echte Gefühle füreinander. Als Juno herausfindet, dass sie zur YouTube-Berühmtheit geworden ist, kann das nur das Ende bedeuten. Oder?
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Dieses Buch hat mich echt berührt! Die beiden Protagonisten könnten unterschiedlicher kaum sein: Juno, die selbstbewusste Möbelrestauratorin, die jedem Möbelstück einen Namen gibt, und Taro, ein Psychologe und Youtuber, der lernen muss, die Schönheit der realen Welt zu schätzen.
Julianes deskriptiver Schreibstil hat es mir echt einfach gemacht, jede einzelne Fassette an den beiden lieben zu lernen und ich konnte bis zum Ende hin mitfiebern, lachen, ein paar Tränen vergießen und lieben. Ich konnte mich richtig in die Personen einfühlen. Als geborene Leipzigerin war das Setting natürlich nochmal ganz besonders und ich durfte Leipzig nochmal von einer komplett anderen Seite kennen und lieben lernen. Besonders wichtig fand ich auch, wie mit psychologischen Themen umgegangen wurde. Die Gruppenaustausche und psychologischen Verhaltensweisen wurden gut recherchiert und aufgearbeitet.
Zum Schluss kann ich nur nochmal betonen, wie sehr mir diese erwachsene Liebesgeschichte ans Herz gewachsen ist und jeder der mal eine Pause von der digitalen Welt braucht, wird es lieben.
„Love Me Like It’s Yesterday“ ist ein außergewöhnlicher Roman, der mit einer originellen Geschichte und lebendigen Charakteren begeistert. Die Autorin entführt die Leser in das Leben von Juno, einer Möbelrestauratorin, die der digitalen Welt vollständig entsagt hat, und Taro, einem YouTuber, dessen Leben im Internet stattfindet. Beide Hauptfiguren, mitten in den 30ern, werden mit Witz und Tiefe porträtiert, während sie versuchen, ihre gegensätzlichen Lebensweisen zu vereinen. Besonders beeindruckend sind die detaillierten Beschreibungen von Junos Beruf, der Liebe zum Handwerk, und Taros Selbstreflexion über die ethischen Grenzen seines Online-Daseins. Die abwechselnden Perspektiven der Protagonisten machen die Geschichte greifbar und authentisch.
Trotz der Stärken des Romans gibt es einige Kritikpunkte. Mit über 500 Seiten zieht sich die Geschichte an manchen Stellen, insbesondere in der zweiten Hälfte, und wirkt teils unnötig in die Länge gezogen. Während Junos Haltung zur digitalen Welt verständlich ist, bleibt ihre Sichtweise oft einseitig und wenig kompromissbereit, was ihre Interaktionen manchmal anstrengend macht. Zudem wird die Kritik an Social Media und Internet häufig auf eine Weise dargestellt, die nicht ausreichend differenziert erscheint. Das abrupt wirkende Ende des Buches hinterlässt das Gefühl, dass ein abschließender Epilog fehlt, um die Geschichte zufriedenstellend abzurunden.
Insgesamt ist „Love Me Like It’s Yesterday“ jedoch eine lesenswerte Liebesgeschichte, die wichtige Fragen über unser digitales Leben aufwirft. Die gegensätzlichen Lebensentwürfe von Juno und Taro laden dazu ein, über den Einfluss von Social Media auf Beziehungen und Identität nachzudenken. Die Botschaft, dass wir mehr sind als unsere digitale Präsenz, bleibt in Erinnerung. Trotz einiger Schwächen bietet der Roman unterhaltsame und nachdenkliche Lesestunden – ein Liebesroman, der sich durch seinen modernen Ansatz von der Masse abhebt.
Love Me Like It's Yesterday von Juliane Käppler erschienen im Lübbe Verlag am 25. Oktober 2024.
Juno hat sich vor Jahren aus der digitalen Welt verabschiedet. Sie restauriert alte Möbel und ist zufrieden mit den Filmen und der Musik der 80er Jahre. Es ist etwas schwierig sie zu erreichen da sie nur das Geschäftstelefon und keinen Internetauftritt hat.
Als der YouTube-Star Taro, der auf seinem Kanal Männern das richtige Flirtverhalten beibringt, von einem Konkurrenten dazu aufgefordert wird seine Flirtkünste mal an einer ausgewählten Person zu zeigen, zieht er sich nicht lange und nimmt die Challenge an. Ein „neutraler“ Beobachter gibt ihm die Daten der Frau, welche natürlich Juno ist. So wird Taros Projekt etwas schwieriger, da es nicht damit getan ist, die Telefonnummer zu bekommen.
Juno und ihre beste Freundin habe ich sofort ins Herz geschlossen. Sie sind so sympathisch und unkompliziert, dass man am liebsten zu ihr aufs Grundstück gezogen wäre. Taro begegnen wir, als er unfreiwillig eine fragwürdige Wette eingeht, um seinen Internetauftritt zu retten, den er als Einnahmequelle durch Sponsoren hat. Das er Juno belügt und unter großem Druck steht lässt ihn nicht wirklich gut aussehen, auch wenn er optisch ein Sahneschnittchen ist.
Das Buch lässt sich leicht lesen und die Emotionen der Protagonisten sind absolut verständlich und nachvollziehbar. Die Zeit, die ich mit Juno verbringen konnte, war wie heim kommen in eine ruhigere, wenig hektische Zeit. Das Juno etwas in ihrer Vergangenheit erlebt hat, was ihr Digital Detoxing erklärt, ist vom Beginn an klar. Sie leitet mit ihrer Freundin eine Selbsthilfegruppe in der Mobbingopfer sich treffen. So hat die Autorin gleich zwei heiße Themen ins Spiel gebracht, die sie aber sehr feinfühlig in die Geschichte fließen lässt.
Am Ende gibt es eine Playliste der Songs, die Juno in ihrer Werkstatt spielt. Ein unbedingtes MUSS für alle, die die 80er Musik mögen. Klare Kaufempfehlung.
Eine 37-jährige Frau, die seit 10 Jahren einen Digital Detox betreibt und ein 35-jähriger Mann, der über 10.000 Abonnenten auf YouTube hat, lernen sich kennen, weil ebenjener YouTuber zu einer Challenge überredet wurde. Gegensätzlicher können die beiden eigentlich gar nicht sein.
Es handelt sich um eine Geschichte, die viel mehr zu bieten hat, als die offensichtliche Liebesgeschichte. Taro, eigentlich Psychologe, wurde von seinen Followern gedrängt und genötigt. Juno hat besondere Gründe für ihre digitale Abstinenz und hat mit ihrer besten Freundin eine Selbsthilfegruppe ins Leben gerufen, wo Menschen über ihre Erfahrungen mit Mobbing reden können.
Mir haben die Charaktere sehr gefallen, abwechselnd springen wir in deren Perspektiven, erleben so das Geschehen und können uns so natürlich auch viel besser ein Bild von der jeweiligen Situation machen. Aber Juno muss einfach noch mehr hervorgehoben werden. Nicht nur, dass sie die 80er besonders mag, geht sie ganz speziell mit den Möbelstücken und der deutschen Sprache um. Die Möbel, die sie restaurieren soll, bekommen alle passende Namen und wenn es kein Wort für eine bestimmte Situation oder Gefühl gibt, erfindet sie es ganz einfach.
Die Autorin hat es geschafft, eine nachvollziehbare Welt zu erschaffen. Wir erleben nicht nur einfach deren Liebesgeschichte sondern wir erleben ihr Leben mit allen Facetten. Dies macht sich auch an den 560 Seiten bemerkbar. Nach 350 Seiten hatte ich für einen kurzen Augenblick das Gefühl, das Buch ginge zu lang. Dieses Gefühl hat sich jedoch nach einer Zeit gelegt, weil es einfach so viel Spaß gemacht hat.
Die Geschichte von Juno und Taro regt zum Nachdenken an. Ich fand es auch sehr passend, dass beide Millennials sind, wie ich. Wir sind die Generation, die in diese moderne Welt rein gewachsen sind mit jungen Jahren. Geboren in einer Zeit ohne Handys, aber mit ihnen dann groß geworden.
Worum geht es? Taro führt einen YouTubeKanal auf dem er Dating Tipps gibt. Als seinen Followern die Tipps nicht mehr genug sind, fordern sie Taro zu einer Challenge heraus: er soll seine Datingtipps im realen Leben testen und auf YouTube Dokumentieren. Juno ist Möbelrestaurateurin und hat der digitalen Welt abgeschworen. Eines Tages kommt Taro in ihr Geschäft und hat einen Auftrag für sie…
Fazit: Der Schreibstil der Autorin war flüssig und leicht zu lesen, sodass man schnell voran kam. Durch die YouTube Kommentare gab es im Text auch Abwechslung. In jedem Kapitel hat Juno ein neues Wort erfunden, zum Glück gab es am Anfang des jeweiligen Kapitels auch immer eine Erklärung. Das fand ich sehr witzig und es war mal was anderes. Das Buch hat aber auch einen tiefgründigen und wichtigen Teil, was ich am Anfang gar nicht erwartet habe. Denn Juno hat der digitalen Welt nicht ohne Grund abgeschworen und leitet Selbsthilfegruppen für Menschen, die Cybermobbing, Blackmailing, Deep Fake etc. erfahren haben. Auch Taro lernt durch Juno während der Geschichte, nicht mehr von Likes, Abonnenten und Kommentaren abhängig zu sein. Dieses Buch zeigt, was das Internet alles für Schattenseiten hat und welche Nachteile es mit sich bringen kann. Juno und Taro waren mir beide von Anfang an sehr sympathisch, die beiden haben sich gegenseitig geheilt und sich einfach gutgetan. Ich liebe es auch, wie Juno ihren eigenen Weg geht und sie selbst bleibt. Trotzdem fand ich, dass das Buch an einigen Stellen zu lang ist und kürzer hätte sein können. Dadurch wurde es an manchen Stellen etwas langatmig.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen, es war definitiv mal etwas anderes und klärt einen auch über die Nachteile der digitalen Welt auf.
„Love me like it‘s yesterday“ - nicht nur der Titel, sondern auch die Dating-Story und der Charakter Juno, der von allem Digitalen so gar nichts hält, hat mich im Klappentext direkt angesprochen - das wird genau meins! Dachte ich. 😁
Mein Fazit fällt leider etwas ernüchternd aus, was auch daran liegt, dass das Buch mit über 500 Seiten für eine reine Romance-Story einfach zu lang ist. Die Geschichte hätte mit gut 100 bis 150 Seiten weniger genauso gut erzählt werden können und dadurch mE sogar profitiert. Zwischendurch gab es zuviele Längen, in denen per se nichts storyrelevantes passiert ist.
Juno war eine sympathische Protagonistin, die ich durch ihre Herzlichkeit und Leidenschaft für ihr Tun sofort ins Herz geschlossen habe. Weshalb sie so gegen die modernen Medien und alles Digitale ist, habe ich ehrlich gesagt gar nicht groß hinterfragt. Den Grund dafür erfährt man auch im Verlauf der Story, der für mich auch schlüssig war. In der Hinsicht wirkt sie aber gleichzeitig etwas engstirnig, da es für sie kein Grau, sondern nur Schwarz oder Weiß gibt.
Die Story streift durch den Handlungsstrang wichtige gesellschaftliche Themen: Der Einfluss von Social Media auf Menschen, das Verschwimmen von moralischen Grenzen, Mobbing, Onlinehass und modernes Dating.
Gleichzeitig möchte ich auch das Setting mit Junos kreativem Job, Taros YouTube Kanal und dem gemeinsamen Projekt des japanischen Teeschranks.
Die Geschichte. Thematiken und Charaktere haben daher durchaus großes Potenzial - nur die Umsetzung ist meines Erachtens nicht zu 100% gelungen. Mut zum Streichen einiger Stellen hätte dem Buch sehr gut getan. Daher: 3/5 Sterne - denn beendet habe ich es dennoch. 💫
Juno ist Restauratorin von alten Möbeln und hat der digitalen Welt entsagt. Zwischen ihren Kassetten und ihrem Werkstatttelefon haucht sie alten Möbeln neues Leben ein. Eines Tages steht Taro in ihrer Werkstatt. Der junge Mann ist Influencer und möchte einen alten Apothekerschrank auf Vordermann bringen. Die Tischlerin stürzt sich begeistert in das Projekt und ahnt nicht, dass Taros Fokus nicht auf dem Schränkchen liegt...
"Love me like it's yesterday" ist ein Liebesroman von Juliane Käppler und hat mich leider nur streckenweise begeistert. Die Autorin erzählt eine schöne und gefühlvolle Geschichte ums Kennenlernen, den Einfluss der digitalen Welt und Vertrauen. Leider verliert sich der Spannungsbogen und die Geschichte plätschert im Zwischenteil so gewaltig vor sich hin, dass ich die Lust verloren habe.
Juno und Taro sind sympathische, wenn auch nicht gänzlich positive Charaktere. Beide haben ihre Schattenseiten, was ich gut fand, auch wenn hier manche Stereotype benutzt wurde.
Junos Beweggründe, aus der digitalen Welt auszusteigen, konnte ich sehr gut nachvollziehen. Auch Taros Handlungen für seinen YouTube-Kanal konnte ich verstehen.
Die Geschichte erstickt leider fast an ihrem Slow-Burn-Ansatz. Hier hätte ich mir mehr Straffung gewünscht, da die Kapitel, in denen sich Juno und Taro immer mehr kennenlernen, nichts neues enthielten und auch die Entwicklung der Charaktere irgendwie stockte.
Das Ende habe ich zugegebenermaßen nur noch überflogen, weil mich die Leselust verließ, ich aber dennoch neugierig war.
Eine Romanze, die sich entwickelt wie ein alter Fotofilm. Wer geduldig beim Lesen ist, wird mit einer herzlichen Romanze belohnt.
Der Roman ist innovativ und überzeugt mit sehr kreativen Charakteren. Juno, die sich nach einem Schock in ihrem Leben der technologischen Welt abgewandt hat und nur noch analog lebt, lernt in durch ihre Arbeit als Möbelrestauratorin Taro kennen, der als Lovecoach auf Youtube mit der Mission unterwegs ist, Junos Herz zu erobern.
Der Roman lässt sich flüssig lesen. In der Mitte hatte ich eine kurze Leseflaute, da es mir etwas zu sehr um Nebenhandlungen mit vielen weiteren Charakteren ging, dafür kam mir dann leider das Ende für beide etwas zu voreilig und abrupt. Da hätte ich mir gerne etwas mehr Ausführlichkeit gewünscht, wie es mit beiden weitergeht, aber eventuell tauchen beide Charaktere ja in einem Folgeband wieder auf...
Der Roman punktet mit viel situationsbedingtem Humor, aber auch Tiefe hinsichtlich Influencer und hinreißender Romantik. Ich habe viele wunderbare Orte Leipzigs und der Umgebung recherchiert und kennengelernt. So habe ich mich in so einige Sehenswürdigkeiten verliebt und ein Trip in die Stadt ist auf jeden Fall auf meiner to travel Liste gelandet. Die Charaktere sind teils etwas sehr überzeichnet, wenn ich da an eine Nachbarin denke, die es mit ihrer adligen Herkunft etwas zu ernst nimmt, aber eventuell sogar realistisch von Käppler...? Juno ist herzerwärmend eigensinnig mit ihrer endlosen Liebe zu Wortneuschöpfungen und Taro auf jeden Fall der süße Nachbar von nebenan, den ich gerne hätte.
Wer sich für die Thematik mehr offline zu leben interessiert, dem empfehle ich den Roman sehr gerne. Ich versuche seit dem Lesen ebenfalls mehr auf das Handy zu verzichten und mehr in der realen Welt zu leben.
Ich liebe einfach alles an diesem Buch: vom pinken Cover über den fesselnden Inhalt bis hin zu den vielen Seiten. Einzig das Ende – nicht der Geschichte, sondern des Buchs selbst – kam mir zu abrupt. Da ich Danksagungen und Details zur Entstehung einer Geschichte sehr gerne lese, und die hier leider fehlen.
Die Geschichte hat mich tief berührt. Die Schreibweise ist ruhig, erwachsen und wunderbar kreativ, angereichert mit vielen erfundenen Begriffen in den Kapitelüberschriften. Es war für mich ein superbuch, weil die Geschichte genug Raum für die Gedanken und Entwicklungen von Juno und Taro lässt. Die Charakterbeschreibungen, ihre Entwicklungen und die gesamte Atmosphäre des Buchs – es passt einfach perfekt zu meinem Lesegeschmack. Zudem kommt das Buch völlig ohne Spice aus, was der Geschichte überhaupt keinen Abbruch tut. Ganz im Gegenteil: Es wirkt dadurch umso reifer und authentischer. Ein echtes Highlight war für mich das beste Streitgespräch, das ich je gelesen habe – wobei es eigentlich kein Streit war. Beide Charaktere bleiben unglaublich ruhig, was die Szene umso genialer macht. Ich habe jede Zeile davon gefühlt.
Taro wird als Psychologe sehr einfühlsam und detailliert beschrieben, inklusive seiner beeindruckenden beruflichen Fähigkeiten. Auch Junos Arbeit als Werkmeisterin wird großartig und facettenreich dargestellt. Besonders das Thema Detox zieht sich durch die ganue Geschichte und wird immer wieder reflektiert und auch angepasst. . Ich konnte es komplett nachempfinden, denn auch für mich ist Urlaub immer ein Detox vom Handy.
Dieses Buch ist ein wundervoller Slow Burn mit erwachsenen Charakteren – eine absolute Leseempfehlung.
Love Me Like It’s Yesterday von Juliane Käppler ist ein fesselnder Roman, der auf leise und einfühlsame Weise aktuelle Themen wie die Schattenseiten der digitalen Welt und die Suche nach Identität in den Vordergrund rückt. Mit viel Fingerspitzengefühl zeichnet Käppler das Porträt einer ungewöhnlichen Liebe zwischen der reflektierten, unabhängigen Juno und dem geheimnisvollen Taro, dessen Leben im Netz komplizierte Verstrickungen birgt. Die beiden könnten gegensätzlicher kaum sein, und doch spürt man eine tiefe, unausgesprochene Verbindung zwischen ihnen, die über reine Sympathie hinausgeht.
Besonders stark ist Käpplers Fähigkeit, aktuelle Gesellschaftsthemen mit witzigen und oft berührenden Momenten zu verweben. Die Geschichte bleibt dabei stets überraschend und bietet viele Momente, die zum Nachdenken anregen – über den Wert von Ehrlichkeit, über Freundschaften und darüber, wie sehr unser Leben von der digitalen Welt beeinflusst wird. Käppler gelingt es, mit einer einzigartigen Mischung aus Humor und Tiefgang eine Handlung zu schaffen, die einerseits unterhaltsam und andererseits voller feiner Reflexionen über die moderne Gesellschaft ist.
Love Me Like It’s Yesterday ist ein Roman, der zum Lächeln und Nachdenken bringt, ohne dabei aufdringlich zu sein. Ein Buch, das man gerne in einem Zug verschlingt und das einen noch lange nach dem letzten Kapitel begleitet. Empfehlenswert für alle, die Geschichten mit Herz und Verstand lieben und bereit sind, auch über die eigene Verbindung zur digitalen Welt zu reflektieren.
🤩Spoilerfreie Rezension für ein außergewöhnliches Herzens❤️-Buch – ein Keeper 🤗🤩
Ich muss gestehen, dass ich vor diesem Buch bereits von Juliane Käppler aber auch von ihren Pseudonymen bereits Bücher gelesen habe. Dies und der Umstand, dass die Thematik derart außergewöhnlich ist, sorgten dafür, dass ich dieses Buch unbedingt lesen wollte. Und ob mir das Buch gefallen hat, das verrate ich euch jetzt – wie immer ohne Spoiler 😉
Titel Bereits der ungewöhnliche Titel ist Programm. Er passt wunderbar, ist prägnant. Und ehrlich, kein Titel hätte besser passen können!
Cover Das Cover ist zwar passend, allerdings mag ich diese Art von Gestaltung nicht, auch wenn es sehr viele derartige Buchcover – weitgehend im englischsprachigen Raum – gibt. Da ich aber kein Coverkäufer bin, sondern es mir um die Geschichte geht, spielt das für meine Wertung keine Rolle.
Schreibstil Wir werden sofort mitten ins Geschehen geworfen. Gerade am Anfang fand ich es etwas verwirrend, da nicht klar war, wer nun wer ist. Das gab sich aber schnell und dann nahm die Geschichte erst richtig Fahrt auf. Wir erleben das Ganze aus der Sicht des jeweiligen Charakters und deshalb kommen die Gefühle auch 1:1 direkt beim Leser an.
Die Thematik des Buches war schon mal faszinierend, aber das war noch nichts im Vergleich zu der Umsetzung! Kann man sich 100%ig mit den Charakteren identifizieren? Bei weitem nicht. Aber man hat durchaus schon das ein oder andere Déjà-vu! Und Juliane Käppler beweist Fingerspitzengefühl bei der Geschichte, indem sie auch die ein oder andere (Lebens-) Weisheit mit einfließen lässt.
Mich brachte das Buch durchaus mehrfach dazu, über bestimmte Dinge nachzudenken, die derart „normal“ sind, dass man sich das ein oder andere heutzutage nicht mehr überlegt – und schon gar nicht hinterfragt! Ihr wisst nicht, was ich meine? Dann lest das Buch! Es ist ein absoluter Keeper!
Falls jemand denkt, die Geschichte sei in irgendeiner Art und Weise vorhersehbar: - ehrlich gesagt: egal was ihr vermutet oder denkt: ihr kommt nicht drauf! Sie wird euch mitreißen, euch den Atem stocken lassen, das Herz aufgehen lassen – und dann wird es zerrissen… kurzum, es gibt sicher kein Gefühl, das ihr nicht erleben werdet. Und das auf eine nachdrückliche Art und Weise, die seinesgleichen sucht! Volle Punktzahl!
Protagonisten Wir haben es hier mit Protagonisten zu tun, die gegensätzlicher fast gar nicht sein könnten. Und dennoch ergänzen sie sich! Es ist tragisch, herzzerreißend, beängstigend, traurig, schön, … ehrlich gesagt, mir fehlen die Worte! So gut ist es! Es sind liebenswerte, tolle, sich echt anfühlende – und definitiv authentische Charaktere. Ich habe sie im Laufe des Buches (zugegebenermaßen eher schneller als langsam) kennen- und lieben gelernt. So sehr, dass es schwer ist, sie wieder gehen lassen zu müssen – wobei ich denke, dass sie sich so eingenistet haben, dass sie niemals ganz gehen werden 🤗. Ich ertappe mich immer wieder dabei, wie mich das Buch zum Nachdenken bringt – und meinen Blick auf meine Umwelt und bestimmte Verhaltensweisen definitiv verändert hat! 😘
Storyline Im Laufe der Zeit (und nach ehrlich unzähligen Büchern) kommt es einem so vor, als hätte man alles auf die ein oder andere Art schon gelesen. Man spekuliert daher immer, wie es weitergehen könnte, vermutet etwas, verwirft anderes, … kurzum, man fiebert mit. Nun ja, mitgefiebert ist definitiv das richtige Wort. Nur dass ich ziemlich oft danebenlag. Und das auf so beeindruckende Weise, dass es echt großartig ist. Ein riesiges Kompliment dafür!
Stimmung Die Stimmung ist trotz der durchaus auch ernsten Themen nie zu schwermütig. Es gibt immer wieder rührende und auch berührende Situationen, auch lachte ich zuweilen laut auf (guckt also, wo ihr das Buch lest 😉) aber das Ganze wird – trotz Intensität - definitiv nie schwerfällig. Es ist ein Spaghat, der der Autorin anscheinend mit Leichtigkeit gelingt! Chapeau für ein wunderbares, beeindruckendes, gefühlvolles Buch!!!! 🎩
Setting Wie bereits gesagt, ich kenne kein Buch, das so ist wie dieses. Aber es ist ein wirklich wunderbares Buch. Für mich definitiv ein Keeper!!!!
Sonstiges Der Seitenumfang entspricht wirklich dem, was das Buch braucht. Ich fand es toll, dass es in diesem Buch nicht einfach eine schnelle Auflösung gibt und danach die „Friede, Freude, Eierkuchen-Mentalität“ herrscht. Das Buch bleibt sich von Anfang bis Ende treu – und das auf eine nachdrückliche Art und Weise, die sich durch diese zurückhaltende Vorgehensweise direkt ins Herz katapultiert! Es ist einfach nur Wow!
Botschaft Ich finde ja immer, dass es die kleinen leisen Dinge sind, die umso lauter nach außen wirken können. Dieses Buch von Juliane Käppler ist für mich so ein Buch, bei dem auch eine kleine Botschaft nachdrücklich wirken konnte.
Gibt es auch Kritikpunkte? Wenn überhaupt dann nur den, dass ich dieses Buch gerne als Hardcover bekommen möchte. Warum? Meine Buchschätze liebe ich sehr, und wenn ein Keeper wie dieses Buch richtig gewürdigt werden soll, dann wäre es bombastisch, wenn man ihm eine Hardcover- oder Schmuckausgabe ermöglichen könnte.
Oh, und einen Epilog hätte ich gerne auch noch bekommen. Ich liebe es, wenn es im Epilog darum geht, wie sich das Ganze weiterentwickelt hat – oder auch nicht. 😉 Aber wer weiß… ich hoffe auf alle Fälle auf ein Spin-Off, in dem ich ebenfalls mehr von den Charakteren von „Love Me Like It’s Yesterday“ erfahren kann. *flehenderBlickinRichtungLübbeVerlagwerf*
Gesamtfazit Dieses Buch ist derart einnehmend, dass ich mich echt frage, warum vorher noch niemand auf die Idee kam, ein derartiges Setting zu kreieren! Wenn man es dann noch schafft diese Thematik mit Würde, Feingefühl und Sensibilität zu meistern und gleichzeitig der Gesellschaft den Spiegel vorzuhalten ohne Schulmeisterhaft daherzukommen, dann heißt es für mich, dass damit ein grandioser Keeper geschaffen wurde. Dafür gebührt Juliane wirklich mehr als nur ein dickes Lob! Noch einmal: Chapeau Juliane Käppler!
Insofern: eine absolute, überzeugte und definitiv vollumfängliche Leseempfehlung. Diese Art zu schreiben ist wirklich selten und wer das kann hat definitiv eine einzigartige Gabe! Definitiv 5 von 5 ⭐⭐⭐⭐⭐ (mehr geht ja leider nicht)
Info: Das Buch habe ich im Rahmen einer Leserunde bei LovelyBooks vorab gelesen und durfte mich mit anderen Lesern darüber austauschen. Selbstverständlich hat dies meine Meinung zum Buch in keinster Weise beeinflusst.
Ich mochte das Thema auf Anhieb. Juno, die sich völlig von Handy und Social Media losgesagt hat und Taro, der mit eben jener Welt Geld verdient. Die Schattenseiten von Social Media hat jeder schon mal zumindest am Rande mitbekommen.
Generell finde ich, dass das Thema Digital Detox und vor allem die Gründe bei Juno - und auch ihrer besten Freundin - sehr gut und sensibel in die Geschichte integriert. Auch andere Beispiele finden in dem Buch Platz und wirken authentisch. Die "schwierigeren" Themen wie (Cyber-)Mobbing finde ich sensibel, durchdacht und wirklich eindringlich umgesetzt.
Authentizität ist tatsächlich ein Thema in den einzelnen Szenen, das ihr sehr gut umgesetzt fand. Von Juno mit ihrer Werkstatt bis zu Taro und seiner Challenge. Auch die Nebencharaktere und deren Leben waren gut mit eingewoben. Ab und zu waren Szenen etwas überspitzt, andere hingegen hervorragend getroffen, dass man sich gut darin wiedererkennen konnte.
Juno und Taro waren in meinen Augen ein sehr schönes und harmonisches Pärchen. Tatsächlich fand ich es manchmal schlimm von dem Damoklesschwert zu vwissen, das über ihre Köpfe schwebte. Junos Wortkreationen fand ich manchmal eigenartig und zu viel, an anderer Stelle aber auch lustig oder genial.
Das Ende fand ich schön und auch rund. Tatsächlich gibt es noch ein erweitertes Ende auf YouTube, das für mich das Ende perfekt gemacht hat. Schreibstil war sehr angenehm.